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Biblischer Honig: 3.000 Jahre alte Imkerei im Gelobten Land gefunden

Wohl jeder hat schon vom biblischen Israel als dem Land, wo Milch und Honig fließen gehört. Weniger bekannt ist, dass das Vorkommen von richtigem Honig im Land der Bibel bisher gar nicht nachgewiesen war. Die Forscher gingen vielmehr davon aus, dass mit Honig der süße Saft von Feigen und Datteln gemeint war...

Von Gilbert Brockmann

Während der Begriff Honig 55 Mal in der Bibel erscheint, davon 16 Mal als "Land von Milch und Honig", findet der Begriff Bienenhonig nämlich nur zwei Mal Verwendung: zum einen, als Samson den Bienenhonig mit seinen Händen aus dem Körper des Löwen schöpfte und zum anderen, als Jonathan, der Sohn von König Saul während der Schlacht von Mikhmash seine Hand in eine Honigwabe tauchte.

Der sensationelle archäologische Nachweis einer Imkerei im Gelobten Land ist jetzt im Sommer 2007 Forschern der Hebräischen Universität von Jerusalem gelungen. Unter der Leitung von Professor Amihai Mazar wurde in der Stadt Tel Rehov die älteste Imkerei im gesamten Nahen Osten ausgegraben. Sie datiert auf etwa das zehnte Jahrhundert v. Chr., ist also jetzt 3.000 Jahre alt. Die Datierung der Imkerei gelang über aufgefundene Weizenkörner mit Hilfe der Radiokarbonmethode (C-14-Methode) durch die Universität Groningen in Holland.

Die Stadt Tel Rehov war vermutlich eine der bedeutendsten Städte Israels während der Königszeit. Sie wird seit 1997 ausgegraben und rekonstruiert. Die Bienenstöcke waren in drei Reihen übereinander angelegt; an der Fundstelle lagen etwa 30 Stück. Die Forscher fanden Hinweise, dass es dort 100 Bienenstöcke gab. Die Bienenstöcke haben die Form von Röhren und bestehen aus ungebranntem Ton und Stroh; sie messen 80 cm in der Länge und 40 cm im Durchmesser. Das vordere Ende ist verschlossen und besitzt ein Flugloch, während das hintere Ende einen abnehmbaren Tondeckel aufweist. Von dort konnte man die Honigwaben entnehmen. Erfahrene Imker wurden zu Rate gezogen, um die Bienenstöcke in Augenschein zu nehmen. Sie schätzen, dass die Größe der Imkerei eine Jahresernte von etwa einer halben Tonne, also 500 kg erlaubte.

Die Lage der Imkerei im Zentrum der Stadt deutet darauf hin, dass sie der direkten Kontrolle des Herrschers unterlag. Honig hatte schon seit jeher einen medizinischen und kultischen Wert, während Bienenwachs im Metall- und Ledergewerbe Anwendung fand und als Schreibmaterial diente, wenn Holztafeln mit ihm überzogen wurden. Man fand auch kultische Objekte in der Imkerei wie einen Altar mit den Abbildungen von Fruchtbarkeitsgöttinnen und einen kunstvoll ausgearbeiteten Trinkbecher. Dies könnte auf eine Verbindung von Honig und Wachs mit kultischen Handlungen im alten Israel hinweisen.

Zwar kennt man aus der griechischen und römischen Zeit Keramikgefäße, die als Bienenstöcke dienten, aber noch nie fand man eine ganze Imkerei auf einem so hohen gewerblichen Niveau wie in Tel Rehov, betont Prof. Mazar. Aus dem Ägypten der Pharaonen gebe es lediglich Bildbeschreibungen der Honigentnahme, die den heutigen Funden ähneln. Die wissenschaftliche Auswertung der Imkerei wird von Spezialisten fortgeführt, fand man doch Reste von Bienenkörpern, Wachsspuren und Pollen in den Bienenstöcken. Hier darf man auf weitere Ergebnisse gespannt sein.

Aufgereihte Tonröhren als Bienenwohnungen sind im Mittelmeerraum wie in Arabien bis heute bekannt. Sie sehen genauso aus wie die archäologischen Funde, ihre 3.000 Jahre alten Vorbilder.

Der Artikel ist in der Ausgabe 11/2007 der deutschen Fachzeitschriften für Imker ADIZ/biene/Imkerfreund erschienen.

Quelle: Hebräische Universität Jerusalem
Fotos: © Prof. Amihai Mazar


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Eine der freigelegten Aufstellungsreihen der Tonröhrenbeuten (v.l.n.r. Ido Wachtel, Prof. Amihai Mazar, Dr. Nava Panitz-Cohen)

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Tonscheibe mit Flugloch der Bienen im Frontbereich der Bienenwohnung, fachsprachlich "Beute"

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Die Arbeitsgruppe von Professor Amihai Mazar (re.) umfasst neben professionellen Archäologen auch Studenten, die hier erste Erfahrungen sammeln

Category: Wissenschaft
Posted 12/17/07 by: admin



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