Der „Historische Verein“ –  Landsberg am Lech in der NS-Zeit

Der 1856 gegründete Verein – sechs Jahre nach Veröffentlichung des skrupellosen Landsberger Protestes gegen die Juden – wähnte sich streckenweise im Besitz einer wurzelechten Wahrheit von Vergangenheit und Gegenwart. Zu den Strippen-Ziehern nach dem Ersten Weltkrieg gehörten vorzugsweise Lehrer, ein Redakteur, ein Pfarrer und Beamte. Der provinzielle „Geistes-Adel“ vermittelte den Eindruck, sich blut- und bodenständiger ins Stadtleben eingeschlichen zu haben als jeder andere Verein…

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Zeugnisse von Überlebenden

Der Holocaust in der Ukraine hat jahrzehntelang nur wenig Aufmerksamkeit gefunden. Erst seit den 1990er-Jahren stoßen die deutschen Verbrechen zunehmend auf das Interesse von Geschichtswissenschaft und Öffentlichkeit – sowohl in Deutschland als auch in der Ukraine selbst. Dennoch ist das Wissen um das Geschehen in der damaligen Sozialistischen Sowjetrepublik immer noch gering. Der Historiker Boris Zabarko, selbst Überlebender des Ghettos Schargorod, war einer der Ersten, die das Schicksal der Juden unter deutscher Besatzung in der Ukraine systematisch erforscht haben. Seit mehr als 20 Jahren sammelt er Berichte Überlebender und interviewt einst Verfolgte…

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Imkerliche Heimatgeschichte – Ein kleiner Sieg der Menschlichkeit

Bronzesteine in Bad Tölz erinnern an das Schicksal von Juden, die in dieser Stadt unter den Nationalsozialisten gelitten haben. Zu den jüdischen Bürgern, die aus Bad Tölz noch rechtzeitig vor den Nationalsozialisten fliehen konnten, gehörte der Kaufmann und Imker Josef Freundlich. Er war im oberbayerischen Bergwerksort Hausham bekannt und geachtet, besaß ein Wohn- und Geschäftshaus sowie sechzig Bienenvölker…

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Wenn du erwachsen wirst…

Leo Steiner, geboren 1912, war der Star einer der berühmtesten Gesangsgruppen im Prag der 1930er Jahre. „Zlata hvezda“ (‚Goldener Stern‘) wurde oft mit den Comedian Harmonists verglichen. 1941 wurde er von der Gestapo verhaftet und von einem ordentlichen deutschen Gericht zum Tode verurteilt. Am 24. Februar 1942 wurde er in Dresden hingerichtet. Seine Tochter wurde genau einen Monat vor der Hinrichtung geboren. Er hat sie niemals gesehen. Im Herbst 1942 wurden Leos Frau Hanna und seine Tochter Jirina deportiert. Im Winter 1942/43 wurden beide in Auschwitz ermordet. Hanna war 31 Jahre alt, Jirina knapp ein Jahr…

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Werk C – Ein Zeitzeugenbericht aus den Fabriken des Todes

Kurz nach seiner Befreiung aus dem Konzentrationslager Buchenwald im April 1945 begann Mordechai Strigler seine Erfahrungen in den Lagern des besetzten Polens literarisch zu verarbeiten. Nun ist nach „Majdanek“ und „In den Fabriken des Todes“ der dritte Teil seiner Tetralogie „Verloschene Lichter“ erschienen…

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Würdiges Gedenken oder Polit-Show?

Das World Holocaust Forum in Jerusalem war überschattet durch den russisch-polnischen Streit über die Sicht auf die Geschichte. In Israel wurde auch kritisch gefragt, warum Millionen für eine Gedenkveranstaltung ausgegeben werden, während zehntausende Schoah-Überlebende weiterhin in Armut leben…

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Schattenexistenz

„Man muss sich die Situation vorstellen: Nicht in seine eigene Wohnung können, natürlich keine Lebensmittelkarten bekommen, das Quartier ständig wechseln, auf der Straße nicht auffallen, das heißt, möglichst wenig auf die Straße gehen, und das nicht für ein paar Tage, sondern für Jahre. Und wenn man dabei noch so vorsichtig ist, so gibt es doch Augenblicke, in denen man glauben muss: nun ist es aus.“[1] Mit diesen Worten schilderte Hugo Glaser das Schicksal untergetauchter Jüdinnen und Juden, die sich auf diese Weise vor der Verfolgung  und Ermordung durch das NS-Regime zu retten versuchten. Hugo Glaser überlebte selbst als sogenanntes U-Boot in Wien…

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