12. November. Sonntag. München. Am Jakobsplatz. Am frühen Nachmittag. Wir treffen eine lange Schlange von Menschen, die versuchen die Sicherheitskräfte zu passieren. Mit Mühe haben wir es geschafft. Die Räume der neuen Synagoge »Ohel Jakob« (»Zelt Jakobs«) waren überfüllt.

Azad Abramov

Das Programm des „Tags der Begegung“ bot den Besuchern viele interessante Veranstaltungen:

die Besichtigung der neuen Synagoge und die Erinnerung an die damalige Synagoge und an das damalige jüdische Gemeindezentrums,

eine jüdische Mini-Dult;
eine Dokumentation über jüdisches Leben in München;
Programme für Kinder und Jugendliche
Maccabi-Torwand-Schießen,

ein Musik-Cafe mit Auftritten von
Joram Ronel am Piano, der Liedermacherin Susanne Weinhöppel an der Harfe und der Sängerin Nirit Sommerfeld und viele andere Künstler.

Jeweils zur vollen Stunde stellten sich Prominente für ein Blitz-Gespräch zur Verfügung.

Um 12 Uhr. sprachen Dr. h. c. Max Mannheimer und Schwester Elja, Überlebende des Holocaust.

Um 13 Uhr, haben sich Professor Michael Brenner – Leiter der Abteilung für Jüdische Geschichte und Kultur an der Ludwig-Maximilian-Universität München und Hauptrabbiner von München Steven Langnas jeweils mit ihrer Biografie vorgestellt.

Wir haben die Biografien von beiden gehört und ihre Meinungen über das jüdisches Leben in München in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Später erläuterte die Architektin Rena Wandel-Höfer ihren Entwurf der Hauptsynagoge Ohel Jakob. Sie begründete, dass die Synagoge keine Fenster hat, weil der alte zerstörte Tempel in Jerusalem auch keine Fenster hatte und daher die Decke der neuen Synagoge aus Glas gebaut wurde. Die Steine der Außenfassade erinnern an die Klagemauer.

Bei dieser Veranstaltung waren auch die Präsidentin der Israelitischen Gemeinde München und Vorsitzende des Zentralrats der jüdischen Gemeinden Deutschlands, Charlotte Knobloch und der Oberbürgermeister von München, Chistian Ude anwesend.

Wir haben einige russischsprachige jüdische Gemeindemitglieder getroffen, und sie haben uns ihre Unzufriedenheit geäußert, weil die ganze Veranstaltung auf Deutsch gehalten wurde. Man traf überall auf Imbissbuden und Büchertische, deren Verkäufer auch alle nur Deutsch sprachen. Die jüdische Gemeinde München zählt ca. 10.000 Mitglieder und 50% von ihnen sind die Zuwanderer aus der ehemaligen UDSSR.

Wie wir von den Veranstaltern erfahren haben, waren an diesem Tag etwa 20.000 Besucher auf dem Jakobsplatz.