Pressekonferenz zur Eröffnung des Jüdischen Museums in München am St.-Jakobs-Platz...

Anlässlich der Eröffnung des Jüdischen Museums in München am St.-Jakobs-Platz am Donnerstag, dem 22.03.2007, fand einen Tag zuvor eine Pressekonferenz im Foyer des Museums statt. Oberbürgermeister Christian Ude sprach vom Dreiklang unterschiedlicher jüdischer und judentumbezogener Einrichtungen - Synagoge, jüdisches Gemeindezentrum und Jüdisches Museum. Das Jüdische Museum soll als Einrichtung, die der Kulturpolitik der Stadt unterliegt, pluralistisch sein – für alle Interessierte geöffnet und mit städtischen Öffnungszeiten. "Diese Vielfalt müssen wir alle miteinander aushalten" betonte Ude. Das Jüdische Museum soll "ein Haus der Anregung" sein, "Anregungen und Informationen sollen die intellektuelle Neugier wecken". Es soll kein Museum sein, das abgeschlossene Geschichte präsentiert.

In der Einganshalle des Museums befindet sich ein Buchladen, eine neue Filiale der "Literaturhandlung" von Rachel Salamander. Die renommierte Münchener Fachbuchhandlung für Literatur zum Judentum führt neben Büchern zur jüdischen Geschichte und Kultur, auch Musik- und HörCD’s, DVD’s, Post- und Kunstkarten, Schmuck- und Ritualgegenstände. Auch alle Publikationen des Jüdischen Museums werden hier bereitgelegt.

"Gradmesser des Erfolges" der Einrichtung sei für ihn der Verkaufserfolg der Buchhandlung, meinte Bernhard Purin, der Direktor des Museums. Wenn jemand das Museum besucht habe und dann Lust bekomme, dazu noch ein Buch zu lesen, sei das Ziel erreicht. Purin ist seit 2003 Gründungsdirektor des Jüdischen Museums.

Bereits vor 80 Jahren, im Jahre 1928, zeigten einige Münchner Bürger Interesse an der jüdischen Geschichte und Kultur. Sie wollten in München ein jüdisches Museum errichten. Knapp 20 Jahre nach dem Holocaust hat der langjährige Präsident der IKG München Hans Lamm diese Idee aufgegriffen. Aber er konnte sie nicht verwirklichen. In den 80er Jahren hat der Galerist Richard Grimm in der Maximilianstraße ein privates Jüdisches Museum eröffnet. Das war ein Raum, gerade mal 28 Quadratmeter groß. Nach zehn Jahren wurde das Museum aus finanziellen Gründen aufgelöst. Danach hat die IKG München die Sammlung aufgenommen und in der Reichenbachstraße 27 ausgestellt. Dort wurde das Museum von Grimm bis 2001 geleitet.

Nun aber war das jüdische Museum eine städtische Einrichtung. Das Münchner Stadtmuseum hat in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv in diesen Räumen verschiedene Ausstellungen und Veranstaltungen organisiert. Die Pläne der IKG München, ihre neue Hauptsynagoge und das Gemeindezentrum am St.-Jakobs-Platz zu errichten, eröffneten schließlich die reale Chance auf Verwirklichung des langjährigen städtischen Projektes – ein neues jüdisches Museum zu begründen.

"Das Jüdische Museum München ist somit ein Museum, das bereits vor der Eröffnung auf eine lange Vorgeschichte zurückblicken kann. Eine systematische Sammlung existiert dennoch nicht. Die Sammlungsbestände zur jüdischen Geschichte sind fragmentarisch und Objektneuzugänge waren von Zufällen bestimmt. Das Jüdische Museum reagiert auf diesen Sachverhalt mit temporären und sich wandelnden Ausstellungen. Das Museum wird zum flexiblen und aktiven Begegnungsort in Auseinandersetzung mit verschiedenen Inhalten.“
www.juedisches-museum.muenchen.de

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Bernhard Purin, Direktor des Jüdischen Museums mit
Münchens Oberbürgermeister Christian Ude

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Blick aus der Literaturhandlung auf den St.-Jakobs-Platz