Drascha zur Paraschat Bechukotai

Diese eindrucksvolle Synagoge hat infolge tragischer Ereignisse des 20. Jahrhunderts lange geschwiegen. Es wurde hier nicht gesprochen.  Es wurde hier nicht gesungen. Es wurde hier nicht gebetet. Vor fünf Jahren habe ich hier allein gestanden. Es war ein trauriger Moment. Die Synagoge war leer und lautlos. Ich erinnere mich daran, dass ich damals davon träumte, hier die Kinderstimmen wieder zu hören. Vielleicht, dachte ich, wird es eines Tages passieren und vielleicht wird eine dieser Stimmen zu meinem eigenen Kind gehören. Wenn ich mich jetzt umsehe, denke ich an die Unterschiede zwischen dem Moment vor fünf Jahren und heute…

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Wenn du erwachsen wirst…

Leo Steiner, geboren 1912, war der Star einer der berühmtesten Gesangsgruppen im Prag der 1930er Jahre. „Zlata hvezda“ (‚Goldener Stern‘) wurde oft mit den Comedian Harmonists verglichen. 1941 wurde er von der Gestapo verhaftet und von einem ordentlichen deutschen Gericht zum Tode verurteilt. Am 24. Februar 1942 wurde er in Dresden hingerichtet. Seine Tochter wurde genau einen Monat vor der Hinrichtung geboren. Er hat sie niemals gesehen. Im Herbst 1942 wurden Leos Frau Hanna und seine Tochter Jirina deportiert. Im Winter 1942/43 wurden beide in Auschwitz ermordet. Hanna war 31 Jahre alt, Jirina knapp ein Jahr…

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Die Tuch-Redlichs – Geschichte einer jüdischen Fabrikantenfamilie

Wenn im Brünn der vorvergangenen Jahrhundertwende die Rede auf die Tuch-Redlichs kam, wusste jeder, wer gemeint war. Die bekannte, in der Tuchfabrikation tätige Familie war in der mährischen Hauptstadt allseits geschätzt, und wurde mit dieser Bezeichnung von einem anderen Familienzweig, der sich dem Zuckergewerbe verschrieben hatte, den Zucker-Redlichs, unterschieden. Die Tuch-Redlichs hatten im 19. Jahrhundert maßgeblichen Anteil am wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt; doch der Lauf der Geschichte, der barbarische Zivilisationsbruch des 20. Jahrhunderts hat die Erinnerung an diese bedeutende jüdische Familie sowohl im lokalen als auch privaten Umfeld zerstört…

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Taxi am Shabbat: Eine Reise zu den letzten Juden Osteuropas

Prag, Budapest, Lemberg und viele Orte mehr waren einst nicht nur bedeutende Zentren des jüdischen Lebens in Osteuropa bzw. des gesamten europäischen Judentums, sondern haben sich auch in die Topographie des allgemeinen jüdischen Gedächtnisses eingeschrieben. Doch wie sieht es heute in diesen Städten aus? Die Journalisten Eva Gruberová und Helmut Zeller haben auf ihren Reisen in sieben postkommunistischen Staaten sehr persönliche jüdische Geschichten gesammelt, die auch einen differenzierten Blick auf die schwierigen politischen Umstände in Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Polen, Weißrussland, Litauen und der Ukraine gewähren…

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Gedenken an die Opfer des Massakers von Lidice 1942

Am Samstag wurde in Tschechien der Opfer des Massakers von Lidice gedacht. Die Nationalsozialisten hatten am 10. Juni 1942 die 173 männlichen Einwohner der Ortschaft erschossen und Frauen und Kinder in Konzentrationslager verschleppt. Das Dorf wurde dem Erdboden gleichgemacht. Das Massaker galt als „Vergeltungsakt“ für das Attentat auf Reinhard Heydrich…

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