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Takiye: Assimilation - ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit?

Diese Worte stammen von dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan. Und ich muss sagen, dass er damit vollkommen Recht hat. Und, wenn er sich in seinem Land im Sinne der obigen Wörter verhalten würde, würden sicherlich alle Kurden begeistert applaudieren. Aber dieser Mann sagt in Köln dieses, in Diyarbakir das Gegenteil...

Ein Gastkommnetar von Haydar Isik befasst sich mit einigen Aussagen des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan, anläßlich seines Besuchs in Deutschland

Als ihm der Vorsitzende der Anwaltskammer in Diyarbakir bei einem Treffen in diesem Jahr einen Vorschlag machte und sinngemäß sagte: "Herr Ministerpräsident, um die Lage der Kurden zu beruhigen, führen Sie Kurdischunterricht in den staatlichen Schulen ein", regte Erdogan sich auf und antwortete sinngemäß: "Dem Ledigen fällt die Scheidung leichter. Wenn wir den Kurden das Recht auf Muttersprache geben, dann werden die Larsen und Tscherkessen dies auch fordern".

In Köln sagte er nun: “Selbstverständlich werden unsere Kinder Türkisch lernen. Das ist Ihre Muttersprache und es ist ihr natürliches Recht, ihre Muttersprache ihren Kindern weiterzugeben.“ Der türkische Ministerpräsident gibt dieses Recht, das er für Türken gut findet, den Kurden nicht. Wo bleibt die Menschlichkeit?
Die kurdischen Kinder stehen jeden Tag zu Beginn des Unterrichts stramm und schwören einen Eid: „Ich bin Türke, Ich bin glücklich Türke sein zu dürfen....“ Die Kinder der Kurden werden tag täglich von diesen Assimilationsfabriken zu Türken erzogen und ihrem Volk entfremdet. Dies finden die Türkei und ihr Ministerpräsident Erdogan nicht als „Verbrechen“?

Seine Ideologie lautet: „Türkei den Türken!“ Die 15-20 Millionen Kurden sind in der Türkei überflüssig. Sie werden entweder Türken, oder man bekämpft sie militärisch oder man assimiliert sie. Tatsächlich stehen heute die Kurden sowohl unter einem Genocide als auch unter einem Etnocide. Wo bleibt die Menschlichkeit? Erdogan lässt in seinem Land zehn vollkommen geschändete Guerilleros liegen. Er sendet daraufhin deshalb eine Grußbotschaft zu seinen Generalstabchef, um ihm wegen des Tötung dieser Guerilleros zu gratulieren, in der gleichen Woche kommt er nach Ludwigshafen und sagt dort: Die Türken werden aus der Achtung vor dem Schöpfer den Lebenden nichts schlechtes tun. Erdogan gab der libanesischen Zeitschrift Havadis ein Interview und sagte: „Wenn die Kurden in Argentinien einen Staat gründen würden, würden wir auch dort gegen sie kämpfen.“

Dieser Mann ist so besessen, dass er alle Kurden am besten in einem Glas Wasser ertränken möchte. In Diyarbakir sagte er: Das Kurdenproblem ist mein Problem. Der Staat wird es lösen. Ein paar Wochen später sagte er: Die Türkei stellt mit seinem Volk, mit seiner Fahne und Sprache eine Einheit dar. Damit wird die Sprache und Kultur der Kurden in absoluter Weise geleugnet. Später gab er wegen Unruhen in Diyarbakir folgenden Befehl: Frauen und Kinder nicht schonen, wenn sie gegen den Staat demonstrieren. Daraufhin wurden zahlreiche Kinder in Diyarbakir ermordet. Der Bürgermeister O. Baydemir von Diyarbakir wird vor Gericht gestellt, weil er die Neujahrskarten in Kurdisch und mit den verbotenen Buchstaben „X-W-Q“ schrieb. Zur Zeit steht ein Kinderchor aus Diyabakir vor Gericht, weil er im Jahr 2007 in San Franzisko kurdische Lieder interpretiert hat. Wo bleibt die Menschlichkeit?

Erdogan ist ein Imam. Er predigt Wasser, trinkt Wein. Seine Religion erlaubt ihm sich da und dort anders zu zeigen und anders zu sprechen. Dies nennt man Takiyye. Ich gestehe ehrlich, dass dieser Mann ein Champion der Takiyye ist. Solange ich ihn kenne zeigt er zwei Gesichter. Er lud den Hamasführer nach Ankara ein, gab eine Erklärung ab, dass Israel mit Staatsterror gegen die Palästinenser vorgehe, dann empfängt er die israelischen Politiker, von denen er die präzise Waffen kaufen möchte, um sie gegen Kurden zum Einsatz zu bringen. Als man in Ludwigshafen noch nicht wußte, wie die Brandkatastrophe stattfand, tat Erdogan so, als ob die deutsche Regierung türkische Immigranten den Nazis ausgeliefert und sie nicht geschützt habe. In der Stadt Sivas im Jahre 1993 haben seine Anhänger 35 kurdisch-alevitische Intellektuelle als Gottlose beschimpft und im Hotel Madimak verbrannt. In der ganzen Türkei wurde live und stillschweigend zugeschaut wie dieses Hotel vom Militär umkreist war, und wie seine gleichgesinnten religiösen Fanatiker, die heute seine Partei - AKP - Anhänger sind, ihre Tat zum Ende führten. Seitdem fordern die Aleviten und Kurden, dass das Tatorthotel Madimak zum Gedenken der 35 Getöteten zum Museum gemacht wird. Aber es ist bis jetzt nicht geschehen. Im Gegenzug hat der deutsche Staat das Haus des Verbrechens in Solingen, in dem 5 Türken verbrannt worden waren, zum Mahnmal gemacht.

Die Menschlichkeit ist für Türken und für Erdogan nur eine Worthülse. Solange in der Türkei Assimilation und staatlich völkermordartige Repressionen über den Kurden herrschen, verurteilen wir das türkische Regime als rassistisch und faschistisch. Außerdem werden im Lande Erdogans die Armenier und Christen barbarisch umgebracht. Die historischen Kirchen und Kulturgüter der Armenier und Assyrer dürfen nicht renoviert werden. Ob Erdogan daran denkt, dass es ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit ist, einem Volk seine Sprache, Kultur und Identität wegzunehmen? Wo bleibt die Menschlichkeit?

Erdogan jammert in Europa hinter verschlossenen Türen, dass das Militär ein Hindernis für Veränderungen in der Türkei sei. Aber er läßt dem Militär freie Hand, gegen Kurden vorzugehen. Er arbeitet sowohl mit den Generälen als auch mit sogenannten zivilen Faschisten sehr harmonisch zusammen.

Was ich dabei nicht verstehe, ist die Haltung der deutschen Politiker. Sie haben sich meist trotz seiner unqualifizierenden Sprache wie eine schuldige Katze verhalten. Fast kein Politiker und Journalist hat ihn beim Wort genommen um zu fragen, wie es den Kurden in seinem Land gehe! Nein, sie haben nicht gefragt. Sie haben Angst, einen Partner, an dem man wirtschaftlich gut verdient, zu verlieren. Die Menschlichkeit ist auch in diesem Land eine Worthülse.
Als Erdogan in Ludwigshafen polterte, war die Hannoveranische Polizei bei Kurden auf Razzia. Kurden sind jetzt zu schwach, um sich zu wehren. Aber man sagt bei uns Kurden:“ Nichts ist so schwach wie ein Grashalm, dennoch bleibt er nicht unter einem Stein.“ Eines Tages werden die Kurden auch einen Platz unter der Sonne der Menschheit finden.

15.Februar 2008 Haydar Isik

Category: Türkei
Posted 02/18/08 by: admin



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Comments

wrote:
danke für diesen guten Artikel!
02/18/08 16:37:52

wrote:
Ich finde es einfach nur schade, dass eine Seite wie Hagalil solche Artikel veröffentlicht.Ich glaube fest an die Freundschaft zwischen Türken und Juden, deshalb sollten sich die Macher dieser Seite nocheinmal überlegen, zu welchem Zweck sie solche schwachsinnigen und inhaltlich inkorrekten Texte überhaupt veröffentlichen?
Verstehen sie mich bitte nicht falsch: Ich bin kein Anhänger Erdogans und muss sagen, dass ich in vielen Punkten eine andere Meinung vertrete als die AKP.Ich bin aber ein Kemalist und finde es einfach nur schade, dass Hagalil, solche Türken-feindliche Kommenatre veröffentlicht.
MFG
02/18/08 18:26:51

wrote:
Ahmet, was hat denn Ihr Kommentar nun bloß mit der Tatsache zu tun, dass es Kurden in der Türkei schlecht ergeht?

Und fühlen Sie sich mehr mehr der Wahrheit oder doch dem Nationalstaat verpflichtet? Schade.
02/18/08 18:59:39

wrote:
Der Turkismus, ob nun in der Gestalt des Kemalismus oder Turanismus ist eine rechtsextremistische Ideologie, die auf die Vernichtung jeglicher Differenz gerichtet ist.

Türken heucheln was von Judenfreundschaft, weil sie glauben, dass Juden die Welt beherrschen und ihnen die Armenier und sonstigen "Feinde" der Türkei vom Hals halten können
02/19/08 00:50:47

wrote:
Da haben Sie glatt solche Türken wie Orhan Pamuk vergessen, Levon. Davon gibt es viele. Aber Sie schreiben nur "Türken heucheln". Unangenehme Absicht.
02/19/08 01:25:30

wrote:
Die Doppelmoral des türkischen Ministerpräsidenten ist uns allen offenbar geworden.
Aber auch in Deutschland ist Ähnliches anzutreffen. Man spricht von Integration und meint Assimilation. Das Deutsche Staatsbürgergesetz macht jeden Bürger zu einem Deutschen und beraubt viele Einwanderer ihrer Nationalität.
Ich empfinde mich nicht als deutsch. Ich bin Jude - Angehöriger des Jüdischen Volkes !
Aber, ich lasse auch andere Befindlichkeiten zu, da insbesondere im liberalen Spektrum gegenteilige Auffassungen geteilt werden.
02/19/08 12:54:59

wrote:
@Yoschi
Man spricht von Integration(oder auch nicht)und meint Assimilation,und setzt diese in altbewähter Weise um.Bin auch sonst Deiner Meinung,Danke.
02/21/08 15:04:51

wrote:
erstmal einen schönen abend!!!herrr levon 1.türken heucheln nicht2.so recht ich mich erinnern kann waren es die osmanen die zur damaligen zeit den juden geholfen haben als es in europa ihnen schlecht ging und ihnen saemtliche rechte gaben!?!?!sie erwaehnen auch nichts davon wieviel türkische soldaten ermordet worden!!!die türkei ist für alle laender sehr reizvoll da wir reich an bodenschaetzen und wasser sind!!!und eine türkei ohne starke armee und ohne gesunden nationalismus waere nicht faehig zu überleben!!!sicherlich ist manchmal die vorgehensweise nicht immer sehr human aber das ist bei allen und wirklich bei allen laendern der fall!!!und türken leben mit den kurden die nicht anti-türkisch gesinnt sind immer in freundschaft und brüderlichkeit zusammen so wie wir es auch mit juden in der türkei tun...danke
02/21/08 21:51:48

wrote:
und herr levon ich vergass,die juden hbrauchen uns nicht die irgendwelche feinde vom hals zuhalten,die türkei kan sich sehr gut selber vrteidigen...mehr als ein halbes jahrhundert hat uns keiner mehr militaerisch angegriffen wie sie wissen!!!
02/21/08 21:57:55

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