Heinrich Himmler

Aus HaGalil Lexikon

Wechseln zu: Navigation, Suche
Datei:HLHimmler.jpg
Heinrich Himmler

Heinrich Luitpold Himmler (* 7. Oktober 1900 in München; † 23. Mai 1945 in Lüneburg (Suizid)) war ein deutscher Politiker in der Zeit des Nationalsozialismus, zuvor Diplom-Landwirt und Geflügelzüchter. Als Leiter („Reichsführer-SS“) der SS war er hauptverantwortlich für die Durchführung des Holocaust an den europäischen Juden, Sinti und Roma und unzähliger anderer Kriegsverbrechen während des Zweiten Weltkrieges.

Inhaltsverzeichnis

1900–1925

Himmler wurde als zweiter Sohn des Oberstudiendirektors Joseph Gebhard Himmler und dessen Frau Anna Maria Heyder geboren und wuchs in bürgerlichen katholischen Verhältnissen auf. Er war der Bruder von Ernst und Gebhard Himmler, die sich ebenfalls der SS anschlossen. Doch spielten diese bei der späteren Geschichte der SS kaum eine Rolle, zu sehr war die SS mit der Person ihres Bruders Heinrich verbunden.

Himmler besuchte das humanistische Gymnasium in München und Landshut. Er galt als überaus fleißiger Musterschüler. Am Ende des Ersten Weltkriegs durchlief er die Offiziersausbildung, beendete sie jedoch nicht, sondern musste mit Kriegsende 1918 aus der Armee ausscheiden, ohne jemals an der Front eingesetzt gewesen zu sein. Dies erschien ihm als persönlicher Makel, da ansonsten alle hochrangigen Parteipersönlichkeiten Fronterfahrung hatten. Nachdem die Presse mit der Machterlangung der Nationalsozialisten gleichgeschaltet war, wurde offiziell behauptet, dass Himmler an der Front eingesetzt worden sei.

Nach dem Scheitern der Räterepublik in München, an deren Niederschlagung er sich als Angehöriger des Freikorps Lauterbach beteiligt hatte, besuchte er das Münchner Wilhelmsgymnasium und studierte danach von 1919 bis 1922 an der Technischen Hochschule München Landwirtschaft. In dieser Zeit trat er auf Wunsch seines Vaters der schlagenden schwarzen Studentenverbindung „PC Apollo“ im Rothenburger Verband Schwarzer Verbindungen (RVSV) bei (heute: Burschenschaft Franco-Bavaria München in der DB). Er schloss sein Studium mit der Diplomhauptprüfung für Landwirte ab. Anschließend arbeitete er bis zum Hitlerputsch als Laborant in einer Fabrik für künstliche Düngemittel im Norden Münchens.

NSDAP

Über seine Mitgliedschaft bei den Artamanen kam Himmler in Kontakt mit der NSDAP, der er am 2. August 1923 beitrat (Mitglied Nr. 42.404 <ref>Henrik Eberle, Matthias Uhl (Hrsg.): Das Buch Hitler. 1. Auflage. Lübbe, 2007 (Bastei Lübbe Taschenbuch, Band 64219), S. 569, ISBN 978-3-404-64219-9.</ref>). Am 9. November 1923 beteiligte er sich als Parteimitglied und in seiner Eigenschaft als Mitglied der Röhmschen Reichskriegsflagge (Fahnenträger des Freikorps) am Hitler-Putsch. Nach dem Verbot der Reichskriegsflagge am 17. Oktober 1923 betätigte sich Himmler in keiner politisch-motivierten Funktion (obwohl er sich noch 1923 kurzfristig der Bayrischen Volkspartei (BVP) <ref>Andreas Schulz/Günter Wegmann/Dieter Zinke: Die Generale der Waffen-SS und der Polizei 1933-1945, Bd. 2, Biblio-Verlag, S.226</ref> angeschlossen hatte).

Heinrich Himmlers politisches Aufstreben begann, als er sich der Nationalsozialistischen Freiheitsbewegung (NSFB) Ludendorffs angeschlossen hatte. Bereits im Februar 1924 war er deren „Parteiredner“ in Nordbayern. Ferner erneuerte er seine alten Kontakte zu Ernst Röhm und anderen Freikorps-Mitgliedern, als Himmler noch dem „Deutschvölkischen Offizierbund (DVOB)“ und der „Alt-Reichsflagge“ beitrat. (Diesen Organisationen gehörte Himmler bis 1926 an <ref>Andreas Schulz/Günter Wegmann/Dieter Zinke: Die Generale der Waffen-SS und der Polizei 1933-1945, Bd. 2, Biblio-Verlag, Seiten 226-227</ref>.)

Anfang 1925 begann sein Aufstieg in der NS-Partei Adolf Hitlers. Nachdem Himmler sich im Februar 1925 der NSDAP unter Beibehaltung seiner alten Mitgliedsnummer von 1923 wieder anschloss, trat er auch in die SA ein. Aber bereits am 8. August 1925 wechselte er in die SS (Mitgliedsnummer: 168) über und führte bis 1927 zahlreiche hauptamtliche Partei-Tätigkeiten aus, als er 1927 zum stellvertretenden Reichsführer SS benannt wurde.

Hier einige Stationen:

  1. 1925: Reichsredner der NSDAP
  2. 1925: Leiter der NSDAP-Parteipropaganda für Niederbayern
  3. 1925: Schriftführer der Gauleitung Niederbayern
  4. 1926: Gaugeschäftsführer und stellvertretender Gauleiter für Niederbayern-Oberpfalz
  5. 1926: Stellvertretener Gauleiter für Oberbayern-Schwaben
  6. 1926: Gau-SS-Führer Niederbayern
  7. 1926: Stellvertretener Reichspropagandaleiter
  8. 1927: Stellvertretener Reichsführer-SS
  9. 1927: Mitglied des Stabes der Obersten SA-Führung

Reichsführer-SS

Himmler wurde am 6. Januar 1929, nach der Absetzung Erhard Heidens als Reichsführer-SS durch Adolf Hitler einen Tag zuvor, an die Spitze der Schutzstaffel berufen.

Dieser Titel war zwischen 1926 und 1934 eine reine Dienststellung innerhalb der SA und ohne jede rechtliche Bedeutung. Das änderte sich erst im August 1934, als Himmler in die Dienststellung eines „Reichsleiters SS“ erhoben und Hitler unmittelbar unterstellt wurde. Dadurch wurde der Titel „Reichsführer-SS“ zu einem offiziellen Dienstgrad innerhalb der SS.

Machtübernahme und Röhm-Putsch

1933, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten, wurde Himmler zum Polizeipräsidenten von München ernannt. Am 30. Juni und 1. Juli 1934 hatten Heinrich Himmler und die SS den wesentlichen Anteil an der als "Röhm-Putsch" bezeichneten verdeckten Entmachtung und Ermordung der Führung der SA und anderer Gegner, wie des ehemaligen Reichskanzlers und Reichswehr-Generals Kurt von Schleicher und seiner Frau.

Reichsführer-SS und Chef der Deutschen Polizei

Der Erlass des Führers und Reichskanzlers vom 17. Juni 1936 war der wichtigste Schritt auf dem Wege der Umwandlung des Polizeiapparates in ein Instrument der absoluten Führergewalt. Von nun an war in der Person Himmlers das Parteiamt des Reichsführers-SS mit dem neu geschaffenen staatlichen Amt eines Chefs der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern institutionell miteinander verbunden. Der Erlass markierte das Ende der noch in Teilen bestehenden Polizeihoheit der Länder zugunsten der Zentralgewalt (Verreichlichung der Polizei). Zugleich wurde hierdurch der politisch gewünschte Prozess eingeleitet, durch die eingeleitete Verschmelzung mit der SS die zentralisierte Polizei aus dem Reichsministerium des Innern herauszulösen, sie dem nur Hitler unterstehenden Parteifunktionär Reichsführer-SS zu unterstellen und damit zu entstaatlichen. Dadurch, dass Himmler 1943 auch zum Reichsinnenminister ernannt wurde, wurden Innenpolitik und Polizei allerdings wieder vereint.

Himmler unterstand damit der gesamte Polizeiapparat, bestehend aus den Ämtern der Ordnungspolizei, der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) und des Reichskriminalpolizeiamts. Als Reichsführer-SS unterstand ihm weiterhin der Sicherheitsdienst (SD) als parteiinterner Nachrichtendienst. Himmler wurde in seiner neuen Eigenschaft den Befehlshabern des Heeres und der Marine sowie den Reichsministern im Rang gleichgestellt und erhielt Kabinettsrang. Damit war er zu einem der mächtigsten Männer im nationalsozialistischen Deutschland geworden. Himmler versuchte sich ebenfalls auf dem Gebiet der Außenpolitik, indem er al-Husseinis antijüdische Aktivitäten unterstütze und ihm nach seiner Flucht ins Reich ein Forum bzw. Raum für Aktivitäten gab.

Himmler war auch die treibende Kraft bei der Verfolgung Homosexueller im Nationalsozialismus und gründete 1936 die Reichszentrale zur Bekämpfung der Homosexualität und Abtreibung als Sonderabteilung der Polizei.

Per Geheimerlass wurde Himmler zusätzlich am 7. Oktober 1939 von Hitler zum "Reichskommissar zur Festigung deutschen Volkstums" ernannt. In dieser Funktion war er für die "Eindeutschung" der besetzten Gebiete in Polen zuständig. An der Vertreibung und Ermordung der eingesessenen polnischen und jüdisch-polnischen Bevölkerung und der Ansiedlung von "Volksdeutschen" in den besetzten Gebieten (v.a. im Wartheland) war er maßgeblich beteiligt.

Ab 1944 war Himmler Oberbefehlshaber des Ersatzheeres und Chef der Heeresrüstung. Ende des Jahres übernahm er die Position des Oberbefehlshabers Oberrhein, dessen Einheiten gegen die anrückenden Alliierten im Westen aufgestellt war. Am 24. Januar 1945 wurde aus Truppenteilen des Stabes des OB Oberrhein an der Ostfront die Heeresgruppe Weichsel aufgestellt, und Himmler, der in militärischen Fragen völlig unerfahren war, übernahm auf Hitlers Weisung deren Führung. Himmler gelang es nicht, seine Truppen geordnet gegen die vorrückende Rote Armee zu stellen; am 21. März gab er das Kommando wieder ab.

Datei:Himmler Dead.jpg
Die Leiche Himmlers im Hauptquartier der 2. Armee. Er trägt noch immer die Brille.

Nach Bekanntwerden seiner Kapitulationsverhandlungen mit den Alliierten am 23. April 1945 wurde er von Hitler am 29. April in dessen Testament aus der NSDAP wie auch allen Staatsämtern ausgestoßen. Himmler floh darauf in der Uniform eines Unterscharführers der Geheimen Feldpolizei. Er hatte sich auch Papiere auf den Namen Heinrich Hitzinger beschaffen können, der seiner Verkleidung zufolge ein Angehöriger der Geheimen Feldpolizei gewesen sei. Dennoch wurde er am 20. Mai oder nach anderen Quellen 22. Mai <ref>Film "Das Himmler-Projekt", 2001</ref> von britischen Einheiten in Meinstedt verhaftet, als britischen Militärpolizisten bei einer Kontrolle der neu erscheinende Ausweis auffiel. Laut Aussagen von C.S.M. Austin, einem der sechs Vernehmer, starb Himmler am 23. Mai 1945 im Verhörzimmer in der Uelzener Straße 31 in Lüneburg durch Suizid mit einer geschmuggelten Zyankalikapsel. Sein Leichnam wurde an geheimgehaltener Stelle auf dem Standortübungsplatz Wendisch-Evern verscharrt.

Die Judenvernichtung

1935 hielt Himmler vor der SS eine antisemitische Hetzrede, die vermutlich im wesentlichen mit der Schrift Der Untermensch identisch ist. Darin werden die Juden und die Kommunisten als brutal und minderwertig, als sogenannte "Untermenschen", die noch unter den Tieren stehen, charakterisiert.

Himmler war an der Ermordung der europäischen Juden maßgeblich beteiligt. Schon 1939 erhielt er in Polen als Kommissar für völkische Angelegenheiten Sondervollmachten, die polnische Intelligenz und die polnischen Juden zu bekämpfen. Im Klartext hieß dies Ermordung, Ghettoisierung und Aushungern.

Aber nicht nur die Ausrottung der europäischen Juden war ein Anliegen Himmlers. Auch über die Umsiedlung, Dezimierung und Unterdrückung der slawischen Völker machte er sich Gedanken. Himmler war maßgeblich an der Ausarbeitung des Generalplan Ost, der die Dezimierung der slawischen Völker um 30 Millionen und die Ausbeutung der Wirtschaft Osteuropas vorsah, beteiligt (siehe auch unter: Hungerplan, Programm Heinrich).

Im Vorfeld des Russlandfeldzugs wurden diese Aufgaben und Vollmachten – mit Zustimmung der Wehrmacht – nochmals erheblich erweitert. Als Ergebnis ermordeten Einsatzgruppen unter dem Befehl der SS im ersten Kriegssommer fast eine Million Menschen. Im Jahr 1941, vor dem Rußlandfeldzug, bestimmte Himmler in einer Geheimrede vor SS-Leuten in der Wewelsburg dessen Zweck so: Die Dezimierung der slawischen Bevölkerung um dreißig Millionen. (Siehe dazu auch: Himmlers Posener Rede) Dazu diente z. B. das besonders brutale Sonderkommando Dirlewanger, das zu dieser Zeit bereits im Raum Lublin im Rahmen eines sog. Programms Heinrich mordete.

Am 7. August 1942 unterzeichnete Himmler persönlich den Befehl zum Unternehmen Sumpffieber, das bisher nicht Gegenstand einer eigenen wissenschaftlichen Studie geworden ist. (Dies war eine "Aktion" zur Bekämpfung der Partisanen in Weißrussland, die von 1942 bis zum Frühling 1943 andauerte.) Lediglich im Rahmen der Wehrmachtsausstellung wurde das Unternehmen näher thematisiert durch einen Beitrag von Hannes Heer.

Himmlers größte Sorge dabei war allerdings, wie die Moral seiner SS-Männer die Ermordung der Juden verkraften würde. Im Kreis von SS-Offizieren hielt er 1943 in der Stadt Posen (polnisch Poznań) eine Rede - später bekannt unter Himmlers Posener Rede - in welcher er im Klartext von der Ausrottung der Juden sprach.

Datei:Himmlervisitseasternfront.png
Himmler besucht ein russisches Kriegsgefangenenlager, circa 1941

Im Gegensatz zu Hitler hat Himmler immer wieder die Tatorte der nationalsozialistischen Gräueltaten besucht und inspiziert, wobei er auch Zuschauer bei Massenvernichtungsaktionen wurde (Auschwitz-Birkenau, Sobibor, Einsatzgruppen, alle Konzentrationslager usw.). Bei einer Massenerschießung soll er sich beim Anblick herausquellender Gehirnmasse erbrochen haben und wenig später Vergasungen als "hygienischere" Maßnahmen zur Massentötung einführen lassen.

Zur Person

1928 heiratete Heinrich Himmler die acht Jahre ältere Margarete Boden. Mit seiner Frau betrieb er danach in Waldtrudering (bei München) eine Geflügelzucht. Nachdem er hauptamtlich für die SS tätig war, führte seine Frau den Betrieb weiter. Heinrich und Margarete Himmler hatten eine Tochter, Gudrun, genannt „Püppi“.

1940 trennte sich Himmler von seiner Frau, ohne sich von ihr scheiden zu lassen. Zusammen mit seiner Sekretärin Hedwig Potthast bekam er zwei weitere Kinder und musste zwei Haushalte gleichzeitig versorgen. Dies brachte ihn zeitweise in finanzielle Bedrängnis, denn trotz seiner Machtfülle und Skrupellosigkeit bestand Himmler darauf, sich nicht finanziell zu bereichern. Sein Gehalt als Reichsführer reichte nicht, um zwei Familien gleichzeitig zu unterhalten. Der Reichsleiter und „Sekretär des Führers“ Martin Bormann half ihm darum auf Himmlers Bitte mit einem Darlehen der NSDAP aus der finanziellen Misere.

Trotz seines unscheinbaren Äußeren und eines Hangs zu germanisch-mystischen Ideen wurde Himmler eine der wichtigsten treibenden Kräfte in der NS-Hierarchie. In dem Bestreben nach Verankerung der SS in geschichtsträchtigem Boden mietete er 1934 die Wewelsburg im Kreis Büren (Westf.). Sie sollte nach dem „Endsieg“ zum „Zentrum der neuen Welt“ und der SS-Ideologie werden. Hier soll Himmler auch - die Artussage nachahmend - eine Tafelrunde mit seinen zwölf besten Gruppenführern zelebriert haben. Bei allen zu beobachtenden Neigungen zum Okkulten ist aber festzuhalten, dass „nicht oft genug wiederholt werden kann: bei Himmler [...] gilt immer eines: Der Primat gehört der Politik!“<ref>Nicolas Goodrick-Clarke, Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus, Wiesbaden 2004, S. 197.</ref> Am eindeutigsten nachweisbar und durch vielfache Äußerungen Himmlers belegt ist aber sein Umgang mit der Figur des völkisch aufbereiteten Heinrichs I. (919-936). In seiner Nachfolge als gerühmter Slawenbekämpfer und Besieger der Magyaren 933 sah er sich für die SS Ostpolitik machen, so dass er selbst in seinem Umfeld „König Heinrich“ genannt werden konnte. (Hedwig Potthast habe noch nach Kriegsende „immer nur von ‚König Heinrich‘ gesprochen“.<ref>Katrin Himmler, Die Brüder Himmler. Eine deutsche Familiengeschichte, Frankfurt/M. 2007, S. 265</ref>) Mit Kriegsbeginn unternahm er seine Dienstfahrten im Sonderzug „Heinrich“. Die im Osten geplanten Siedlungserschließungen mit dem sich daraus ergebenden Völkermord nannte er „Programm Heinrich“, wie auch seine Feldkommando-Stelle in der Nähe des Führerhauptquartiers „Heinrich“ hieß. In der Wewelsburg gab es den für ihn reservierten Raum namens „König Heinrich“. Da schon im 13. Jahrhundert der Artus- und damit der Gralssagenkreis in die literarische Heinrichsüberlieferung übernommen worden war, Richard Wagner sie in dieser Gestalt zur Basis seines zur deutschen Nationaloper gewordenen "Lohengrin" gemacht hatte, stand für Himmler diese Tradition zur Verfügung, die einen wichtigen Teil des auf der Wewelsburg vergegenwärtigten Mythischen darstellte.

Erich Fromm porträtierte und analysierte in seinem Werk Anatomie der menschlichen Destruktivität Himmler als klinischen Fall des anal-hortenden Sadismus.

Heinrich Himmler war eine zwiespältige Persönlichkeit. Er förderte einerseits den Anbau von Heilkräutern und lehnte die Jagd als grausam ab; Untergebene und Mitarbeiter beschrieben ihn als rücksichtsvollen Vorgesetzten. Andererseits schwärmte er in seiner Jugendzeit für Dschingis Khan, marschierte in den Freikorps der 1920er Jahre und ließ die „furchtbarsten Versuche an lebenden Menschen durchführen“ <ref> Joe J. Heydecker/Johannes Leeb: Der Nürnberger Prozess, Seiten 54, 55. </ref>

Auszeichnungen

Nationalsozialistische Ehrungen und Auszeichnungen

  • Teilnehmerabzeichen des Reichsparteitages 1927
  • Teilnehmerabzeichen des Reichsparteitages 1929
  • Braunschweiger Erinnerungsmedaille S.A. Treffen Braunschweig 1931
  • SS-Totenkopfring (24. Dezember 1933)
  • Goldenes Parteiabzeichen der NSDAP (1934)
  • Medaille zur Erinnerung an den 9. November 1923 („Blutorden“ Nr. 3; 1934)
  • Ehrenwinkel der Alten Kämpfer (1934)
  • Dienstauszeichnung der NSDAP I. Stufe (für 10 Dienstjahre in Bronze, 1935)
  • SS-Zivilabzeichen (Nr. 2)*
  • Ehrendolch des Reichsführers-SS (1935)
  • Ehrendegen des Reichsführers-SS (1935)
  • Julleuchter RFSS (1935)
  • SA-Wehrabzeichen/Sportabzeichen in Bronze (1936)
  • Medaille zur Erinnerung an den 13. März 1938
  • Medaille zur Erinnerung an den 1. Oktober 1938 mit Spange Prager Burg
  • Medaille zur Erinnerung an die Heimkehrer des Memellandes
  • Goldenes Ehrenzeichen der HJ mit Eichenlaub
  • SS-Dienstauszeichnung II. Stufe (für 12jährige Dienstzeit in der SS, 1939)
  • Dienstauszeichnung der NSDAP II. Stufe (für 15 Dienstjahre in Silber, 1940)
  • „Ehrenzeichen für Verdienste im Volkstumskampf“ des Gaues Wartheland (24. Oktober 1943)

* Anmerkung: Das Zivilabzeichen Nr. 1 ging an Adolf Hitler, der auch in der SS die Mitgliedsnummer 1 erhalten hatte!

Auszeichnungen diverser Herkunft

  • Deutsche Ehrendenkmünze des Weltkrieges am Schwarz-Weiß-Roten Bande (20. Dezember 1920)
  • Gedenkmünze 1914/18 des Kyffhäuser-Bundes (18. März 1922)
  • Ehrenkreuz für Kriegsteilnehmer
  • Deutsches Olympia-Ehrenzeichen I. Klasse (Halsdekoration,1936)
  • Deutsches Reichssportabzeichen in Silber
  • Großkreuz des Ordens der Krone Jugoslawiens
  • Großkreuz des Militärordens von Savoyen mit Stern und Schulterband
  • Großkreuz des Ordens von Italien (20. April 1937))
  • Ehrenbürgerbrief der Stadt Quedlinburg (1. Juni 1937)
  • Ehrendolch der faschistischen Miliz Italiens (19. Oktober 1937)
  • Groß-Offizierskreuz des Ordens der „Heiligen Mauritius und Lazarus“ Italiens (18. Oktober 1938)
  • Luftschutz-Ehrenzeichen I. Stufe (1938)
  • Deutsches Schutzwall-Ehrenzeichen (1939)
  • Finnisches Großkreuz am roten Bande mit Schwertern (30. Juli 1940)
  • Goldene Plakette des Deutschen Auslands-Institutes (7. Oktober 1940)
  • Gemeinsames Flugzeugführer- und Beobachterabzeichen in Gold mit Brillanten (1942 ehrenhalber)
  • slowakisches Großkreuz des Ordens vom Prinzen Pribina (1943)
  • kroatisches Großkreuz des Ordens der Krone des Königs Zvonimir mit Eichenlaub (1943)

Aberkennung

Siehe auch

Quellen

<references/>

Literatur

  • Josef Ackermann: Heinrich Himmler als Ideologe. Musterschmidt, Göttingen 1970.
  • Alfred Andersch: Der Vater eines Mörders. Diogenes Verlag, Zürich 1991. ISBN 3257015976.
  • Richard Breitman: Heinrich Himmler. Der Architekt der "Endlösung" Zürich u.a. 2000
  • Joachim C. Fest: Heinrich Himmler. Kleinbürger und Großinquisitor in ders.: Das Gesicht des Dritten Reiches. Profile einer totalitären Herrschaft (11. Auflage). Piper, München und Zürich 1993, ISBN 3-492-11842-9, S. 156-175
  • Erich Fromm: Anatomie der menschlichen Destruktivität. Original USA 1973; deutsch 1974
  • Heinrich Fraenkel, Roger Manvell: Himmler. Kleinbürger und Massenmörder. Ullstein, Frankfurt am Main und Berlin 1965.
  • Frank Helzel: Ein König, ein Reichsführer und der Wilde Osten. Heinrich I. (919-936) in der Selbstwahrnehmung der Deutschen. Bielefeld: transcript, 2004, ISBN 3-89942-178-7.
  • Frank Helzel: Himmlers und Hitlers Symbolpolitik mit mittelalterlichen Herrschern - König Heinrich I. (919-936) und Kaiser Otto I. (936-973)in ihren nationalgeschichtlichen Rollen, PDF
  • Katrin Himmler: Die Brüder Himmler. Eine deutsche Familiengeschichte. S. Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 2005, ISBN 3-100-33629-1.
  • Stephan Lehnstaedt: Das Reichsministerium des Innern unter Heinrich Himmler 1943-1945. Nachweis, Zusfssg.. In: ifz heft4-2006
  • Peter Padfield: Himmler. Reichsführer-SS. Cassel & Co, London 2001, ISBN 0304358398.
  • Bradley F. Smith: Heinrich Himmler 1900-1926. Sein Weg in den deutschen Faschismus. München 1979 (Orig.: Heinrich Himmler. A Nazi in the Making. Stanford 1971)
  • Franz Wegener: Heinrich Himmler. Deutscher Spiritismus, französischer Okkultismus und der Reichsführer SS. KFVR, Gladbeck 2004, ISBN 3-93130-015-3.
  • Peter Witte, Michael Wildt, Martina Voigt (Hrsg.): Der Dienstkalender Heinrich Himmlers 1941/42. Hans Christians Verlag, Hamburg 1999, ISBN 3-76721329-X.

Film

  • Das Himmler-Projekt, Regie: Romuald Karmakar (Deutschland 2001)

Fernsehen

  • Hexenforschung in Himmlers Auftrag, MDR-Fernsehen (2004) [1]

Weblinks

Wikiquote [[q:{{#if:|:}}Heinrich Himmler|Wikiquote: Heinrich Himmler]]{{#switch:

| X = | =  – Zitate | #default = {{{3}}} }} {{#if: | ({{#iferror:Vorlage:ISO 639-1 zu Langform|

24px Die Verlinkung auf eines der internationalen Wikiquote-Projekte bedarf einer Überarbeitung. {{#if: Vorlage:Wikiquote{{#ifexist: Diskussion:Heinrich Himmler|1}}|Näheres ist auf der Vorlage:Wikiquote angegeben.}} Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
{{#ifeq: || }} }}) }}

Vorlage:NaviBlock




{{#if: Himmler, Heinrich | {{#if: | {{#if: Deutscher Politiker bzw. Reichsführer der SS in der Zeit des Nationalsozialismus | {{#if: 7. Oktober1900 | {{#if: München | {{#if: 23. Mai1945 | {{#if: Lüneburg |

ar:هينريك هيملر bg:Хайнрих Химлер bs:Heinrich Himmler ca:Heinrich Himmler cs:Heinrich Himmler da:Heinrich Himmler el:Χάινριχ Χίμλερ en:Heinrich Himmler eo:Heinrich Himmler es:Heinrich Himmler eu:Heinrich Himmler fa:هاینریش هیملر fi:Heinrich Himmler fr:Heinrich Himmler he:היינריך הימלר hr:Heinrich Himmler hu:Heinrich Himmler id:Heinrich Himmler io:Heinrich Himmler is:Heinrich Himmler it:Heinrich Himmler ja:ハインリヒ・ヒムラー ka:ჰაინრიხ ჰიმლერი ko:하인리히 힘러 lt:Heinrich Himmler lv:Heinrihs Himlers nds:Heinrich Himmler nl:Heinrich Himmler no:Heinrich Himmler pl:Heinrich Himmler pms:Heinrich Himmler pt:Heinrich Himmler ro:Heinrich Himmler ru:Гиммлер, Генрих sh:Heinrich Himmler simple:Heinrich Himmler sk:Heinrich Himmler sl:Heinrich Himmler sr:Хајнрих Химлер sv:Heinrich Himmler tr:Heinrich Himmler vi:Heinrich Himmler yi:היינריך הימלער zh:海因里希·希姆莱

Persönliche Werkzeuge