Papst Sixtus IV. in der christlichen und jüdischen Einschätzung

Die Ritualmordprozesse des Spätmittelalters sowie vor allem die Vorbereitung der Inquisition in Spanien, zwei ganz besonders schmerzliche Kapitel in der europäischen Judengeschichte, werden in der Historiografie häufig mit dem Namen eines ganz bestimmten Papstes in Verbindung gebracht, nämlich mit dem Sixtus‘ IV. (1471-1484). Daher erscheint es von Interesse einmal Gelehrte und Autoren, Christen wie Juden, zu Worte kommen zu lassen, wie sie denn den einstigen Franziskanermönch und späteren Papst, der, wohlgemerkt, nicht zu den schlimmsten Feinden der Juden an der Spitze der katholischen Hierarchie gehörte, beurteilten bzw. beurteilen. Auszüge und Einträge aus sehr unterschiedlichen Geschichtsbüchern, Biografien und Nachschlagewerken finden Berücksichtigung…

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Papst in Roms Synagoge

Noah Kliger, Holocaustüberlebender und Publizist in der Zeitung Jedijot Achronot, hat am Montag zynisch vorgeschlagen, Pius XII, der während des Zweiten Weltkriegs Papst war, nicht nur zum Heiligen der katholischen Kirche zu machen, sondern ihn auch als „Gerechten der Völker“ von Jad Vaschem zu ehren, also als Nicht-Juden, der während des Holocaust selbstlos und unter Einsatz seines Lebens Juden gerettet hat…

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G-ttes vergessene Kinder?

Nein. Nicht vergessen und sicher nicht von G-tt. Aber verschollen, seit Jahrzehnten, in eine fremde Identität gepresst und abgeschnitten von ihrer Herkunft und ihren überlebenden Familienmitgliedern. Die Rede ist von den Holocaust-Waisen, die während der Shoah von ihren verzweifelten Eltern in Institutionen der katholischen Kirche gebracht wurden um sie zu retten. Die katholische Kirche nahm, vor allem in Polen und Frankreich, Tausende von ihnen auf, in Klöstern und Konventen und in privaten Familien. Auf diese Weise wurde ihr Leben gerettet. Die Dankbarkeit für diese mutig praktizierte Nächstenliebe ist allerdings von schwerer Bitterkeit überlagert…

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Nachtrag zum Papstbesuch: So wurde hier geschrieben

Benedikt XVI kehrte am Freitag in den Vatikan zurück, aber sein Gefolge ist noch immer über den Empfang entrüstet, den die Medien und die öffentliche Meinung in Israel dem Oberhaupt der Katholischen Kirche bereitet haben. Lange Wochen wurde im Vatikan schwer gearbeitet, um den Erfolg dieser komplizierten Reise zu garantieren…

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Yossi Beilin: Über Juden in einer Welt von Nichtjuden

Nachdem Präsident Obama es sich vorgenommen hat, den Krieg gegen den Islam zu beenden, haben einige Stellen in Israel allem Anschein nach beschlossen, dem Christentum den Krieg zu erklären. Immerhin sind die unmittelbaren Feinde ja zu klein und zu langweilig, und hier bietet sich eine globale Herausforderung, die mit dem Bild übereinstimmen, das wir uns selbst von uns machen…

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Lieber Herr Ratzinger: Weniger heilig als der Papst

Besonders frustrierend ist, dass Sie in Jad vaSchem gar nichts Außergewöhnliches, nichts Heroisches tun sollten. Ein kurzer Satz, ehrwürdiger Papst, in dem Sie Ihr Bedauern ausdrücken, hätte uns genügt. Das war alles, was wir hören wollten. Alles war dafür bereit. Sie waren in Yad Vashem. Die ganze Welt blickte auf Sie. Alle warteten auf den Moment- aber er kam nicht…

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