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Der Alp, der auf den Gehirnen lastet

Im Juli 2008 haben einige ehemals trotzkistische Gruppen in Österreich die (Volks)Gemeinschaft entdeckt...

„>>Volk<< wird jetzt beim Reden und Schreiben so oft verwandt wie Salz beim Essen, an alles gibt man eine Prise Volk: Volksfest, Volksgenosse, Volksgemeinschaft, volksnah, volksfremd, volksentstammt...“ [1]

Von Karl Pfeifer

Sonst deklarieren sie tagaus tagein den proletarischen Internationalismus und bemühen sich die einzig richtige revolutionäre Partei aufzubauen, was ihnen in all den Jahrzehnten, die sie mit Zellenbildungen und Zellspaltungen verbracht haben, nicht gelingen konnte. Nun haben sich diese Gruppen und Grüppchen auf ein „Linksprojekt für Österreich“ geeinigt. [2].

Vom vorgegebenen Internationalismus der ehemaligen Trotzkisten blieb nicht viel übrig, außer die durch nichts belegte Behauptung: „In Verbindung mit dem verallgemeinerten Chauvinismus werden derzeit besonders die Gemeinschaften aus moslemisch/arabischen Staaten diskriminiert und ihrer demokratischen Rechte beraubt.“ Damit wollen sie anscheinend ihre Solidarität mit islamistischen Terroristen und deren hiesigen Adepten rechtfertigen.

Diese Linke offeriert als Allheilmittel, das bei der Bevölkerung vorhandene „Bewusstsein des Gemeinwohls und der sozialen Verantwortung der Wirtschaft“ einzusetzen. Was dabei auffällt, ist die Bestrebung und der Glaube durch Übernahme von rechtsextremer bzw. neonazistischer Diktion wie „Abstrafung der Systemparteien“ nach rechts tendierende Wähler abwerben zu können. Ob das mit abgestandenen Formeln wie „Die Wirtschaft hat der Gemeinschaft zu dienen“ und „Die Logik des Gemeinwohls impliziert auch einen radikalen Angriff gegen das Spekulationsgeschäft...“ zu bewerkstelligen ist, kann angezweifelt werden. Gemeinwohl gegen Spekulation erinnert stark an die von den Nationalsozialisten getroffene Unterscheidung zwischen raffendem und schaffendem Kapital. Dahinter steckt die Illusion man könne doch die Wähler von H. C. Strache und Jörg Haider mit solchen Sprüchen dazu bringen, diese Linke zu wählen. Doch wenn ihr Plan scheitert, wie vorauszusehen ist, dann haben sie schon vorab eine Begründung geliefert: „das Fehlen einer populären Figur wie Lafontaine als Katalysator“ schränkt „die Möglichkeiten ein“.

Sie übernehmen auch das rechtsextremistische Jammern über „Mediendiktatur, Amerikanisierung und Individualismus“, die „auch in den Unterschichten“ vorhanden sein sollen.

Diese Erklärung der Linken, die bei den kommenden Wahlen zum österreichischen Nationalrat am 28. September 2008 antreten, gibt König Salomo recht, der behauptete, es gibt nichts Neues unter der Sonne.
Karl Marx meinte: „Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken, nicht unter selbstgewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen. Die Tradition aller toten Geschlechter lastet wie ein Alp auf dem Gehirne der Lebenden.“ [3]
Wenn diese österreichische Linke mit abgedroschenen Parolen glaubt „der sozialistischen Hoffnung wieder Konsistenz“ geben zu können, dann beweist das nicht nur den Verlust jeglichen Realitätssinnes, sondern auch den „Alp“, der auf ihren Gehirnen lastet.

1) Victor Klemperer, am 20. April 1933, LTI Reclam Leipzig,, 1996, Seite 43
2) www.antiimperialista.org
3) Karl Marx/Friedrich Engels - Werke, Band 8, "Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte", S. 115-123 Dietz Verlag, Berlin/DDR 1972

Category: Österrreich
Posted 07/24/08 by: admin



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