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Späte Gerechtigkeit gefordert

Die holländischen Juden, die sich während des Holocaust versteckten, fordern Entschädigung von Deutschland...

Von Chanan Lifschitz, Haaretz v. 28.07.2008)

Die deutsche Regierung räumt holländischen Juden, die sich während des Holocausts versteckten, keinen Anspruch auf Entschädigung ein. Weiterhin bemüht sich die jüdische Gemeinde in Holland darum, den Paragraphen aufzuheben, der besagt, dass Juden, die im Amsterdamer Ghetto wohnten, keinen Anspruch auf Entschädigung haben, da das Ghetto von Deutschland als „offenes“ Ghetto definiert wird.

Orly Josef, eine Sprecherin der Jewish Claims Conference (JCC), sagte, die Organisation werde die Frage der holländischen Juden bei ihrer jährlichen Sitzung mit der deutschen Regierung zur Sprache bringen.

Im vergangenen Monat gelang es der Leitung der jüdischen Gemeinde in Holland, einen Absatz in den Statuten der JCC rückgängig zu machen, der besagte, dass ca. 2000 der holländischen Juden, die in den 60-er Jahren eine einmalige Zahlung in Höhe von 1400 Euro von der deutschen Regierung erhalten haben, keinen Anspruch auf die Monatsrente in Höhe von 270 Euro haben, die Holocaustüberlebenden bezahlt wird.

Nach einer Erweiterung des Paragraphen, der sich mit der Frage befasst, stellte Berlin den Überlebenden aus Holland weitere Gelder zur Verfügung, erkannte die Empfänger der einmaligen Zahlung als Berechtigte für den Erhalt der monatlichen Rente an und erhöhte diese auf 291 Euro im Monat. Obwohl der Vorsitzende der Organisation der holländischen Einwanderer diesen Durchbruch als Sieg wertet, sagt er, die Tatsache, dass Juden, die sich während des Holocaust versteckt hielten, keine Zahlungen erhalten, sei „inakzeptabel“.

Professor Johannes Houwink ten Cate, der Leiter des Instituts für Erforschung des Holocaust und von Völkermorden an der Universität Amsterdam sagt, obwohl das Ghetto in Amsterdam kein „Gefängnis unter offenem Himmel“ gewesen sei, wie die Ghettos in Osteuropa, sei es dennoch von den öffentlichen Verkehrsmitteln abgeschnitten gewesen und als „jüdisches Viertel“ bezeichnet worden.

Er fügte hinzu, diejenigen, die sich versteckt hielten, hätten sogar noch mehr gelitten als die Juden im Ghetto. „Diese Leute erlitten enormen psychologischen Schaden, vor allem die Kinder.

Eine Sprecherin des deutschen Finanzministeriums bestätigte auf eine Anfrage von Haaretz, dass Deutschland holländische Juden, die sich während des Holocaust versteckt hielten, nicht als Berechtigte auf Entschädigungszahlungen anerkennt. Was das Amsterdamer Ghetto betrifft sagte sie, die Lebensbedingungen in diesem Ghetto galten nicht als unmenschlich.

Medienspiegel der Deutschen Botschaft Tel Aviv

Category: Niederlande
Posted 07/29/08 by: admin



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