„Das Exil war meine Universität“

In einer Zeit, in der die letzten Zeitzeugen des nationalsozialistischen Vernichtungs- und Vertreibungsterrors aus Österreich von uns gehen, wie kürzlich Vilma Neuwirth oder Ari Rath, ist es von besonderer Bedeutung, das Vermächtnis dieser Personen für die Nachwelt festzuhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der ebenfalls bereits im September des vergangenen Kalenderjahres verstorbenen Hannah Fischer hat die Zeithistorikerin Sandra Wiesinger-Stock einen schmalen Porträtband gewidmet, der im mandelbaum verlag erschienen ist und zu einem großen Teil auf Selbstaussagen Fischers basiert…

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Der Psychoanalytiker Sammy Speier (2.5.1944 – 19.6.2003)

Die Studie stellt wesentliche biografische Phasen aus dem Leben und Wirken des jüdischen Psychoanalytikers Sammy Speier (1944 – 2003) vor. Speier, der in Israel geboren wurde aber in Frankfurt am Main wirkte, verstand sich als ein politischer Psychoanalytiker; sein theoretisches, klinisches und gesellschaftliches Denken und Handeln war aufs Engste mit der Schoa verknüpft. Das Schweigen insbesondere von politisch links orientierten Menschen sowie seiner Berufskollegen verstand er als eine seelische Einfühlungsverweigerung. Die Umkehrung dieser Verweigerung entspricht der Hypothese des israelischen Psychoanalytikers Zvi Rix: „Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen.“ Für den Autor steht das Vergessen dieses undogmatisch-kämpferischen jüdischen Psychoanalytikers symptomatisch für die Verweigerung der Deutschen, die Verantwortung für ihre mörderische Vergangenheit zu übernehmen wie auch die schwierige Lebenssituation in Israel angemessen zu verstehen…

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