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Protest: Peymann, die Mullahs und der Tod

Wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautete, wird das Berliner Ensemble (BE) nach seiner Rückkehr vom Gastspiel in Teheran in der kommenden Woche seinen Besucherinnen und Besuchern die islamische Kultur des Iran auf ganz besondere Weise nahe zu bringen versuchen...

Aufruf zum Protest gegen Claus Peymanns Kollaboration mit dem antisemitischen Terror-Regime im Iran
Kundgebung am Freitag, dem 8. Februar, um 18. 30 Uhr (vor der Premiere von Peymanns Inszenierung von Shakespeares "Richard III.") vor dem Berliner Ensemble, Bertolt-Brecht-Platz 1, Berlin-Mitte

Unbestätigten Meldungen zufolge sollen Besucherinnen und Schauspielerinnen künftig nur noch vollkommen verhüllt das Gebäude am Schiffbauerdamm betreten; an der Garderobe sollen Leih-Tschadors zur Verfügung stehen. Alkohol wird künftig nicht mehr im BE konsumiert werden dürfen. Jede Inszenierung wird auf mögliche politische und künstlerische Implikationen überprüft, die im Widerspruch zur authentischen islamischen Kultur stehen könnten. Homosexuelle Mitarbeiter des BE werden bis auf weiteres beurlaubt, ebenso wie Frauen, die sich nicht verhüllen wollen. Einige eigens eingeflogene Tugendwächter werden auf die Einhaltung der Regeln achten. Etwaige Verstöße werden in der zum Foltergefängnis umgebauten BE-Kantine geahndet, wo ein islamischer Rechtsgelehrter die Urteile fällen wird.
Auf dem Bertolt-Brecht-Platz wird ein Baukran aufgestellt, um Delinquenten zeitnah hängen zu können; Steinigungen finden auf der Baustelle des vormaligen Tränenpalasts statt. Claus Peymann soll gesagt haben: „Das ist eine Geste der Solidarität.“ Gerüchte, nach denen Peymann zur Überprüfung der These, die Deutschen hätten sechs Millionen Juden umgebracht, zu einem Symposium unter der Schirmherrschaft des iranischen Präsidenten Mahmut Ahmadinedjad eingeladen habe, ließen sich unterdessen nicht bestätigen.

Undenkbar? Unvorstellbar?

Ja, noch kann Peymann diesen Traum vom einfachen und gerechten Leben in Deutschland nicht realisieren. Aber immerhin hält er sich mit seinem Ensemble vom 11. bis 14. Februar in Teheran auf, wo all dies Realität ist und auch für ihn und seine Schauspieler Realität sein wird. Und tatsächlich begreift Peymann seine Reise als eine Geste der Solidarität mit dem Iran gegen die Drohungen aus den USA. Was dort geschieht – und von dem alle wissen, dass es dort geschieht –, wird mit dem Hinweis auf eine fremde Kultur entschuldigt, gerechtfertigt, beschönigt, verniedlicht. Je näher man sich aber die fremde Kultur ansieht, desto vertrauter blickt sie zurück. Es ist nicht das Fremde, es ist das Vertraute, das Leute wie Peymann am Iran so fasziniert: Es ist der antisemitische Wahn nach außen, der sich in der Drohung, Israel zu vernichten, und in der militärischen Unterstützung von Terrororganisationen wie Hamas und Hisbollah äußert; es ist der Tugendterror nach innen gegen alle, die nicht so wollen wie die Mullahs, und die Unterwerfung jeder öffentlichen und privaten Regung unters islamische Gesetz. Zehntausende Frauen wurden im vergangenen Sommer allein in Teheran wegen Verstoßes gegen die Kleidervorschriften öffentlich gedemütigt, verprügelt oder eingesperrt. Dass Ahmadinedjad den Krieg gegen den Westen nicht nur ankündigt, sondern über seine Vasallen im Libanon, im Irak und im Gaza-Streifen sowie in der Verfolgung alles vermeintlich Westlichen im eigenen Land schon längst führt, macht ihn für den pathologischen Antiamerikaner Peymann so attraktiv – dieser hat im Gegensatz zu vielen anderen begriffen, dass Ahmadinedjads Drohgebärden alles andere als die Rhetorik eines letztlich harmlosen Spinners sind. Es ist der Hass auf den Westen, der europäische Intellektuelle für die Kultur des Todes empfänglich und sie zu Bündnispartnern von Massenmördern werden lässt.

Nach einer ersten Protestaktion gegen Peymanns Kollaboration mit dem islamfaschistischen Regime in Teheran verlautbarte eine Sprecherin des BE, man wolle sich mit der Opposition solidarisieren. Eine Opposition, die ihre Forderung nach dem Sturz des Regimes öffentlich zum Ausdruck bringen kann, gibt es im Iran jedoch nicht. Hingegen gibt es sehr wohl eine Opposition in der Emigration, auch in Deutschland, die Peymann mit seiner Reise bewusst verrät und die hierzulande auch sonst nicht auf Unterstützung rechnen kann.

Die Mär von der Opposition, die man durch die Reise unterstützen wolle, leugnet den totalitären Charakter des Mullah-Regimes, denn so furchtbar kann es in einem Land nicht sein, wenn es eine Opposition gibt – und zugleich leugnen Peymann und seine Truppe damit die Rolle, mit der sie sich beim iranischen Regime angedient haben und die sie allein schon dadurch erfüllen, dass sie nach Teheran fahren und so tun, als könne es neben einer Kultur der öffentlichen Hinrichtungen und des alltäglichen Tugendterrors schauspielerische Darbietungen geben, die nicht davon berührt würden.

Peymann verweigert sich der Solidarisierung mit den von Folter, Verfolgung und Ermordung bedrohten unangepassten Frauen, Homosexuellen und allen, die sich nicht unterwerfen wollen. Er kollaboriert mit einem Regime, das Juden vernichten will und zum Zweck der nachholenden Perfektionierung von Auschwitz an Atombomben arbeitet. Die im Namen der fremden Kultur geübte Selbstzensur wäre kein Problem, wenn es nur darum ginge, erneut darauf hinzuweisen, dass Peymann und die Angehörigen des BE so dermaßen auf den Hund gekommen sind, wie es der Fall ist. Aber dass sie im Namen des Friedens, der Kunst und der Verständigung Propaganda treiben für den Krieg gegen den Westen, gegen die Freiheit der Kunst und gegen Verständigung auf der Grundlage des Universalismus’ der Aufklärung, dem der Begriff des Theaters entstammt, macht diese Angelegenheit zum Gegenstand unseres Protests: Die Ideologie des Kulturaustauschs auf der Grundlage der islamischen Zensur ist der freiwillige Verrat an der Aufklärung. Es geht nicht um Kunst, es geht um Gewalt, die umso reibungsloser funktionieren kann, wenn in Teheran die sorgsam drapierte Theaterkulisse die Realität verdeckt und in Berlin der Kunstgenuss davon ungestört bleibt.

Die Kampagne STOP THE BOMB – Bündnis gegen das iranische Vernichtungsprogramm wird mittlerweile von über 3.000 Personen unterstützt. UNTERSCHREIBEN UNTER: http://www.stopthebomb.net

Freitag, 8. Februar 2008
Potsdam, 20 Uhr
STOP THE BOMB – Bündnis gegen das iranische Vernichtungsprogramm
Vortrag von Stephan Grigat zum OMV-Geschäft mit dem Iran und zur Gegenkampagne
Solikonzert- und party mit Egotronic u. a.
Spartacus, Schlossstraße 13
http://ak.antifa.net

Stephan Grigat/ Simone Dinah Hartmann (Hg.):
Der Iran – Analyse einer islamischen Diktatur und ihrer europäischen Förderer
Studienverlag, Innsbruck – Bozen – Wien 2008
292 Seiten, 29,90 Euro, ISBN: 978-3-7065-4599-0
Erscheinen: März 2008, Vorbestellungen unter http://www.studienverlag.at/titel.php3?TITNR=4599 oder per Email: order@studienverlag.at

Category: Islamismus
Posted 02/06/08 by: admin



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Comments

wrote:
Blöder Text.

Es ist falsch und ungerecht dem Berliner Ensemble und Herrn Peymann gegenüber.

Natürlich herrscht im Iran eine bösartige Diktatur. Dies ist Herrn Peymann sicher bewußt und bekannt. Aber auch im Iran gibt es kritische Leute, z.B. auch im Theaterbereich, die normaler Weise einen Kopf kürzer gemacht werden, wenn sie sagen, was sie denken.

Allein für diese leute lohnt sich z.B. der Besuch des BE im Iran...

Natürlich wird Achmadinedschad versuchen, das propagandistisch auszuschlachten. Das weiß doch jeder schon vorher. Warum also aufregen? Achmadinedschad ist nicht der Dramaturg vom Berliner Ensemble.

Kulturaustausch ist mit gutem Grund von Sanktionen ausgeschlossen. Wenn der Westen seine Werte und seine Kultur ernst meint, soll er sie anbieten. Auch im Iran. Nur so geht es.

Wie kommen sie zu der behauptung, daß Peymann sich der Solidarisierung mit von Folter, usw. bedrohten Leute verweigert?

"Freiwilliger Verrat an der Aufklärung".. so ein Unsinn.

Die ganze Denkweise ist hysterisch.

Es wäre - um mal ein ganz anderes, vielleicht ja doch irgendwie verwandtes Beispiel zu nehmen - absolut legitim gewesen, wenn zu Zeiten von Stalin (jetzt mal als beispiel) eine westliche Thetaergruppe in Moskau gastiert hätte. Nur die Mc Carthy- Anhänger und - Denkweisen (mit denen Brecht, aber auch andere Exil-Autoren in Amerika viel Scherereien hatte) wären vielleicht dagegen gewesen.

Ich empfehle das Stück: "Die Hexenjagd" (The Crucibles) von Arthur Miller.

Das paßt ganz gut, wo man hier doch so gern in die Fußstapfen von Mc Carthy treten würde.
02/06/08 12:33:18

wrote:
Danke für den Artikel. Sehr gut.
02/06/08 13:03:27

wrote:
Kulturaustausch ja, auf jeden Fall, Unterstützung für den Faschisten Ahmadinedjad auf keinen Fall. Peymann ist viel zu einseitig fixiert, um dies zu schaffen. Leider.
02/06/08 13:45:00

wrote:
Sowas Krankes wie diesen Text bekommt man auch nicht alle Tage zu lesen. Was muss der Verfasser eigentlich für einen abgrundtiefen Hass haben auf die Iraner, dass er sowas schreibt. Selbst Goebbels und Streicher hätten nicht hasserfüllter schreiben können.

Aber verständlich wird angesichts solcher Texte auch mal wieder, warum Hagalil keine öffentlichen Fördergelder mehr erhält. Und das ist ja auch gut so, denn wer einerseits immer gegen Volksverhetzung agitiert wenn sie gegen Juden gerichtet ist, andererseits aber selbst solche rassistischen Volksverhetzungen veröffentlicht wenn sie gegen Iraner gerichtet sind, der betreibt nun mal doppelte Moral und sollte dafür nicht gefördert werden.
02/06/08 13:46:37

wrote:
ich würde sagen: beides ziemlich dämlich, der text und claus peymann. wenn man jemandem vorwirft, sterbensnaiv zu sein, muß einem schon ein ansatzweise sachlicher text aus der feder spritzen.
02/06/08 14:17:59

wrote:
@Siggi

nicht vom ianischen Volk ist die Rede, sondern von deren verbrecherischen Regierung, der man nicht die Aufwartung macht. Lesen will aber gelernt sein.
Peymann hat sich auch schon RAF-Terroristen solidarisiert, daher hat er sich spätestens dann disqualifiziert.

Und Ihren Hass auf Hagalil lassen Sie mal schön außen vor, denn Ahnung, warum es keine Förderung gibt, haben Sie offensichtlich nicht, Ihre dummen angeführten Gründe sagen da schon alles.

Aber warum auch sachlich, wenns auch anders geht, gell?
02/06/08 15:38:30

wrote:
@Yael,
Was wollen Sie da denn noch realtivieren, verharmlosen oedr leugnen? Dieser Text ist pure Volksverhetzung, und das wissen Sie selbst gut genug.

Wie würden Sie denn z.B. reagieren auf ein entsprechendes Pamphlet derselben Machart, das sich in der gleichen Weise mit demselben hasserfüllten Tenor gegen die Juden und das Judentum richtet oder gegen Israel und die israelische Regierung? Dazu bräuchte man in diesem text nur ein paar Begriffe und Namen auszutauschen, und ganz ohne Zweifel würden Sie sowas dann als Judenhass und Antisemitismus bezeichnen.

Es bleibt dabei: Wer es sich zur Aufgabe gemacht hat Rassismus zu bekämpfen, und dabei dann selbst solche volksverhetzenden Texte veröffentlicht und verbreitet, der ist unglaubwürdig, der betreibt doppelte Moral, der sollte keine Fördergelder erhalten.
02/07/08 07:08:38

wrote:
siggi- was wollen Sie denn hier ? Sie werfen haGalil Volksverhetzung vor, plädieren dafür dem größtem jüdischen Onlineportal keine Fördermittel zukommen zu lassen, beleidigen andere User, schreiben im Großen und Ganzen nur geistigen Dünnschiß.....
Suchen Sie sich doch ein anderes Forum; bei Störtebecker ist bestimmt noch ein Platz frei.
02/07/08 12:01:54

wrote:
Siggi, jetzt reicht es aber!!!Wer will mit Atomwaffen Israel vernichten? Wer leugnet Holocaust? Wer unterstützt Hisbollah? Wer mordet Homosexuelle? Wer organisiert Hinrichtungen in der Öffentlichkeit, Wer unterdrückt Frauen? Usw. Du bist ja nur blöd, oder denkunfähig? Fahre halt hin zu deinem Liebling Ahmadinedjad und freue dich. Aus deinen Beiträgen stinkt Antisemitismus, sonst nix.
02/07/08 12:03:28

wrote:
"Wer will mit Atomwaffen Israel vernichten? Wer leugnet Holocaust? Wer unterstützt Hisbollah? Wer mordet Homosexuelle? Wer organisiert Hinrichtungen in der Öffentlichkeit, Wer unterdrückt Frauen? "

Alles richtig. Aber eher ein Grund für das Berliner Ensemble, in den Iran zu fahren, als nicht. NIcht alle menschen dort sind Anhänger dieser irrwitzigen Mullahs und Islamisten. Viele Leute die anders denken (nicht Ahmadinedschad) sind froh, wenn das BE kommt.

Der Textschreiber oben wirkt, kurz gesagt, nicht kompetent.

Ihr Denken, Danubius und Yoschi, ist offenbar zu sehr auf "schwarz-weiß-malerei" eingefahren, als daß man man Ihnen überhaupt noch dikutieren könnte. Oder beschränkt sich Ihr Horizont darauf, Idioten wie "Siggi" mit ungefähr gleich idiotischen Sprüchen zu beschimpfen? Na dann viel Spaß auf der Demo.
02/07/08 12:57:34

wrote:
Anti-fundi, ich habe mich zur Reise des BE in den Iran nicht geäußert. Ich bin der Meinung, dass es in Iran sicher Menschen gibt, welche die Freiheit wollen und die Mullahs und ihren Staatspräsidenten aus vollem Herzen ablehnen.
Deswegen bin ich für den Kulturaustausch und Peymann soll sogar das Arschloch Ahmadinedjad umarmen, bis ihm die Knochen krachen. Wir haben da ein gutes Beispiel. Je mehr die BRD die DDR umarmt hatte, desto schwächer wurde sie.Ich meine die DDR. Dass wir dafür die Ossis bekommen haben ist ja nur ein Kollateralschaden :-)
Sonst ist meine Meinung über die iranische Führung eindeutig. Mal sehen, ob das iranische Volk die Kraft dazu findet die theokratische Diktatur abzuschütteln.
Also lerne bitte zu differenzieren, lieber anti-fundi und das Hirn vor dem Schreiben einschalten.
02/07/08 14:20:21

wrote:
"Dass wir dafür die Ossis bekommen haben ist ja nur ein Kollateralschaden :-)"
Zynisches, dummes Geschwätz. Nicht sehr lustig.
(usw.)
02/07/08 14:47:30

wrote:
Die Opposition geht Peymann doch am Arsch vorbei. Er mag Ahmadinedschad weil dieser den Westen hasst. Deshalb mag er ja auch die RAF - immer noch.
Und wer glaubt mit Kulturaustausch der Opposition im Iran helfen zu können, hat keine Ahnung von den Mechanismen einer Diktatur.Der Iran wird nicht durch seine Bevölkerung repräsentiert, sondern durch Ahmadingsbums und den Wächterrat. Deshalb ist jeder Besuch des Iran eine Huldigung der Diktatur.
02/07/08 15:04:02

rage wrote:
anti-fundi und siggi schreiben, als ob sie "ante" lebten. wir befinden uns aber "post" - also nach der shoah! wie könnt ihr beiden nur die wichtigste parallele bei der argumentation "kulturaustausch - ja!" vergessen?! perfomance im angesicht des grauens.

so wie es Peymann ergangen wäre z.b. im Weimar der NS-zeit:

"Das Theater spielte zur Unterhaltung der SS-Leute im Casino in Buchenwald, und während Franz Léhars "Land des Lächelns" im Großen Haus beklatscht wurde, war der Librettist der Erfolgsoperette, Fritz Löhner-Beda, Häftling im nur wenige Kilometer entfernten Konzentrationslager Buchenwald."

(quelle: http://www.nationaltheater-...

nun ist Brecht schon lange tot und auch gar kein Iraner. andererseits könnte man argumentieren:

wenn einer schon in den Iran zieht, um eine opposition zu unterstützen, dann hätte er sich schon zuvor als unterstützer outen müssen, wollte er glaubhaft erscheinen. bekennt er sich jedoch in aller öffentlichkeit sei's zur inner-, sei's zur außeriranischen opposition, kann er und seine truppe nicht einreisen.

somit stellt sich (mir) die frage: was hat Peymann (der "papst des deutschen theaters") und das (von Brecht selbst gegründete) Berliner Ensemble (BE) mit dem Iran bzw. mit der wo auch immer sich befindlichen iranischen opposition zu tun?

zum einen: er und das BE gastieren nicht zum ersten mal in Teheran. bereits im januar 2002 - vier monate nach dem 11. september - führten sie dort Shakespeares "Richard II." auf.

zum anderen gibt es seit der schließung des Teheraner Goethe-Instituts 1987 eine bewährte deutsch-iranische kultur- und theater-connection - nachzulesen in einem artikel von Dorothea Marcus auf den seiten der IFA (Institut f. Auslandsbeziehungen):
http://cms.ifa.de/publikati...

nett und nobel.

die eigentliche frage, die hier erörtert werden muß, lautet:

wie steht Peymann und sein Berliner Ensemble zu Israel und deren existenzrecht?

und da gab Peymann schon vor langer zeit (1988) klare auskunft:

"Ich arbeite aus dem Schreckerlebnis heraus, daß israelische Soldaten vor laufenden Kameras Palästinensern die Arme brechen. Das habe ich ständig vor Augen. Mit diesem Entsetzen gehe ich auf die Probe(...)"

quelle: http://www.a-e-m-gmbh.com/a...

es beflügelt ihn, sagte Peymann. wie bitte? ja, es beflügelt ihn. denn in seiner verqueren weltsicht, ist es seine aufgabe, die aufgabe eines theatermenschen, da gegenzusteuern mit seiner kulturarbeit

allerdings hat Peymann zwanzig jahre später sein unmittelbar danach geäußertes kämpferisches statement "vergessen", vielleicht auch nur "umgedacht". nämlich:

"Das Theater hat sich immer als staatsfeindlich und menschenfreundlich empfunden. Wir machen die Mächtigen lächerlich. Wir ziehen ihnen die Hosen aus."
(ibid.)

folglich kauft Peymann sich nen tschador...

rage
02/07/08 15:11:09

wrote:
@ Rage.

Sie fragen: "Wie steht Peymann zu Israels Existenzrecht?"

Und führen als Antwort ein Zitat an.

"Ich arbeite aus dem Schreckerlebnis heraus, daß israelische Soldaten vor laufenden Kameras Palästinensern die Arme brechen. Das habe ich ständig vor Augen. Mit diesem Entsetzen gehe ich auf die Probe(...)"

Ist das ein statement gegen Israels Existenzrecht?
nein. Oder kann ich etwa nicht lesen? Es ERSCHRECKT ihn. Mich erschreckt das auch, und trotzdem bin ich für Israels Existenzrecht. Gleichzeitig dafür, daß möglichst wenig Knochen gebrochen werden.

Dies zum einen. Außerdem ist das Zitat von Peymann 20 Jahre alt. Was wollen Sie beweisen?

Ist es Ihnen nicht möglich, mal den inneren kassettenrekorder abzustellen, der da immer nölt: "alles was mir gerade nicht paßt, sind automatisch Feinde, böse Antisemiten und Israel-hasser..?"

Ihr kleiner Exkurs, wie es P. in der N.S. Zeit ergangen wäre, ist lachhaft.

Mit dem reflexartigen Nachplappern von vermeintlich Pro-Israelischen Positionen, die aber zu flach und vom Ansatz her zu wenig komplex sind, erweist man Israel einen Bärendienst.

http://www.z-word.com

die site ist vielleicht ganz gut. Aus dem "mission statement" von z-world:

" [..] In recent years the public debate on issues relating to Zionism has become increasingly toxic. In too many universities, parliaments, elite policy forums, media outlets and religious conclaves, the complexity of the conflict is reduced to a single dimension. Z Word's purpose is to reclaim and refine that debate.
Our goal is not to carry on a safe conversation between those who passionately agree, but rather to engage seriously those who ascribe to any well-considered and unbigoted position on the subject matter. We will, however, not be a vehicle for those on the right or the left in a political match for which Z word's issues are merely a tool.
Our own point of view is clear: we reject the tendency to explain the entire Middle East region through the narrow prism of the Israeli-Palestinian (or Israeli-Arab) conflict. We reject the dogma which says Israel can do no right (or no wrong). Mostly, we insist that the debate be detailed and intelligent. It will be a difficult, enlightening, impassioned, enraging, and - we hope - transforming process."

Vielleicht ganz gut, wenn man von der hysterischen schwarz-weiß-malerei in anderen Kontexten genug hat.

http://www.z-word.com

(Ken Stern – AJC’s director on antisemitism and extremism – is senior editorial advisor. The editor is Ben Cohen, Associate director on antisemitism and extremism at AJC, who was a journalist with the BBC.)
02/07/08 15:33:24

wrote:
Ich finde, dass es Daniel Haw auf den Punkt bringt (sie Bild 3)

http://www.israeli-art.com/...
02/08/08 10:49:17

wrote:
anti-fundi, deine Klugscgheißerei ist ja nur widerlich. Damit es absolut klar ist: Es gibt Menschen, welche Israel lieben, von seinem Existenzrecht überzeugt sind und meinen, Islam ist eine im frühen Mittelalter verankerte imperialistische Religion, welche fundamentalistisch ausgeübt zutiefst menschenfeindlich ist. Islam hat in Europa keinen Platz und schon gar keine Existenzberechtigung. Wenn Peymann mit Islamisten a la Iran etwas anzufangen weiß und sie sogar hofiert, dann ist der Mann nur peinlich und seine Handlungen bedenklich. Das hat mit Kulturaustausch nichts zu tun. Wer sich mit den Holocaustleugner an einen Tisch setzt und mit ihnen redet ist einfach ein Idiot.
02/08/08 19:41:28

wrote:
Das würde ich gar nicht schlecht finden, einmal vorzuspielen, hier zu vermitteln, wie schlecht es den Menschen dort im islamischen Paradies Iran geht. Manch einer dankt dann seinem Herrgott, dass er dort nicht leben muss!
Wer wäre denn dazu geeigneter als Schauspieler, die uns die dortigen Verhältnisse einmal vor Augen bringen könnten, Gott-sei-Dank für uns nur vorgespielt. Vielleicht geht dem einen oder anderen dann endlich mal ein Licht auf.
02/09/08 11:01:23

wrote:
@danubius
"Islam hat in Europa keinen Platz und schon gar keine Existenzberechtigung."
Soso, aber wenn da jemand kommt und das gleiche vom Judentum behaupten würde, dann wäre das Geschrei wieder groß.
Aber was solls, aus dem Nahen Osten ist noch nie eine gescheite, lebensnahe und tolerante Religion gekommen...
02/10/08 19:27:05

wrote:
Zu Spector:
Zum letzten Absatz:
Darüber ließe sich wahrlich ewig diskutieren! Sie haben wirklich ein "heißes Eisen" angesprochen (einschl. Christentum, kommt ja bekanntlich auch von dort!) Soll sich jeder darüber seine eigene Meinung bilden, anders wird es sowieso nicht gehen, wenn es um das Thema "Religion" geht! Lesen Sie bitte nach bei Gotthold Ephraim Lessing: "Ringparabel" !
02/10/08 22:01:07

wrote:
Der Judenhasser Spector muss es ja wissen.
Du stört wie immer, Antisemit. Bildung scheint dir auch fremd zu sein.
02/11/08 01:28:37

wrote:
Man sollte neu hinzu gekommende User Aufklären und ihnen die Blocknazis vorstellen, damit sie nicht auf das Geschwätz eingehen.
@Spector
halt dir doch eine Spector (IWI ) an den Kopf und mach mal was Vernünftiges.
02/11/08 15:57:21

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