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Judentum und Israel
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Bdolach: Zur Nacht vom 9. auf den 10. November 1938

Die ‚Kristallnacht’, jener Anfall von Gewalt, der Deutschland in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 erfasst hat, wird von vielen als das erste Anzeichen des sich entfaltenden Holocausts betrachtet. Es ist wahr, dass dieser Anfall einige Zeit vor der systematischen Massenvernichtung von Juden durch die Nazis – der „Endlösung“ – stattgefunden hat, doch trug dieser Ausdruck von Massengewalt viele der Samen in sich, die dann in der Schoah aufgehen sollten...

Von Robert Rozett

Beinahe sieben Jahrzehnte nach dieser schicksalhaften Nacht, und mehr als sechs Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg, scheinen die Ereignisse der ‚Kristallnacht’ und des Holocausts weiter und tiefer nachzuhallen als je zuvor. Menschen und Einrichtungen, die vor nur wenigen Jahren davor zurückgeschreckt sind, sich mit dem Holocaust und seinen erschreckenden Auswirkungen auseinanderzusetzen, haben sich ihm in einer noch nie da gewesenen Art und Weise zugewandt.
Es ist ein Paradox - je weiter wir uns von der Zeit des Holocaust entfernen, desto mehr Interesse scheint er zu erwecken. Neben der allgegenwärtigen oberflächlichen Verwendung des Begriffs "Holocaust" zeichnet sich in letzter Zeit eine steigende Tendenz ab, die mit ihm zusammenhängenden Probleme tiefergehend zu erforschen, die Oberfläche zu durchdringen...

Dies vollzieht sich freilich zu einer Zeit, da der Antisemitismus noch immer lebendig und virulent ist, da die Holocaust-Leugnung ein wichtiges Problem bleibt und der Neonazismus selbst den Staat Israel erreicht hat. Zu einer Zeit, da der Führer eines souveränen Staates die Existenz des jüdischen Staates bedroht und Waffen herstellt, die ihm möglicherweise erlauben werden, diese Drohung in die Tat umzusetzen. Wie so vieles Andere auf unserer Welt ist auch unser Dialog mit dem Holocaust mit vielen Widersprüchen verbunden.

Der Holocaust besitzt jedoch offensichtlich eine Universalität, die bei Menschen unterschiedlichster Herkunft eine Saite zum Klingen bringt. Die Ideologie des Hasses, die dem Holocaust zugrunde lag, die ungezügelte Brutalität, die wesentlicher Teil des mörderischen Prozesses war, der bürokratische Apparat, der Menschen als Nicht-Wesen behandelte, die Apathie des Großteils der Welt angesichts der sich anbahnenden Katastrophe, die gelegentlichen Fälle von außergewöhnlicher Güte und Couragiertheit – all dies wohnt der modernen menschlichen Erfahrung inne.

Dass der Holocaust so gut dokumentiert ist, dass er so eine herausgehobene Stellung in Kunst und Literatur innehat, und dass er letztendlich die Geschichte von Individuen, Familien und Gemeinden ist, hat unzweifelhaft dazu beigetragen, ihn zu einem Prüfstein für das Verständnis unserer Welt zu machen.

Robert Rozett ist Direktor der Yad Vashem Libraries und Autor von Approaching the Holocaust. Texts and Contexts.
Ersch. in der Jerusalem Post, 07.11.07

Category: Antisemitismus
Posted 11/09/07 by: admin



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