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Rot-braune Allianz gegen Gregor Gysi

Der 1. Mai ist bald wieder da. In unseren Breitengraden gibt es wieder mal "breite Bündnisse" und von einer heterogenen Gruppe von Politsekten wird "internationale Solidarität" vorgegaukelt...

Von Karl Pfeifer

Seit Jahrzehnten bauen diese an Dutzenden revolutionären Parteien und von einem 1. Mai bis zum nächsten 1. Mai erhoffen sie sich den Ausbruch der Revolution. Doch die Arbeiterklasse – so liest man es in ihren Texten – hat versagt. Anstatt sich diesen Politsekten anzuschließen, lässt sich diese von den Medien zum Konsum verleiten. Kurz und gut, es ist ein Jammer, die Arbeiterklasse bleibt im falschen Bewusstsein befangen, während doch die Revolutionäre, die im Schweiße ihres Angesichts, immer wieder neue Broschüren produzieren, den rechten Weg vorzeigen.

Wer sich für die Programme solcher Gruppen interessiert, wird bald draufkommen, dass da nicht viel Neues enthalten ist. Es scheint danach ein wahres Wunder zu sein, dass die kommunistischen Staaten – mit der Ausnahme von Kuba und Nordkorea – implodiert sind, dass China die Einparteienherrschaft gut mit dem Kapitalismus vereinbaren kann. All dies beeindruckt diese Politsekten wenig, denn sie wittern wieder mal Morgenluft, gibt es da nicht in Venezuela einen ehemaligen Militäroffizier, dem es gelungen ist, extrem rechtes Gedankengut mit den abgedroschenen Ideen der Volksdemokratie zu vermischen.

Natürlich sind sie alle gegen Preissteigerungen und gegen Abbau des Sozialstaates, doch was konkret getan werden müsste, um das zu vermeiden, erfahren wir nicht.

Wofür sie sind, das wissen sie nicht so genau. Doch sie wissen, wer ihren Hass verdient, dass ist "der Imperialismus", die USA, die demokratischen Staaten des Westens und natürlich der "Zionismus" und Israel. Und weil das so ist, sind sie auch bereit, sich mit den reaktionärsten Kräften der islamischen Welt zu verbünden. Sie sind bereit, für Frauenfeindlichkeit, für Frauendiskriminierung, für Homophobie Verständnis aufzubringen. Kein Zufall, dass gerade eine solche Politsekte auch Verständnis für einen arabischen Holocaustleugner aufbrachte. Denn ihre Ideologie basiert ja auf Leugnung der Realität.

Natürlich ist gerade in Mitteleuropa – und nicht nur hier – Antiamerikanismus nicht nur auf Politsekten beschränkt. Es war rührend zu bemerken, wie sich in Wien im Februar 2003 Katholiken, Sozialisten und Politisekten zu einem Aufmarsch für das Weiterbestehen des Saddam-Hussein Regimes engagierten. Da gab es natürlich keine "internationale Solidarität" mit den irakischen Gewerkschaftern und Kommunisten oder gar mit den Kurden, die Opfer dieses Regimes wurden. Und man zeigte auch "antifaschistisches", ein Poster gegen Neonazis, und die vier "Neonazis" in der logischen Reihenfolge in einem Hakenkreuz: Sharon, Bush, Blair und Aznar.

In den siebziger Jahren wurde diese Haltung noch verbrämt, damals hofften die Politsekten auf eine arabische Revolution. Die GRM zum Beispiel illustrierte ihre Haltung durch zwei charakteristische Karikaturen, die sie 1973 in ihrer Zeitschrift Rotfront publizierte. Sie karikieren Golda Meir in bewährter antisemitischer Manier und dann bringen sie einen Davidstern aus Hakenkreuzen. Das blieb bis heute der Stehsatz der Antizionisten, der Vergleich Israel mit der wahnhaften deutsch-österreichischen Volksgemeinschaft. Und ein ehemaliger GRM-ler der Kariere gemacht hat, bedient bis heute gelegentlich diesen sekundären Antisemitismus.

Doch hüten wir uns vor Verallgemeinerungen. Nicht alle Linken haben die Realitätsverweigerung zum höchsten Prinzip erhoben: Da hielt erst Mitte April Gregor Gysi von der deutschen Linkspartei einen Vortrag zum 60. Jahrestag des Staates Israel.

Elf Tage brauchte Werner Pirker, um in der Jungen Welt, dem Zentralorgan der deutschen Nationalbolschewisten dagegen anzuschreiben: "Im Zweifel für Israel / Mit seinem Bekenntnis zum Zionismus hat Gregor Gysi die Koordinaten linker Außenpolitik umgeworfen". Noch war dieser Text von Pirker nicht gedruckt und schon hat ein anderer Österreicher – der "Judenreferent" der Jungen Welt ist auch einer – begeisterte Zustimmung geäußert. Nämlich der zum schiitischen Islam konvertierte Wiener Faschist Robert Schwarzbauer auf seiner Homepage Eiserne Krone unter dem vielsagenden Titel "Der rote Judas Gysi / Werner Pirker zerlegt einen Winkeladvokaten des Zionismus".

Er zitiert seinen Gesinnungsgenossen genüsslich: "Gysi, der die Solidarität mit Israel aus deutschem Verantwortungsbewußtsein gegenüber der Geschichte einfordert, ist gewiß kein »Antideutscher«. Doch auch die antideutsche Attitüde ist in ihrem Wesen nicht antideutsch, sondern antiarabisch. Die sehr deutsche Absicht der Nationalnihilisten besteht darin, deutsche Schuldkomplexe auf die arabisch-islamische Welt abzuwälzen, die »Kameltreiber« für Auschwitz büßen zu lassen." (http://eisernekrone.blogspot.com/2008/04/werner-pirker-zerlegt-einen.html)

Robert Schwarzbauer illustriert auch den Text von Werner Pirker sehr passend mit einem Bild, das die Deutsche Nationalzeitung zu ihrem Artikel "Wie Gysi Deutschland verriet / Die Wahrheit über den roten Judas" brachte:. "Gregor Gysi wurde am 16. Januar 1948 in Berlin geboren. Er sagt: "Väterlicherseits hatte ich eine jüdische Großmutter, mütterlicherseits war mein Urgroßvater Jude." Ganz ursprünglich waren die Vorfahren der Gysi in Nahost beheimatet. Im 17. Jahrhundert tauchte die Sippe (Gregor Gysi: "Ärzte, meist Chirurgen") in der Schweiz auf, bis sich Urururur-Großvater Salomon illegal aus der Eidgenossenschaft aus dem Staub machte und in der Berliner Gegend unterschlüpfte. Die Familie der Mutter (Geburtsname Lessing) war maßgebend in der jüdischen Gemeinde von Sankt Petersburg aktiv. Dort kam die Gysi-Mutter auch zur Welt. Nach 1933 verließen etliche Gysis und Lessings Deutschland."
http://www.national-zeitung.de/Artikel_02/NZ33_2.html

So sieht das die Deutsche Nationalzeitung und damit schließt sich nicht zufällig der Kreis. Denn im Endeffekt entsteht nicht zum ersten Mal eine rot-braune Allianz von Rechtsextremisten mit extrem linken Politsekten.

Anmerkung:
Ich bitte Werner Pirker um Verzeihung, er brauchte keine 11 Tage, um auf Gregor Gysi zu reagieren, sondern lediglich fünf Tage. Das kommt davon, dass ich das nationalbolschewisti Zentralorgan nicht täglich lese. Karl Pfeifer

Category: Querfront
Posted 04/28/08 by: admin



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