Christlicher Antijudaismus in Bayern: Rabbiner Dr. A. Eckstein über Ritualmordbeschuldigungen im Raum Bayreuth (1907)

Kürzlich gab HaGalil einen Aufsatz von Dr. Yaron Harel von der Bar-Ilan-Universität zu christlichen Ritualmordbeschuldigungen im muslimischen Syrien wieder. Für mich ein geeigneter Anlass das gleiche Thema mit dem Schwerpunkt auf Bayern, meinem Geburtsland, ebenfalls zu bearbeiten. Ritualmordvorwürfe sind keine Erfindung des Christentums, wenn sie auch auf das Engste mit ihm verbunden bleiben; ihr Ursprung liegt im Altertum. Besonders in den katholischen Regionen Europas hielten sich diese Auswüchse christlichen Antijudaismus‘ noch bis in die vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts…

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Jüdische Bankiers und Heereslieferanten um 1800 in Bayern

Dass Juden in Deutschland nicht nur Opfer, sondern häufig wertvollste Kulturträger waren, dass sie bedeutende Beiträge zum Geistesleben leisteten und dass sie zum Gedeih der Wirtschaft oft entscheidend beitrugen, wird nur in sehr wenigen allgemeinen Werken zur deutschen Geschichte gewürdigt. Erfreulicherweise haben jedoch diese positiven Aspekte der jüdisch-deutschen Minderheitengeschichte in kleineren Kreisen beständig angemessene Anerkennung gefunden. Letztere schlug sich in weit verstreuten Veröffentlichungen in Zeitungen, Zeitschriften und anderen Periodika, sowohl aus der Hand jüdischer als auch aus der nichtjüdischer Autoren, nieder…

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KZ-Gedenkstätte Dachau: Von der Unfähigkeit angemessen zu gedenken

Über das oberbayerische KZ Dachau sind eine Menge Bücher, Broschüren und Faltblätter gedruckt worden. Minutiös halten sie Begebenheiten, Ereignisse und Personen der Jahre 1933 bis 1945 fest; präzise, chronologisch und systematisch berichten sie über die Verbrechen auf diesem Stück bayerischen Bodens. Keinem vernünftigen Menschen käme es daher in den Sinn diese Aufklärungsarbeit zu kritisieren. Bedauerlicherweise, und hier ist Kritik mehr als nur angebracht, endete jedoch die Bereitschaft zur Aufarbeitung der KZ-Geschichte jeweils mit dem Jahre 1945. Denn bis zur Einrichtung der Gedenkstätte im Jahre 1965 vergingen zwanzig Jahre, zwanzig Jahre, in denen Dinge geschahen, die besonders uns Nachgeborenen zu fast ebenso großer Schande gereichen, wie das, was sich vor 1945 am Rand jener Kleinstadt vor den Toren Münchens ereignete…

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Kleine Chronik des ehemaligen KZ Dachau seit 1945

Das oberbayerische KZ Dachau war das dienstälteste KZ des „Dritten Reiches“ und galt als Musterlager und Vorbild für Auschwitz und 2000 weitere kleinere und größere Lager in Deutschland und im von den Deutschen besetzten Europa; während das Entstehen des Lagers und das Leiden der Häftlinge inzwischen relativ gut wissenschaftlich erschlossen sind, fehlt noch immer eine Geschichte der Ereignisse und Begebenheiten nach Kriegsende…

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Eine judenfreundliche Stimme aus Bayern: Ignaz v. Döllinger (1881)

Bayern, jener Landstrich im Herzen Europas, für dessen Bevölkerung Xenophobie und Antisemitismus bis in die Gegenwart ein anscheinend unüberwindliches Problem darstellen, brachte immer wieder auch Persönlichkeiten hervor, die so ganz und gar nicht in dieses intolerante Umfeld passen wollten…

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Bayerisches Brauchtum bizarr: „Der Jud muß verbrannt werden!“

Wenn von den Verbrechen des „Dritten Reiches“ die Rede ist, werden diese in der bundesdeutschen Öffentlichkeit geradezu automatisch mit „den Nazis“, „den Nationalsozialisten“, „dem NS-Regime“ in Verbindung gebracht und genannt. Sehr viel seltener wird in diesem Zusammenhang (eher nachdenklich gestimmt) von „deutschen Tätern“ oder „den Deutschen“ gesprochen…

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Die Bayerische Judengesetzgebung von 1813

Wer kennt sie nicht, jene selbstgefälligen und ‚warm ums Herz‘ machen sollenden Slogans wie „leben und leben lassen“, „Liberalitas Bavariae“, „ganz natürliche bayerische Toleranz und Gastlichkeit“? Seit Jahrzehnten ‚zieren‘ sie die Jubelbroschüren der Stadt München ebenso wie sie fester Bestandteil des Vokabulars der Wahlpropaganda (fast) aller bayerischer politischer Parteien geworden sind. Nicht genug, sie fanden auch noch Eingang in die weihrauchreichen Schlussworte bayerischer Geschichtsbücher, in die immer unkritischer werdenden Artikel im Bayernteil der Zeitungen des Freistaates und natürlich in die Werbung der Fremdenverkehrsbranche (wo sie eigentlich hingehören)…

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„Die Juden zu Deggendorf“: Ein niederbayerisches Volkslied

In den längst vergangenen Zeiten ohne elektrischen Strom, ohne nennenswerte Kommunikation und ohne Individualverkehr besann sich der europäische Mensch in seiner Freizeit gezwungenermaßen vor allem auf sein kulturelles Erbe, seine Sprache, seine Bräuche und seine Musik. Das im Herzen Europas gelegene Land Bayern kann, wenn schon nicht auf anderen Gebieten, so doch auf dem der Musik mit einer ganzen Reihe auch über seine Grenzen hinaus bekannt gewordener Namen glänzen…

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„Münchner Frauen“ von Carry Brachvogel: Erinnerung an eine jüdisch-bayerische Schriftstellerin und Frauenrechtlerin

An dieser Stelle werden in lockerer Folge Dokumente aus vergangenen Tagen präsentiert und somit diese selbst und/oder ihre Autoren vor dem Vergessen bewahrt bzw. auf Texte hingewiesen, die auch heute noch von Belang sein können. Literaten, Publizisten, Politiker, Wissenschaftler und außergewöhnliche Persönlichkeiten sollen ‚zu Wort‘ kommen, aber auch Texte aus alten Periodika, oder anderes Material, welches nur in Frakturschrift vorliegt, mit einem erläuternden Begleittext versehen einer modernen Leserschaft dargeboten werden. Den Anfang macht die bayerische Schriftstellerin Carry Brachvogel, deren Biografie hier kurz umrissen sei…

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