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Judentum und Israel
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Im "T-Hemd" gegen Israel

Von Jörg Fischer

Neonazis haben schon lange erkannt: Mit politischen Bekleidungsstücken kann man nicht nur eine Menge Geld machen und so etwas wie "Zusammengehörigkeitsgefühl" in den eigenen Reihen verbreiten, sondern auch zumindest Ideologiefragmente öffentlich propagieren. Hoch im Trend stehen bei braunen Versandhandlungen derzeit antisemitische und pro-iranische Propaganda-Textilien.

Neonazistische Versandhandlungen und Vertriebsdienste sprießen wie Giftpilze aus dem Boden, das Geschäft mit menschenverachtender Propaganda blüht: Musik-CD's mit gewaltverherrlichender Musik, Hetzschriften aller Art, Bekleidungsstücke von Angeboten für Babys bis zur Unterwäsche, Parfüms mit Namen wie "Wallküre" oder "Nationalist" – die Angebotspalette ist schier unbegrenzt. Der, zumeist eher junge, germanophile Kunde kann sich fast wortwörtlich von der Wiege bis zur Bahre eindecken und den Rubel, bzw. den Euro in stattlicher Anzahl in die Kassen der Betreiber rollen lassen. Mit den eingenommenen, beträchtlichen Geldsummen löst so mancher Betreiber nicht nur seine persönliche soziale Frage, sondern kann auch den einen oder anderen Euro zur Finanzierung rechtsextremer Propaganda wieder in die Szene "re-investieren", was hinsichtlich der damit erhofften Vergrößerung des Kundenpotential nicht ganz ohne eigennützige Hintergedanken verbunden sein dürfte.

Da der Antisemitismus grundlegender Bestandteil der braunen Ideologie ist und man sich deshalb auch so für den Holocaustleugner und iranischen Diktator Ahmadinedschad und Terroristenorganisationen wie Hisbollah und Hamas begeistert, gibt es jetzt auch die dazu passenden "T-Hemden", wie in neonazistischen Kreisen T-Shirts gerne genannt werden.

Im sächsischen Wurzen etwa ist der bundesweit zu den "Marktführern" im braunen Sumpf zählende Versand "Frontrecords" beheimatet und bietet aktuell auf seiner Internetseite zwei entsprechende Textilien an. Das eine T-Shirt zeigt das Konterfei des iranischen Diktators, der immer wieder betont, das er die Vernichtung Israels als Staatsziel des Mullah-Staates ansieht, mit der Aufschrift "Zwei Völker – ein Feind", womit wohl die "Solidarität" der antisemitischen Internationale ausgedrückt werden soll. Während man mit einem solchen T-Shirt auf einer der sogenannten "Friedensdemonstrationen", auf denen tausendfach die Parole "Tod, Tod Israel" gegrölt wurde, vielleicht noch schief angeschaut werden konnte, dürfte man mit dem zweiten, im Angebot feilgebotenen T-Shirt wohl bei solchen "Events" zustimmende Blicke und Schulterklopfen ernten. Auf der Vorderseite prangert das Wort "Antizionist", das als Synonym für "Antisemit" benutzt wird. Und auf der Rückseite findet sich die Parole "Kein deutsches Blut für Israel".

Bei einem anderen Marktführer, dem in Bayern ansässigen "Wikingerversand", gibt es dann die ergänzende Devotionalie für den demonstrierenden Antisemiten: In der Rubrik "Schnäppchen" wird eine „Palästine-Fahne“ für 3 Euro verramscht.

Selbstverständlich ist nicht davon auszugehen, das sich beispielsweise die Staatsanwaltschaft Stuttgart einmal mit derlei antisemitischer Propagandabekleidung beschäftigt – die ist ja bekanntlich damit beschäftigt, Nazigegner vor Gericht zu zerren, die mit durchgestrichenen Hackenkreuzen sich öffentlich gegen Neonazis positionieren.

Category: General
Posted 10/17/06 by: admin



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Comments

wrote:
Ich vermisse die Analyse des linken Antisemitismus. Finden Sie es harmlos, wenn Linke das Judentum und den Staat Israel vernichten wollen?
10/22/06 00:53:11

wrote:
Es heisst übrigens noch Hakenkreuz und nicht HaCKenkreuz. Immmerhin erscheint dabei Orthografie und Qualität des Artikels in einem homogenen Licht...
10/23/06 17:37:16

wrote:
@ Propax:

Ich unterschätze die Gefahren des linken Antisemitismus keineswegs und es gibt hierzu auch mehrere Artikel u.a. hier bei haGalil von mir.

@ 08/15:
Danke für den Hinweis. Wenn dies der einzige Kritikpunkt ihrerseits an dem Artikel ist, bin ich beruhigt.
10/24/06 13:30:22

wrote:
Linker Antisemitismus, rechter Antisemitismus - die Bilder gleichen einander. Eigentlich kann man hier getrost links und rechts in einen Topf werfen. Nur die fadenscheinige Begründung für den jeweiligen Judenhass, nichts weiter verbirgt sich dahinter, ist ideologisch anders gefärbt. Es fällt ja auch auf, dass gewisse Äußerungen der Partei Die Linken, genauso gut hätten von der NPD stammen können und verschiedentlich auch von ihnen gebraucht wurden. Gerade dann, wenn sich die Linken mal wieder bemühen den Zionismus mit dem Nationalsozialismus gleichzusetzen. Genau das tut auch die NPD, die sich offiziell ja vom NS distanziert. Ich hatte vor ein paar Monaten da eine Diskussion am AOL Pin Board. Das schaukelte sich dergestalt hoch, dass auch gefälschte antisemitische Talmudzitate im Umlauf waren. AOL wurde die Sache dann wohl zu heiß und sie schlossen das Board kurzerhand. Ich will damit eigentlich nur sagen, dass gerade hier in Deutschland ein gewaltiges antisemitisches Potential existiert. Und beide Seiten, die Linken wie die Rechten wollen hier abfischen.
11/07/06 22:47:13

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