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Brauner Marsch durch Jüdisches Viertel

Tschechische Neonazis wollen am 10. November durch das Prager Jüdische Viertel marschieren. Offiziell soll gegen die tschechische Beteiligung an der "Besetzung des Irak" demonstriert werden. Szenekenner befürchten jedoch, dass die Neonazis das symbolträchtige Datum tatsächlich zur provokativen Feier des "Reichskristallnacht"-Jahrestages ausnutzen wollen...

redok, 26.09.2007

Angemeldet wurde die Demonstration im Namen der tschechischen "Jungen Nationaldemokraten" von Erik Sedlacek, einem führenden Kopf der tschechischen Neonazi-Szene. Als eigentliche treibende Kraft wird jedoch die Neonazi-Gruppe "Narodni Odpor" gesehen (NO, deutsch: Nationaler Widerstand). Der NO gilt als Nachfolgeorganisation der tschechischen Sektionen des internationalen Blood & Honour-Netzwerks.

Der Marsch soll durch das traditionelle Jüdische Viertel führen und am Franz-Kafka-Platz enden. Unter anderem liegt der alte Jüdische Friedhof nahe der Marschroute. "Narodni Odpor" zeichnet sich durch ausgiebige Verwendung von schwarz-weiß-roten Fahnen aus, die ansonsten vor allem bei deutschen Neonazis beliebt sind - nicht als Fahne des deutschen Kaiserreichs, sondern als Ersatz für die verbotenen Hakenkreuzfahnen. Die tschechische Tageszeitung Hospodarske noviny berichtete gestern, dass die Neonazis auch am 10. November diese Fahnen tragen wollten, damit "die Rabbis diese Fahnen nach 60 Jahren wiedersehen würden".

Die jüdische Gemeinde forderte heute den Prager Bürgermeister Pavel Bem auf, den Neonazi-Marsch zu verbieten. In einem Brief an den Bürgermeister hieß es, es handele sich um einen Versuch, Neonazi-Aktivitäten in Tschechien zu legalisieren.

Die Neonazis hatten bereits im Dezember vergangenen Jahres eine ähnliche Demonstration gegen ein Verbot durch die Stadtverwaltung durchsetzen können. Dementsprechend hat die Stadt Prag keinen Versuch unternommen, die jetzt geplante Demonstration zu verbieten. Ein Sprecher sagte, angesichts des offiziell angemeldeten Themas der Demonstration könne sie nicht untersagt werden; wenn jedoch Verstöße gegen das Gesetz festgestellt würden, könne sie noch vor Ort verboten und aufgelöst werden. Im Januar 2003 war eine Neonazi-Demonstration gegen den angeblichen "Völkermord Israels an den Palästinensern" aus ähnlichem Grund an Ort und Stelle verboten worden.

© redok

Category: Tschechien
Posted 09/30/07 by: admin



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Comments

wrote:
Lasst se doch marschieren, dieses braune Gelump´. Argumente hamse nich, was se können is stram stehen und rumblöcken, dass können Esel auch, zumal Letztere diesen Vergleich wohl eher missbilligen würden. Sorry, liebe Esel.
09/30/07 22:44:55

wrote:
Man soll sie auf jeden Fall filmen und dokumentieren. Später soll man ihre Adressen sammeln, damit man sie im Bedarfsfalle auch besuchen kann. Ich denke, die Juden in Prag sind schon stark genug sich zu wehren und eine fetzige Gegendemonstration zu veranstalten.
10/01/07 13:11:26

wrote:
Es gibt viele Dinge, die in der letzten Zeit geschahen, wo ich mich fragte, ob das wahr ist oder nur geträumt. Ich versuchte, viele mir unerklärliche Dinge zu verstehen. Ich tröstete mich damit, dass ich eben zu alt bin (75 Jahre), um gewisse Dinge zu begreifen. Aber dass in der Tchechoslowakei, Dänemark, Norwegen und sogar in Russland sich Menschen für den Nazismus engagieren, ist für mich wirklich unbegreiflich. Ist der sattsam bekannte Heydrich wirklich nicht mehr bekannt (Lidice usw.)? Ausgerechnet in Russland, das den höchsten Blutzoll an Menschen im 2. Weltkrieg zu beklagen hatte, gibt es eine Nazibewegung! Die genannten Länder schmachteten unter der Nazi-Okkupation!
Helmut Hornig, Zürich
10/09/07 14:34:08

wrote:
Noch ein anderes paradoxes Detail der Nazigeschichte: Im Nazireich wurden "germanische" norwegische, holländische Widerstandskämpfer und "indogermanische" Franzosen und Polen in die KZs "landverschickt". Zu gleicher Zeit verbündete sich man mit den "fremdrassigen" asiatischen Japanern. Das ging sogar so weit, dass man im Dezember 1941, als der Nazivormarsch vor Moskau zum Stehen kam, zusätzlich ausgerechnet an US-Amerika den Krieg erklärte. Man gab sich dadurch solidarisch mit den Japanern nach Pearl Harbor. Jedes Kind, das nur ein wenig von Wirtschaftsgeographie versteht, musste ja zugeben, dass ein mitteleuropäisches Binnenland ohne Ressourcen früher oder später gegen die geballte Wirtschaftskraft Kanadas, der USA und der Sowjetunion scheitern würde. Die Nazigeneräle wussten es nicht!
Helmut Hornig
10/11/07 14:16:18

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