Azad Abramov absolviert seit einigen Monaten ein journalistisches Praktikum bei haGalil-online. Er berichtet über Veranstaltungen in München, übersetzt Texte von Deutsch auf Russisch und von Russisch auf Deutsch, führt Interviews mit prominenten Persönlichkeiten und schreibt Hörbuchrezensionen...

Azad Abramov wurde am 1. Dezember 1963 in Baku, der Hauptstadt der Aserbaidschanischen Republik, als Sohn einer jüdischen Familie geboren. Er besitzt die aserbaidschanische Staatsangehörigkeit. Sein Vater lehrte als Professor sozialökonomische Geographie an der Aserbaidschanischen Staatlichen Universität.

Als Kind erblindet, besuchte er von 1970 bis 1981 die allgemeine Bildungsschule für Blinde und Sehbehinderte in Baku und Moskau. Abramov studierte von 1981 bis 1986 Geschichtswissenschaften in Baku und schloss mit einem Diplom ab.

In den Jahren 1986-89 arbeitete Abramov als Geschichtslehrer in der russischen und der aserbaidschanischen Abteilung an der allgemeinen Bildungsschule für Blinde und Sehbehinderte in Baku. Von 1989 bis 1992 war Abramov Doktorand, 1993 erfolgte die Promotion mit einem Thema aus der aserbaidschanischen Wirtschaftsgeschichte.

Vor der Umsiedlung mit seiner Familie nach Deutschland (1999) war Abramov als wissenschaftlicher Mitarbeiter im aserbaidschanischen Geschichtsmuseum in Baku tätig.

In Deutschland erlernte Abramov die deutsche Sprache im Berufsförderungswerk Würzburg (BFW)und erwarb PC-Kenntnisse. Das Werk ist eine Bildungseinrichtung für blinde und sehbehinderte Menschen, die dort in den verschiedensten Berufen aus- und weitergebildet werden. Fester Bestandteil der jeweiligen Maßnahme ist ein sechsmonatiges Praktikum in einem Unternehmen am ersten Arbeitsmarkt.

Mit Unterstützung einer Dozentin des BFW, die selbst über langjährige Erfahrungen als Journalistin für überregionale Medien verfügt, absolviert Abramov seit Mitte 2006 ein journalistisches Praktikum bei haGalil-online. Er berichtet über Veranstaltungen in München, übersetzt Texte von Deutsch auf Russisch und von Russisch auf Deutsch, führt Interviews mit prominenten Persönlichkeiten und schreibt Hörbuchrezensionen. Neben Deutsch und Russisch spricht er auch Englisch und Türkisch.

Sein besonderes Interesse gilt der jüdischen Kultur und Geschichte: Als Mitglied der Israelitischen Kultusgemeinde München unterstützt Abramov seine Landsleute aus den GUS-Staaten als ehrenamtlicher Dolmetscher. 2005 besuchte Abramov als Gasthörer die Vorlesungen des Lehrstuhls für jüdische Geschichte und Kultur an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er hofft auf eine feste berufliche Tätigkeit dem Gebiet Kultur und Geschichte.