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Eva Herman – nicht alleine in Deutschland: Jeder Vierte sieht "gute Seiten" am Nazi-Reich

Der NDR hat sich – zu Recht – von Eva Herman getrennt. Was man aber nicht vergessen darf bei der medialen Empörung über die Mutterkreuzkriegerin: Frau Herman ist nicht alleine, sie spricht nur aus, was viele Deutsche denken. Eine aktuelle Umfrage belegt dies erneut...

Von Jörg Fischer-Aharon

Jeder vierte Bundesbürger ist der Meinung, daß das Nazi-Reich "auch seine guten Seiten hatte" – 25 Prozent oder, in Zahlen ausgedrückt, etwa 20 Millionen. Dies berichtete die "Süddeutsche Zeitung" in ihrer Mittwochs-Ausgabe. Basis dieses Berichtes ist eine Umfrage des renommierten Meinungsforschungsinstitutes "Forsa", das diese im Auftrag der Hamburger Illustrierten "stern" durchgeführt hatte. Damit wurde, nicht zum ersten Mal, belegt, dass dies nicht nur die Meinung einer versprengten kleinen Minderheit oder einer verwirrten Ex-Moderatorin ist, sondern durch von breiteren Bevölkerungsschichten in Deutschland ebenso gesehen wird.

Als "gute Seiten des Nationalsozialismus" werden dabei der "Bau der Autobahnen" und die "Förderung der Familien" angesehen. Interessant sind auch einige Details der repräsentativen Umfrage: Die Meinung, das NS-Reich habe auch "gute Seiten" gehabt, ist besonders bei Personen mit einem niedrigen Bildungsniveau verbreitet. Über 44 Prozent – also fast jeder Zweite – der Hauptschulabsolventen sehen "Gutes am NS-Reich". Bei den Abiturienten sind es zwar deutlich weniger als im Bundesdurchschnitt, aber dennoch immerhin 12 Prozent. Nach Altersgruppen aufgeteilt, lagen die über 60-jährigen mit 37 Prozent an der "Spitze". Auch wenn es starke Schwankungen gibt, so findet sich diese Meinung in Anhängern aller Parteien wieder. 28 Prozent der Unionsanhänger und 25 Prozent der SPD-Anhänger sind der Meinung, der Nationalsozialismus habe auch "gute Seiten" gehabt. Bei Anhängern von Bündnis 90/Die Grünen und der "Linkspartei" liegt dieser Wert bei jeweils 7 Prozent, bei den FDP-Anhängern 20 Prozent. In Ostdeutschland sind 20 Prozent, in Westdeutschland 26 Prozent der entsprechend Meinung über die NS-Zeit.

Ein weiteres interessantes Detail: 13 Prozent der Befragten, die sich selber politisch als links einstufen, sehen im NS-Reich auch "positive Seiten", bei denen, die sich politisch rechts sehen, sind es 46 Prozent.

Die Umfrage beweist erneut, dass offensichtlich die Vermittlung historischer Kenntnisse über den Charakter und über die Motivationen der vermeintlich "guten Seiten" der NS-Barbarei in einem erheblichen Umfang fehlgeschlagen ist. Vor allem zeigt sie die Auswirkung, wenn ein ganzer Bildungszweig – nämlich die Hauptschule – mehr und mehr vernachlässigt wird. Interessanterweise sind es gerade auch Hauptschulabsolventen, die überdurchschnittlich rechtsextremen, bzw. neonazistischen Parteien ihre Stimme geben – wenngleich es ein Trugschluß wäre, von einer Immunität etwa von Abiturienten oder Akademikern in dieser Frage auszugehen. Auch zeigt die Umfrage, dass in Westdeutschland diese Meinung deutlich stärker verbreitet ist, als etwa im Osten – und dass auch Anhänger linker Parteien nicht immun sind.

© haGalil.com / www.fischer24.eu

Category: General
Posted 10/22/07 by: admin



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Comments

wrote:
Ich sehe ebenso eine Vernachlaessigung der Hauptschulen in Deutschland. HAuptschule und Realschule sollten nicht getrennt werden.
Der Leistungsunterschied ist nicht vorhanden, andere bessere Lernformen in freien Lerngruppen koennen leicht gefunden werden, aus Paukern, Lehrern sollten endlich mal Paedagogen werden, was bisher vermieden wurde!
Der Aufwand ist Deutschland zu hoch, dafuer formt sich dann eine vergessene soziale Unterschicht, welche nach Vorbildern in der Vergangenheit suchen muss. Verlierer der Gesellschaft muessen ja auch ueberleben!
Also der Sozialismus darf es nicht sein und ansonsten wird eben nur noch nachgesagt, was vorn vorgesagt wird.
Das reicht aus, um die Abschlussnoten zu erhalten. Verstehen wird nicht gelehrt!

Wie war das gleich mit dem Roemischen Reich? Die Caesaren liessen als erste Weltmacht internationale Steinstrassen bauen, um Kriege zu fuehren.

Irgendwer bezeichnete das mal als Wunder Gottes und ebenso das Ende der Apartheid in Suedafrika.
Na echt, dafuer konnte ich oft hoeren, was im Sozialismus... Schul-Lernstoff war. Die Welt ist ein Dorf! Nur mit der Gleichheit haut es noch immer nicht so richtig hin!
10/22/07 17:57:13

wrote:
Wer gute Seiten am Nazi-Reich sieht, sieht auch gute Seiten am Teufel....
Wer natuerlich Gott nicht kennt,
wird Satans Freund sein.
Oder das ganze Thema wird verdraengt,
und auf die materielle Ebene verschoben, was dann doch sehr makaber ist.
Ich kenne niemanden, der oder die durch den Krieg reich geworden waeren,
nur das Gegenteil: Krieg bedeutet Tod, Verarmung, Beraubung, Enteignung, Verlust und Aufgabe evtl. Verzicht an Eigentum, Arbeit, Berufseinschraenkung oder Berufsverbot, Ermordung...
was fehlt noch?
Das soll also irgendwo das sogenannte Gute rechtfertigen?
Dann ist das sogenannte Gute am Nazireich aber sehr boese:
Raeuber und Moerder, so wie Jesus Satan benannte und definierte.
10/23/07 12:23:58

wrote:
Im Grunde genommen ist die Frage, ob das "Dritte Reich" auch gute Seiten gehabt habe, falsch gestellt. So mag man ja durchaus der Meinung sein, die Einführung des 1. Mai als gesetzlicher Feiertag sei eine gute Sache bzw. Seite gewesen. Nur wurden am 2.Mai die Gewerkschaftshäuser gestürmt. Dies nur als kleines Beispiel, um zu verdeutlichen, dass es unmöglich ist, einzelne Aspekte isoliert zu betrachten und zu bewerten. Alles muss im Kontext der Grundsubstanz des Nationalsozialismus gesehen werden; und diese war antisemitisch, antiemanzipatorisch und ultrachauvinistisch. Shoa und Krieg waren da nur die fast schon zwingende Konsequenz.
10/24/07 22:30:48

wrote:
Die SZ berichtet, daß 25% der Deutschen auch gute Seiten im Nazireich erkennen.

Das ist zwar moralisch falsch und sachlich widersprüchlich.

Aber in einer Zeit, wo Familienwerte nichts mehr wert sind (der Mord am ungeborenen Leben wird in unserem Staat sogar staatlich subventioniert!), eine Eva Hermann als Nazi betitelt wird, und sich ein geistliches Oberhaupt namens Mixa samt Anhängerschaft von zigTausend gläubigen Katholiken zu tiefst von einer Claudia Roth demütigen lassen müssen, und hiergegen niemand öffentlich einschreitet oder einen Rücktritt fordert (außer der CSU-Fraktionsvorsitzende Schmid), suchen die Menschen mit weniger Bildungsniveau eben auch mal an der falschen Stelle nach Halt.

Mich überrascht der "Trend" leider nicht.
10/25/07 18:41:14

wrote:
zu Schulz:
Du scheinst eine Ansicht reinen Herzens zu haben, aber in einem Punkt muß ich Dir energisch widersprechen.
Durch Kriege sind sogar schon sehr viele Menschen sehr reich geworden. Was meinst Du, wieviele Kriege nur deswegen geführt wurden.
10/27/07 09:19:20

wrote:
"Wer gute Seiten am Nazi-Reich sieht, sieht auch gute Seiten am Teufel...."

Wer ist es denn, der solche guten Seiten sieht?

Eva Herman jedenfalls nicht; verwerflich ist vielmehr, dass man ihr dies in den Mund legt, obwohl sie nichts dergleichen gesagt hat.

Allerdings muss man sich auch von dem logisch verbotenen Schluss vom Engeren aufs Weitere hüten.

Das heißt: Vielleicht waren alle Verbrechen der Menschheit auch solche von Nazis. Auch daraus aber folgt nicht, dass Nazis ausschließlich Verbrechen begangen hätten. Auch sie gebrauchten zB auch moralisch neutrale Handlungsweisen: Nur, weil auch sie manchmal abends den Wecker stellten, wenn sie morgens früh aufstehen wollten, folgt nicht, dass das Weckerstellen an und für sich eine verwerfliche Handlung wäre. Eine Handlung eines Nazis ist dann verwerflich, wenn ihre Verwerflichkeit nachgewiesen werden kann (was leider allzu oft der Fall ist). Aber im andern Falle eben nicht, und auch das kam vor.

Jedoch brauchen wir uns wie gesagt mit dieser logischen Schwierigkeit im Zusammenhang mit Herman überhaupt nicht zu befassen, denn sie hat gar keine Handlungen von Nazis gutgeheißen.
10/30/07 02:40:48

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