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"Islam in Österreich: – So werden wir alle getäuscht": Bericht von einer Wiener Pressekonferenz

Man muss es einfach zur Kenntnis nehmen, das offizielle Österreich ist einfach genial wenn es darum geht, die ganze Welt zu täuschen. Jahrzehnte gelang es den Menschen einzureden, dass weil es zwischen 1938 und 1945 keinen österreichischen Staat gab, die Österreicher keine Verantwortung dafür trügen, was da passiert ist und was so viele Österreicher in dieser Zeit getan haben. Dank den vielen Skandalen, die offizielle Österreicher, wie zum Beispiel Kurt Waldheim verursachten, wurde in der Welt bekannt, dass die Zweite Republik mit dieser Lebenslüge fast alle täuschen konnte...

Von Karl Pfeifer

Jetzt glaubt das offizielle Österreich gute Punkte mit der Vorspiegelung eines potemkinschen Dorfes – in dem Muslime mit der Mehrheitsbevölkerung in Harmonie zusammenleben und mit
Dialogveranstaltungen auf hoher und höchster Ebene – gewinnen zu können. Mit Stolz erwähnt man, dass Österreich die Muslime bereits 1912 als Religionsgemeinschaft anerkannt hat. Doch wieder drohen Skandale, die aufzeigen, wie verlogen man da vorgeht und wie es in der Realität ausschaut..

Im Presseklub Concordia wurde am 8. Februar dieses potemkinsche Dorf vom Islamischen Informations- und Dokumentationszentrum Österreich (IIDZ) "Islam in Österreich: – So werden wir alle getäuscht" entlarvt.

Zuerst sprach ein Vertreter der Alewiten, der beanstandete, dass die 15 alewitischen Gemeinden, die 5000 aktive Mitglieder haben (in Österreich leben insgesamt 60.000 Alewiten) nicht von der offiziell anerkannten "Islamischen Glaubensgemeinschaft" (IGGiÖ) repräsentiert werden. Daher streben sie die Anerkennung als unabhängige Religionsgemeinschaft an.
Dann überraschte der Generalsekretär der IIDZ Günther Ahmed Rusznak den mit Journalisten vollen Saal mit einer langen Liste von Beanstandungen und "Rechtsbrüchen", begangen durch die von Anas Shakfeh angeführte IGGiÖ, hier nur einige wenige Punkte:

• Die islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) repräsentiert nicht die Muslime in Österreich, da ihre Verfassung keine rechtliche Grundlage hat.
• Es gibt kein demokratisches Wahlrecht für die Anhänger des Islam in Österreich, bei den Wahlen 2000 wählten in Wien lediglich 500 Muslime, 2001 wählten in Oberösterreich und Salzburg von 60.000 Muslimen nur 340, in der Steiermark 400 und in Tirol und Vorarlberg 300. Die Wahllokale waren nur zwei Stunden offen.
• Die IGGiÖ repräsentiert nur eine kleine Gruppe und nicht alle Muslime.
• Vorwürfe müssen auch dem Kultusamt/Unterrichtsministerium gemacht werden, weil diese ihrer Kontroll- und Aufsichtspflicht nicht nachgekommen sind.
• Innere Demokratie ist ein Fremdwort in der islamischen Glaubensgemeinschaft.
• Religionslehrer werden auf fundamentalistischer Basis ausgebildet

G.A. Rusznak wies auf die triste soziale Lage vieler Muslime hin, auf die Probleme muslimischer Frauen, auf die Probleme vieler Schüler aus muslimischen Familien, die in der Schule wegen mangelnder Sprachkenntnis scheitern und dann in die Arbeitslosigkeit schlittern und wie Imame gerade deswegen die westliche Kultur zu Feindbildern machen.

Tatsächlich hat der von der Islamischen Glaubensgemeinschaft als besonders liberaler angepriesener Imam Adnan Ibrahim in seinen Predigten gegen die Mischehen gewettert, wo sich das Blut der Muslime mit dem Blut von Ungläubigen mischt, was an NS-Diktion erinnert. Den Papst bezeichnete Adnan Ibrahim als "Narr" und erklärte: "Die Flüche werden den Papst verfolgen. Die beleidigenden, dummen Äußerungen gegen den edlen Propheten Mohammed zeigen, dass der Papst ein noch viel größerer Narr ist als sein Vorgänger." Außerdem richtete er scharfe Worte gegen den Papst und sagte: "Möge Gott Dich nicht mehr am Leben erhalten, du Narr, Mohammed ist großartig, ob Du willst oder nicht. Deine beleidigende, dumme Äußerung gegen den Islam ist nicht einmal einen Nagel unter dem Fuß unseres edlen Propheten wert" ("die Zurufe der Zuhörer brachten die Wände zu m zittern".) Pikant ist es, dass das österreichische Innenministerium ausgerechnet diesem Imam Raum geboten hat, um Österreich zu loben.

Auch Kanafani, eine Organisation, die sich tolerant und liberal gibt und im linken Milieu tätig ist, warb mit Adnan Ibrahim: "Wer über FGM und über Islam und FGM mehr wissen möchte, für den wird der Vortrag von Scheich Adnan Ibrahim mit Sicherheit sehr spannend werden."

G.A. Rusznak beanstandete, dass dieser Imam nicht suspendiert wurde und weiter Religionslehrer ausbildet.

Tatsächlich verteidigt die Islamische Glaubensgemeinschaft diesen Imam: "Dieser Gelehrte genießt inzwischen weit über Österreich hinaus einen ausgezeichneten Ruf wegen seiner aufgeklärten und liberalen Haltung", verteidigte die Islamische Glaubensgemeinschaft nochmals Ibrahim. Dort verwies man auf dessen Beteiligung bei der ersten österreichischen Imamekonferenz im April 2005, wo er ein klares Bekenntnis zu Demokratie abgelegt hatte. Auch seine Forderung nach Einhaltung von Frauenrechten wurde erwähnt. Außerdem verwehrte man sich gegen den Ausdruck "Hassprediger", wie er teils in den Medien vorgekommen war.

G.A. Rusznak erwähnte auch den Integrationsbeauftragten der IGGiÖ, den Gemeinderat Omar Al Rawi (SPÖ) der erst unlängst folgende unwahre Behauptung aufstellte:

"Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und vertritt die religiösen Angelegenheiten der Muslime in Österreich. Genauso wie es die katholische Kirche oder die israelitische Kultusgemeinde für ihre Mitglieder tut. Jede Muslima bzw. jeder Muslim in Österreich hat das Recht, dort aktives Mitglied zu sein. Die Tore für Mitarbeit sind offen, egal welcher ethnischen Zugehörigkeit bzw. Rechtschule Mu!slime angehören. Alle sind herzlich willkommen. Die Behauptung, dort handele es sich um einen Hort von Fundamentalisten, Islamisten oder Muslimbrüdern wird mit aller Entschiedenheit als völlig absurd zurückgewiesen. Schließlich gehört es bekanntlich zur Linie, als österreichische Institution frei von Außeneinflüssen und unabhängig zu sein."

Es gehört schon eine Portion Unverfrorenheit dazu, die IGGiÖ mit der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) zu vergleichen, denn die IKG hält alle vier Jahre eine demokratische Wahl ab und es wird nach dem gleichen Prinzipien gewählt wie zum Nationalrat. Die IKG spricht immer nur für ihre Mitglieder, während die IGGiÖ den Anspruch erhebt für alle Muslime in Österreich zu sprechen, obwohl sie nur eine verschwindend kleine Minderheit vertritt.

Günther Ahmed Rusznak erklärte, dass der ORF Omar al Rawi beim Saudi Arabien Besuch von Bundespräsident Heinz Fischer zeigte, wie er beim Schwertertanz zuschaute. Rusznak erinnerte daran, dass in Saudi Arabien bis heute Menschen mit Schwertern enthauptet, andere Menschen gesteinigt werden, Frauen unterdrückt werden und bemerkte, dass interessanterweise der Sozialist Omar al Rawi nichts davon bemerkte, dass in Saudi Arabien bis heute Sklavenarbeit insbesondere im Baugewerbe an der Tagesordnung ist, wo der Stundenlohn 80 Cent beträgt.

Als wichtige Forderung der IIDZ nannte Rusznak, eine bundeseinheitliche Ausbildung für islamische Religionslehrer, um die Qualität des Unterrichts zu sichern. Vor allem verlangte er gute Deutschkenntnisse für die Lehrer aber auch für die Imame, die seiner Ansicht nach die Freitags-Predigten ausnahmslos auf Deutsch halten sollten. Kritik gab es auch an der Anbindung der IGGIÖ an die "inländischen Machthaber und ausländische Interessenvertreter". Dadurch, dass die Regierung "einen einzigen Ansprechpartner (...), der Akzeptanz zu haben scheint", besitze und die IGGÖ auf der anderen Seite das "Wohlwollen" der Regierung genieße, sei beiden geholfen, meinte Rusznak. Die Integration der Muslime bleibe allerdings auf der Strecke. Viele würden sich nämlich in nationalen oder national-religiösen Vereinen abschotten. Auch das sei – wie Rusznak betonte – nicht nur ein Problem der Muslime sondern der Mehrheitsgesellschaft.

Es wäre ein Gewinn für die Muslime und für Österreich, wenn diese sich demokratisch organisieren könnten – mit einer Interessenvertretung, in der sich alle Strömungen wiederfinden.

Category: Österrreich
Posted 02/09/07 by: admin



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