Historische Chanukkageschichten VIII: Vom Recht der Wenigen

Der letzte Chanukka-Text stammt von Manfred Swarsensky. Swarsensky, geboren 1906, war promovierter Philosoph und Sprachwissenschaftler und wurde im Alter von 26 Jahren zum Rabbiner ordiniert. Damit war er 1932 der jüngste ordinierte Rabbiner im Amt. Nach 1933 entschloss er sich, seine Gemeinde in Berlin nicht im Stich zu lassen und bis zum letzten Moment, gleich seinem Vorbild und Lehrer Leo Baeck, auszuharren. Schließlich wurde er für drei Monate im KZ Sachsenhausen interniert. Nach seiner Freilassung kehrte er nach Berlin zurück, bis er schließlich 1940 über England in die USA emigrieren musste. Dort gründete er die Gemeinde Bet El in Madison, der er bis 1976 als Gemeinderabbiner vorstand. Rabbiner Manfred Swarsensky starb 1981 in Madison. Der vorliegende Text erschien im Dezember 1934 in der von Julius Goldstein gegründeten Zeitschrift „Der Morgen“ und ist ein eindringliches Dokument der Reaktionen des deutschen Judentums im Angesichts des aufsteigenden Nationalsozialismus …

Mehr …

Historische Chanukkageschichten VII: Chanuka in der Hintergasse

Die siebte Chanukka-Geschichte erschien im Dezember 1900 wiederum im zionistischen Organ „Die Welt“. Autor ist Philipp Menczel, ein Rechtsanwalt und Journalist aus Czernowitz. Menczel, 1872 geboren, war seit seiner Studienzeit Anhänger des Zionismus und gehörte zu den führenden Zionisten der Bukowina. Vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs konnte er in die USA emigrieren, wo er 1941 starb. Die vorliegende „kleine Ghettogeschichte“ zeichnet ein düsteres Bild vom Elend der jüdischen Bevölkerung in Osteuropa und stellt diesem den Zionismus gleich einem Chanukka-Wunder gegenüber…

Mehr …

Historische Chanukkageschichten VI: Das Chanukka-Fest

Der sechste historische Text zu Chanukka stammt von Dr. Simon Bernfeld, einem Literaturwissenschaftler, Historiker und Schriftsteller, der, 1860 in Galizien geboren, zu den Vertretern der ‚Wissenschaft des Judentums‘ gehörte. Heute ist er leider weitgehend in Vergessenheit geraten, und das trotz seines umfangreichen Schaffens, wie es zu seinem 60. Geburtstag in „Ost und West“ beschrieben wurde: „Wer ist Simon Bernfeld? Hier, in Berlin, wo er fast drei Jahrzehnte wohnt, wissen nicht allzu viele von seinem Können und Wirken. Die meisten deutschen Juden haben vielleicht von Bernfeld als jüdischem Publizisten, als Leiter des apologetischen Archivs des Verbandes der deutschen Juden, als Ausschußmitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, allenfalls noch als ehemaligem Redakteur der auswärtigen Politik des „Berliner Börsen-Couriers“, in den letzten Jahren als Redakteur des Gemeindeblattes der Berliner Jüdischen Gemeinde etwas gehört, und wie eine Mär aus fernen Landen ist noch zu ihnen sein Ruf als hebräischer Schriftsteller gedrungen. Den Wenigsten von ihnen ist es klar, daß gerade in der hebräischen Literatur die Wurzeln seiner Kraft ruhen, daß auf diesem Gebiete sein Lebenswerk vollbracht ward und daneben sein sonstiges Schaffen vollends in den Schatten tritt.“ Im vorliegenden Text, der 1901 in „Ost und West“ erschien, beschreibt Bernfeld das Chanukka-Fest in Vergangenheit und Gegenwart…

Mehr …

Historische Chanukkageschichten V: Eines jungen Schriftstellers Chanukafest

Die fünfte historische Chanukkageschichte ist eine Erzählung von Jizchak Leib Perez, der neben Mendele Mocher-Sforim und Scholem Alejchem zu den Gründern der modernen jiddischen Literatur zählt. Perez, 1852 in Zamość geboren, arbeitete zunächst als Rechtsanwalt, während er gleichzeitig in polnisch und hebräisch zu publizieren begann. Erst später schrieb er in jiddisch und wurde zu einem Wortführer der jiddischen Literatur, auch im politischen Bereich. Sein Haus in Warschau, wo Perez 1915 starb, wurde Mittelpunkt des kulturellen Lebens der Stadt und Treffpunkt junger Schriftsteller und Künstler. Die vorliegende Chanukka-Geschichte erschien in deutscher Übersetzung aus dem Jiddischen in der Zeitschrift „Ost und West“, die sich als „Illustrierte Monatsschrift für das gesamte Judentum“ verstand und im Kontext der „Jüdischen Renaissance“ dem westjüdischen Publikum die kulturellen Leistungen der sog. „Ostjuden“ vorstellte…

Mehr …

Historische Chanukkageschichten IV: Chanuka in der „Welt“

Der vierte historische Chanukka-Text stammt aus dem Organ der Zionistischen Bewegung „Die Welt“ aus dem Jahr 1899 und zeigt den Konflikt zwischen den Generationen auf, der sich um die Feierlichkeiten von Chanukka entsponnen hat. Autor des Artikels ist Leon Kellner, ein österreichischer Zionist und einer der ersten Anhänger Herzls, der in der „Welt“ das Pseudonym Leo Rafaels gebrauchte…

Mehr …

Historische Chanukkageschichten III: Was ist Chanukka?

Die dritte historische Chanukka-Geschichte stammt von Mendele Mocher-Sforim („Mendele, der Buchhändler“), einer der wichtigsten Jiddischisten und Begründer der modernen jiddischen Literatur. Geboren 1835 mit bürgerlichem Namen Schalom Jakow Abramowitsch in Minsk, lebte viele Jahrzehnte in Odessa, einem bedeutenden Zentrum der jüdischen Aufklärung Haskala, wo er 1917 starb. Die deutsche Übersetzung dieser Chanukka-Geschichte erschien in den „Neuen jüdischen Monatsheften“, eine nationalliberale Zeitschrift, die zwischen 1916 und 1920 erschien und sich explizit auch an ein nichtjüdisches Publikum wandte, um der „Unkenntnis in jüdischen Dingen entgegenzuarbeiten“…

Mehr …

Das Chanukka-Wunder – Historische Chanukkageschichten II

Der zweite Text in unserer Reihe historischer Chanukka-Geschichten stammt von Ignaz Maybaum. Maybaum, 1897 in Wien geboren, studierte an der Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin und wurde 1926 zum Rabbiner ordiniert. 1939 konnte er nach England emigrieren, wo er nach Kriegsende unter anderem am Leo Baeck College lehrte. Seine kurze Überlegung über das Wunder von Chanukka erschien im Dezember 1933 in der Zeitschrift „Der Morgen“…

Mehr …

Historische Chanukkageschichten I.: Der makkabaeische Freiheitskampf

Zu Chanukka möchten wir unseren Lesern jeden Tag eine historische Chanukka-Geschichte vorstellen, die einerseits die Stimmung und Probleme der jeweiligen Zeit widerspiegeln und andererseits zeigen, dass viele Überlegungen und Probleme des deutschen Judentums von damals auch heute noch von erstaunlicher Aktualität sind. Die erste Geschichte ist eine Abhandlung von Nathan Birnbaum (veröffentlicht unter seinem Pseudonym) zu den Makkabäern, erschienen 1901 in der Zeitschrift „Ost und West“…

Mehr …