Die Kinder von Givat Olga

Israels demokratische Schulen scheinen fortschrittlicher zu sein als manche Forderungen der Bildungsproteste in Deutschland: Sie sind basisdemokratisch organisiert, und ihre Schüler lernen, was sie wollen. In der Regel werden diese Schulen von Kindern aus der Mittel- und Oberschicht besucht. In Givat Olga, einer der ärmsten Wohngegenden in Israel, gibt es ebenfalls eine demokratische Schule. Hier geht es nicht immer harmonisch zu…

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Gefährliche Dummheit: Wie die Nürnberger Gesetze nach Zypern kamen

Es gibt Artikel, da geht schon aus der Titelzeile hervor, dass nichts Gescheites folgen wird. So auch am 8. August 2009, als die Süddeutsche den Artikel „Jawort ohne Jahwe“ brachte. Trotzdem hat unser Autor weitergelesen. Offensichtlich wurde es irgendwann auch der Online-Redaktion der Süddeutschen Zeitung zu bunt. Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung der Reportage von Sarah Sticker über standesamtliche Trauungen israelischer Paare auf Zypern wurde die Kommentarfunktion abgeschaltet…

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Solidarität mit den Schwulen: Lob des Schmelztiegels

Meine Nachbarin schickte mir Samstagabend eine SMS, um mich zu fragen, ob ich mit meinem Roller zur Schwulensolidaritätskundgebung auf dem Rabin-Platz fahren würde. Sie sagte, sie würde einen Helm mitbringen. Als ob es ihr klar war, dass wir hingehen würden. Wie sich herausstellte, erschien das vielen Leuten – ob homo- oder heterosexuell – selbstverständlich. Im Gegensatz zu dem Bild, das die Medien gezeichnet haben, war dies nicht nur eine Solidaritätskundgebung der Gay Community mit den Opfern; es war eine Kundgebung der allgemeinen Solidarität mit der gesamten Gay-Community…

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BAK Shalom: Homosexualität ist kein Verbrechen, ganz sicher nicht in Tel Aviv

Mit Entsetzen,Trauer und Wut nahm man beim „Bundesarbeitskreis Shalom“, der Plattform der Linksjugend gegen Antisemitismus und Antizionismus, die Nachricht vom Anschlag auf die Tel Aviver Niederlassung der Agudah zur Kenntnis, wo ein maskierter Mann am Samstag Abend eine Jugendgruppe überfallen hat und wahlos mit einem Maschinengewehr auf die Teenager schoss. Eine 17jährige und ein 26jähriger starben, 15 weitere wurden z.T. schwer verletzt. Der Mörder konnte unerkannt entkommen. Er versuchte noch in einen benachbarten Club einzudringen, wurde aber vom dortigen Sicherheitspersonal abgewehrt…

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Nach Anschlag auf Homosexuelle: Bestürzung allerorten

Der mörderische Anschlag auf ein Beratungszentrum für Homosexuelle in Tel Aviv, bei dem am Samstag zwei junge Israelis getötet und zehn weitere verletzt wurden, hat im ganzen Land große Bestürzung hervorgerufen. Politiker aller Parteien verurteilten die Tat auf das Schärfste und riefen zur Toleranz auf…

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Kritik an Fernsehwerbung für israelischen Mobilfunkanbieter

Arabische Gesetzgeber haben gefordert, die Fernsehwerbung für den israelischen Mobilfunkanbieter „Cellcom“ zurückzuziehen. Wie die Nachrichtenagentur „Reuters“ berichtet, verunglimpfe sie das Leid der Palästinenser und zeige, wie die Israelis ihre Nachbarn sehen…

Von A. Klotz, inn v. 13.07.2009

In der Werbung spielen israelische Soldaten mit einem nicht sichtbaren Gegenüber Fußball über die Mauer im Westjordanland hinweg. Nach einem längeren Ballwechsel ruft einer der Soldaten mit seinem Mobiltelefon Verstärkung und zwei junge Frauen in Uniform herbei, um gemeinsam Fußball zu spielen. Die Werbung, die die Werbeagentur McCann Erickson kreiert hat, endet mit den Worten: „Wir alle wollen dasselbe: Ein bißchen Spaß.“

In der vergangenen Woche jährte sich zum fünften Mal der Gesetzesbeschluss des Weltgerichtshofes, dass die Mauern und Zäune der Israelis im Westjordanland illegal seien. Auf Weblogs und sozial Netzwerken äußerten sich Israelis bestürzt über die Werbung, berichtet die Tageszeitung „Ha´aretz“.

http://www.youtube.com/watch?v=210H8wavqbc

„Diese einminütige Werbung sage viel darüber aus, wie der Durchschnitts-Israeli sich und die Palästinenser gerne sehen würde“, sagte der Journalist Dimi Reider in einem Blogeintrag. Ein arabisches Mitglied der israelischen Regierung, Ahmed Tibi, sagte: „Diese Absperrung trennt Familien und hindert Kinder daran, in Schulen oder Krankenhäusern gehen zu können. In der Werbung wird diese Abtrennung wie ein kleiner Gartenzaun in Tel Aviv dargestellt.“

„Mir wurde übel beim Schauen der Werbung“

Bei dem sozialen Netzwerk „Facebook“ hat sich eine Gruppe mit dem Namen „Mir wurde übel, als ich die neue Cellcom-Werbung gesehen habe“ gegründet. Die Gruppe hat bereits 218 Mitglieder. Sie fordern dort, „diese rassistische Werbung umgehend zurückzuziehen“.

Der israelische Blogger Ami Kaufman sagte laut der Nachrichtenagentur „Reuters“: „Wir sehen in der Werbung israelische Soldaten mit denjenigen Fußball spielen, die hinter einer Mauer eingekerkert sind. Aber das Groteskte, das Schlimmste an diesem Teil der Werbung ist, dass man die Palästinenser noch nicht einmal sieht. Sie sind wie Monster oder Alien. Das ist eine Entfremdung, die die israelische Gesellschaft gegenüber dem palästinensischen Volk ausübt.“

Auch der Mobilfunkanbieter selbst äußerte sich zu der Kritik. „Unser Anliegen ist die Kommunikation zwischen den Menschen.“ Religion, Herkunft und Geschlecht spielten dabei keine Rolle. Die Werbung solle zeigen, dass Menschen mit unterschiedlichen Meinungen durch gemeinsame Freizeitaktivitäten verbunden werden könnten. Dass die Veröffentlichung der Werbung in dieselbe Woche wie das Jubiläum der Weltgerichts-Beschluss gefallen sei, sei Zufall gewesen.