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Judentum und Israel
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Minus von 25% seit 1970: Jüdische Gemeinden außerhalb Israels schwinden

Eine Untersuchung der "Sochnuth", der "Jewish Agency", nahm die Zahl der Juden außerhalb Israels in den letzten drei Jahrzehnten kontinuierlich ab. Dafür, dass heute 25% Juden weniger in der Galluth leben als noch vor 30 Jahren ist vor allem die Zuwanderung nach Israel verantwortlich. Hinzu kommen die größere Neigung dem Judentum den Rücken zu kehren als sich ihm zuzuwenden. Selbst die mit Abstand größte, aktivste und erfolgreichste Gemeinde, die der USA, kann kein wirkliches Wachstum verzeichnen. Außer der alljährlich wachsenden jüdischen Bevölkerung in Israel, kann nur in Deutschland von einem bedeutenden Wachstum gesprochen werden. Doch auch hier, wie überall, gleichen Geburten und Übertritte zum Judentum, die Sterberaten nicht aus...

In M'ariw beschäftigte sich Eli Bardenstein mit der Frage "Wohin verschwinden die Juden in der Diaspora?"

Madonna und ihre Freunde aus Hollywood mögen viel Interesse für das Judentum und die Kabbalah erregen, aber es scheint so zu sein, dass in der Realität die Zahl der Juden in der Diaspora abnimmt. Nach den Zahlen des “Jewish People Policy Planning Institutes" (JPPPI), das von der Jewish Agency gegründet worden ist, hat die Zahl der Diaspora-Juden in den letzten 37 Jahren um 2,3 Millionen abgenommen und liegt gegenwärtig bei lediglich 7,76 Millionen.

Zur Zeit leben nur 13.1 Millionen Juden auf der Welt, einschließlich in Israel. Dies stellt eine Zunahme von weniger als einer halben Million, oder lediglich 4%, seit 1970 dar. Die stärkste Abnahme der jüdischen Bevölkerung in der Diaspora war in den FSU-Ländern und in Osteuropa zu verzeichnen, von wo aus etwa eine Million Juden nach Israel auswanderten. Die jüdische Bevölkerung in diesen Ländern liegt gegenwärtig bei 450 000, davon 220.000 in Russland und 80.000 in der Ukraine. Eine weitere starke Abnahme von 24% fand in Süd-Amerika statt, wo gegenwärtig lediglich 390 000 Juden leben: 190.000 in Argentinien, 100.000 in Brasilien und 40,000 in Mexiko. Auch die Zahl der Juden, die in Nordafrika leben, hat beträchtlich abgenommen. Es gibt hier gegenwärtig nur noch 5.000, verglichen mit 83.000, die 1970 in diesem Raum gelebt haben. Wo in den asiatischen Ländern 1970 noch etwa 100.000 Juden lebten, gibt es heute nur noch 20.000, von denen die große Mehrheit im Iran lebt. Im Yemen leben etwa 300 Juden, 10 in Syrien und ein Jude lebt noch in Afghanistan.

Die Zahl der Juden, die in Nordamerika lebt, hat sich nicht wesentlich verändert, trotz der starken jüdischen Einwanderungswellen, die aus Osteuropa in die USA stattgefunden haben. Die Zahl der Juden liegt bei etwa 5,6 Millionen in diesem Raum. In Australien und in Neuseeland hat die jüdische Bevölkerung zugenommen und liegt heute bei etwa 111.000 verglichen mit 70 000 im Jahre 1970. In Westeuropa hat die Zahl der jüdischen Bevölkerung um etwa 5% abgenommen und liegt heute bei etwas über einer Million: 490.000 in Frankreich, 295.000 in England und etwa 140.000 in Deutschland.
Im Gegensatz zum Rückgang der Zahl der Juden in der Diaspora hat sich die jüdische Bevölkerung in Israel seit 1970 verdoppelt und liegt heute bei 5,4 Millionen, was 40% des Weltjudentums darstellt.

Einer der Hauptgründe für den Rückgang der Zahl der Juden in der Diaspora liegt natürlich in der Einwanderung nach Israel. Doch der andere Grund, der nicht weniger wichtig ist, liegt in der Assimilation. Der Grad der Assimilation wird in Nordamerika auf etwa 50% geschätzt, auf 70% in Russland und auf etwa 45% in Westeuropa. Die jüdische Geburtenrate ist ein weiterer wichtiger und entscheidender Faktor, die mit dem Rückgang der Zahl der Juden auf der Welt in Beziehung steht. Liegt die durchschnittliche Kinderzahl einer jüdischen Familie in Israel bei 2,75, so liegt diese im Westen bei 1,5 Kindern. In den Ländern der früheren Sowjet-Union liegt diese Zahl sogar noch niedriger und beläuft sich auf ein Kind pro Familie.

Nach den Worten von JPPPI-Direktor Avinoam Bar Yosef liegt der beste Ausweg, das Problem der Mischehen zu lösen, darin, diese zur Einwanderung nach Israel zu ermutigen, und zu diesem Zweck sollten die Übertrittsgesetze flexibler gestaltet werden bevor jegliche vorschnelle Änderungen in bezug auf des Rückkehrergesetz vorgenommen werden. "Das jüdische Volk hat im vergangenen Jahrhundert genug erleiden müssen", fügte Bar Yosef hinzu, "Juden dürfen zur Einwanderung nicht gezwungen werden".

Doch sehen führende jüdische Persönlichkeiten in der Diaspora Israels Versuche, zur Aliyah zu ermutigen, in keinem positiven Licht. Im Laufe der Jahre hat sich die jüdische Elite in den Vereinigten Staaten gegen die Werbung zugunsten der Aliyah ausgesprochen und erst seit kurzer Zeit haben einige von ihnen ihre harte Ablehnung in dieser Frage etwas zurückgenommen. Sprecher der leitenden Persönlichkeiten der Jüdischen Gemeinde von Frankreich sind der Meinung, dass die Einwanderung nach Israel ihre Gemeinde schwächen würde.

"Inmitten des Problems der Mischehen und der niedrigen Geburtenrate befinden sich die Juden in der Diaspora in einem Negativbereich, was die Zahl der Geburten verglichen mit der Zahl der Todesfälle angeht", sagt Sergio Della Pergola, leitender demographischer Wissenschaftler des JPPPI. "Die Einwanderung nach Israel mag einen positiven Einfluss haben, aber Juden dürfen zur Einwanderung nicht gezwungen werden. Israel ist an einer mächtigen Diaspora interessiert und nicht an ihrer Auslöschung."

Category: Allgemein
Posted 10/10/07 by: admin



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