Widerstand gegen den Nationalsozialismus

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Als Widerstand gegen den Nationalsozialismus (auch antifaschistischer Widerstand) wird der Widerstand von Einzelpersonen wie Georg Elser, Gruppen wie der Roten Kapelle, des 20. Juli 1944, der Weißen Rose oder des Kreisauer Kreises sowie Institutionen wie Gewerkschaften, Kirchen oder politische Parteien im Deutschen Reich und den davon besetzten Staaten während der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 bezeichnet. Mancher Widerstand setzte lange vor der Machtübertragung an die Nationalsozialisten ein.

Inhaltsverzeichnis

Definition von „Widerstand“ während des Nationalsozialismus

Der politische Widerstand gegen die NS-Diktatur ist nach Richard Löwenthal als „bewusste politische Opposition“ zu verstehen, die von der „weltanschaulichen Dissidenz“ und der „gesellschaftlichen Verweigerung“ abzugrenzen ist.

„Widerstand [gegen die NS-Diktatur] ist eine Provokation, welche die Toleranzschwelle des nationalsozialistischen Regimes unter den jeweils gegebenen Umständen bewusst überschreitet mit einer Handlungsperspektive, die auf eine Schädigung oder Liquidation des Herrschaftssystems abzielt.“ (Klaus Schönhoven)

Neben dem politischen gab es auch religiösen Widerstand. Verschiedentlich verweisen Historiker darauf, dass in einer Wertung die Gefahr der Hierarchisierung des Widerstandes bestehe. Sie sei aber nicht angemessen, betrachte man Umfang, Einsatz und Wirkung der unterschiedlichen Formen.

Mit dem Begriff „widerständiges Verhalten“ versucht man neuerdings, auf neutrale Weise Handlungen zusammenzufassen, für die sich der Oberbegriff „Widerstand“ nicht unbedingt eignen würde.

Struktur des Widerstands in Deutschland

Der politische Widerstand gegen die NS-Diktatur ist von ganz unterschiedlichen Menschen und Widerstandsbewegungen geleistet worden. Es hat „keine einheitlich auftretende und handelnde deutsche Widerstandsbewegung“ gegeben (Klaus Hildebrand). Der Widerstand formierte sich sowohl unkoordiniert in Einzelaktionen (Attentat Georg Elsers im Bürgerbräukeller) als auch professionell vorbereitet in weitausgreifenden Aktionen (20. Juli 1944).

Es gab nicht nur heldenhaft stilisierte, bekannt gewordene Männer oder einige wenige Frauen, deren Widerstandsaktionen ins Rampenlicht rückten. Erst langsam erkennt die Geschichtsforschung, dass es gerade unter der Zivilbevölkerung eine Vielzahl von nie bekannt gewordenen Frauen gab, die schlicht „menschlich“ handelten und die – zumeist unter Einsatz des eigenen Lebens – vor ihrer Haustür der nationalsozialistischen Willkür mutig die Stirn boten.

In Deutschland waren alle Mittel der Verfassung zur Entmachtung Hitlers ausgeschaltet worden. Deshalb war, anders als in Italien, keine legale Absetzung Hitlers möglich. Kurz nach der Machtergreifung der NSDAP waren vor allem kommunistische, sozialdemokratische und andere linke Gruppen aktiv. Diese wurden jedoch innerhalb weniger Jahre durch die Gestapo und die SS stark geschwächt. In den folgenden Jahren waren verstärkt religiös und ethisch motivierte Gruppen und Einzelpersonen aktiv. Zu einer umfassenden, staatsstreichartig, den Staat sofort umwälzenden Widerstandsaktion war erst die Organisation um den 20. Juli fähig, die sich zu einem Großteil aus Funktionseliten des Dritten Reichs rekrutierte und mehrheitlich das System und dessen Verfolgung der Arbeiterbewegung mitgetragen hatte, solange ein siegreicher Ausgang des Krieges möglich schien.

Allen Gruppen war klar, dass sie eine verschwindend kleine Minderheit der Bevölkerung darstellten. Sie besaßen keine realistische Chance, das System grundlegend zu ändern. Eine Unterstützung durch die Alliierten erhielt der deutsche Widerstand nicht, vielmehr führte die Forderung einer bedingungslosen Kapitulation zu einer Solidarisierung mit der Führung und gab dem Widerstand keine Möglichkeit durch eine Machtübernahme die Friedensbedingungen zu verbessern.

Nach 1945 diente der Bezug auf den Widerstand oft als Identitäts- und Legitimationsgrundlage neu entstandener Organisationen und Systeme. So bezog (und bezieht) sich die als Resultat der Wiederbewaffnung entstandene Bundeswehr stark auf den 20. Juli, während der „kommunistische Widerstand“ während der NS-Zeit eine der Hauptlegitimationen der DDR wurde. Dies führte meist zu einer Überbetonung einer Form des Widerstandes im geschichtlichen Erinnern, während andere marginalisiert wurden. Einzelne Widerständler wie Georg Elser oder die Edelweißpiraten verschwanden fast vollkommen aus dem kollektiven Gedächtnis. Die Einschätzung des Wirkens hängt somit auch heute noch vom jeweiligen Standpunkt ab.

Widerstandsgruppen in Deutschland

Kommunistischer Widerstand

Kommunistischer Widerstand, hauptsächlich durch die KPD, war vor allem in der Frühzeit des Regimes aktiv. 1934/35 wurde er aufgrund seiner überschaubaren Organisationsstruktur durch Verhaftungswellen stark geschwächt und verlagerte sich teilweise in die Konzentrationslager, wo illegale Häftlingsstrukturen aufgebaut wurden. 1936-38 gingen zahlreiche Kommunisten nach Spanien, um in den Internationalen Brigaden mitzukämpfen. Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion (Juni 1941) entstanden wieder etliche kommunistische Widerstandsgruppen (unter anderem um Bernhard Bästlein, Wilhelm Knöchel, Anton Saefkow, Georg Schumann, Robert Uhrig), die sich zum Teil am Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD) orientierten. Saefkow und Bästlein hatten über Adolf Reichwein 1944 Kontakt zu den Verschwörern des 20. Juli 1944.

Als Beispiel einer von Kommunisten initiierten Widerstandsaktion in der Form eines versuchten Generalstreiks schon zu Beginn des Nationalsozialismus, siehe unter Mössinger Generalstreik.

Eine überwiegend aus jüdischen Mitgliedern bestehende kommunistische Widerstandsorganisation war die Gruppe um Herbert Baum in Berlin, deren Mitglieder 1942 nach einem Brandanschlag auf eine nationalsozialistische Propagandaausstellung im Lustgarten größtenteils verhaftet und ermordet wurden.

Sozialdemokratischer Widerstand

Mit dem Verbot der SPD am 22. Juni 1933 gruppierte sich der sozialdemokratischen Widerstand hauptsächlich in folgenden Organisationen:

Widerstand anderer sozialistischer, kommunistischer oder anarchistischer Parteien und Organisationen

Kleinere linke Organisationen nahmen in der ersten Phase des Widerstandes bis etwa 1937/38 eine (gegenüber ihrer zahlenmäßigen Stärke in der Endphase der Weimarer Republik) überdurchschnittlich große Bedeutung ein. Den genannten Organisationen war es, auch auf Grund einer realistischeren Einschätzung der Stabilität des NS-Regimes sehr viel besser als SPD oder KPD gelungen, sich auf Arbeit in der Illegalität vorzubereiten. Auch gelang es diesen Organisationen zumeist auf Grund ihrer Struktur als relativ geschlossene und gefestigte Kaderorganisationen das Gros der eigenen Mitgliedschaft in die illegale Arbeit einzubinden und Infiltrationsbestrebungen seitens Polizei und Gestapo entgegenzuwirken; ferner kam den kleineren linken Organisationen zu Gute, dass sie zunächst in einem geringeren Maße als die Massenparteien SPD und KPD seitens der Gestapo Beachtung fanden. Die zentralen und meisten regionalen Strukturen dieser Organisationen wurden bis 1937/38 von der Gestapo zerschlagen.

Gewerkschaftlicher Widerstand

Bündischer Widerstand

Mitglieder der Bündischen Jugend organisierten ihren Widerstand vor allem in:

Kultureller Widerstand

  • Die Swing-Jugend agierte mit zunehmender Verfolgung auch politisch
  • Literatur gegen Hitler und seine nationalsozialistische Ideologie (beispielsweise von Irene Harand)

Bürgerlicher Widerstand

Widerstand innerhalb der Wehrmacht

  • Geplante Verhaftung Hitlers 1938. Als Hitler in der Tschechenkrise zum Krieg entschlossen schien, plante eine Gruppe von Militärs unter Führung des zurückgetretenen Generals Ludwig August Theodor Beck die Verhaftung Hitlers. Der Plan scheiterte, als England in letzter Minute nachgab.
  • Umsturzversuch am 20. Juli 1944 (Persönlichkeiten des 20. Juli 1944)
  • Freiheitsaktion Bayern, Ende April 1945. Mehrere Wehrmachtsangehörige versuchten Bayern kampflos den US-amerikanischen Verbänden zu übergeben und weiteres Blutvergießen zu verhindern.
  • es gab auch Deutsche, die sich durch Fahnenflucht, Kriegsdienstverweigerung oder als „Kriegsverräter“ der Teilnahme am Krieg entzogen. Diese sind zum Teil bis heute nicht vollständig rehabilitiert.

Kirchlicher und religiöser Widerstand

  • Einzelne Vertreter unterschiedlicher Kirchen prangerten in Predigten Judenverfolgung oder Konzentrationslager an und erhielten daraufhin Rede- und Schreibverbot oder wurden in KZs gesteckt
  • Die Bekennende Kirche war keine Widerstandsbewegung: Sie war nur gegen eine Kirchengleichschaltung, nicht gegen den Nationalsozialismus, den viele ihrer Mitglieder euphorisch bejahten. Einige Mitglieder wie Dietrich Bonhoeffer, Paul Schneider und Martin Niemöller leisteten jedoch passiven und aktiven Widerstand.
  • Katholischer Jungmännerverband
  • Kölner Kreis
  • Junger Bundschuh
  • Clemens August Graf von Galen gegen Euthanasie und Antisemitismus Rosenbergs
  • Zeugen Jehovas: Sie beteiligten sich nicht an den Wahlen und dem Personenkult um Hitler (Hitlergruß) und verweigerten ihre Mitgliedschaft in den NS-Massenorganisationen, sie entzogen sich somit der Gewissenskontrolle und den Bekenntnisritualen des NS-Staates. Da die Nationalsozialisten mit Misshandlungen, Verhaftungen und der Todesstrafe antworteten, verbreiteten sie reichsweit mehrere Aufklärungsschriften, in denen sie Unrechtsfälle dokumentierten, die Täter beim Namen nannten und Hitler hauptverantwortlich machten – in der Schriftform sahen sie ihr einziges Mittel, das mit ihrem Prinzip der Gewaltfreiheit vereinbar war.
  • Die Mitglieder der Gemeinschaft der Siebenten Tags Adventisten Reformationsbewegung verweigerten den Wehrdienst.
  • Helmuth Hübener, Vierergruppe Hamburg, war Mitglied der Mormonen
  • Walter Klingenbeck, Vierergruppe München, war überzeugtes Mitglied der katholischen Jungschar St. Ludwig in München. Der Jugendliche und seine drei Freunde hörten ausländische „Feindsender“ wie Radio Vatikan, verteilten Flugblätter und versuchten einen eigenen Schwarzsender zu errichten.
  • Die meisten Mitglieder der Religiösen Gesellschaft der Freunde oder Quäker, zumeist innerhalb pazifistischer und/oder sozialistischer Gruppen sowie Unterstützung von Inhaftierten, Untergetauchten oder Flüchtlingen.
  • Ein seltener Fall offenen Volkswiderstandes gegen die Nationalsozialisten zeigte sich beim Kreuzkampf im Oldenburger Land, wo nach dem Verbot des Aufhängens von Kreuzen in den Schulen 1936 ein derartiger Proteststurm anhob, dass am Ende das Verbot wieder aufgehoben werden musste.
  • Hugolinus Dörr

Jüdischer Widerstand

Widerstand von Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern

Spontaner Widerstand

1943 versammelte sich eine Gruppe von Ehefrauen verhafteter jüdischer Männer vor dem Gestapogebäude und verharrte dort so lange, bis ihre Ehemänner frei gelassen wurden (siehe Rosenstraße-Protest).

Widerstand im Alltag

Im Überblick betrachtet und in Relation zur Gesamtbevölkerung gab es in Deutschland zwischen 1933 und 1945 nur sehr wenige Bürger, die im Alltag die Zivilcourage aufbrachten, sich dem System des NS-Staates zu verweigern oder gar zu widersetzen. Aber es gab vereinzelt auch diesen zivilen Widerstand im Kleinen, indem Anordnungen der Regierung nicht befolgt wurden. Es gab Eltern, die versuchten, ihre Kinder von der HJ fernzuhalten, Soldaten, die sich weigerten, an Kriegsverbrechen teilzunehmen, Bürger, die Juden versteckten oder Zwangsarbeiter mit Nahrung versorgten, Gefängnisbeamte, die Akten „verlegten“, um Häftlinge vor der Verschickung zu bewahren. Auch wenn dies Einzelaktionen waren, bedeuteten sie für die betroffenen Personen beträchtliche Gefahr.

Beitrag aus dem Exil

Es ist nicht selbstverständlich, dass jemand, dem die Flucht aus seiner in Verbrechen verfangenen Heimat gelungen ist, sich von außen am Widerstand gegen die dortige Regierung beteiligt. Von Thomas Manns Rundfunkansprachen ein Zitat an die Deutschen in seiner Heimat:

„Wenn ihr es nicht im letzten Augenblick fertigbringt, euch des Gesindels zu entledigen, das euch und der Menschheit so Schandbares angetan hat, so ist alles verloren, Leben und Ehre.“
(27. Juli 1943)

Österreichische Widerstandsgruppen

Diese hatten nicht nur die Bekämpfung des nationalsozialistischen Regimes zum Ziel, sondern auch die Befreiung Österreichs vom deutschen Reich. Vielfach waren die Mittel der Gruppen im politischen Bereich angesiedelt (Propaganda, Organisationsbildung, etc.). Des weiteren bleibt zu erwähnen, dass der Übergang zwischen Widerstandsaktivitäten und der nachrichtendienstlichen Tätigkeit für die Alliierten fließend war und somit eher als Widerstand im Untergrund zu titulieren ist. Kämpferische Gruppen bildeten die Minderheit und waren meist erst nach 1942 aktiv tätig. Für sozialdemokratische, sozialistische und kommunistische Gruppen begann der Widerstand in Illegalität und Exil allerdings schon 1933/34, als diese mit der Installierung des Ständestaates illegalisiert wurden. Charakteristisch für den Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Österreich ist die tiefe parteipolitische Fragmentierung, weswegen man grob zwischen linkem (Sozialisten, Kommunisten) und rechtem (bürgerlicher und katholischer Widerstand) Widerstand unterscheiden kann. Erst im späteren Verlauf des Krieges, und motiviert durch die Moskauer Deklaration kam es zur Ausbildung eines überparteilichen Widerstandes.

Aufzählung der diversen Gruppen:

Widerstand in den besetzten Ländern

Bulgarien

Bulgarische Partisanen beteiligen sich 1944 gemeinsam mit Soldaten der Roten Armee an der Befreiung Varnas.

Dänemark

Als die Pflicht für die Juden, den gelben Stern als Erkennungsmerkmal zu tragen, von den Nationalsozialisten auch auf das besetzte Dänemark ausgedehnt wurde, protestierten Tausende Dänen, einer weit verbreiteten, bis heute weder bewiesenen noch widerlegten Legende zufolge auch Christian X., der König von Dänemark, durch Tragen des Judensterns gegen diese Stigmatisierung.

Als ab dem 1. Oktober 1943 die dänischen Juden in Konzentrationslager deportiert werden sollten, wurde in einer beispiellosen Nacht- und Nebelaktion ein Großteil der dänischen Juden versteckt und durch dänische Fischer über die Ostsee ins sichere Schweden gebracht. So konnten über 7000 der 8000 Juden vor den Nationalsozialisten gerettet werden. (siehe Rettung der dänischen Juden)

Frankreich

1940 entstand die Vereinigung Freies Frankreich unter Charles de Gaulle.

Die Résistance kämpfte jahrelang, mit verschiedenen politischen Gruppierungen, gegen die Deutschen. Sie war auch an der Befreiung von Paris 1944 beteiligt. Wichtig war die Rolle der Frauen in der Résistance.

Als Vergeltung für Widerstandshandlungen beging die Waffen-SS das Massaker in Oradour-sur-Glane.

Griechenland

Griechische Partisanen (siehe ELAS) begingen Sabotageakte, unternahmen Anschläge auf deutsche Besatzungsdienststellen und Militärtransporte. Als Vergeltung gegen solche Widerstandsaktionen begingen deutsche Soldaten die Massaker in Kalavrita auf dem Peloponnes, in Distomo bei Delphi und in Klissura. Angehörige des SS-Panzergrenardierregiments 7 vernichteten am 5. April 1944 das Dorf Klissura und am 10. Juni 1944 das Dorf Distomon. Bei der Schlacht um Kreta im April 1941 ermordeten deutsche Gebirgsjäger am 23. Mai 1941 im kleinen Bergdorf Floria alle Einwohner, die sie ergreifen konnten, weil sich die Griechen gegen die deutsche Besatzung wehrten und dabei 14 Gebirgsjäger starben. Griechische Mönche versteckten die aus Kreta abziehenden englischen Soldaten im Kloster Prévelli an der kretischen Südküste, als denen bei ihrem Rückzug zu ihren Schiffen von deutschen Fallschirmjägern der Weg abgeschnitten war. Einer der heute bekanntesten Partisanen Griechenlands war Mikis Theodorakis.

Italien

Nach der Besetzung Italiens durch die deutsche Wehrmacht beteiligten sich Tausende Italiener als Partisanen in der resistenza. Als Vergeltung gegen solche Widerstandsaktionen beging die SS das Massaker in den Ardeatinischen Höhlen.

In allen von Deutschland besetzten Ländern kam es zu Akten von Sabotage, Direkter Aktion und des Zivilen Ungehorsams.

Jugoslawien

Jugoslawische Partisanen unter Josip Broz Tito

Luxemburg

Auch im kleinsten, vom Dritten Reich besetzten Nachbarland kam es zu Widerstandsaktionen von Untergrundgruppen wie der Lëtzeburger Patriote Liga (LPL), Lëtzeburger Freihétsbewegong (LFB), Lëtzeburger Freihétskämpfer (LFK), Lëtzeburger Volleks Legio'n (L.V.L.), Lëtzeburger Ro'de Lé'w (L.R.L.), Patriotes Indépendants (PI-Men), Lëtzeburger Freihétsbond (LFB), AlWeRaJe, die sich in D'Unio'n dem Zusammenschluss der Luxemburger Widerstandsgruppen zusammenfanden.

Niederlande

Niederländische Partisanen versteckten Juden aus Holland und Deutschland (z.B. Anne Frank oder Edith Stein), versteckten Niederländer, die vor dem Arbeitsdienst oder Arbeitseinsatz untertauchten, geflüchtete Kriegsgefangene, insbesondere abgeschossene Besatzungen alliierter Flugzeuge oder verhalfen ihnen zur Flucht über den Ärmelkanal, versteckten deutsche Wehrmachtsdeserteure, übermittelten den Alliierten in Großbritannien Umfang, Zustand und Lage deutscher Wehrmachtsverbände, insbesondere deren Vorbereitung der geplanten Invasion Englands und verübten Anschläge auf deutsche Besatzungsdienststellen und Militärtransporte.

Die niederländische Exil-Regierung in London gründete eine Stiftung, den Nationaal Steunfonds aus Staatsanleihen und niederländischen Spenden, mit dem sie die verschiedenen Aktivitäten des niederländischen Widerstands von London zu unterstützen versuchte. Zu diesem Widerstand gehörte die Ende 1942 gegründete LO Landelijke Organisatie voor Hulp aan Onderduikers, die landesweit Untergetauchten mit falschen Papieren, Lebensmittelrationierungsmarken, Geld und Verstecken zu helfen versuchte. In Aalten, unweit von Bocholt, wurde sogar 2005 ein Untertauchermuseum eingerichtet, das die groteske, reale, zeitweilige Situation erfahrbar macht, als im gleichen Haus im Erdgeschoss die Ortskommandantur und unter dem Dach Untergetauchte untergebracht waren.

Der Februarstreik in Amsterdam und Nordholland war eine Reaktion auf die ersten Judendeportationen in den Niederlanden.

Eine wichtige Rolle im Widerstand, so beim Februarstreik spielte bis zu ihrer Zerschlagung im April 1942 die Marx-Lenin-Luxemburg-Front (MLL-Front) um Henk Sneevliet, Willem Dolleman und Ab Menist (die alle am 12. April 1942 von den deutschen Besatzern ermordet wurden), die sich von den meisten anderen Widerstandsgruppen dadurch unterschied, dass sie eine Zusammenarbeit mit von ihr als monarchistisch oder imperialistisch eingeschätzten Kräften ablehnte. Die MLL-Front verfügte über ca. 500 feste Mitglieder und gab vierzehntägig die viel gelesene Untergrundzeitung Spartacus in einer Auflage von ca. 5.000 Exemplaren heraus.

Der niederländische Autor Maarten 't Hart beschäftigt sich in seinen Romanen Das Wüten der ganzen Welt und Die Netzflickerin sehr eindrucksvoll mit dem niederländischen Widerstand.

Norwegen

Der Norwegische Widerstand verhalf Juden zur Flucht nach Schweden und übermittelte den Alliierten in Großbritannien Umfang, Zustand und Lage deutscher Wehrmachtsverbände, insbesondere der Marine. Das letzte große deutsche Schlachtschiff Tirpitz wurde mit Hilfe des norwegischen Widerstands im Karrfjord am 22. September 1943 mit britischen Mini-U-Booten angegriffen (die Norweger hatten herausgefunden, dass die U-Boote-Horchgeräte am Grund des Fjords an diesem Tag wegen Wartungsarbeiten abgeschaltet wurden) und 1944 in Tromsø von britischen Bombern mit einer besonderen Bombe, der tall boy, versenkt. In Deutschland bekannteste Angehörige des norwegischen Widerstands dürfte Rut Brandt sein, die hierbei ihren späteren Ehemann, den deutschen Exilanten, Willy Brandt, kennenlernte.

Polen

Tschechien

Der Anschlag tschechischer Partisanen auf den Reichsprotektor von Böhmen und Mähren Reinhard Heydrich wurde nach fieberhafter Suche nach den am Anschlag Beteiligten von den Deutschen mit der Liquidierung des Ortes Lidice „vergolten“. Im Juni 1942 formierte General Ludvík Svoboda ein tschechoslowakisches Infanteriebataillon, aus dem eine Brigade wurde.

Slowakei

Im Spätsommer/Herbst 1944 kommt es zum Slowakischen Aufstand. Partisanen kämpfen gegen das Regime des deutschen Satellitenstaates unter dem Klerikalfaschisten Tiso. Den 2500 Partisanen stehen 50.000 deutsche Soldaten (einschließlich Waffen-SS und deren Dirlewanger-Brigade), die Hlinka-Garde und 14.500 Soldaten der slowakischen Armee gegenüber. Am 27. Oktober 1944 wurde der Widerstand gebrochen und bei den anschließenden „Säuberungen“ kam es zu Massakern und Übergriffen.

UdSSR

Der „Große Vaterländische Krieg“ war ein Krieg großer Teile des sowjetischen Volkes gegen die Eindringlinge. Neben der Roten Armee, die an der Front gegen die Eindringlinge kämpfte, gab es hinter der Front eine breite Partisanenbewegung.

Ungarn

Rettung von Zehntausenden Budapester Juden, siehe Raoul Wallenberg, Giorgio Perlasca

Persönlichkeiten, die den Widerstand trugen

In Yad Vashem, einem bedeutenden Dokumentationszentrum und Museum in Israel, wurde eine Allee von Bäumen zu Ehren derjenigen gepflanzt, die unter Einsatz ihres Lebens Juden zu retten versuchten (Wald der „Gerechten der Völker“).

Siehe auch

Literatur

Überblick

  • Adam/Steinbach (Hrsg.): Lexikon des Widerstandes 1933-1945. 1994 ISBN 3-406-37451-4
  • Wolfgang Benz/Walter H. Pehle (Hg.): Lexikon des deutschen Widerstandes. 2., durchges. Aufl. Fischer, Frankfurt am Main 1994 ISBN 3-10-005702-3
  • Peter Hoffmann: Widerstand Staatsstreich Attentat - Der Kampf der Opposition gegen Hitler. 4. neubearbeitete und ergänzte Ausgabe 1985 ISBN 349200718X
  • Michael Kißener (Hrsg.): Widerstand gegen die Judenverfolgung. 1996, ISBN 3879405115
  • Ger van Roon: Widerstand im Dritten Reich. Ein Überblick. 1979
  • Kißener/Brandt/Altgeld (Hrsg.): Widerstand in Europa - Zeitgeschichtliche Erinnerungen und Studien. 1995 ISBN 3896698508
  • Steinbach/Tuchel (Hrsg.): Widerstand gegen die nationalsozialistische Diktatur 1933-1945. 2004, ISBN 3-936872-37-6

Deutschland

  • Rainer Behring: Demokratische Außenpolitik für Deutschland. Die außenpolitischen Vorstellungen deutscher Sozialdemokraten im Exil 1933-1945. (Beiträge zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien, Bd. 117.) Droste Verlag, Düsseldorf 1999. ISBN 3-7700-5218-8
  • Buchstab (Hrsg.): Christliche Demokraten gegen Hitler. Herder 2004
  • Willy Buschak: Arbeit im kleinsten Zirkel. Gewerkschaften im Widerstand gegen den Nationalsozialismus. Hamburg 1993. ISBN 3-87916-017-1
  • Ulrich Cartarius, Opposition gegen Hitler. Deutscher Widerstand 1933-1945, Berlin 1984 ISBN 3-88680-110-1
  • Carsten Dipper: Der deutsche Widerstand und die Juden. in: Geschichte und Gesellschaft, Band 9, S. 349-380
  • Joachim Fest, Staatsstreich. Der lange Weg zum 20. Juli, Berlin 1994 ISBN 3-88680-539-5
  • Jan Foitzik: Zwischen den Fronten. Zur Politik, Organisation und Funktion linker politischer Kleinorganisationen im Widerstand 1933 bis 1939/40. Bonn 1986. ISBN 3-87831-439-6
  • Christian Graf von Krockow: Eine Frage der Ehre. Stauffenberg und das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944. 2002, ISBN 3871344419
  • Johann Neuhäusler: Kreuz und Hakenkreuz. Der Kampf des Nationalsozialismus gegen die katholische Kirche und der kirchliche Widerstand. Verlag Katholische Kirche Bayerns, München 1946
  • Hubert Roser: Widerstand als Bekenntnis. Die Zeugen Jehovas und das NS-Regime in Baden und Württemberg. 1999, ISBN 3896698990
  • Horst R. Sassin: Widerstand, Verfolgung und Emigration Liberaler 1933-1945. Bonn 1983, ISBN 3-920-59006-6
  • Inge Scholl: Die weiße Rose. 1993, ISBN 3596118026
  • Hermann Graml (Hrsg.): Widerstand im Dritten Reich - Probleme, Ereignisse, Gestalten. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main, 1994; ISBN 3-596-12236-8
  • Peter Steinbach: Der 20. Juli 1944. Gesichter des Widerstands. 2004, ISBN 3-88680-155-1
  • Hellmut G. Haasis: Den Hitler jag' ich in die Luft. Der Attentäter Georg Elser, eine Biografie. Rowohlt, Berlin 1999
  • Herbert Wagner: Die Gestapo war nicht allein... Politische Sozialkontrolle und Staatsterror im deutsch - niederländischen Grenzgebiet 1929 - 1945. LIT - Verlag, Münster 2004.
  • Fritz Wüllner: Die NS-Militärjustiz und das Elend der Geschichtsschreibung. 1991 (Deserteure)
  • Arnim Ramm, Der 20. Juli vor dem Volksgerichtshof, Wissenschaftlicher Verlag Berlin, Berlin 2007, ISBN 978-3-86573-264-4

Österreich

  • Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes [1] (Hrsg.): Widerstand und Verfolgung in den österreichischen Bundesländern 1934-1945. Eine Dokumentationsreihe
  • Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hrsg.): Erzählte Geschichte.
    • Band 1: Berichte von Widerstandskämpfern und Verfolgten - Arbeiterbewegung. 1985, ISBN 3-215-05777-8
    • Band 2: Berichte von Männern und Frauen in Widerstand wie Verfolgung - Katholiken, Konservative, Legitimisten. 1992, ISBN 3-901142-11-8
    • Band 3: Jüdische Schicksale - Berichte von Verfolgten. 1992, ISBN 3-216-06377-1
    • Band 4: Berichte von Widerstandkämpfern und Verfolgten - Spurensuche, erzählte Geschichte der Kärntner Slowenen. 1990, ISBN 3-215-07446-X
  • Berger/Holzinger/Podgornik (Hrsg.): Ich geb dir einen Mantel, dass du ihn noch in Freiheit tragen kannst. Widerstehen im KZ. Österreichische Frauen erzählen. 1987
  • Berger/Holzinger/Podgornik/Trallori (Hrsg.): Der Himmel ist blau. Kann sein. Frauen im Widerstand. Österreich 1938-1945. 1985
  • Fritz/Handl/Krause/Taus: Farbe tragen, Farbe bekennen. Katholische Korporierte in Widerstand und Verfolgung. 1988
  • Barbara T. Gahr: Widerstand und Widerstandsgruppen in Österreich. Diplomarbeit 1995
  • Radomir V. Luza: Der Widerstand in Österreich 1938-1945. 1983, ISBN 3-215-05477-9
  • Fritz Molden: Die Feuer in der Nacht. Opfer und Sinn des österreichischen Widerstandes 1938-1945. 1988, ISBN 3-85002-262-5
  • Wolfgang Neugebauer: Widerstand und Opposition. in: Emmerich Tàlos (Hrsg.): NS-Herrschaft in Österreich, 2000, S. 187-212
  • Wolfgang Neugebauer: Österreichische Freiheits- und Widerstandskämpfer im 20. Jahrhundert, in: Österreichische Freiheits- und Widerstandskämpfer, 1996, S. 42-58
  • Wolfgang Neugebauer: Der Widerstand in Österreich, in: Ger van Roon (Hrsg.): Europäischer Widerstand im Vergleich, 1985, S. 141-171
  • Josef Rausch: Der Partisanenkampf in Kärnten im Zweiten Weltkrieg. 1979
  • Tilly Spiegel: Frauen und Mädchen im österreichischen Widerstand. Wien, Frankfurt, Zürich 1966, 1987
  • Karl Stadler: Österreich 1938-1945 im Spiegel der NS-Akten. 1966
  • Herbert Steiner: Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. 1995, ISBN 3-85409-243-1
  • Tàlos/Hanisch/Neugebauer/Sieder (Hrsg.): NS-Herrschaft in Österreich. 2000, ISBN 3-209-03179-7
  • Helga Thoma: Mahner, Helfer, Patrioten. Porträts aus dem österreichischen Widerstand. 2004, ISBN 3-85167-168-6*
  • Weinzierl, Erika: Der österreichische Widerstand, in: Österreich. Die Zweite Republik. Band 1, Erika Weinzierl, Kurt Skalnik (Hrsg.), S.109-148. 1972

Europa

Frankreich

  • (Walther Flekl) Artikel : Résistance in: Frankreich-Lexikon, Berlin: Erich Schmidt, 2005, S. 833 - 836 (Lit.) ISBN 3503061843
  • Jean-François Muracciole: Histoire de la résistance en France, PUF, Que sais-je ?, Paris, 2003;
  • Alain Guérin: La Résistance Chronique illustrée 1930-1950 (5 Vol.), Livre Club Diderot, Paris, 1972;
  • Jean-Pierre Azéma: Des résistances à la Résistance, in La France des années noires T2, Éditions du Seuil, Paris, 1993;
  • Pierre Broué , Raymond Vacheron: Meurtres au maquis, Éditions Grasset, Paris, 1997;
  • Gilles Perrault : Taupes rouges contre SS, Éditions Messidor, Paris, 1986 (communistes et antifascistes allemands et autrichiens dans la Résistance en France);
  • Pierre Péan: Vies et morts de Jean Moulin, Éditions Fayard, Paris, 1998;
  • Dominique Peillon: Les Réseaux de Résistance in La France des années noires T1, le Seuil, 1993
  • Dominique Peillon , Olivier Wieviorka: La Résistance in La France des années noires T2, Éditions du Seuil, Paris, 1993;
  • Philippe Bourdrel: L'Épuration sauvage 1944-45, Éditions Perrin, Paris, 2002.

Andere Staaten und Regionen

  • Hellmut G. Haasis: Tod in Prag. Das Attentat auf Reinhard Heydrich. Rowohlt, Reinbek 2002

Weblinks

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