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American Jewish Committee eröffnet Webarchiv: Online-Zugriff auf 100 Jahre amerikanisch-jüdischer Geschichte

Ein Jahrhundert amerikanisch-jüdischer Geschichte nacherleben – dies können Internetnutzer ab sofort im digitalen Archiv des American Jewish Committee (AJC). Das Rechercheportal wurde anlässlich des hundertjährigen Bestehens der Organisation eingerichtet...

Die Besucher des Webarchivs erwartet eine informative, interaktive virtuelle Zeitreise zu Meilensteinen des gesellschaftlichen und politischen Engagements amerikanischer Juden seit 1906. Mit wenigen Mausklicks gelangt der Nutzer zur Korrespondenz des AJC mit Henry Ford, zum Briefwechsel mit Pionieren wie David Ben Gurion oder zur Aufzeichnung der ersten Radioübertragung eines jüdischen Gottesdienstes auf deutschem Boden seit Hitlers Machtergreifung.

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Ebenfalls abrufbar ist ein Video mit Originalbildern der bewegenden Zeremonie, die amerikanisch-jüdische Soldaten 1944 im gerade befreiten Aachen abhielten – unweit der Front, wie der im Hintergrund hörbare Geschützdonner unterstreicht (Bild oben).

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Bei der Unterzeichnung des Blaustein-Ben-Gurion-Abkommens am 23. August 1950, das die Verbindungen zwischen dem amerikanischen Judentum und Israel bekräftigte. Von links: Israels Ministerpräsident David Ben-Gurion, AJC Präsident Jacob Blaustein, Israels Arbeitsministerin Golda Meir.

Schriftliche Zeugnisse der Kontakte des AJC zu Spitzenvertretern des Klerus im Vorfeld des Zweiten Vatikanischen Konzils macht das Webarchiv ebenso zugänglich wie Filmaufnahmen der Ansprachen Natan Sharanskys, Elie Wiesels und anderer Prominenter auf der Washingtoner "Freedom Sunday Rally" von 1987, einer groß angelegten Solidaritätskundgebung für die Juden in der Sowjetunion.

"Was ajcarchives.org von anderen Online-Archiven abhebt und für ein breites Publikum besonders attraktiv macht, ist der unkomplizierte Zugriff auf einen Großteil des bereitgestellten Materials", erklärt Charlotte Bonelli, Leiterin des AJC-Digitalarchivs und Informationszentrums in New York. "Bei uns braucht der Besucher nicht erst durch seitenlange Verzeichnisstrukturen zu navigieren." Um diesen bequemen Zugang zu ermöglichen, haben Bonelli und ihre Mitarbeiter die Originaldokumente unter hohem Aufwand in elektronische, maschinell lesbare Formate kopiert. Zentrales Navigationselement der Website ist eine interaktive Zeitachse. Flankiert von einer Suchmaschine mit Einfach- und erweitertem Modus, erschließt sie dem Nutzer einen reichhaltigen, stetig wachsenden Informationsschatz.

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Schon jetzt enthält das Archiv mehr als 75.000 Seiten historischer Akten, eine Mediathek seltener Film-, Radio- und Fernsehaufnahmen, über 100 Bände des American Jewish Year Book (Jahrbuch der Ereignisse und Entwicklungen in der internationalen jüdischen Gemeinde) sowie eine Auswahl an Interviews aus der William E. Weiner Oral History Library, einem vom AJC finanzierten Tonarchiv, das zu den größten seiner Art gehört. In den sehr persönlich gehaltenen Gesprächen äußern sich Zeitzeugen wie Bella Abzug, George Burns, Abba Eban, Hank Greenberg, Golda Meir, Arthur Miller, Molly Picon und Neil Simon.

Unter den am Portal abrufbaren Film- und Radiodokumenten finden sich auch vom AJC produzierte Spielfilme und Hörspiele über die verheerenden Folgen von Vorurteilen und Rassenhass. Bekannte Darsteller wie Robert Duvall, James Cagney und Helen Hayes verleihen diesen Erzählungen eine packende Intensität.

Das vielseitige Angebot des Webarchivs will jedoch nicht nur die Herzen der Besucher erobern, sondern auch den Kopf ansprechen. Forscher, Studenten und private Interessenten aller Altersgruppen greifen aus ganz Amerika und dem Rest der Welt auf die Online-Ressource zu – von Rio de Janeiro über Rabat, Bonn, Istanbul, Jerusalem und Teheran bis nach Taipeh. Im digitalen Archiv suchen und finden sie Primärquellen zur Geschichte des Alltags wie des gesellschaftlichen und politischen Engagements der jüdischen Gemeinde in den USA.

Die Pogrome an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Radiokampagnen für die Demokratie aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Die Bürgerrechtsbewegung. Die politische Einflussnahme zugunsten Israels. Das Verhältnis zur katholischen Kirche. Das Eintreten für die Freiheit der Juden in der Sowjetunion. Der Kampf gegen den islamischen Extremismus und Terror: Zu diesen und vielen weiteren Themen wird der Besucher in den umfangreichen digitalen Akten des AJC-Archivs per Volltextsuche fündig.

"Seit seiner Gründung im Jahr 1906 kämpft das AJC in vorderster Linie für vitale Interessen nicht nur des jüdischen Volkes, sondern demokratischer Gesellschaften überhaupt", so AJC-Geschäftsführer David Harris. "Wer sich in unserem Webarchiv umsieht, wird feststellen: Die Geschichte, die dort so facettenreich und anhand einer enormen Materialfülle erzählt wird, beschränkt sich keineswegs auf den Werdegang unserer Organisation. Vielmehr dokumentiert sie die Historie der jüdischen Gemeinde in den USA und die konstruktive Rolle, die das AJC seit Jahrzehnten innerhalb der amerikanischen Gesellschaft ebenso spielt wie auf der außenpolitischen Bühne."

Link zum AJC-Webarchiv: http://www.ajcarchive.org

Category: Amerika
Posted 12/06/06 by: admin



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