Zum 75. Todestag von Erich Mühsam

Vor 75 Jahren, in der Nacht vom 9. auf den 10. Juli 1934, wurde Erich Mühsam im KZ Oranienburg ermordet. Der Schriftsteller und Anarchist, Sohn jüdischer Eltern und Anführer der Münchner Räterepublik war bereits kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten verhaftet worden. Aus Anlass seines Todestages geben wir neben einigen seiner Gedichte seine Selbstbiographie wider…

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Jüdisch-bayerische Geschichte: „Die Judenverfolgungen in Bayern“ von Joseph Maria Mayer (1869)

Der Beitrag zu Ignaz v. Döllinger bzw. sein Aufsatz „Die Juden in Europa“, dürften noch in Erinnerung sein. Auch heute soll wieder ein christlicher Autor zu Worte kommen, keiner zwar, der sich mit dem genannten Altmeister der Geschichtsschreibung messen könnte, und dennoch einer, der zu seiner Zeit zumindest bayernweit Gehör und Anklang fand: Joseph Maria Mayer…

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Geschichte der Juden in Bayern: Eine historische Skizze von Dr. Paul Sundheimer (1928)

Überblicksartikel zu bestimmten Regionen oder gar Ländern, vor allem, wenn sie kurz ausfallen bzw. sich auf das Wesentliche beschränken sollen, unterliegen bei der Wahl der zu berücksichtigenden Daten und Ereignisse häufig einer gewissen Subjektivität ihrer Autoren. Daher ist es angebracht in einem Medium wie haGalil möglichst viele solcher Artikel zu bestimmten Themen vorzustellen, damit sich der Leser jeweils ein objektives Bild machen kann…

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Der Dichter Ernst Toller

Der Dichter Ernst Toller soll hier nicht mit anderen Dichtern verglichen, auch nicht auf seine künstlerische Bedeutung gewertet werden. Eine solche Betrachtung literarischer Art ist an dieser Stelle, wo vor Juden über Jüdisches gesprochen werden soll, kaum angebracht, wenn es sich auch um einen Künstler aus jüdischem Blut handelt. Hier soll vielmehr eine Auseinandersetzung mit ihm versucht, soll seine Einstellung zum Geist geprüft werden, diesem Hauptproblem seines Werkes. Dies ist aber wahrlich ein jüdisches Thema. Denn wenn sich Geist auch bei allen Völkern offenbart, so wissen wir Juden doch, daß er sich bei uns vielleicht am stärksten und heftigsten offenbart hat, und zwar als das, was er im Tiefsten ist, als Liebe…

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Neonazis in Bayern: Rechtsextreme Aufmärsche im ersten Vierteljahr 2009

Die Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke, Kersten Naumann, Petra Pau sowie die Fraktion DIE LINKE reichten kürzlich eine Anfrage an die Bundesregierung ein, in der sie sich nach der Anzahl rechtsextremer Aufmärsche im ersten Quartal 2009 erkundigten. Darüberhinaus baten sie um eine Aufschlüsselung nach Orten und Bundesländern, nach weiteren Angaben zur Anzahl der Teilnehmer, zum jeweiligen Motto der Aufmärsche sowie zu den Veranstaltern bzw. zu eventuellen Querverbindungen zur NPD…

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Christlicher Antijudaismus in Bayern: Rabbiner Dr. A. Eckstein über Ritualmordbeschuldigungen im Raum Bayreuth (1907)

Kürzlich gab HaGalil einen Aufsatz von Dr. Yaron Harel von der Bar-Ilan-Universität zu christlichen Ritualmordbeschuldigungen im muslimischen Syrien wieder. Für mich ein geeigneter Anlass das gleiche Thema mit dem Schwerpunkt auf Bayern, meinem Geburtsland, ebenfalls zu bearbeiten. Ritualmordvorwürfe sind keine Erfindung des Christentums, wenn sie auch auf das Engste mit ihm verbunden bleiben; ihr Ursprung liegt im Altertum. Besonders in den katholischen Regionen Europas hielten sich diese Auswüchse christlichen Antijudaismus‘ noch bis in die vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts…

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Jüdische Bankiers und Heereslieferanten um 1800 in Bayern

Dass Juden in Deutschland nicht nur Opfer, sondern häufig wertvollste Kulturträger waren, dass sie bedeutende Beiträge zum Geistesleben leisteten und dass sie zum Gedeih der Wirtschaft oft entscheidend beitrugen, wird nur in sehr wenigen allgemeinen Werken zur deutschen Geschichte gewürdigt. Erfreulicherweise haben jedoch diese positiven Aspekte der jüdisch-deutschen Minderheitengeschichte in kleineren Kreisen beständig angemessene Anerkennung gefunden. Letztere schlug sich in weit verstreuten Veröffentlichungen in Zeitungen, Zeitschriften und anderen Periodika, sowohl aus der Hand jüdischer als auch aus der nichtjüdischer Autoren, nieder…

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KZ-Gedenkstätte Dachau: Von der Unfähigkeit angemessen zu gedenken

Über das oberbayerische KZ Dachau sind eine Menge Bücher, Broschüren und Faltblätter gedruckt worden. Minutiös halten sie Begebenheiten, Ereignisse und Personen der Jahre 1933 bis 1945 fest; präzise, chronologisch und systematisch berichten sie über die Verbrechen auf diesem Stück bayerischen Bodens. Keinem vernünftigen Menschen käme es daher in den Sinn diese Aufklärungsarbeit zu kritisieren. Bedauerlicherweise, und hier ist Kritik mehr als nur angebracht, endete jedoch die Bereitschaft zur Aufarbeitung der KZ-Geschichte jeweils mit dem Jahre 1945. Denn bis zur Einrichtung der Gedenkstätte im Jahre 1965 vergingen zwanzig Jahre, zwanzig Jahre, in denen Dinge geschahen, die besonders uns Nachgeborenen zu fast ebenso großer Schande gereichen, wie das, was sich vor 1945 am Rand jener Kleinstadt vor den Toren Münchens ereignete…

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