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Bielefeld: Aufstand um ehemaliges Kirchengebäude

Seit sieben Wochen wird in Bielefeld ein denkwürdiges Schauspiel gegeben. Deutsche Christen proben den heiligen Aufstand. Sie verschanzen sich in einer ehemaligen evangelischen Kirche (Paul Gerhardt), um die Kirchenleitung zu erpressen, ihren Beschluss zu widerrufen, das Gebäude an die jüdische Gemeinde Bielefeld zu verkaufen...

Von Heinz Gess

Zu den Besetzern gehören sogenannte respektable Personen mit Rang und Namen in Bielefeld gehören. Darunter ein höherer Richter des Landgerichtes in Bielefeld, ferner der in Bielefeld bekannte WDR-Redakteur Eitel Riefenstahl und schließlich der Kirchenmeister der ehemaligen Kirche.

Der Protest der Kirchenbesetzer zeugt von einer autoritären, konformistischen Gesinnung. Das wird deutlich an dem Spott, mit dem sie auf die Strafanzeige der Immobilienbesitzer reagierten: "Toll, jetzt trauen sie sich wenigstens etwas", posaunten sie hinaus und wollten damit sagen: "Seht her wie mutig wir doch sind." Noch deutlicher wird diese Gesinnung aber an dem Kommentar der Besetzerclique, nachdem Präses Buß ihnen beigesprungen war. Ihr Kommentar: "Das war jetzt das Machtwort". So wünscht sich der autoritäre deutsche Biedermann die Reaktion auf die Krise. Er steht mit Gott und den Meinungsmachern von der "Volksaufklärung" im Bunde gegen die "feigen" demokratischen Gremien und Quasselbuden, die es mit der jüdischen Gemeinde halten, und verlangt nach dem "Machtwort" des Führers zu Gunsten der Authentischen. Die Presse feiert derweil diese prächtigen Rumpelstilzchen als deutsche Helden und nutzt die Gelegenheit, die Bielefelder Volksgemeinschaft aufständischer Spießbürger zu schmieden. Die nicht dazugehören, sind die wenigen, hilflosen Juden.

Die Besetzer setzen sich in Szene, als hätten sie die christliche Pflicht, gegen das vom Mammon beherrschte Reich des äußeren Menschen das authentische christliche Selbst gegen alle Anfechtungen zu verteidigen. "Man soll Gott mehr gehorchen als den Menschen" tönt es laut aus der Verschanzung. Der das sagt, ist der ehemalige Kirchenmeister, der noch im April 2005, also bevor die jüdische Kultusgemeinde als Kaufinteressent in Erscheinung getreten war, die grundsätzliche Bereitschaft erklärt hatte, das Gebäude zu veräußern. Er nahm seine grundsätzliche Bereitschaft erst zurück, nachdem die jüdische Gemeinde als Kaufinteressent in Erscheinung getreten war. Offenbar haben die Besetzer völlig vergessen, dass Gott nach christlicher Auffassung das lebendige Band zwischen allen Menschen dieser Erde ist, das keinen ausschließt, auch die Juden nicht.

Jene, die den Entschluss tragen, das Gebäude an die jüdische Kultusgemeinde zu verkaufen, heben dagegen ausdrücklich hervor, dass mit der Entscheidung "der besonderen Verbundenheit des Christentums mit dem Judentum (…) Ausdruck verliehen werden soll." Das ist nach der fünfhundertjährigen Geschichte lutherisch-evangelischen Judenhasses sehr begrüßenswert. Denn seit den Zeiten des Gründers der lutherisch-evangelischen Kirche wurde eben diese Verbundenheit grundsätzlich verleugnet und im Judentum nur die durch das Christentum überwundene Antithese zum Judentum oder der gegen das Heil verstockte Abergeist gesehen. Weil die deutschen Christen von diesem Aberglauben und dem tiefen Ressentiment gegen die Juden bis ins Innerste beherrscht waren, konnten sie sich 1938 so tatkräftig an dem Pogrom gegen die Juden beteiligen, in dem die große Bielefelder Synagoge in Flammen aufging. Nun endlich soll mit dieser hasserfüllten Theologie gebrochen werden, soll mit dem Verkauf des P-G-Gebäudes an die jüdische Gemeinde ein theologischer und praktischer Neuanfang gemacht werden.

Aber die Besetzer und die sie massiv unterstützende örtliche Presse machen das auf rabiate Weise zunichte. Das macht deutlich, dass den Tätern ihr Besitzstand, der ihnen nach der Vernichtung der Juden durch die Deutschen "zugewachsen" ist, sehr viel wichtiger ist, als dass die Juden, die nach ihrer Ausrottung in Bielefeld keine Chance hatten, an den neu entstehenden Strukturen zu partizipieren, endlich eine Chance bekommen.

Die Besetzer bestreiten vehement, dass ihr Kampf etwas mit christlichem Antijudaismus zu tun hat. Gleichwohl muss die Frage erlaubt sein, warum sie sich dann in der Aktion auf "ihren Gott" berufen und sich als "Verteidiger des Glaubens" aufspielen und sie die Chance, die sich ihnen bietet, neu zu beginnen und die Verbundenheit zwischen Juden und Christen theoretisch und praktisch herzustellen, nicht nur nicht aufgreifen, sondern systematisch destruieren. Das kann nichts Gutes verheißen. Denn was sonst will die Kirchleitung mit der Betonung der besonderen Verbundenheit von Christen und Juden in Erinnerung bringen als das lange verleugnete Wissen darum, dass Juden und Christen Kinder desselben Gottes sind, die zu demselben Gott beten. Ist damit nicht alles Wesentliche über den Unterschied von Juden und Christen gesagt? Was Juden und Christen unterscheidet, kann danach nicht sein, dass die einen die Antithese zum anderen sind. Also geht es hier nicht darum, den Glauben verteidigen und Gott gehorchen zu müssen. Was Juden und Christen unterscheidet, ist lediglich das unterschiedliche Bild, das sie sich von demselben Gott machen, und das fällt ganz sicher auch deshalb verschieden aus, weil Christen und Juden eine sehr unterschiedliche Geschichte haben, die - seit das Christentum in jenem Rom, das Jesus ermorden ließ, Staatsreligion wurde - im wesentlichen dadurch bestimmt wurde, dass Christen Juden als mit dem gottgewollten Sein Nichtidentische verfolgten. Das Bild aber oder der Begriff, den man sich von Gott macht - auch das wissen die Christen und die Juden, die es schon länger wissen - ist immer falsch. Denn Gott ist der begrifflich nicht Fassbare, nicht Identifizierbare, nicht dingfest Machbare. Deshalb lehrt bereits das antike Judentum von Beginn an: "Du soll Dir kein Bild machen". Das heißt, dass alles Reden über und von Gott stets in dem begleitenden Bewusstsein geschehen muss, dass alle Worte hypothetisch, vorläufig, fragmentarisch sind, und jeder Begriff falsch und verwerflich ist, wenn man ihn fixiert und durch die Fixierung als Ab- und Ausgrenzungsmittel gegen andere Menschen, als Feinderklärung benutzt.

Dass die Aktion der Besetzer schlafende Hunde weckt, lässt sich an der ideologischen Form erkennen, die sie ihrem Protest geben. Es ist die der Ursprungsideologie. Deren biologistisch-naturalistische Variante war die Blut-, Boden- und Rassenideologie der Nazis. Diese Form ist heute diskreditiert. Aber in anderen Formen, denen ich hier nicht nachgehen kann, ist sie wieder auferstanden und zum vorherrschenden Bewusstsein geworden. Was die Kirchenbesetzer vortragen, ist platteste Ursprungsideologie. Der Kern ihres ungerechtfertigten Besitzanspruches ist die Forderung: was einmal unser Kirchengebäude war, muss immer unser Kirchengebäude bleiben. Es darf nicht von Andersgläubigen eingenommen werden. Auf diesem Boden herrscht das Christentum auf immer. Denn was vom Christentum besetzt worden ist, hat zu seinem wahren Ursprung (zurück-) gefunden. Deswegen gilt jeder Verlust des einmal Besessenen diesen Gläubigen als Sakrileg. Die Besetzer exekutieren damit jenen Quälgeist, von dem die Welt zu befreien wäre. Er – nicht diese oder jene Form - ist schlechthin das Übel. Zurzeit wütet er weltweit als muslimischer Quälgeist. Aber es ist noch gar nicht lange her, da wütete er als deutsch-christlicher und heidnisch-rassistischer Quälgeist. Die Kirchenleitung zeigt mit ihrem Beschluss, dass sie über diesen Quälgeist hinausgekommen ist. Sie will ein lokales Zeichen der Versöhnung setzen, das signalisiert, worauf es ankommt, nämlich dass Menschen in ihrer Verschiedenheit miteinander kommunizieren und Gesellschaft machen könne, ohne aus ihrer Verschiedenheit Besitz- und Herrschaftsansprüche gegeneinander abzuleiten. Dem steht die Besetzung des Gebäudes durch Menschen, die partout am alten Trott festhalten wollen, entgegen.

Die Besetzer inszenieren sich als diejenigen, die "funktionierende Strukturen" verteidigen wollen. Tatsächlich aber "funktionierten" die Strukturen schon lange nicht mehr, sondern die P-G-Gemeinde dämmert seit langem im stetigen Niedergang dahin. Die Rede von den "funktionierenden Strukturen" täuscht über die unangenehme Wahrheit hinweg. Sie ist bloße Rationalisierung. Die Rationalisierung hat zugleich eine ideologische Funktion. Besetzer und örtliche Organe der "Volksaufklärung" setzen darauf, dass sich mit der Beschwörung gewachsener Strukturen diejenigen Assoziationen wie von selbst einstellen, die mit dem hierzulande vorherrschenden kulturellen Code damit verbunden sind. Ursprung und Gewachsenes sind hierzulande assoziativ gekoppelt mit "lebendig", "natürlich", "organisch" "verwurzelt", "echt", "konkret". Der Gegenpol dazu wird assoziiert mit "tot", "unnatürlich",, "wurzellos", "entfremdet", "unecht und "abstrakt". Die Assoziationen müssen nicht ausgesprochen werden. Sie werden, indem die passenden Reizworte vorgegeben werden, ganz von selbst geweckt. Das gilt in ganz besonderem Masse, wenn auf dem gegenüberliegenden Pol, der Seite, die abgewehrt werden soll, "der Jude" oder "Israel" steht. Denn die Juden galten in der ganzen Geschichte der deutschen Ideologie durchgängig als der antithetische Gegenpol des Gewachsenen, also als das "Tote", "Unnatürliche", "Künstliche", "Wurzellose", "Entfremdete", "Abstrakte", "Gemeinschaftszersetzende". Alle diese Assoziationen sind extrem negativ besetzt. Die dementsprechende Affektstruktur stellt sich bewusstlos her, wenn die Situation nach diesem Muster antithetisch konstruiert wird, d.h. die eine Seite als die der aufrichtigen Leute dargestellt wird, die "mit eigener Hände Arbeit" Strukturen haben "wachsen lassen" und für die Erhaltung der Strukturen "Opfer" und Versagungen auf sich nehmen, und dort die Juden, die finanzielle Zuschüsse bekommen, um sich das besetzte Gebäude "ohne Arbeit" aneignen zu können. Schon laufen die Assoziationen wie von selbst, und Sympathie und Antipathie sind passend verteilt. Nach diesem Muster agitiert jeder Demagoge. Die Bielefelder Presse spielt dieses demagogische Spiel vorbehaltlos mit.

Wie keine andere Partei versucht die FDP die Situation für sich zu nutzen und auf Stimmenfang zu gehen. Sie trat wie gewöhnlich für den "vermittelnden" Dialog mit den Besetzern ein. weil diese doch ein "echtes Anliegen" hätten, dem man entgegenkommen müsse. Schließlich brachte sie gar den Gedanken ins Spiel, die öffentlichen Zuschüsse, die die jüdische Gemeinde für den nötigen Umbau des Gebäudes zur Synagoge beantragt hatte, angesichts des ‚öffentlichen Widerstandes’ gegen den Umbau nicht zu bewilligen, und ließ als Begründung dafür vortragen, es ginge doch auch "um die Veränderung des Stadtbildes". Ist es zu fassen! Der Umbau des Gebäudes zu einer Synagoge soll das Stadtbild verunstalten und die widerrechtliche Aktion der Nötigung zu Lasten der jüdischen Minderheit soll damit belohnt werden, dass die Besetzer zu "engagierten Kirchenmitgliedern", "die ein echtes Anliegen haben", geadelt werden. Dass die Besetzer "Engagement" und "ein Anliegen" haben mag ja richtig sein. Wer hätte das nicht? Aber wieso ist Engagement als solches schon positiv? Es kommt doch wohl darauf an, welches Anliegen die "Engagierten" haben und in welcher Form und gegen wen sie es durchsetzen? Und in dieser Hinsicht sieht es mit dem Engagement der Besetzerclique aus der Mitte der Gesellschaft keineswegs gut aus. Dasselbe gilt auch für den Vorschlag des MdB von der FDP, der jüdischen Gemeinde die Zuschüsse für den Umbau der Synagoge nicht zu bewilligen. Denn nicht nur, dass die jüdische Gemeinde nie materiell entschädigt wurde für das, was ihr geraubt wurde, sie soll nun auch noch um ihre berechtigten Zuschüsse geprellt werden, nur weil die Besetzerclique es so will, die StaA ihre widerrechtlichen Aktionen duldet und die Presse "Hurra" schreit.

So schlimm wie das demagogische Spiel mit dem Ressentiment, so schlimm ist auch die Äußerung des MdB, die Räumung des Gebäudes durch die Polizei wäre "der absolute Supergau". Dass die StaA der rechtswidrigen Aktion ein Ende bereitet, soll "der absolute Supergau" sein, und dass die jüdische Gemeinde durch eine rechtswidrigen Akt daran gehindert wird, ein Gebäude zu kaufen, der Rechtsbruch also, soll das Reguläre und Normale sein? Das Skandalöse dieser Äußerung ist offensichtlich. Der Fisch stinkt vom Kopfe her. Der Gau ist eingetreten. Aber er ist kein explosionsartiger Vorgang. Die Radioaktivität tritt schleichend hervor. Der schleichende Gau liegt in der Untätigkeit der StaA, die mit den bürgerlichen Besetzern sympathisiert, in der Untätigkeit der Kommunalpolitiker und der Stadtverwaltung, und vor allem in der üblen Stimmungsmache der örtlichen Presse. Alle wirken zusammen, um dem Bürger klar zu machen, dass die "unabhängige" Staatsanwaltschaft, die Presse und das Racket aus der Mitte der Gesellschaft Teil eines zusammengehörigen Ganzen sind. Das wird nicht ausdrücklich gesagt, sondern durch die koordinierte, stumme Aktion von Staatsanwaltschaft, Politik, Verwaltung und durch die Begleitpropaganda der Presse deutlich gemacht. Die "freundlichen" Vermittlungsangebote der FDP sind dabei die gute Miene zum bösen Zusammenspiel.

Herauskommen soll, dass die Besetzer ihren "gewachsenen Besitz" gegen die Juden verteidigen, den heiligen Krieg im Bund mit Gott und Vaterstadt gewinnen, niemand gegen sie einschreitet,, schließlich der Führer in Gestalt von Präses Buß "das Machtwort" spricht – und die Presse den Sieg über die Unvernunft als deutsch-christliche Heldentat feiert. Dann wissen alle, wie es im Ernstfall mit der Staatsmacht, der Unabhängigkeit der Justiz und den Medien bestellt ist. Sie werden im Stillen ihre Konsequenzen ziehen und der rebellische Konformismus wird noch unbändiger werden: "Du bist Deutschland".

www.kritiknetz.de

Category: General
Posted 05/29/07 by: admin



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Comments

wrote:
Zitat: "Weil die deutschen Christen von diesem Aberglauben und dem tiefen Ressentiment gegen die Juden bis ins Innerste beherrscht waren, konnten sie sich 1938 so tatkräftig an dem Pogrom gegen die Juden beteiligen, in dem die große Bielefelder Synagoge in Flammen aufging. Nun endlich soll mit dieser hasserfüllten Theologie gebrochen werden, soll mit dem Verkauf des P-G-Gebäudes an die jüdische Gemeinde ein theologischer und praktischer Neuanfang gemacht werden." Zitat Ende.

Schwachsinn. Die Kirche verkauft nicht, weil sie geläutert ist. Sie verkauft, weil sie klamm ist. Was sollen solche Überhöhungen?

wir brauchen über die Motive nicht zu reden, die die Kirchenbesetzer treiben - da bin ich mir mit dem Auor weitgehend einig. Aber symbolische Überhöhungen bringen nichts. Übrigens ist der "Widerstand" gegen Moschee-Bauten nicht weniger intensiv. Und meines Ercahtens identisch motiviert
05/30/07 01:03:20

wrote:
ergänzend, da ich missverständnisse gewohnt bin: nein, ich kritisiere nicht "die juden". ("die juden" schonmal sowieso nicht) ich kritisiere die selbstdarstellung der ev.luth.kirche:
http://www.kirche-bielefeld...
da ist vieles unterscheibenswerte drin...aber uns die veräusserung als - zitat - "Element der Wiedergiutmachung" zu verkaufen, das ist wohl doch n büschn doll....
05/30/07 01:16:10

wrote:
Ein wenig kuerzer hier:

"Kirchenleitung weist nachträgliche Einwände gegen Gemeindevereinigung zurück
http://www.kirche-bielefeld...
Paul-Gerhardt: Beschwerde ist unbegründet

Einer der Beschwerdeführer, Hermann E. Geller, hatte als Mitglied des damaligen Presbyteriums der Paul-Gerhardt-Gemeinde im Oktober 2004 selbst den Beschlussvorschlag für die Fusion eingebracht. Er gehörte anschließend zum Bevollmächtigtenausschuss der vereinigten Gemeinde. Erst nach dem Beschluss, mit der Jüdischen Kultusgemeinde in Verkaufsverhandlungen über die Paul-Gerhardt-Kirche einzutreten, legte er sein Amt als Bevollmächtigter nieder.

Die Kirchenleitung hat die Einwände im Einzelnen zurückgewiesen:
Die kirchenrechtlich vorgesehenen Anhörungen der Gemeindeglieder haben stattgefunden. „Gemeindeversammlungen sind probates Mittel der Anhörung der Gemeindeglieder“, lautet die Antwort.
Die früheren Presbyter, die nach der Vereinigung den Bevollmächtigtenausschuss bildeten, waren berechtigt, den Verkauf der Kirche zu beschließen: Die Bevollmächtigten nehmen die Aufgaben des Presbyteriums bis zur nächsten regulären Wahl laut Kirchenordnung uneingeschränkt wahr.
Das Presbyterium hat laut Kirchenordnung die Pflicht, „die Zahl und die Zeiten der Gottesdienste in Verantwortung für das gottesdienstliche Leben der Kirchengemeinde festzusetzen“. Genau das hat der Bevollmächtigtenausschuss im Januar mit dem Beschluss getan, die Gottesdienste ab 25. März in der Neustädter Marienkirche zusammenzuführen, also künftig in der Paul-Gerhardt-Kirche die Gottesdienste einzustellen. Der Kreissynodalvorstand hat dem am 1. März zugestimmt. So schreibt es die Kirchenordnung vor, auf die sich die drei Beschwerdeführer immer wieder berufen." (Ende).
05/30/07 09:56:03

wrote:
Wie schmeckt das Bier in der Bielefelder Martini-Kirche?

"Auf ein Käffchen in die Kirche

http://www.wdr.de/themen/ku...

Gotteshaus in Bielefeld wurde umfunktioniert

Von Markus Rinke

Abreißen oder anders nutzen: In Bielefeld ist eine evangelische Gemeinde einen ganz besonderen Weg gegangen. Aus der Martini-Kirche wird eine Kneipe. ... "
05/30/07 10:26:31

wrote:
Gleich wieder mit Blut-und Boden-Ideologie und Nazi-Anspielungen zu argumentieren halte ich für total daneben. So wie es engagierte Juden gibt, so gibt es auch engagierte Christen. Hier geht es nicht um Judenhass oder christliche Arroganz, sondern vor allem um evangelische Christen, die sich gegen ihre Amtskirche zur Wehr setzen.

Zitate aus:http://paul-gerhardt-kirche-bielefeld.de/

"Erst vor einigen Jahren war man in Bielefeld bereit, eine evangelische Kirche, die Georgenkirche am Botanischen Garten, in der Nähe des jüdischen Friedhofs, der jüdischen Gemeinde zur Nutzung als Synagoge zur Verfügung zu stellen. Es handelte sich um eine Kirche, deren Pfarrstelle aufgehoben war und in der schon keine Gottesdienste mehr gehalten wurden. Damals kam diese Lösung nicht zustande, weil die jüdische Kultusgemeinde ihre Kaufabsicht zurückzog."

"Auch erklärte man sich bereit, das Gründstück neben der Kirche für den Neubau einer Synagoge zur Verfügung zu stellen, der nicht mehr kosten würde, als jetzt für den Umbau veranschlagt wurde."

"Ernstzunehmende Teile der jüdischen Bevölkerung Bielefelds würden einer solchen Lösung entschieden den Vorrang geben und haben sich öffentlich gegen die Umwandlung der Paul-Gerhardt-Kirche in eine Synagoge ausgesprochen."
05/30/07 10:32:15

wrote:
Also, ich wünschte mir deutlich weniger Ironie bzw. Sarkasmus, damit sich der Leser erstmal in den Sachverhalt einlesen kann. Auch ist es nicht nachvollziehbar, Christen (ich bin nicht evangelisch oder katholisch) mittels ihres "Verhältnisses zu ihrem Gott" zu diskreditieren, weil das leicht einen Zirkelschluß mündet. Davon - und wie Christen ihren Glauben zu verstehen haben - verstehen Nichtchristen ebensowenig wie Christen und andere Denker die scharfe Trennung von Milchigem und Fleischigem verstehen.
Ich lese gern auf hagalil, aber die bissigen Kommentare sind so schwammig für die Leser.
05/30/07 13:04:36

wrote:
Nachdem ich bei idea absolut nichts dazu im Internet finden konnte,
hier eine Episoden-Handlung:
http://sparrenblog.twoday.n...

Kirche ist ja kein Gebaeude, sondern eine Ansammlung von Menschen. Wenn Menschen nicht mehr schaffen, die finanziellen Belastungen zu tragen, muessen Alternativen her.
Warum keine Zusammenlegungen?
Wieso keine Doppeltnutzung?

Ob Antisemitismus ueberhaupt eine Rolle spielt, kann ich nicht sagen....
dafuer ist mir Bielefeld absolut unbekannt.
Nicht alles, was Juden nicht gefaellt, ist Antisemitismus...
und nicht alles, was Deutschen nicht gefaellt, ist Antisemitismus.
Es gibt auch Aktionen, welche damit nichts zu tun haben.
Kein Deutscher ist verpflichtet, alles zu bejahen oder als Leitlinie zu nehmen, was Juden sagen, tun, denken.
Dafuer ist das Judentum zu breit gefaechert und sogar Juden haben Differenzen miteinander.

Wie gesagt ich bin nicht (nicht mehr)
bis auf eine kurzzeitige Episode...
evangelisch.
Dafuer habe ich evangelische Geschwister und die "Machtkaempfe" sind enorm! ((dazu braucht es keine Worte))
05/30/07 13:05:25

wrote:
Schulz wrote:

"..."

Mein Kommentar: Ani klal lo mehwin! (Und das ist auch gut so!)
05/30/07 19:32:32

wrote:
Ani lo gam. He lo chaschuw. ;))
05/30/07 22:24:43

wrote:
@ Yael
;)
05/30/07 22:35:28

wrote:
Herr Heinz Gess: Sie haben diesen Artikel bereits am 1. Mai entworfen?
Erstaunlich, dass man bisher so wenig oder nichts aus Bielefeld hoerte... .

Dieser Artikel ist in der Rubrik "Antisemitismus" richtig plaziert? Man sollte die "Kirche im Dorf lassen" und sich so langsam wieder beruhigen - zumal die beschriebenen Ereignisse mindestens 4 Wochen alt sein koennten.
05/31/07 09:29:18

wrote:
Es geht auch andersherum !
In Görlitz weigert man sich, die Synagoge an die neu gegründete Jüdische Gemeinde zu verkaufen.
Ich wundere mich in Deutschland über gar nichts mehr.
05/31/07 20:58:26

wrote:
In Hannover wurde eine Kirche an die Jüdische Gemeinde übergeben und es hat keinerlei Probleme gegeben.
In Hildesheim ist eine ehemalige Jüdische Schule in Kirchenbesitz, was mir angesichts der Bilder von Kirchenoberen mit Hitlergruß geradezu obszön erscheint.
06/01/07 15:24:13

wrote:
Ma chaschuw?

Der Artikel ist leider wirklich sehr polemisch, die Tatsache an sich hätte darzustellen genügt.
06/04/07 23:25:06

wrote:
Und wie ging dieser Balagan nun aus?
06/22/07 18:26:47

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