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Hakenkreuz in menschlicher Haut

Die Kameradschaft Sturm 34 lässt offenbar nach wie vor grüßen. Eine 17-jährige Frau, die einer bedrängten sechsjährigen Spätaussiedlerin beistehen wollte, wurde von vier augenscheinlichen Rechtsextremisten schwer misshandelt...

Von Olaf Meyer, redok v. 23.11.2007

Der Übergriff fand bereits am 3. November statt, wurde nach Polizeiangaben jedoch erst am 12. November angezeigt. Vorausgehend sei eine sechsjährige Spätaussiedlerin von den Rechtsextremisten herumgeschubst worden und habe laut geweint. Daraufhin kam die junge Frau dem kleinen Mädchen zu Hilfe. Berichten zufolge wurde die 17-jährige dann von drei Männern festgehalten, während ihr der Vierte mit einem skalpellähnlichen Gegenstand ein Hakenkreuz in die Haut ritzte. Der weitere Versuch, der 17-jährigen zudem noch ein SS-Zeichen in die Wange zu ritzen, scheiterte an der Gegenwehr des Opfers. Die junge Frau habe eine fünf Zentimeter große Schnittverletzung im Hüftbereich davon getragen. Tatbeteiligte seien vier glatzköpfige Männer gewesen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet, müssten eigentlich zahlreiche Menschen, die sich zum Tatzeitpunkt auf Balkons umliegender Häuser aufhielten, den Überfall bemerkt haben. Die Polizei hat allerdings bisher nach eigenen Angaben noch keine weiteren Zeugen ermitteln können. Das sechsjährige Mädchen habe den Hergang bestätigt, sagte ein Polizeisprecher. Rechtsmediziner hätten ausgeschlossen, dass sich die junge Frau die Verletzung selbst zufügte.

Mittlerweile gibt es einen Verdächtigen aus dem Raum Burgstädt, ein Haftbefehl wurde durch das Amtsgericht Chemnitz wegen nicht ausreichendem Tatverdacht allerdings abgelehnt. Der Beschuldigte sei nicht eindeutig identifiziert worden und habe Alibi-Zeugen gehabt (AFP). Bei einer Durchsuchung seines Zimmers in der Wohnung der Eltern wurden mit Sand gefüllte Lederhandschuhe und ein Abzeichen der rechtsextremen Kameradschaft Sturm 34 sicher gestellt.

Der Sturm 34 wurde Ende April 2007 vom sächsischen Innenminister nach dem Vereinsrecht als kriminelle Vereinigung verboten. Die staatliche Verbotsverfügung scheint die Strukturen dieser Kameradschaft jedoch nicht sehr nachhaltig beeinträchtigt zu haben, wie auch nach dem April 2007 wiederholt erfolgte rechtsextremistische Aktivitäten aus dem Umfeld des Sturm 34 in der westsächsischen Region zeigen.

Andererseits wurde Mitte November diesen Jahres die Verurteilung zu neun Monaten Haft auf Bewährung eines der führenden Köpfe des Sturm 34, Tom Woost, vor dem Landgericht Chemnitz rechtskräftig. Woost muss sich zudem noch vor dem Amtsgericht Chemnitz wegen gefährlicher Körperverletzung in mehreren Fällen, Nötigungen, Beleidigungen und dem Tragen von Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen verantworten. Das Amtsgericht erklärte sich jedoch am Dienstag für einige der Anklagepunkte als nicht zuständig und verwies sie an die beim Landgericht Dresden angesiedelte Staatsschutzkammer, wo bereits gegen zehn Sturm 34-Mitglieder Verfahren anhängig sind.

Der bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Johannes Lichdi wirft unterdessen Innenminister Albrecht Buttolo (CDU) vor, diesem sei "es offenbar nicht gelungen, für Sicherheit in Mittweida zu sorgen".

© redok

Category: General
Posted 11/25/07 by: admin



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Comments

wrote:
http://mt-online.de/mt/welt...

(...)
Die Stadtverwaltung Mittweida will nach Angaben von Bürgermeister Matthias Damm zur Aufklärung beitragen. "Wir werden am Montag mit der Polizei beraten, welche Möglichkeiten es gibt, die Anwohner zu einer Aussage zu bewegen." Die Bewohner in Tatort-Nähe wurden bereits ohne Erfolg befragt, so der Polizeisprecher. Nach Angaben des 17 Jahre alten Opfers hatten mehrere von ihnen das Geschehen von ihren Balkonen aus beobachtet.
(...)
"So wie ich unsere Bürger kenne, gibt es ein Pflichtbewusstsein", sagte Mittweidas Bürgermeister Damm. Der Altersdurchschnitt in der Siedlung liege bei 60 Jahren. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass bewusst einer wegschaut, dass keiner was gesehen haben will oder nichts sagt." Er werde ein persönliches Schreiben an die Menschen richten mit der Aufforderung, sich zu melden.
11/25/07 11:26:39

wrote:
Betrunkener 15-Jähriger mit Hakenkreuz beschmiert
Groß Kreutz (dpa/bb) - Einem betrunkenen 15-Jährigen ist am Wochenende in Groß Kreutz (Potsdam-Mittelmark) ein Hakenkreuz in den Nacken geschmiert worden. Unbekannte Täter malten ihm mit einem Filzstift außerdem eine Wange und die Stirn schwarz. Wie die Polizei am Sonntag mitteilte, muss der Junge am frühen Samstagmorgen auf dem Nachhauseweg von einer Feier beschmiert worden sein. Der 15-Jährige könne sich nach eigenen Angaben an nichts erinnern.
(...)
http://newsticker.welt.de/i... (Newsticker!)
11/26/07 10:39:14

wrote:
"So wie ich unsere Bürger kenne, gibt es ein Pflichtbewusstsein"

Hier wird dieser Bürgermeister wohl leider Recht behalten.
11/26/07 14:38:41

wrote:
Noch immer keine Zeugen des Neonazi-Überfalls von Mittweida
http://www.pr-inside.com/de...

Mittweida (AP) Knapp eine Woche nach dem brutalen Neonazi-Überfall auf eine junge Frau im sächsischen Mittweida haben sich noch immer keine Zeugen bei der Polizei gemeldet. Bürgermeister Matthias Damm sagte der Nachrichtenagentur AP, er werde sich persönlich an diejenigen wenden, die die Straftat von ihren Wohnhäusern hätten beobachten können. Sachsen will wieder mobile Fahndungsgruppen gegen Neonazis auf die Straßen schicken. Unterdessen wies das Innenministerium von Sachen-Anhalt den Vorwurf zurück, die Landesstatistik über rechtsextremistische Straftaten sei manipuliert worden.
(...)
In Sachsen-Anhalt hat eine falsche Zuordnung von Straftaten die Zahl rechtsextremistisch motivierter Propagandadelikte in der Landesstatistik verringert. So seien zum Beispiel Hakenkreuzschmierereien als unpolitische Straftaten eingestuft worden, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Martin Krems, am Dienstag in Magdeburg.
(...)

---------------------------------
Opferberatung: „Menschen in Mittweida haben Angst“
http://www.lvz-online.de/ak...

Mittweida. Angst und Gleichgültigkeit sind nach Ansicht der Opferberatung AMAL die Gründe für die mangelnde Aussagewilligkeit möglicher Zeugen des brutalen Neonazi-Übergriffs von Mittweida. „Viele haben einfach Angst, dass sie Probleme mit den Neonazis bekommen könnten“, sagte AMAL-Sprecher Ingo Stange. Manch ein Zeuge scheue aber auch eine Aussage wegen schlechter Erfahrungen mit der Polizei. „Sie fühlten sich vielleicht einmal nicht ernst genommen und gehen deshalb nicht mehr zur Polizei“, sagte Stange.
(...)
11/28/07 05:26:46

wrote:
Mittweida will kein "Nazirattennest" mehr sein
http://www.welt.de/politik/...
11/29/07 01:23:20

wrote:
Mittweida will kein "Nazirattennest" mehr sein
Die hochoffiziellen Erklärungen des Bürgermeisters und anderer Behörden teuschen nur vor, dass die Probleme mit Rechtsradikalen gelöst werden. Die Nazis und auch die Weggucker, die Feiglinge und die hämisch Grinsenden bleiben. Wer sich nicht klar auf die Seite der Opfer stellt, macht sich mit schuldig.
Deshalb wird der Ruf vom Nazirattennest bleiben.
11/29/07 12:09:35

wrote:
Der Ruf vom Rattennest wird leider auch bleiben, wenn sich herausstellt dass es überhaupt keine Tat gab, sondern nur eine Jugendliche mit ADS-Syndrom.
11/29/07 16:30:17

wrote:
@ Uve
Hoffe fuer Dich, Du kannst Deine Behauptung belegen.
11/29/07 16:57:52

wrote:
Es bedeutet Relativierung, was denn sonst?
11/30/07 00:28:54

wrote:
@Gerd Schulz
In meinem Satz fehlte ein "möglicherweise".
Von daher behaupte ich nichts, sondern vermute nur.
11/30/07 07:25:39

wrote:
Bingo !

"Mittweida. Offenbar gibt es eine Wende im so genannten Hakenkreuz-Fall von Mittweida: Der Polizei und der Staatsanwaltschaft Chemnitz kommen immer mehr Zweifel an der Glaubwürdigkeit des 17-jährigen Opfers. Man prüfe derzeit, ob die Straftat von der jungen Frau vorgetäuscht wurde, teilte der Chemnitzer Oberstaatsanwalt Bernd Vogel am Dienstag mit.

Die 17-Jährige gab an, sie habe am 3. November vor einer Kaufhalle in Mittweida einem Kind helfen wollen, das von vier Männern aus der rechten Szene herumgeschubst wurde. Daraufhin hätten die Männer sie angegriffen und ihr ein Hakenkreuz in die Hüfte geritzt. Die Geschädigte berichtete außerdem, dass Anwohner den Angriff von den umliegenden Balkons beobachtet hätten, ohne ihr zu helfen.

Trotz umfangreicher Ermittlungen konnten jedoch bisher keine Zeugen ermittelt werden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Auch das Kind, das nach Angaben der jungen Frau angegriffen wurde, ist noch nicht gefunden. Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die 17-Jährige die Verletzungen selbst zugefügt hat. Zu diesem Ergebnis kamen zwei rechtsmedizinische Institute. Die Ermittlungen werden daher in alle Richtungen weitergeführt."

...aber alles nur Relativierung....
12/18/07 16:12:57

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