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Judentum und Israel
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Wiener Gschichtn: Die Denunziation eines Kulturreferenten

Es gibt ein System der substanzlosen Denunziation, das im Fall der Vorlesung von Henryk M. Broder in der Wiener Städtischen Bücherei Penzing von Islamisten und in ihrem Dunstkreis befindlichen Personen angewendet wird. Da hört man – wie bei einer defekten Schallplatte – immer wieder „Hetze“ und „Rassismus“...

Von Karl Pfeifer

Was wollen die Denunzianten erreichen? Sie möchten, dass man nicht über den Islamismus und die Gefahren, die von ihm ausgehen diskutiert, sondern über den angeblichen Rassismus des Kritikers.

Untenstehendes Mail von Baruch Wolski, seines Zeichens Mitarbeiter des Kulturreferats der Österreichischen Hochschülerschaft, ist ein Musterbeispiel dafür. Broders Vorlesung fand am 20. Februar statt. Wenn die Vorlesung Broders Wolski wirklich so empört hat, dann versteht man nicht, wieso er sechs Tage gebraucht hat, um darauf zu reagieren.

Wolski will folgenden Satz aus dem Mund von Broder gehört haben: „Die Gleichbehandlung von Judentum, Christentum und Islam käme einer Gleichbehandlung von Polizei und Unterwelt gleich". Broder sprach aber über gewaltbefürwortende Islamisten bzw. Terroristen. In diesem Zusammenhang ist der Vergleich zwischen Polizei und Unterwelt gefallen. Broder hat nie vom Islam pauschal gesprochen, sondern sich auf ein bestimmtes Segment bezogen. Mir wäre ein solcher Satz aufgefallen, aber sicher hätte auch der dort anwesende DI Tarafa Baghajati sofort darauf reagiert.

Wolski nennt Broder einen „rassistischen Hetzer“ bietet aber keinen einzigen Beweis dafür und glaubt mit solch substanzlosen Beschuldigungen Stimmung machen zu können. Die Kritik am Islam oder an Islamismus kann genauso wenig als Rassismus verteufelt werden, wie die Kritik am Christentum. Islam hat mit Rasse nichts zu tun. Daher ist auch diese Kategorie vollkommen falsch. Wenn schon das Erwähnen von Tatsachen rassistisch ist, dann ist auch der Arab Human Development Report, der für die UNO gefertigt wurde und schwere Mängel in der arabischen Welt feststellt, wie z.b. Zurückgebliebenheit, Analphabetismus und Frauendiskriminierung ein rassistisches Machwerk.

Soweit so schlecht. Doch es kommt noch übler.

„Wie Broder bin ich Nachkomme von Schoah-Überlebenden und ich halte es für unzumutbar wie er auf die Gräber unser Eltern und Großeltern spuckt indem er gegen MuslimInnen hetzt....“

Wolski glaubt seine Denunziation wäre glaubhafter, wenn er auf seine Abstammung pocht.
Manche glauben, dass wenn ein Jude eine gewisse Meinung äußert, diese auch zuverlässig und zutreffend sei.
Doch wenn jemand wie Wolski glaubt, durch seine Abstammung von Juden oder seiner Zugehörigkeit zum Judentum gewinne seine Argumentation mehr Kraft, dann ist das ein Irrtum. Die Tatsache, dass jemand als Jude etwas behauptet, oder das jemand die gleiche Behauptung äußert wie ein Jude, beweist keineswegs die Stichhaltigkeit der Behauptung.
Es gibt objektive Kriterien, die uns befähigen festzustellen, ob die Behauptung stimmt oder nicht. Die ethnische oder religiöse Zugehörigkeit der Person, die etwas behauptet, hat damit nichts zu tun.

Was dabei auffällt ist die rechtschaffene Selbstzufriedenheit von Baruch Wolski, der glaubt moralisch über Broder zu stehen. Doch wenn er sich mit Islamisten solidarisiert, dann wird er vielleicht von diesen als „guter Jude“ qualifiziert, doch andere sehen da ganz andere Motive.
Wolski bedient – bewusst oder unbewusst – den sekundären Antisemitismus seines Milieus, indem er Broder diffamiert und mit Nationalsozialisten gleichsetzt.

Anhang: Mail vom 26.02.2007 11:43

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich war einigermassen enttäuscht, dass die Städtische Bücherei Penzing einem rassistischen Hetzer wie Henryk Broder ein Forum bietet. Wie Broder bin ich Nachkomme von Schoah-Überlebenden und ich halte es für unzumutbar wie er auf die Gräber unser Eltern und Großeltern spuckt indem er gegen MuslimInnen hetzt und gegen sie die gleichen "Vorwürfe" erhebt, die in den zwanziger und dreißiger Jahren gegen vorwiegend osteuropäische Jüdinnen
und Juden laut geworden sind. Auch damals war die Rede von "rückständigem Gesindel", Unangepaßtheit, Rückschrittlichkeit, fehlendem Benehmen und Konspiration zur Weltverschwörung.
Auch damals ging man davon aus, dass "die Judenfrage" kulturell und reigiös begründet sei, und auch damals
hiess es schon Europa kränkle und werde letztendlich vor dem "Weltjudentum" kapitulieren. Die Argumentation und selbst die Diktion Broders ähneln dem frappant.

Nach der furchtbaren Lesung, in der Sätze gefallen sind wie "Die Gleichbehandlung von Judentum, Christentum und Islam käme einer Gleichbehandlung von Polizei udn Unterwelt gleich", war ich froh feststellen zu dürfen, dass die Bücherei zumindest dem Vertreter der islamischen Glaubensgemeinschaft Tarafa Baghajati die Möglichkeit bot
vom Publikum aus ausführlicher eine Position der MuslimInnen in Österreich darzustellen. Damit ist der allerschlimmste Eindruck von der Wiener Institution "Städtische Büchereien" gerade noch verhindert worden.

Mit freundlichen Grüssen,
Baruch Wolski

Kulturreferat der ÖH Uni Wien

Category: Österrreich
Posted 03/01/07 by: admin



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Comments

hanbal wrote:
Ich habe Anfang März vorigen Jahres mit diesem Herrn Bekanntschaft gemacht. Da pudelte sich in einer Mailinglist jemand auf, dass die Schweiz einer Kopftuchträgerin die Einbürgerung verweigert hat. Die Schwestern und die Mutter alle eingebürgert wurden, weil sie sich westlich kleideten. Ich habe dies als Linke und Modernistin in Ordnung gefunden. Der mir bis dahin unbekannte Herr Wolski bezeichnete mich als faschistoid. Ich meldete ihn daraufhin bei facebook. Obwohl das eine US-Seite ist, geschah dem amtsbekannten Islamisten NICHTS. Zumindest habe ich nichts gehört. Und DI Baghajati ist der KRIBIBI negativ aufgefallen, dass er bei einer Diskussion aufs Podium wollte,er war nicht eingeladen, obwohl er die Möglichkeit hatte, sich an der anschließenden Diskussion mit dem Publikum zu beteiligen. Die Büchereileiterin lehnte dies ab, worauf er zur zuständigten Stadtätin Brauner rannte und sich beklagte, Die Leiterin bekam daraufhin einen ungerechtfertigten Rüffel. Dessen Frau, auch eine "Konvertitin", fällt dadurch auf, dass sie sich altmodischer kleidet als viele Klosterschwestern.
02/06/13 09:14:37

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