Alkoholkrankheit

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Vorlage:Infobox ICD und DSM Die Alkoholkrankheit (auch Alkoholabhängigkeit, Äthylismus, Dipsomanie, Potomanie, Trunksucht, Alkoholsucht oder Alkoholismus genannt), ist die Abhängigkeit von der psychotropen Substanz Ethanol. Im Verlauf können sich Beschaffung und Konsum von Alkohol zum lebensbestimmenden Inhalt entwickeln. Typisch sind Zwang zum Konsum, fortschreitender Verlust der Kontrolle über das Trinkverhalten, Vernachlässigung früherer Interessen zu Gunsten des Trinkens, Leugnen des Suchtverhaltens, Entzugserscheinungen bei vermindertem Konsum, Toleranz gegenüber Alkohol („Trinkfestigkeit“)<ref>Fraunhofer-Institut</ref> sowie Veränderungen der Persönlichkeit.<ref name="charite">Charité</ref>

Der übermäßige Konsum wird auch als Alkoholabusus oder Alkoholmissbrauch (Alkoholkonsum mit nachweislich schädlicher Wirkung) bezeichnet, im medizinischen Jargon manchmal stark vereinfachend auch als C2-Abusus: Die chemische Summenformel von Ethanol ist C2H5OH, C steht für Kohlenstoff.

Inhaltsverzeichnis

Alkoholabhängigkeit als Krankheit

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Fürstliche Anweisung vom 21. April 1911

Der schwedische Arzt Magnus Huss definierte im Jahr 1849 als erster den Alkoholismus als Krankheit. Er unterschied dabei zwischen der „acuten Alkoholskrankheit oder Vergiftung“ und dem „Alcoholismus chronicus“.<ref name="huss">Huss M: Chronische alkoholskrankheit oder Alcoholismus chronicus, C.E. Fritze, Stockholm und Leipzig 1852</ref> Allerdings setzte sich diese Erkenntnis lange nicht durch. Abraham Baer, Gefängnisarzt in Berlin, hingegen bezeichnete 1878 als Alkoholismus die Summe der Folgeschäden.<ref>Abraham Adolf Baer: Der Alcoholismus, seine Verbreitung: und seine Wirkung auf den individuellen und socialen Organismus sowie die Mittel, ihn zu bekämpfen, A. Hirschwald, 1878</ref> Erst Elvin Morton Jellinek, der zeitweise für die WHO arbeitete, setzte sich 1951 mit seiner durch die Arbeit mit den Anonymen Alkoholikern inspirierten Ansicht weltweit durch, dass Alkoholismus eine Krankheit ist.

Krankheitsverlauf und -bild

Die Alkoholkrankheit verläuft nicht einheitlich. Die Vorstellung von einer Alkoholabhängigkeit als einheitlich verlaufender, chronisch-progredienter (dauerhaft fortschreitender), schließlich zu sozialem Abstieg (siehe auch: Elendsalkoholismus) oder Tod führender Sucht hat sich als falsch erwiesen.<ref name="Lindenmeyer">Lindenmeyer, J.: Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit. In: Wittchen, H., und Hoyer, J.: Klinische Psychologie und Psychotherapie. Springer, Berlin, 2006, ISBN 3-540-28468-0</ref><ref name="Vaillant" /> Der Vollständigkeit halber wird der – heute als überholt zu betrachtende – Ansatz von Jellinek dennoch dargestellt.

Das ICD-10 klassifiziert Alkohol in der Kategorie F10 „Psychische und Verhaltensstörungen durch Alkohol“. Im amerikanischen Diagnosemanual DSM IV ist die Alkoholabhängigkeit mit 303.90 Alkoholmissbrauch mit 305.00 codiert.

Die Beratungsliteratur verzichtet weitgehend auf den Begriff „Alkoholismus“, der vorwiegend in der wissenschaftlichen Literatur verwendet wird. Damit sollen der Krankheitswert dieser Störung betont und Hemmungen abgebaut werden, die Hilfe eines Arztes zu suchen.

Die Alkoholkrankheit kann bereits durch regelmäßigen Konsum kleiner Mengen beginnen. Nicht immer fallen die Betroffenen durch häufige Rauschzustände auf. Die Alkoholkrankheit ist nicht immer von außen bemerkbar. Ist der Betroffene weiterhin leistungsfähig, spricht man von einem funktionierenden Alkoholiker. Die Krankheit verläuft oft relativ unauffällig und langsam, meist über mehrere Jahre hinweg. Den Betroffenen wird die Schwere ihrer Krankheit oft nicht bewusst; oft leugnen sie diese ganz.

Männer sind seit jeher weitaus häufiger betroffen als Frauen. Von zwischen 1,3 und 2,5 Millionen Alkoholabhängigen in Deutschland<ref name="Bundesdrogenbeauftragte">Bundesdrogenbeauftragte: Suchtbericht 2009 (Seite 38)</ref> sind etwa 70 Prozent Männer. Die Tendenz bei Frauen ist jedoch steigend. Während Frauen meist erst im mittleren Alter beginnen, auffällig zu trinken, sind bei Männern Anfänge eines exzessiven Trinkverhaltens oft schon früher erkennbar.

Wegen des hohen Abhängigkeitspotentials von Ethanol wird häufig propagiert, ganz auf Getränke, Speisen, Medikamente usw., zu verzichten, welche Alkohol enthalten. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht man Unterstützung, etwa durch Selbsthilfegruppen und Psychotherapien.

Die Folgen der Alkoholkrankheit für die körperliche und psychische Gesundheit sind vielfältig und oft tödlich.

siehe auch Abschnitt → Folgekrankheiten (im Artikel)

Krankheitsverlauf

Der amerikanische Physiologe Elvin Morton Jellinek stellte 1951 eine bis heute weit verbreitete Einteilung des Ablaufes der Alkoholkrankheit vor. Dabei unterschied er vier Phasen:

  • Prodromal- oder Vorläuferphase
    Jellinek sah als typisch für seine Prodromal- oder Vorläuferphase an, dass das Trinken in sozialen Zusammenhängen beginnt. Wie die meisten Menschen trinkt der potentielle Alkoholiker in Gesellschaft, nur dass er beim Trinken bald eine befriedigende Erleichterung verspürt. Diese schreibt er allerdings eher der Situation zu, dem Feiern, Spielen oder der Gesellschaft. Er beginnt, derartige Gelegenheiten zu suchen, in denen „nebenbei“ getrunken wird.
    Mit der Zeit entwickelt sich Toleranz gegenüber dem Alkohol, das heißt, er braucht mehr Alkohol als früher, um den angestrebten Zustand der Euphorie zu erreichen. Er trinkt häufiger, auch zur Erleichterung seines Befindens. Die psychische Belastbarkeit lässt nach, so dass er bald täglich trinkt. Ihm und seinem Umfeld fällt dies meist noch nicht auf.
  • Symptomatische Phase
    Jellinek definiert diese als die Phase erster Auffälligkeiten.
    Beim Alkoholiker in dieser Phase treten beispielsweise Gedächtnislücken (Amnesien) auf. Er kann sich vollkommen normal verhalten und sich dennoch manchmal an wenig erinnern, ohne dass er erkennbar betrunken gewesen ist. Der Alkohol ist nun kein bloßes Getränk mehr, er wird vom Alkoholiker gebraucht. Er beginnt zu merken, dass er anders als andere Menschen trinkt und versucht, nicht aufzufallen. Deshalb beginnt er heimlich zu trinken. Er denkt häufiger an Alkohol als üblich und trinkt die ersten Gläser hastig, um möglichst schnell die Wirkung zu bekommen. Da sich mittlerweile Schuldgefühle wegen seines Trinkens einstellen, versucht er das Thema Alkohol in Gesprächen zu vermeiden.
    Der Übergang zum chronischen Alkoholismus ist durch ein meist unauffällig gesteigertes Bedürfnis und Verlangen nach Alkohol gekennzeichnet; nach und nach ist wegen der körperlichen Gewöhnung eine immer höhere Alkoholmenge nötig, um dieselben psychischen Effekte zu erreichen wie zu Anfang des Trinkens. Ein zunächst nur gelegentliches Erleichterungstrinken kann dann zum dauernden Entlastungstrinken ausarten.
  • Kritische Phase
    Der Alkoholiker kann sein Trinken nun überhaupt nicht mehr kontrollieren. Er kann zwar über längere Zeit abstinent sein. Nach dem ersten kleinen Menge Alkohol jedoch hat er ein nicht mehr zu beherrschendes Verlangen nach mehr, bis er betrunken oder zu krank dazu ist, weiterzutrinken (Craving).
    Er selbst glaubt, dass er in diesen Situationen nur vorübergehend seine Willenskraft verloren hat, ist dem Alkohol gegenüber allerdings schon machtlos, d.h. alkoholabhängig. Diese Abhängigkeit ist ihm meistens nicht bewusst oder wird verdrängt. Er sucht Ausreden für sein Trinken, erst recht für seine Ausfälle, für die er überall, nur nicht in seinem Alkoholmissbrauch Gründe und Ursachen findet.
    Diese Erklärungsversuche sind ihm wichtig, da er außer dem Alkohol keine anderen Lösungen seiner Probleme mehr kennt. Er wehrt sich damit gegen soziale Belastungen. Wegen seines Verhaltens kommt es immer häufiger zu Konflikten mit der Familie.
    Ganze Familien isolieren sich, wenn sie den Trinkenden „decken“ (Co-Alkoholismus, Co-Abhängigkeit) oder die Angehörigen sich seiner schämen. Der Alkoholiker kann so in die Rolle eines Despoten geraten. Sein schrumpfendes Selbstwertgefühl kompensiert er dabei immer mehr durch gespielte Selbstsicherheit und großspuriges Auftreten.
    Der Süchtige kapselt sich zunehmend ab, sucht aber die Fehler nicht bei sich, sondern bei anderen. Er verstärkt seine soziale Isolierung immer mehr, während er zu anderen Zeiten oft geradezu verzweifelt um Nähe, Verständnis und Zuspruch bettelt. Mancher bagatellisiert sein Trinkverhalten mit bekannten Sprüchen wie „Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren…“. Oder er verliert das Interesse an seiner Umgebung ganz, richtet seine Tätigkeiten nach ihrem Trinken aus und entwickelt so ein immer eigenbrötlerisches Verhalten mit Selbstmitleid, in dem er sich wiederum mit Alkohol „tröstet“. Soziale Isolation und Verstrickung in Lügen und Erklärungen werden zu besonders auffälligen Merkmalen von chronisch gewordenem Alkoholismus.
  • Chronische Phase
    Der Alkohol beherrscht den Trinker nun vollkommen. Seine Persönlichkeit verändert sich. Er trinkt unter der Woche, am hellen Tag, schon am Morgen. Räusche können sich über Tage erstrecken. Sozialer Kontakt ist im chronischen Stadium meist nur noch mit Menschen möglich, die gleichfalls viel trinken. In der Gruppe entwickeln sie, bestärkt durch einander, ein noch auffälligeres Verhalten, bis im Rauschzustand der letzte Rest Anstand, Rechtsbewusstsein und Selbstachtung schwindet. Motorische Unruhe und Angstzustände können nun ein Entzugssyndrom ankündigen, das nur mit Weitertrinken vermieden werden kann.
    In dieser Phase kann kaum noch von „Befriedigung“ im Rausch die Rede sein. Vielmehr vermeidet und bekämpft der Süchtige meist nur noch schnell oder verstärkt auftretende Entzugssymptome, wenn nötig mit Hilfe von Billigprodukten oder sogar vergälltem Alkohol wie Brennspiritus.
    Im Endstadium der chronischen Phase können Alkoholpsychosen mit typischen Halluzinationen, Angst und Desorientierung auftreten, oft verbunden mit unbestimmten religiösen Wünschen. Epileptische Anfälle oder ein lebensgefährliches Delirium tremens können auftreten. Nicht wenige Alkoholiker nehmen sich das Leben.
    In dieser Endphase ist der Kranke am ehesten bereit, Hilfe anzunehmen. Einweisung in ein geeignetes, meist psychiatrisches Krankenhaus zur „Entgiftung“ oder besser gesagt zum „körperlichen Entzug“ ist dann lebensrettend und ein mögliche „Einstieg“ zur nötigen Entwöhnungsbehandlung an sich.


Gundula Barsch 2003<ref>Barsch G: Alkoholismus: Modelle u. deren Probleme, abgerufen 14. Oktober 2010</ref>

  • Initialphase = Initialphase = Ausprobieren und Experimentieren mit Hauptmotiv Neugier
  • Veränderung der Konsummotivation
  • Verlagerung der Bezugsgruppe
  • Einübung im Sinne des Erlernens der Regeln eines Konsummilieus
  • Externes Labeling = Zuschreibung von Eigenschaften der Person durch Außenstehende
  • Milieutypisches Selbstmanagement = Übernahme eines drogenbezogenen Lebensstiles mit entsprechenden Werten, Normen und Verhaltensstilen
  • Subsumption der eigenen Identität unter die der Kategorie des Abhängigen = Übernahme im Selbstbild und als Orientierung für Verhalten

Ausprägungen der Krankheit

Magnus Huss definierte<ref name="huss" /> 1849 die „acute Alkoholskrankheit“: Hierzu zählte Huss neben dem, was heute als Alkoholvergiftung bezeichnet wird, auch das Delirium tremens, da es ein akuter Zustand einer chronischen Vergiftung sei. Die „chronische Alkoholskrankheit“ unterteilte er danach, ob die Symptome von der somatischen (körperlichen) oder der psychischen (seelischen) „Sphäre“ ausgehen oder aber oder von beiden.

Jellineks heute noch verbreitetes Konzept von 1951<ref>Jellinek, E. M., The Disease Concept of Alcoholism, Hillhouse, (New Haven), 1960</ref> unterteilt Alkoholkranke in fünf Typen:

  • Der Alpha-Typ (Erleichterungstrinker) trinkt, um innere Spannungen und Konflikte (etwa Verzweiflung) zu beseitigen („Kummertrinker“). Die Menge hängt ab von der jeweiligen Stress-Situation. Hier besteht vor allem die Gefahr psychischer Abhängigkeit. Alphatrinker sind nicht alkoholkrank, aber gefährdet.
  • Der Beta-Typ (Gelegenheitstrinker) trinkt bei sozialen Anlässen große Mengen, bleibt aber sozial und psychisch unauffällig. Betatrinker haben einen alkoholnahen Lebensstil. Negative gesundheitliche Folgen entstehen durch häufigen Alkoholkonsum. Sie sind weder körperlich noch psychisch abhängig, aber gefährdet.
  • Der Gamma-Typ (Rauschtrinker, Alkoholiker) hat längere abstinente Phasen, die sich mit Phasen starker Berauschung abwechseln. Typisch ist der Kontrollverlust: Er kann nicht aufhören zu trinken, auch wenn er bereits das Gefühl hat, genug zu haben. Obschon er sich wegen der Fähigkeit zu längeren Abstinenzphasen sicher fühlt, ist er alkoholkrank.
  • Der Delta-Typ (Spiegeltrinker, Alkoholiker) ist bestrebt, seinen Alkoholkonsum im Tagesverlauf (auch nachts) möglichst gleichbleibend zu halten; deshalb der Begriff Spiegeltrinker (konstante/r Blutalkoholkonzentration bzw. -spiegel). Dabei kann es sich um vergleichbar geringe Konzentrationen handeln, diese steigen jedoch im Verlauf der fortschreitenden Krankheit und der damit sich erhöhenden Alkoholtoleranz meist an. Der Abhängige bleibt lange sozial unauffällig („funktionierender Alkoholiker“), weil er selten erkennbar betrunken ist. Dennoch besteht starke körperliche Abhängigkeit. Er muss ständig Alkohol trinken, um Entzugssymptome zu vermeiden. Durch das ständige Trinken entstehen körperliche Folgeschäden. Deltatrinker sind nicht abstinenzfähig und alkoholkrank.
  • Der Epsilon-Typ (Quartalstrinker, Alkoholiker) erlebt in unregelmäßigen Intervallen Phasen exzessiven Alkoholkonsums mit Kontrollverlust, die Tage oder Wochen dauern können. Dazwischen kann er monatelang abstinent bleiben. Epsilon-Trinker sind alkoholkrank.

Cloninger definierte 1981 nur noch zwei Typen<ref>Cloninger C.R., Bohman, M., Sigvardsson, S.: Inheritance of alcohol abuse: cross-fostering analysis of adopted men. In: Archives of General Psychiatry 1981; p. 38:861-869.</ref>:

  • Der Typ I- Alkoholismus: Der „millieugeprägte“ Alkoholismus kennt sowohl männliche als auch weibliche Betroffene. Bei beiden kann der Missbrauch schwer, aber auch mild verlaufen. Die Krankheit verschlimmert sich meist schnell. Je niedriger der soziale Status, desto schwerer ist der Verlauf. Der Betroffene versucht ausgeprägt, Schaden von sich fern zu halten und ist relativ abhängig von „Belohnung“. Bei ihm sind Depressionen und Angststörungen verbreitet, die er mit Alkohol zu bekämpfen sucht. Die genetische Disposition ist in der Regel gering ausgeprägt.
  • DerTyp II-Alkoholismus
    Dieser Typ hat ausschließlich männliche Betroffene. Der Abusus ist üblicherweise eher mittelschwer, manifestiert sich aber früh. Während die Mutter meist unauffällig ist, hat der Vater sein Alkoholproblem oft schon vor dem 25.Lebensjahr entwickelt und neigt zudem zu Kriminalität. Der Betroffene zeigen oft asoziales Verhalten bei gleichzeitig hoher Risikobereitschaft. Sie nutzen den Alkohol zum Euphorisieren und neigen auch zum Missbrauch anderer Stimulantien. Wahrscheinlich sind hier die Gene wesentlich entscheidender als die sozialen Faktoren.

S.Y. Hill ergänzte im Jahr 1992<ref>Hill SY. Absence of Paternal Sociopathy in the Etiology of Severe Alcoholism: Is There a Type III Alcoholism? Journal of Studies Alcohol 1992; 53: 161-169</ref> zu Clonigers Einteilung noch den

  • Typ III-Alkoholiker', welcher ebenso wie der Alkoholiker vom Typ II stark genetisch bedingt ist, jedoch keine antisoziale Komponente aufweist.

Kritik an Jellineks Konzepten

Diese werden mittlerweile in Frage gestellt. George Eman Vaillant beispielsweise hält wie auch Johannes Lindenmeyer diese Sicht des Verlaufs für zu geradlinig, vorbestimmt und nicht aufhaltbar. Zudem stützen sie sich zwar auf Erfahrungen, nicht aber auf wissenschaftliche Studien. Er hält dagegen, dass etliche wieder zu maßvollem Trinkverhalten oder auch zur Abstinenz zurückfinden. Das Grundkonzept hält er aber für korrekt.<ref name="Vaillant">George E. Vaillant, The Natural History of Alcoholism, Cambridge/Mass. 1983;</ref><ref name="Lindenmeyer" />

Biologie der Alkoholsucht

Alkohol beeinflusst den Stoffwechsel im Gehirn erheblich. Er stimuliert dabei die GABA-Rezeptoren in Gehirn und Nervensystem und hemmt die NMDA-Rezeptoren,<ref name="kretz">F.-J. Kretz, K. Becke: Anästhesie und Intensivmedizin bei Kindern. 2. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2006, ISBN 978-3-13-110232-4, S. 23</ref> wodurch Alkohol entspannend und angstlösend<ref>Weshalb sich Menschen unter Alkoholeinfluss riskant verhalten</ref> wirken kann. Da die GABA-Rezeptoren allerdings bei ständiger Stimulation Toleranz entwickeln, werden bei längerem Alkoholmissbrauch immer größere Mengen benötigt, um den gewünschten Effekt zu erzielen.

Diese Effekte beruhen auch auf der erhöhten Produktion von Dopamin und Endorphinen. Aber auch die starken Entzugssymptome begünstigen eine einmal vorhandene Abhängigkeit.<ref name="ganten">Detlev Ganten, Klaus Ruckpaul: Erkrankungen des Zentralnervensystems. Springer, 1999, ISBN 978-3-540-64552-8, S. 180</ref>

Wird der Alkohol plötzlich nicht mehr zugeführt, fehlt die „Regulierung“ der verschiedenen Rezeptoren. Dies erklärt die verschiedenen Symptome des körperlichen Entzugssyndroms. Durch die nicht mehr vorhandene Unterdrückung der Nervenzellen entstehen durch deren Übererregung Angstgefühle, Zittern, Halluzinationen bis hin zu Krampfanfällen. Deshalb trinkt der Kranke frühzeitig wieder Alkohol, um die quälenden Symptome zu beseitigen.

Krankheitsursachen

Vorauszuschicken ist, dass die aufgeführten Faktoren zwar das Risiko erhöhen, an Alkoholismus zu erkranken, aber nicht dazu führen müssen. Alkoholkranke nennen sehr häufig psychosoziale Faktoren als „Begründung“ für ihr Trinken, wobei sie außer Acht lassen, dass andere durch die gleichen Faktoren nicht dem Alkohol verfallen. Ein Alkoholkranker sucht Gründe für seine Sucht meistens bei anderen bzw. bei Faktoren, die er nicht selbst in der Hand hat, um nicht „selbst schuld“ zu sein.

Genetische Faktoren

Die Forschung geht gegenwärtig davon aus, dass die Alkoholkrankheit zu 40 bis 60 % genetisch beeinflusst wird.<ref>Kendler, K.S., Prescott, C.A., Neale, M.C., Pedersen, N.L. (1997): Temperance board registration for alcohol abuse in a national sample of Swedish male twins, born 1902 to 1949. Arch Gen Psychiatry. 54(2): 178–84.</ref> Zu den genetischen Faktoren zählen beispielsweise eine bei manchen Völkern kaum produzierte Alkoholdehydrogenase. Ein Mangel an diesem Enzym macht wegen schwerer Vergiftungserscheinungen den Alkoholismus unwahrscheinlicher.

Genetisch bedingt sein kann auch ein Mangel am Neurotransmitter Dopamin, der beim Konsum von Alkohol vermehrt ausgeschüttet wird und die Stimmung hebt (Belohnungssystem). Weitere genetische Faktoren werden derzeit noch untersucht.<ref>Catrin Wernicke: Genetische Aspekte der Alkoholerkrankung, abgerufen 13. Oktober 2010</ref>

Ob eine vererbte Überproduktion des Enzyms Salsolinol an der Entwicklung einer Alkoholabhängigkeit beiteiligt ist, wurde untersucht. Im Tierversuch stieg nach Gabe von Alkohol die Produktion von Salsolinol und damit die Stimmung deutlich an. Weniger Salsolinol würde dementsprechend weniger Belohnungsreize auslösen und damit eine geringere Gefahr bedeuten. Dies wurde mittlerweile jedoch widerlegt.<ref>Musshoff F, Lachenmeier D W, Schmidt P, Dettmeyer R, Madea B: Systematic Regional Study of Dopamine, Norsalsolinol, and (R/S)-Salsolinol Levels in Human Brain Areas of Alcoholics, 2005</ref>

Etwa 80 % der stationär behandelten Alkoholiker haben Verwandte ersten oder zweiten Grades, die Alkoholprobleme haben. Sind Verwandte ersten Grades betroffen, ist das Risiko, auch zu erkranken, um das siebenfache erhöht. Zudem wurde in Zwillingsstudien festgestellt, dass bei Frauen offenbar die Vererbung mehr im Vordergrund steht, während Männer stark von Umwelteinflüssen abhängig sind.<ref name="singer" />

Wissenschaftler des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN) schrieben in der Fachzeitschrift „Molecular Psychiatry“, dass Untersuchungen zufolge zwei Mutationen im CRHR1-Gen (Corticotropin releasing hormone receptor 1) die Anfälligkeit zum gesteigerten Alkoholkonsum beeinflussen. Dieses Gen ist für ein Protein verantwortlich, das bei der Verarbeitung von Stress und der Steuerung von Gefühlen eine Rolle spielt. Das Risiko der Erkrankung von Kindern, die getrennt von ihren alkoholkranken Eltern aufwuchsen, ist demnach drei- bis viermal höher als das von Kindern nicht alkoholkranker Eltern.

Eine Veränderung des MAOA-Gens scheint mit Alkoholismus, Drogenmissbrauch und antisozialem Verhalten in Verbindung zu stehen (siehe auch: Warrior Gene).<ref>MAOA-uVNTR polymorphism in a Brazilian sample: Further support for the association with impulsive behaviors and alcohol dependence</ref>

Wissenschaftler und Ärzte sind sich jedoch nicht schlüssig, ob das Suchtverhalten in diesen Fällen wirklich vererbt oder eher erlernt ist.

Individuelle Ursachen

Wahrscheinlich ist die Entstehung der Sucht – wie bei vielen psychischen Krankheiten – multifaktoriell. Die Hauptursache für die Erkrankung scheint in der psychosozialen Entwicklung zu liegen. Ein Faktor ist die sogenannte Vulnerabilität (psychische Verletzlichkeit) des Einzelnen. Alkohol – und Drogen allgemein – werden häufig zum Abbau innerer Spannungen konsumiert. Spannungen entstehen z.B. dann, wenn das Selbstbild eines Menschen (etwa besonders männlich oder erfolgreich zu sein) durch gegenteilige Erfahrungen in der Realität gefährdet wird. Alkohol- und Drogenkonsum ist daher oft bei Menschen mit überdurchschnittlichem Narzissmus zu beobachten.

Familiäre Ursachen

Der erste Kontakt mit Alkohol findet zumeist auf Familienfeiern statt. Kinder aus Elternhäusern, in denen viel Tabak oder/und Alkohol konsumiert werden, fangen früher und intensiver an, damit zu experimentieren. Hierbei fällt auf, dass der Einfluss des Konsumverhaltens der Mutter größer ist als der des Vaters, was offenbar zum einen daran liegt, dass noch immer Mütter mehr an der Erziehung beteiligt sind. Erleben die Kinder das jedoch sehr negativ, können sie auch eine ablehnende Haltung gegenüber dem Alkohol entwickeln.

Auffallend häufig treten Suchterkrankungen auf, wenn in der Kindheit viele traumatisierende Ereignisse vorliegen. Physische, psychische und sexuelle Gewalt (sexueller Missbrauch) verbunden mit Sucht in der Herkunftsfamilie sind erhebliche Risikofaktoren.<ref name="Thomasius">Rainer Thomasius, Oliver Bilke: Familie und Sucht: Grundlagen – Therapiepraxis – Prävention, Schattauer, Stuttgart 2004</ref>

Jugendliche mit alkoholabhängigen Eltern haben eine auffallend geringere Aktivität der Amygdala (emotionales Zentrum im Gehirn) , was das Risiko, selbst krank zu werden. deutlich erhöht.<ref>Glahn D C, Lovallo WR, Fox PT: Reduced Amygdala Activation in Young Adults at High Risk of Alcoholism: Studies from the Oklahoma Family Health Patterns Project, Biol Psychiatry. 2007 Jun;61(11):1306-9</ref>

Gesellschaftliche Ursachen

Alkohol ist in vielen Kulturen eine gesellschaftlich anerkannte, einfach und billig zu beschaffende Droge, deren Konsum in manchen Situationen geradezu erwartet wird. Beispiele sind die „bürgerliche“ Trinkkultur (Wein, Sekt, Whisky) oder das „proletarische“ gemeinsame „Saufen“ von Bier und Schnaps. „Feierabendbierchen“ oder „ein gutes Glas Rotwein“ sind auch in „höheren“ Schichten Normalität.

Alkohol ist in vielen Nationen in den Alltag integriert. Besonders „trinkfeste“ Männer gelten bisher als belastbar, männlich und erfahren. Dies begünstigt Alkoholmissbrauch und Alkoholsucht.

Nachgewiesen ist, dass Belastungen der Arbeitswelt das Suchtrisiko fördern<ref>Münster Universitätszeitung (17. November 1999): „Wenn Arbeit zur Sucht wird: Sozialwissenschaftler untersuchten Zusammenhang zwischen Gratifikation und Stresstrinken“</ref> (siehe dazu auch: Gratifikationskrise).

Weitere Schutz- und Risikofaktoren

Stillen schützt vor Alkoholismus. Das ergab eine Auswertung der „Copenhagen Perinatal Cohort“ Studie. Die Langzeituntersuchung umfasst die Daten von 6562 inzwischen 44- bis 46-jährigen Kopenhagenern. Das Risiko, alkoholabhängig zu werden, war für Probanden, die als Kind nur kurz gestillt wurden, um fast 50 Prozent höher als das von Teilnehmern, die lange gestillt worden waren.<ref>Dr. Regiona Albers: Suchtforschung: Stillen schützt vor Alkoholismus Focus online vom 25. April 2006 </ref>

Folgen der Alkoholabhängigkeit

Wesensveränderung

Die alkoholtoxische Wesensveränderung<ref name="charite" /> ist eine der schwerwiegendsten Folgen des Alkoholkonsums. Sie ist eine Vergiftung durch langjährigen, regelmäßigen Alkoholkonsum. Neben deutlicher Leistungsminderung und Störungen in der Leistung von Gedächtnis, Konzentration, Antrieb und Aufmerksamkeit fällt ein häufiges Auftreten von Eifersuchtswahn auf. Betroffen sind also vor allem die Reaktionsmuster des Betroffenen auf alltägliche Belastungen und Konflikte, die die Betroffenen in ihrer Gesamtpersönlichkeit als unharmonisch-entdifferenziert erscheinen lassen. Als Komorbiditäten (Begleiterkrankungen) sind auch Depressionen verbreitet. In der Folge langfristigen Alkoholismus treten auch zuvor nicht vorhandene psychotische Störungen auf. Zudem engen sich die Interessen stark auf die Sucht ein, während bisherige Interessen sowie Körperpflege und -hygiene stark vernachlässigt werden.<ref name="auto_1">Dt Ärztebl 2001; 98: A 2732–2736 [Heft 42]</ref> Sehr problematisch ist auch die oft erhöhte Aggressivität und Gewaltbereitschaft. Immerhin sind bis zu 35 % der Fälle häuslicher Gewalt auf Alkoholkrankheit zurückzuführen.<ref name="charite" />

Zur Wesensveränderung gehört auch die Neigung, die Alkoholkrankheit zu leugnen oder zu bagatellisieren. Die Wesensveränderung ist bei Alkoholabhängigen unterschiedlich. Viele Alkoholkranke leiden, ohne dies vollständig wahrzunehmen.

Folgen für die Familie

Die Probleme eines Alkoholkranken werden oft vom Lebenspartner und von der ganzen Familie mitgetragen oder kompensiert. Einerseits gewinnen sie aus ihrer Hilfeleistung eine persönliche oder gesellschaftliche Anerkennung, andererseits auch eine Entwertung. Langfristig kann sich bei ihnen ein Ausgebranntsein entwickeln, das Burnout-Syndrom. Das Gefühl, dem Alkoholkranken zu helfen, kann anfangs das persönliche Selbstwertgefühl steigern. Später dominiert ein Gefühl der Hilflosigkeit. Dieses Verhalten ist als „Helfersyndrom“ bekannt. In Selbsthilfegruppen – Al-Anon – wird die Alkoholkrankheit als Familienkrankheit gesehen. Der Grund: In der Familie bzw. in der Partnerschaft sind oft alle an einer Manifestation der Sucht und deren sozialen Folgen beteiligt. Durch Verleugnung der Probleme und der Denkmuster, aber auch durch das Verhalten der Angehörigen selbst wird die Krankheit des Alkoholikers stabilisiert und ein professioneller Versuch der Genesung erschwert. Partner, die solchen Mechanismen unterliegen, werden als Co-Alkoholiker bezeichnet.<ref>Die Presse vom 8. Juni 2007: Bericht von Elke Schuster (Pseudonym): Mein Sohn, der Trinker. Chronik einer Selbstvernichtung</ref>

Gesellschaftliche Folgen

Die Folgekosten der Alkoholkrankheit sind enorm. Neben erheblichen Kosten im Gesundheitssystem verursacht sie auch indirekte Kosten, z.B. durch Arbeitsunfähigkeit und Frühverrentung (volkswirtschaftliche Verluste), durch alkoholbedingte Verkehrsunfälle, Straftaten und erhöhte Scheidungsraten.

Neben den materiellen Kosten gibt es sogenannte immaterielle wie verursachtes Leid und entgangenes Lebensglück in Partnerschaften, Familien, Freundschaften und im Kollegenkreis.

Besonders leiden Kinder und Jugendliche in alkoholbelasteten Familien. Sie haben unter anderem in der Schule und beim Berufseinstieg vielfach schlechtere Chancen. Viele Kinder bekommen selber, zum Teil auch (epi-)genetisch bedingt, psychische oder Alkoholprobleme – teilweise lebenslang.<ref>Prof. Dr. Michael Klein: Wenn die Familie ersäuft – Kinder in suchtbelasteten Lebensgemeinschaften</ref> U.a. wegen der schlechten Erfassbarkeit ist die Gruppe der Kinder bisher wenig beachtete.<ref>Prof. Klein: Kinder aus suchtbelasteten Familien – immer noch die vergessenen Kinder? PDF, 28 Seiten, 2004.</ref>

Folgekrankheiten

Langfristiger Alkoholmissbrauch bedingt oft (teils chronische) Folgekrankheiten:<ref name="singer">Manfred V. Singer,Stephan Teyssen: Alkohol und Alkoholfolgekrankheiten: Grundlagen – Diagnostik – Therapie, Springer, Heidelberg 2005</ref>

Leber

Durch die erhöhte Belastung mit Alkohol erhöht das Organ zunächst seine Fähigkeiten, dieses Gift abzubauen. Die Leber vergrößert sich, bis sie zur Fettleber wird. Oft entwickelt sich bei anhaltender Belastung eine Alkohol-Hepatitis und eine Leberzirrhose mit den entsprechenden Folgen. Die Leber kann dann ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen. Als Folge der Leberzirrhose können sich Krampfadern in der Speiseröhre bilden. Diese sind eine zusätzliche Gefahr, da der Betroffene daraus verbluten kann. Die Letalität (Sterblichkeit) einer solchen Blutung liegt bei über 30 %.<ref>Fichtner M: Dissertation Die obere gastrointestinale Blutung - Behandlungsergebnisse unter besonderer Berücksichtigung der endoskopischen Hämostase, Wittenberg 2004</ref>

Bauchspeicheldrüse

Auch die Bauchspeicheldrüse reagiert empfindlich auf Alkohol. Sie kann sich akut oder chronisch entzünden (Pankreatitis). Eine akute Pankreatitis kann direkt tödlich sein. Folgen einer chronischen Pankreatitis können eine exkretorische Insuffizienz, bei der das Organ nicht mehr genug Verdauungsenzyme bildet, und/oder auch ein Diabetes mellitus sein.

Muskulatur

Skelettmuskulatur und Herzmuskel werden geschädigt (alkoholische Myopathie bzw. Kardiomyopathie I41.4).

Die mit der Ziffer G72.1 im ICD10 codierte alkoholische Myopathie tritt bei bis zu 30 bis 40 % aller chronischen Alkoholiker auf. Dabei sind die Beine meist schwerer betroffen als die Arme. Durch die toxischen (giftigen) Wirkungen des Alkohols entsteht eine Rhabdomyolyse, d. h. die Muskelfasern zersetzen sich. Die akute alkoholische Myopathie tritt bei etwa 1 % der Kranken auf. Sie zeigt sich durch Anschwellen, starke Schmerzen und Krämpfe in den betroffenen Muskeln.<ref>Heinz Reichmann, Janet Schmiedel und Jochen Schäfer in Management of Neuromuscular Diseases: Toxische Myopathien, abgerufen am 16. Oktober 2010</ref>

Stoffwechsel

Übermäßiger Alkoholkonsum kann Gicht auslösen, da Carbonsäuren mit Harnsäure im Ausscheidungsmechanismus der Niere konkurrieren. Zudem liefert Bier durch darin enthaltene Hefereste zusätzlich Purine. Hormonelle Störungen können durch mangelnde Leistungsfähigkeit der Leber im Hormonabbau vielfältige Symptome hervorrufen, insbesondere im Wasser- und Elektrolythaushalt und bei den Sexualhormonen. Das kann zu charakteristischer „Verweiblichung“ der Figur (Brust, Bauch) führen.

Herz-Kreislaufsystem

Alkoholmissbrauch kann zu Bluthochdruck, Herzmuskelerkrankungen (unter anderem der o. g. alkoholischen Kardiomyopathie), koronarer Herzkrankheit und Anämie (Hyperchrome, makrozytäre Anämie) beitragen. Anämie ist vor allem durch alkolbedingten Mangel an Folsäure und Vitamin B12 verursacht.

Magen-Darm-Trakt

Chronischer Alkoholkonsum, oft in Verbindung mit Fehlernährung oder Tabakkonsum, schädigt die Schleimhäute in Mund, Rachen, Speiseröhre und Magen. Am häufigsten sind Speiseröhrenentzündungen und Magenschleimhautentzündungen (Gastritis). Krebserkrankungen im Nasenrachenraum und Kehlkopfkrebs sind bei Alkoholkranken häufiger als in der übrigen Bevölkerung. Besonders hochprozentige Getränke begünstigen Speiseröhrenkrebs. Das Risiko von Mundhöhlen- und Zungengrundkrebsen vervielfacht sich bei gleichzeitigem Rauchen und Trinken. Hinzu kommen bei Leberzirrhose die schon erwähnten Krampfadern in der Speiseröhre, durch welche viele Patienten verbluten.

Nervensystem

Alkoholkonsum beeinträchtigt Gehirn und peripheres Nervensystem, zum Teil durch direkt toxische Wirkungen, zum Teil durch einen durch den Konsum bedingten Mangel an Vitaminen der B-Gruppe, vor allem Thiamin. Schon bei einzelnen Räuschen treten Gedächtnislücken („Filmrisse“) auf. Langfristig entstehen chronische neuropsychologische Schwächen in Aufmerksamkeit, Konzentration, Gedächtnis, Lernfähigkeit, räumlichem Vorstellungsvermögen, Zeitwahrnehmung und Problemlösungsstrategien. Dazu entwickeln sich häufig soziale Störungen wie alkoholischer Eifersuchtswahn und sexuelle Deviation.

Durch eine über Jahre bestehende Alkoholkrankheit sterben häufig die Purkinjezellen in der Kleinhirnrinde ab. Folgen sind Ataxie und andere Symptome schwerer Schädigung des Kleinhirns. Weitere schwere Folgen am Zentralnervensystem sind das Wernicke-Korsakow-Syndrom und die hepatische Enzephalopathie, ein Hirnschaden, der vor allem durch erhöhten Ammoniakspiegel entsteht, wenn die Leber Ammoniak nicht mehr entgiften kann. Die zentrale pontine Myelinolyse betrifft das Stammhirn. Nicht selten ist auch eine Hirnatrophie (Schrumpfung des Gehirns). Schädigungen der Hirngefäße erhöhen das Risiko für Schlaganfälle und Hirnblutungen (subkortikale Sklerose).

Schäden des Rückenmarks (funikuläre Myelose), werden durch den alkoholismusbedingten Mangel an Vitamin B12 verursacht.

An den peripheren Nerven bildet sich nicht selten eine alkoholbedingte Polyneuropathie (Schädigung der peripheren Nerven mit Sensibilitätsstörungen und Missempfindungen wie Kribbeln).

Sonstiges

Die Vorstellung, dass eine gerötete Knollennase (Rhinophym) ursächlich mit Alkoholmissbrauch zu tun habe, ist verbreitet, aber irrig. Allerdings beeinflusst der Konsum von Alkohol durch die Gefäßerweiterung die Entwicklung eines Rhinophyms ungünstig.<ref>Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG): Rosazea, 12/2008, abgerufen 22.Oktober 2010</ref>

Chronischer Alkoholismus verringert die Produktion des Proteins Folattransporter 1 in den Nierenzellen und damit die Wiederaufnahme ausgeschiedener Folsäure (ein Vitamin). Zudem nimmt der geschädigte Darm nur noch ein Bruchteil der Folsäure auf, die ohnehin oft in der Nahrung nicht ausreichend enthalten ist. Beiden Faktoren erklären zu niedrige Folat-Plasmagehalte bei diesen Kranken (Folge: weitere Stoffwechselstörungen und Fehlgeburten).<ref>{{#if:

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Diagnostik

ICD–10

Die ICD-10 definiert sechs Kriterien, von denen mindestens drei erfüllt sein müssen, um die Diagnose Alkoholkrankheit stellen zu können:

  • starker Wunsch oder Zwang, Alkohol zu konsumieren (Craving)
  • verminderte Kontrollfähigkeit in Bezug auf Menge, Beginn oder Ende des Konsums
  • körperliche Entzugserscheinungen bei Konsumstopp oder Konsumreduktion
  • Nachweis einer Toleranz (um ursprünglich durch niedrigere Dosen erreichte Wirkung hervorzurufen, sind zunehmend höhere Dosen erforderlich)
  • fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen zugunsten des Alkoholkonsums (erhöhter Zeitaufwand, um die Substanz zu beschaffen, zu konsumieren oder sich von den Folgen zu erholen)
  • anhaltender Substanzkonsum trotz Nachweises eindeutiger schädlicher Folgen (wie z.B. Leberschädigung durch exzessives Trinken, depressive Verstimmungen infolge starken Alkoholkonsums oder eine Verschlechterung der kognitiven Funktionen)

Screening

Als Screening-Instrument für den Allgemeinarzt bewährte sich das CAGE-Interview. Mindestens zwei „Ja“ auf die folgenden Fragen weisen auf eine Alkoholabhängigkeit hin.

  • C = Cut down: „Haben Sie (erfolglos) versucht, Ihren Alkoholkonsum einzuschränken?“
  • A = Annoyed: „Haben andere Personen Ihr Trinkverhalten kritisiert und Sie damit verärgert?“
  • G = Guilty: „Hatten Sie schon Schuldgefühle wegen Ihres Alkoholkonsums?“
  • E = Eye Opener: „Haben Sie jemals schon gleich nach dem Aufstehen getrunken, um ‚in die Gänge zu kommen‘ oder sich zu beruhigen?“

Eine ausführlichere Differentialdiagnostik ist mit dem „Trierer Alkoholismusinventar“ (TAI) möglich, einem aus 90 Punkten bestehenden Fragebogen zum Suchtverhalten, das sieben Dimensionen abbildet: „Schweregrad“, „Soziales Trinken“, „Süchtiges Trinken“, „Motive“, „Schädigung“ sowie im Fall bestehender Partnerschaften „Partnerprobleme wegen Trinken“ und „Trinken wegen Partnerproblemen“.

Tests

Im Internet finden sich verschiedene Tests<ref>Beispielsweise Selbst-Test von alkoholratgeber.de: “Bin ich alkoholgefährdet? Bin ich Alkoholiker?”</ref> zur Selbsteinschätzung des Suchtverhaltens. Voraussetzung für ein korrektes Ergebnis ist natürlich die ehrliche Beantwortung der Testfragen. Ähnliche Tests werden auch in Suchtkliniken und -stationen eingesetzt. Weitere Tests sind z.B.:

Laborwerte

Da die Leber mit dem Abbau des Alkohols überfordert ist, wird sie durch nicht mehr vollständig abgebaute Stoffwechselprodukte sukzessive geschädigt. Dies läuft in mehreren Stadien ab: Zuerst bildet sich die Fettleber. Dabei ist nur die Gamma-Glutamyltransferase (γ-GT) erhöht. Bei der Fettleberhepatitis steigen auch Aspartat-Aminotransferase (GOT/ASAT), Aspartat-Aminotransferase, Alanin-Aminotransferase (GPT/ALAT)(GOT/ASAT) und Alkalische Phosphatasen (AP) an. Bei weiterer Schädigung geht fortschreitendend und irreversibel Lebergewebe unter bzw. es wird umgebaut in funktionsuntüchtiges Bindegewebe. Jetzt sind auch alle Stoffe erniedrigt, die die Leber herstellt, wie etwa Albumin, direktes Bilirubin und in der Leber synthetisierte Gerinnungsfaktoren:

Den Alkoholkonsum kann man (etwa zur Klärung der Schuldfrage nach einem Autounfall) nachweisen durch:

  • direkte Blutabnahme oder einen Atemalkoholtest einige Stunden nach Alkoholeinnahme
  • erhöhtes EtG ↑ (Ethylglucuronid)<ref>Laborlexikon.de: Ethylglucuronid</ref>, ein neuer, seit 2003 verwendeter, empfindlicher Kurzzeitmarker. Er weist (auch einmaligen geringen) Alkoholkonsum bis zu drei Tage später nach. Man kann damit den einmaligen Konsum von einer halben Flasche Bier nachweisen, sogar wenn die Person nie zuvor oder danach je Alkohol getrunken hat
  • erhöhtes CDT. Dies ist ein Langzeitmarker (ab dem fünften bis zum zirka 21. Tag nachweisbar) Mit CDT kann man die konsumierte Alkoholmenge in den letzten drei Wochen nachweisen oder abschätzen
  • Begleitalkoholanalyse zum Nachweis längerer Trunkenheitsphasen
  • Ein erhöhtes MCV, also eine(makrozytäre Anämie ist Folge eines ernährungsbedingten Folsäuremangels)

Behandlung

Entzug

Bei einem Alkoholentzug wird der Alkohol abrupt abgesetzt. Dabei können heftige bis lebensbedrohliche Entzugserscheinungen auftreten. Deshalb erfolgt die Entgiftung meist stationär unter ärztlicher Aufsicht in einer speziellen Entgiftungsstation für Alkoholkranke. Die acht bis 14 Tage dauernde Entgiftung hat hier den Vorteil, dass dem Betroffenen ein großer Teil der Entzugssymptome mit Medikamenten genommen werden kann.

Entzugssymptome sind Übelkeit, Nervosität, Schlafstörungen, der starke Drang, Alkohol trinken zu müssen („Saufdruck“), Gereiztheit und Depression. Ist die körperliche Abhängigkeit schon fortgeschritten, kommen beispielsweise starkes Schwitzen, Zittern (vor allem der Hände), grippeähnliche Symptome und – in äußerst schlimmen Fällen – Krampfanfälle hinzu, mit Zungenbiss und Halluzinationen bis zum gefürchteten Delirium tremens.

Das unvollständige Delir (sog. „Prädelir“), zeigt vor allem gegen Abend Halluzinationen, Schlafstörungen und Schreckhaftigkeit. Der Patient schwitzt und zittert, Grand-Mal-Krampfanfälle können vorkommen. Das eigentliche Delirium tremens macht sich bemerkbar durch Desorientiertheit, Übererregbarkeit und psychotische Erscheinungen wie illusionäre Verkennung sowie optische (gesehene) und taktile (gefühlte) Halluzinationen. Das vegetative Nervensystem entgleist, der Patient bekommt Fieber, Bluthochdruck, einen zu schnellen Puls (Tachykardie) und schwitzt sehr stark (Hyperhidrose). Zittern (Tremor) ist obligatorisch. Sieben Prozent aller Delirien verlaufen lebensgefährlich mit schweren Kreislaufstörungen.<ref name="AWMF1">Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie; 4. überarbeitete Auflage, ISBN 978-3-13-132414-6; Georg Thieme Verlag Stuttgart</ref>

Die Entzugssymptome werden medikamentös behandelt. In Deutschland üblich ist die Verwendung von „Distraneurin“ (Wirkstoff Clomethiazol, nicht zugelassen in Österreich) oder eines Präparates vom Benzodiazepin-Typ (etwa Diazepam, Clorazepat) sowie oftmals blutdrucksenkende Mittel der Wirkstoffgruppe der Imidazoline (etwa Clonidin). Unterstützend werden meist auch sedierende trizyklische Antidepressiva und nieder- oder mittelpotente Neuroleptika verabreicht. Im Delirium tremens erhält der Patient ein hochpotentes Antipsychotikum, etwa Haloperidol. Alternativ zu Clomethiazol oder Benzodiazepinen ist auch das sogenannte TT-Schema üblich, bei dem das Neuroleptikum Tiaprid und das Antiepileptikum Carbamazepin gegeben werden. Um die Gefahr von Krampfanfällen zu reduzieren, empfiehlt sich die Verwendung eines Antiepileptikums, wobei sowohl Clomethiazol als auch die Benzodiazepine selbst schon antiepileptisch wirken. Hat der Patient den Entzug überstanden, ist sein Körper vom Alkohol entgiftet. Die Sucht als solche ist damit allerdings noch nicht ausreichend bekämpft.

Deshalb wird in der Klinik oft eine Langzeittherapie eingeleitet und der Kontakt mit Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen geknüpft. Allerdings verbreitet sich zunehmend leichteren Fällen die ambulante Entzugsbehandlung.<ref>Psychische Erkrankungen in der Hausarztpraxis von Wilhelm Niebling</ref>

Postakutbehandlung (Entwöhnungstherapie)

Postakute Behandlungen umfassen meist Maßnahmen der Entwöhnung von Alkohol zum Erhalt, der Verbesserung oder die Wiederherstellung der Funktions- und Leistungsfähigkeit des chronisch Alkoholkranken in Alltag und Beruf. Zielgruppe sind Menschen mit schädlichem Gebrauch von Alkohol (F10.1) und Alkoholabhängigkeit (F10.2). Allerdings kommen nur 3 % aller Alkoholabhängigen in eine solche Therapie.<ref name="Leitlinien">Leitlinien der Dt. Ges. f. Suchtforschung und Suchttherapie (DG-Sucht) und der Dt. Ges. f. Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) </ref> Sie besteht aus Langzeitentwöhnung einerseits und Persönlichkeitsentwicklung und sozialem Training andererseits. Dazu wird zunächst eine gründliche Anamnese der Suchtgeschichte und des Suchtverhaltens, aber auch weiterer begleitender Störungen erstellt.

Entsprechende Therapien werden meist in speziellen Suchtkliniken (psychosomatische Klinik) als Langzeit- (10-16 Wochen)<ref>Bundesversicherungsanstalt für Angestellte: Entwöhnungsbehandlung – ein Weg aus der Sucht, Berlin 2006</ref> oder Kurzzeittherapie durchgeführt, seltener, bei einem sehr stabilen sozialen Umfeld, auch ambulant. Wesentliche Methoden sind: therapeutische Gemeinschaft, soziales Kompetenztraining, Selbsthilfegruppe und die pharmakologische Aversionstherapie.

Empfohlen wird eine stationäre Therapie vor allem dann, wenn Psyche, Körper oder sozialer Bereich schwer gestört sind, der Patient von seinem Umfeld nicht ausreichend gestützt wird oder werden kann, keine berufliche Integration besteht, die Wohnsituation nicht gesichert ist oder der Alkoholiker auch während ambulanter oder teilstationärer Behandlung zu Rückfällen neigt.<ref name="Leitlinien" />

Die Therapien finden meist in Gruppen- und gelegentlich Einzelgesprächen statt. Sie werden von Sozialpädagogen, Psychiatern, Psychotherapeuten, Ergotherapeuten, Heilpraktikern und Pfarrern durchgeführt. Erste Anlaufstellen für ambulante oder stationäre Therapie sind Suchtberatungsstellen oder psychosoziale Beratungsstellen. Auch Gesundheitsämter können weiterhelfen.

Die wesentliche und notwendige Erkenntnis in der Therapie ist, dass der Zustand der „Alkohollosigkeit“ zwingende Voraussetzung für die „Trockenheit“ ist, dass die eigentliche Trockenheit durch persönliche und soziale Entwicklung erreicht wird und dies ein lebenslanger Prozess ist. Um dieses „Lebenslänglich“ etwas weniger unerreichbar scheinen zu lassen, propagieren Selbsthilfegruppen wie die Anonymen Alkoholiker, sich für jeweils vierundzwanzig Stunden vorzunehmen, nicht zu trinken.

Im Rahmen einer Entwöhnungstherapie alkoholbezogener Störungen (evidenzbasierte Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften) können auch niedergelassene Psychologische Psychotherapeuten die Alkoholkrankheit behandeln.

Ambulante Therapien werden seit 1996 von Kostenträgern übernommen. Voraussetzung für die ambulante Behandlung ist eine mittelfristige Abstinenz von mindestens zwei bis drei Monaten. Unabdingbar ist dabei eine soziale Einbindung (etwa durch Arbeitsplatz, Familie, Freundes- und Bekanntenkreis, Selbsthilfegruppe).

Psychoedukation bedeutet Aufklärung des Patienten über seine Krankheit und deren Auswirkungen auf seinen Körper, seine Psyche und die seines Umfeldes sowie die Auswirkungen auf die Gesellschaft. Das Verstehen der Alkoholkrankheit durch den Patienten ist eine wichtige Voraussetzung für deren Bekämpfung. Auch kann so ein sich anbahnender Rückfall frühzeitig und besser erkannt werden. Die Motivation steigt, sich selbst und anderen keinen Schaden durch den Alkoholismus mehr zufügen zu wollen.

Die Therapeutische Gemeinschaft bezeichnet die Gesamtheit der an der Therapie beteiligten Personen, d.h. Ärzte, Psychotherapeuten, Pflegekräfte, Sozialarbeiter usw. sowie der Patienten. Durch sie soll ein soziales Klima entstehen, welches die Aufarbeitung der Probleme ermöglicht.

In der Praxis werden tägliche Gesprächsrunden (oft morgens) geführt, zudem hat die Gruppentherapie einen hohen Stellenwert. Die Patienten bekommen Aufgaben im Klinikalltag (Tische decken, Gartenarbeit und ähnliches). Oft wählen Patienten auch einen Sprecher, der deren Anliegen vorbringt. Dadurch wird die Eigen- und Fremdverantwortung gefördert.

Psychotherapie

Die Psychodynamische Psychotherapien gehen davon aus, dass unbewusste Konflikte und Defizite im Strukturniveau die Ursachen für psychische Erkrankungen sind. Ziel einer Therapie ist es, Defizite auszugleichen und den Betroffenen seine Konflikte bewusst zu machen. Für die Sucht sehen psychoanalytische Theorien unterschiedliche Ursachen an. So wird die Sucht häufig als Abwehr gegen eine depression verstanden. Aber auch psychotraumatische Ursachen können aus Sicht der Psychoanalyse eine Sucht unterstützen.

Paar- und Familientherapie: Die partnerschaftliche Beziehung und eventuell vorhandene Kinder haben in der Regel unter dem Alkoholismus des Menschen in der Regel schwer gelitten. Unzuverlässigkeit, Unberechenbarkeit und eventuell Gewalt sowie die Co-Abhängigkeit haben das Vertrauen erschüttert und die Familie belastet und erschüttert. Die Therapie hilft der Familie nicht nur, sich selbst wieder zu stabilisieren, sondern auch dem Alkoholiker ein sicheres und stabiles Umfeld zu bieten.

Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass Verhalten erlernt wird. Sie versucht daher, durch die Erkenntnisse der Lerntheorien Einfluss auf das Verhalten zu nehmen. Die Kognitive Verhaltenstherapie ist hierbei eine Gruppe von Psychotherapiemethoden, die auch kognitive Elemente enthält. In der Verhaltenstherapie werden einige Methoden auch bei Suchterkrankungen, wie der Alkoholkrankheit angewendet.

Beim Training sozialer Kompetenzen wird versucht, die sozialen und zwischenmenschlichen Kompetenzen eines Betroffenen zu erhöhen. <ref>Reha-Therapiestandards Alkoholabhängigkeit – Pilotversion (PDF)</ref> Hierzu stehen einige standardisierte Methoden zur Verfügung. Die Erhöhung der Kompetenzen in diesem Bereich soll den Betroffenen dazu befähigen, besser mit den Beziehungen zu anderen umgehen zu können. Zu den trainierten Kompetenzen gehört etwa auch der Umgang mit Konflikten.

Die Selbstmanagement-Therapie soll den Betroffenen darin bestärken, sein Verhalten selbst besser kontrollieren zu können. Sie kann nicht in Selbstbehandlung (= „Eigenregie“) erfolgen – was die Begriffe „Selbstmanagement“ und „Zeitmanagement“ (= Managen der eigenen Person beziehungsweise des eigenen Handelns) fälschlich suggerieren.

Der Patient durchläuft mit Hilfe des Therapeuten einen definierten psychotherapeutischen Prozess. Die Psychotherapieform „Selbstmanagement-Therapie“ erbringt in mehreren Einrichtungen zur stationären Rehabilitation günstige Ergebnisse. Das zeigt und belegt die Psychotherapieforschung.

Sadowskis Dissertation beschreibt Hinweise auf die Wirksamkeit der Selbstmanagement-Therapie:

  • Sie erzielt im Rahmen einer Maßnahme zur stationären Rehabilitation Abstinenzraten (siehe auch Rezidiv), die im oberen Bereich des durchschnittlich Üblichen liegen. Die üblichen Abstinenz-Zahlen aus Ein-Jahres-Katamnesen stationärer Rehabilitation lagen in Deutschland 2006 zwischen 37 % und 45 % (also: ein Jahr nach Ende der Behandlung waren 55 bis 63 % nicht abstinent);
  • im Rahmen üblicher stationärer Therapien zählt man nach Ende der stationären Therapie 5 % bis 8 % Abstinente nach einem Rückfall (d.h. 92 bis 95 % haben nach einem Rückfall einen weiteren Rückfall);
  • in der für die Dissertation untersuchten Stichprobe blieben 20 bis 27 % abstinent nach einem Rückfall. Daraus folgt: ein Jahr nach Behandlungsende waren 42 bis 45 % (= der obere Bereich von 37 bis 45 %) durchgehend abstinent geblieben; 20 bis 27 % (der Grundgesamtheit) waren abstinent nach einem Rückfall; zusammengenommen waren nach einem Jahr also 62 bis 72 % der Stichprobe abstinent.

Sadowski erklärt dies so: mittels Selbstmanagement-Therapie Behandelte sind befähigt, unerwünschte Entwicklungen früh zu erkennen und ihnen erfolgreich entgegenzuwirken.

Die Selbstmanagement-Therapie innerhalb des stationären Settings erbrachte Verweildauern zwischen 42 und 53 Tagen – 35 bis 50 % kürzer als die durchschnittliche Verweildauer in stationärer Behandlung, die 84 Tage beträgt.<ref>[Das gesamte Kapitel basiert auf Sadowskis Dissertation, auf seinem Buch Der mündige Trinker. Selbstmanagement-Therapie für Alkoholkranke, dgvt-Verlag 2007 sowie auf den ergänzenden Informationen seiner Homepage der-muendige-trinker.de ]</ref>

Das Reizexpositionsverfahren ist eine psychotherapeutische Methode zur Therapie, die auch bei Alkoholkrankheit und anderen Suchtkrankheiten zum Einsatz kommt. Das Ziel des Reizexpositionsverfahrens ist, die beim Suchtkranken bestehende Konditionierung und Sensibilität zu „löschen“, die einen Rückfall auslösen könnten. Dazu lernt er Strategien zur Bewältigung kritischer Situationen mit eventuellem Suchtdruck und wird gezielt derartigen Reizen ausgesetzt, bis das Verlangen nachlässt.<ref>Karl Mann, Sabine Loeber, Bernhard Croissant, Falk Kiefer: Qualifizierte Entzugsbehandlung von Alkoholabhängigen: Ein Manual zur Pharmako- und Psychotherapie, Deutscher Ärzte-Verlag, Köln 2006. ISBN 978-3-7691-1226-9</ref>

Durch Ergo- und Arbeitstherapie werden Aufmerksamkeit und Motorik geschult mit dem Zweck, zum einen die Persönlichkeit weiter zu entwickeln und zu stabilisieren, zum anderen die Belastbarkeit und Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen. Bei Bedarf wird ein Bewerbungstraining integriert. Die Wiedereingliederung ins Erwerbsleben verbessert die Prognose. Bei längerfristig arbeitslosen Patienten oder Patienten ohne Berufsausbildung bzw. bei vorliegender Notwendigkeit der beruflichen Umorientierung werden sogenannte Belastungs- und Interessenerprobungen in der Rehabilitationseinrichtung oder in kooperierenden Betrieben eingeplant.

Die integrative Therapie vereint verschiedene methodische Ansätze der Psychotherapie wir Psychodrama, Gestalttherapie aktive Psychoanalyse und Verhaltenstherapie ebenso wie körperorientierte Verfahren (Körpertherapie, Neuropsychologie und Neuromotorik).

Das Psychodrama ist eine Art Gruppentherapie, in der Einzelne eine Art Rollenspiel spielen, welches anschließend innerhalb der Gruppe ausgewertet wird. Dadurch soll sich der Akteur von festgefahrenen Rollen befreien.

Die Gestalttherapie.

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Die Gestaltungstherapie ist gleichsam die tiefenpsychologische Variante der Kunsttherapie. Der Unterschied zu dieser ist, dass auf analytisch-therapeutische Wert gelegt wird. Das Schaffen von Kunstwerken steht nicht im Vordergrund, sondern der Ausdruck des eigenen Selbst.

Sport ist, wie in der Behandlung von Depressionen auch, ein wichtiges Mittel zur seelischen Stabilisierung. Zudem erlernt der Genesende leicht durchzuführende Entspannungstechniken wie z.B. Autogenes Training, Phantasiereisen oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson. Damit verfügt er später über weitere Coping-Strategien.

Seit vielen Jahren haben sich Selbsthilfegruppen wie Anonyme Alkoholiker, Blaues Kreuz, Guttempler oder Kreuzbund bewährt. Hier treffen sich in regelmäßigen Abständen trockene und auch nicht-trockene Alkoholiker, die über ihr gemeinsames Problem (und ihre persönlichen Probleme) sprechen. Beim Kreuzbund e. V. wird auch die Familie miteinbezogen. Selbsthilfegruppen wirken sehr unterstützend auf den Therapieerfolg. Manchmal können sie sogar als Alternative zur klassischen Therapie in Betracht kommen, besonders, wenn der Patient genügend Rückhalt durch Familie und Freunde hat.

Alkoholabhängigkeit ist immer auch Interaktion mit den Mitmenschen. Diese sind deshalb in die Behandlung einzubeziehen. Lebenspartner, Kinder und ggf. Kollegen spielen bei der Änderung auch des eigenen Verhaltens eine wichtige Rolle. Auch für Angehörige und Freunde von Alkoholikern gibt es Selbsthilfegruppen, sowohl gemeinsam mit wie auch getrennt von den Selbsthilfeangeboten für Alkoholkranke, etwa Al-Anon.

Das Zwölf-Schritte-Programm der Anonymen Alkoholiker hat auch in Kliniken Einzug gehalten. Dessen Ansatz ist ein Weg zur geistigen Gesundung über einen verhaltensbezogenen, kognitiven und spirituellen Weg. Bei Schwerabhängigen (soweit man davon sprechen kann) ohne psychische Begleitkrankheiten zeigt sich hier eine Überlegenheit gegenüber der kognitiven Verhaltenstherapie.<ref name="Leitlinien" />

Medikamente bei der Alkoholentwöhnung

Bei Alkoholkranken ist die Übertragung vieler Botenstoffe im Gehirn gestört. Beispielsweise erhöht sich die Anzahl der Glutamat-Bindungsstellen.<ref>Claus D, Kim JS, Kornhuber ME, Ahn YS: „Einfluß von Aethanol auf die Neurotransmitter Glutamat und GABA“, DOI: 10.1007/BF00343699, Springer 1982</ref> Daher wird versucht, dort mit verschiedenen Medikamenten regulierend einzugreifen und so die psychischen Entzugserscheinungen zu mildern. Andererseits wird mit Medikamenten wie Disulfiram eine Abneigung gegen Alkohol erzeugt.

Acamprosat

Acamprosat (Campral® in D,A,CH) wird als Anti-Craving-Substanz eingesetzt. Es dämpft die durch Überschuss an Glutamat bedingte Übererregbarkeit des Gehirns und greift in das „Belohnungssystem“ ein (Belohnungsgefühl durch Alkohol bleibt aus).<ref>Collins GB, McAllister MS, Adury K. Drug adjuncts for treating alcohol dependence. Cleve Clin J Med. 2006 Jul;73(7):641-4, 647-8, 650-1. Review. PMID 16845975</ref> In verschiedenen Studien war Acamprosat gegenüber Placebo deutlich wirksam.<ref name="heinzstudie">Kliniken Essen, Charité Campus Mitte: Alkohol und andere: Therapiekonzepte und –perspektiven in der Suchtbehandlung – Argumente wider die Resignation,abgerufen 11. Oktober 2010</ref> Allerdings sprechen längst nicht alle Patienten darauf an.<ref name="Campral">Fachinformation (Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels) Campral® von Merck (Schweiz) AG – Stand: Juli 2007</ref><ref>Rainer Spanagel: Die Gier nach Alkohol verhindern – Medikamente helfen dabei</ref>

Naltrexon

Naltrexon, ebenfalls eine Anti-Craving-Substanz, ist ein ursprünglich zum Opioid-Entzug verwendetes Medikament. Es wurde im Jahr 2010 zur Rückfallverhütung zugelassen. Es wird erfolgreich eingesetzt. Alkoholiker, die mit Naltrexon behandelt werden bleiben zu etwa 30 % mehr trocken als die nichtbehandelte Kontrollgruppe.<ref name="pmid18703474">{{#if:

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Disulfiram

Einen anderen Ansatz hat das schon sehr lange eingesetzte Disulfiram (Antabus®). Durch Hemmung des Enzyms Aldehyddehydrogenase, welches beim Abbau des Alkohols benötigt wird, steigt bei Konsum von Alkohol der Spiegel von Acetaldehyd. Das verursacht Vergiftungserscheinungen wie schwere Kopfschmerzen und Brechreiz.<ref>Fachinformation für Antabus im Arzneimittelkompendium der Schweiz</ref> Das soll das Trinken unmöglich machen. Die Vergiftung kann aber auch vital gefährlich werden.<ref>Fachinformation Antabus® Dispergetten, Fa. Nycomed</ref>

Baclofen

Das Muskelrelaxans Baclofen wurde zuerst von dem amerikanischen Arzt Olivier Ameisen zur Behandlung seiner eigenen Alkoholsucht verwendet. Da er damit erfolgreich war, setzte er es auch bei Patienten ein.<ref>Stern, 1. September 2009: Vorstoß eines Mediziners – Baclofen – ein Medikament gegen Alkoholsucht?</ref> Es eignet sich besonders für Alkoholiker mit Leberzirrhose, da es kaum über die Leber verstoffwechselt wird.<ref>Dr Giovanni Addolorato, Lorenzo Leggio, Anna Ferrulli et alii: Effectiveness and safety of baclofen for maintenance of alcohol abstinence in alcohol-dependent patients with liver cirrhosis: randomised, double-blind controlled study, doi:10.1016/S0140-6736(07)61814-5</ref>

Antidepressiva

Aktuell wird untersucht, ob Medikamente, die in den Stoffwechsel des Botenstoffs Serotonin eingreifen (Serotoninwiederaufnahmehemmer) (etwa Fluoxetin und Ondansetron), zur Behandlung der Alkoholabhängigkeit geeignet sind.<ref>Williams SH: Medications for Treating Alcohol Dependence Volltext (englisch)</ref>

Unabhängig davon ist eine Therapie mit diesen sinnvoll, wenn als Begleiterkrankung eine Depression vorliegt, unabhängig davon, ob sie vorher schon bestand oder erst durch die Alkoholkrankheit ausgelöst wurde. Eine ausgeglichene Stimmung ist sehr wichtig für die künftige Trockenheit.

Weitere medizinische Verfahren

Aktuell erhoffen Forscher Erfolge bei der Suchtbekämpfung durch die körpereigene Substanz GDNF, die direkt ins Gehirn gespritzt helfen soll, das Verlangen nach Alkohol zu stoppen. Bislang verliefen Tests an Ratten, denen der Wachstumsfaktor injiziert wurde, erfolgreich. Man hofft, diese Erkenntnis auch auf den Menschen übertragen zu können, da der Alkoholsucht bei Ratten ähnliche Prozessen zugrunde liegen wie bei Menschen.<ref name="auto_1"/> Zur Behandlung bei Suchtkrankheiten werden auch Akupunktur und Ohrakupunktur angewendet. Ein wissenschaftlicher Nachweis der Wirksamkeit steht jedoch aus. Eine leichte Verbesserung des Therapieerfolgs wurde zwar festgestellt, wird aber bisher auf die durch die Akupunktur entstehende Bindung des Klienten an den Therapeuten zurückgeführt.<ref>Bukh H, Busche W, Feldkamp J, Koch U: Ergebnisse einer Studie zur ambulanten Akupunkturbehandlung von Alkohol- und Medikamentenabhängigen Klienten in einer Beratungsstelle, Suchttherapie 2001; 2, Georg Thieme Verlag, Stuttgart-New York, ISSN 1439-9903</ref>

Prognose

Dauerhaftigkeit der Abstinenz und Rückfall

Der Erfolg hängt meist mehr von der Motivation des Süchtigen ab als von der Art und Dauer der Therapie. Je eher eine Alkoholkrankheit behandelt wird, desto besser ist die Erfolgsaussicht. Ist der Patient einsichtig und hat den starken Wunsch mit dem Trinken aufzuhören, hat er gute Chancen. Etwa 15 Prozent schaffen es, langfristig abstinent zu bleiben, während bis zu 85 Prozent aller nur entgifteten alkoholabhängigen Patienten rückfällig werden.<ref>M. Bottlender: One drink, one drunk – Ist kontrolliertes Trinken möglich? PPmP Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie 2007; 57 (1): S. 32–38</ref> Entwöhnungstherapie bessert die Chancen erheblich. Die unterstützende Behandlung mit Medikamenten (Anti-Craving-Substanzen) (siehe dort) nach Langzeittherapie verspricht noch bessere Erfolge.<ref name="heinzstudie" />

Schwere Rückfälle machen erneuten Entzug mit anschließender Therapie unumgänglich. Viele Patienten gelangen erst nach mehreren Therapiemaßnahmen zu stabiler Trockenheit. Rückfälle sind auch nach Jahren und sogar Jahrzehnten noch möglich. Heilung im eigentlichen Sinne gibt es somit nicht. Die Krankheit kann durch Abstinenz gestoppt, aber nicht geheilt werden.

Kontrolliertes Trinken

Ein anderer Ansatz im Kampf gegen die Alkoholkrankheit ist das kontrollierte Trinken, im Deutschen Sprachraum propagiert vor allem durch Joachim Körkel. Mit einem „10-Schritte-Programm“ soll der Kranke unter anderem die Rahmenbedingungen überprüfen, ein Trinktagebuch führen und seine Trinkziele festlegen lernen.<ref>Kontrolliertes-Trinken.de: Selbstlernprogramm: 10-Schritte-Programm zum selbstkontrollierten Trinken, abgerufen am 11. Oktober 2010</ref>

Kritikpunkte daran sind jedoch, dass unter anderem der Begriff Kontrolliertes Trinken an sich nicht eindeutig festgelegt sei und außerdem dieser Therapieansatz nur von zwei bis fünf Prozent der Abhängigen über Jahre durchgehalten werden könne. Dieses Ziel zu erreichen sei wahrscheinlicher bei noch nicht abhängig gewordenen Menschen. Auch seien „kontrollierte Trinker“ in Gefahr, dass sich ihre Sucht verstärke oder verfestige. Zudem erholten sich die geschädigten Organe erst nach langer Abstinenz. Fazit: Das kontrollierte Trinken könne als generelles Behandlungsprinzip für Alkoholabhängige nicht empfohlen werden.<ref>Wilhelm Feuerlein: Alkoholismus: Warnsignale – Vorbeugung – Therapie, C.H.Beck, München 2005</ref><ref>Psychotherapie, Psychosomatik, Medizinische Psychologie (2007, 57:32-38)</ref>

Leben ohne Alkohol

Trockenen Alkoholkranken wird von Fachkliniken, Selbsthilfegruppen und Therapeuten totale Abstinenz von allen alkoholhaltigen Lebensmitteln empfohlen, weil laut Erfahrungsberichten schon geringe Mengen Alkohol das Verlangen nach mehr auslösen können. So kann der alte Kreislauf von Abhängigkeit neu entstehen; manchmal reicht eine Praline mit Alkohol aus. Das kann sogar nach Jahrzehnten der Abstinenz geschehen.

Das gilt auch für „alkoholfreies Bier“ und andere Getränke wie Wein oder Sekt, die als alkoholfrei verkauft werden. Diese enthalten oft bis zu 0,5 Prozent Alkohol; dies braucht aber nach derzeitigen Vorschriften nicht deklariert werden. Zudem können Geschmack und Geruch sowie die äußerliche Ähnlichkeit ein Alkoholverlangen auslösen. Ein bis zu 0,5-prozentiger Alkoholgehalt findet sich als natürliches Nebenprodukt ungekennzeichnet auch in Fruchtsäften.

Wichtig ist auch, ob der Alkohol bewusst oder unbewusst eingenommen wird. Entscheidet sich der Alkoholiker, etwas zu sich zu nehmen, obwohl es Alkohol enthält, ist der Rückfall wahrscheinlicher als bei einem reinen „Unfall“.

Vorbeugung

Angesichts der hohen Verbreitung der Alkoholkrankheit und der daraus entstehenden Folgen entwickelten Anfang der 1970er Jahre erste Firmen Alkoholpräventionsprogramme. In vielen, aber noch nicht allen Betrieben gibt es Ansprechpartner, oft aus dem Kreis der Belegschaft, als betriebliche Suchthelfer und Suchtbeauftragte mit entsprechenden Fort- und Weiterbildungen, die zusammen mit dem Betriebsarzt arbeiten. Sie können Partner für vertrauliche Gespräche sein, aber auch bei disziplinarischen Gesprächen mit auffällig gewordenen Mitarbeitern und deren Vorgesetzten zugegen sein und über das weitere Vorgehen mit beraten. Zum Beispiel hat die Universität Münster eine detaillierte Dienstvereinbarung, wie im Falle von suchtauffälligen Mitarbeitern vorgegangen wird.<ref>Westfälische Wilhelms-Universität Münster: Dienstvereinbarung Sucht, abgerufen 12. Oktober 2010</ref>

In vielen europäischen Ländern laufen koordinierte Aufklärungskampagnen zum Thema Alkohol, in Deutschland ist z. B. bekannt: „Alkohol? Kenn Dein Limit!“.<ref>Alkohol? Kenn Dein Limit!</ref>

Experten der Weltgesundheitsorgansiation stellten außerdem fest, dass hohe Alkoholpreise den Alkoholkonsum bei Jugendlichen vermindern (siehe auch: Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen). Auch das Binge Drinking also Trinkgelage und exzessives Rauschtrinken werden dadurch reduziert. Ein komplettes Verbot (Prohibition) löst das Problem nicht. Die Prohibition in den Vereinigten Staaten hat gezeigt, dass Schmuggel und Schwarzbrennerei dies unterwandern können und der Alkoholkonsum in der Illegalität noch schwerer zu kontrollieren ist. Die Kommission sieht die Werbung für alkoholische Getränke sehr problematisch. Auch die Verknüpfung mit Sponsorschaften und andere positive Darstellungen von Alkohol fördern den Konsum.<ref>WHO Expert Committee on problems related to alcohol consumption, second report, Genf 2007</ref>

Verbreitung und Ausmaß der Krankheit

Weltweit

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Pro-Kopf-Konsum von Reinalkohol in Litern bei Über-15-Jährigen<ref>Vorlage:Cite book</ref>

In vielen Ländern sind substanzgebundene Störungen ein großes Problem. „Die am meisten verbreitete suchterzeugende Substanz bei behandlungsbedürftigen Patienten ist Alkohol.“<ref name=Gabbard>Vorlage:Cite book</ref> Im Vereinigten Königreich wurde die Zahl der „abhängigen Trinker“ für das Jahr 2001 auf über 2,8 Millionen geschätzt.

Ungefähr 12 % der Erwachsenen in den USA hatten mindestens eine Zeitlang in ihrem Leben Probleme mit Alkoholabhängigkeit.<ref>{{#if:

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Medizin und andere Wissenschaften sind sich einig, dass Alkoholismus eine Krankheit ist. Beispielsweise nennt die American Medical Assiciation Alkohol explizit eine Droge und urteilt, dass Drogenabhängigkeit eine chronische, wiederkehrende Krankheit des Gehirns ist, beschrieben durch zwanghafte Suche nach der Droge und deren Gebrauch trotz oft verheerender Folgen.<ref name="autogenerated1">Vorlage:Cite web</ref>

Alkoholismus ist zwar bei Männern häufiger als bei Frauen, allerdings hat der Anteil der Frauen in den vergangenen Jahrzehnten zugenommen.<ref name="Walter H., Gutierrez K., Ramskogler K., Hertling I., Dvorak A., Lesch O.M., et al. 2003 253–268">{{#if:

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Europäische Union

7,4 % der gesundheitlichen Störungen und vorzeitigen Todesfälle in Europa werden auf Alkohol zurück geführt. Damit steht er an dritter Stelle als Ursache für vorzeitiges Versterben nach Tabakkonsum und Bluthochdruck. Er ist zugleich die häufigste Todesursache bei jungen Männern in der EU.<ref>Deutsche Hauptstelle für Suchtgefahren: Alkohol in Europa, Hamm 2007</ref> Geschätzt wird, dass ca. 55 Millionen Menschen in der EU Alkohol in riskanter Weise konsumieren (ICD10: F10.1) und weitere 23 Millionen abhängig sind. In der Region wird mit elf Litern reinem Alkohol pro Kopf doppelt so viel getrunken wie im weltweiten Durchschnitt. Der Anstieg des Binge Drinking (Komasaufen) unter Jugendlichen zwischen 1997 und 2007 ist dramatisch. Auch unter Erwachsenen wird es vermehrt praktiziert. Nach einer Erhebung der WHO im Jahr 2003 beschrieben sich über 38 % der männlichen Trinker in Polen und 30 % der männlichen Trinker in Ungarn als wöchentliche Binge Drinker, in Großbritannien sind es noch 24 %, in Spanien hingegen nur 8,5 %. Alkohol und seine Folgekrankheiten verursachen in diesem Gebiet etwa 195.000 Tote jährlich.<ref> European Comission for Health and Consumer Protection 2007: Factsheet: Harmful drinking, abgerufen 11. Oktober 2010</ref>

Deutschland

Die erste (bekannt gewordene) Welle hohen Alkoholkonsums war in Deutschland die so genannte Branntweinpest im 19. Jahrhundert. Bis heute schwankt der Verbrauch und wird häufig unterschätzt. Nachdem zu Beginn der 1990er Jahre der absolute Alkoholverbrauch pro Kopf zurückgegangen war, hat er sich aktuell bei etwas über 10 Litern pro Kopf und Jahr stabilisiert. Damit steht Deutschland international in der Spitzengruppe.<ref name="rki">Robert Koch Institut (2003) Beiträge zur Gesundheitsberichterstattung des Bundes – Bundes-Gesundheitssurvey: Alkohol</ref> Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) nannte für 2008 (in ihrem „Jahrbuch 2010“) folgende Zahlen: 73.000 vorzeitige Todesfälle durch Alkohol; Jahresverbrauch an reinem Alkohol pro Kopf (vom Baby bis zum Greis) 9,9 Liter = ca. 300 Flaschen Bier = 60 Liter Wein mit 12 Volumenprozent Alkohol. Im europäischen Vergleich belegt Deutschland damit den 5. Platz nach Luxemburg, Irland, Ungarn und Tschechien, wo durchschnittlich noch mehr getrunken wird.<ref>DHS – Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V. – Suchtstoffe Alkohol dhs.de</ref>

Nach aktuellen Schätzungen gibt es zwischen 1,3 und 2,5 Millionen alkoholabhängige Menschen in Deutschland, davon 30 Prozent Frauen. Etwa 9,5 Millionen konsumieren Alkohol in riskanter (gesundheitsgefährdender) Weise.<ref name="Bundesdrogenbeauftragte"></ref> Quellen beziffern die Zahl der Toten durch Alkoholkonsum unterschiedlich. Das Statistische Bundesamt zählte im Jahr 2000 16.000 Tote durch Alkoholkonsum; dabei trat der Tod in 9550 Fällen durch Leberzirrhose ein. Das Deutsche Rote Kreuz berichtet von 40.000 Todesfällen, davon 17.000 an Leberzirrhose. Der Drogen- und Suchtbericht 2009 der Drogenbeauftragten der deutschen Bundesregierung spricht sogar von mindestens 73.000 Toten als Folge übermäßigen Alkoholkonsums in Deutschland<ref name="Bundesdrogenbeauftragte"></ref> (zum Vergleich: Drogentod durch illegale Drogen = 1477 Fälle, Tod als Folge des Tabakrauchens = 110.000 Fälle).

Nach einer Studie des Krankenhauses »Charité« in Berlin trinken 58 % aller Frauen während der Schwangerschaft Alkohol. 10.000 Kinder kommen alkoholgeschädigt zur Welt, davon 4000 mit dem Vollbild des fetalen Alkoholsyndroms (FES).<ref name="Bundesdrogenbeaftraugte2">Suchtbericht(Seite 45)</ref><ref>Bundesministerium für Gesundheit: Studie der Charité: 58 % der Schwangeren trinken Alkohol</ref>

Man schätzt, dass etwa 250.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren stark alkoholgefährdet oder schon abhängig sind. Nach einer Befragung aus dem Jahre 2008 konsumieren 6,8 % der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren eine selbst für Erwachsene riskante Alkoholmenge.<ref>Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung: Die Drogenaffinität Jugendlicher in der Bundesrepublik Deutschland 2008, PDF, abgerufen 6. Oktober 2010</ref>

Das Robert Koch Institut schätzte 2004 den jährlichen volkswirtschaftlichen Schaden auf 20 Milliarden Euro; Michael Adams schätzt die direkten Kosten bei Alkoholsucht (Behandlungskosten der verursachten Krankheiten) auf zehn Milliarden Euro, die Folgekosten (Arbeitsausfall, Frührente, Krankentagegeld) belaufen sich auf 16,7 Milliarden Euro.<ref>Robert-Koch-Institut: „Kosten alkoholassoziierter Krankheiten“</ref><ref>Abgewandelt zitiert nach: Sucht kostet 60 Milliarden Euro, Ärztezeitung, 27. September 2010, S. 4</ref>

Andere Schätzungen kommen auf 15 bis 40 Milliarden Euro. Dem stehen ca. 2,2 Milliarden Euro staatliche Einnahmen durch Alkoholsteuern sowie ca. 2,5 Milliarden Euro Mehrwertsteuer gegenüber. Die Alkoholindustrie in Deutschland setzt zwischen 15 und 17 Milliarden Euro um und beschäftigt rund 85.000 Menschen. Das gesellschaftliche Ausmaß des Alkoholismus bei älteren Menschen wurde früher unterschätzt. Aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung und der demografischen Entwicklung kann man nicht von einer sich selbst begrenzenden Krankheit ausgehen. Weltweit beträgt die Sterbequote durch Alkohol (inkl. Verkehrsunfällen, Krebs usw.) eins zu 25. In Europa stirbt einer von zehn Menschen vorzeitig an Folgen des Alkoholkonsums.<ref name="zsg">Zentrum für Suchtforschung und Mentale Gesundheit – Toronto (2009) Forscher machen Alkohol für jeden zehnten Todesfall verantwortlich</ref>

Schweiz

In der Schweiz ergab eine Untersuchung aus dem Jahr 2003, dass bereits 80 % der Fünfzehnjährigen regelmäßig Alkohol trinken, wobei die Abgabe von alkoholhaltigen Getränken wie in Deutschland geregelt ist. Danach ist die Abgabe von Bier und Wein unter sechzehn, die Abgabe von Spirituosen unter achtzehn Jahren verboten. Die Eidgenössische Alkoholverwaltung sendet deshalb regelmäßig Testkäufer aus.<ref name="EAV" />

Der Gesamtalkoholkonsum ist seit Jahrzehnten leicht rückläufig, betrug im Jahr 2008 8,6 Liter pro Einwohner. Die Alkoholprävention und -therapie wird zu einem großen Teil aus dem sogenannte Alkoholzehntel, einem Anteil der Alkoholsteuer, finanziert. Für das Jahr 2010 werden daraus zur Vorbeugung der Alkoholkrankheit 13,7 Millionen Schweizer Franken (CHF) (10,3 Mio Euro) investiert, in die Therapie 12,7 Mio. Franken (€ 9,6 Mio).<ref name="EAV">Eidgenössische Alkoholverwaltung EAV: Alkohol in Zahlen (Bern 2010)</ref>

Nach Informationen der Schweizerischen Fachstelle für Alkohol in Lausanne (SFA) beläuft sich die Zahl der Alkoholkranken in der Schweiz auf ca. 600.000 Personen, was 7,7 % der Gesamtbevölkerung entspricht, weitere 300.000 gelten als gefährdet. Medizinische Behandlungen, Therapien und alkoholbedingte Unfälle verursachen jedes Jahr Kosten von rund 700 Millionen Schweizer Franken. Die Hälfte des verkauften Alkohols wurde von einem Achtel der Bevölkerung getrunken. Siebzehn Prozent der Schweizer leben abstinent (Zahlen für das Jahr 2007).<ref name="lausanne">Sucht Info Schweiz: Alkoholkonsum in der Schweiz, abgerufen 12. Oktober 2010</ref>

Österreich

Das Österreichische Institut zur Suchtprävention gibt an, dass etwa ein Viertel der Bevölkerung Österreichs abstinent lebt. 18 % trinken in gesundheitsgefährdendem Ausmaß, fünf Prozent der Einwohner über 16 Jahre gelten als chronisch alkoholkrank (insgesamt erkranken 10 % der Bevölkerung). Letztere verbrauchen ein Drittel des in Österreich konsumierten Rein-Alkohols. Zehn Prozent der Toten sind Alkoholiker.<ref>Österreichisches Institut zur Suchtprävention: Alkoholkonsum und Alkoholismus in Österreichabgerufen 12. Oktober 2010</ref> Das Bundesministerium für Gesundheit spricht hingegen davon, dass 7,5 % der erwachsenen Männer und 2,5 % der erwachsenen Frauen an Alkoholismus erkrankt sind.<ref>Bundesministerium für Gesundheit (A): Handbuch Alkohol Österreich, Wien 2009, abgerufen 12. Oktober 2010</ref>

Die Österreicher gaben 1996 etwa 4 Milliarden Euro für alkoholische Getränke aus. Drei Viertel der Summe wurde in der Gastronomie ausgegeben, ein Viertel wurde für den häuslichen Konsum verwendet. In Österreich wird vor allem Bier (1999 108,9 Liter/Jahr; Deutschland 127,5) und Wein (1999: 30,9 Liter Liter/Jahr; Deutschland 22,9) getrunken.<ref>World Drink Trends 2000 Ed. - International Beverage Alcohol Consumption and Production Trends.</ref>


Literatur

  • Abrolat, Corinna: Schweregradbestimmung bei chronischer Alkoholabhängigkeit: Die Evaluation des EuropASI-Interviews im Hinblick auf Reliabilität und Validität an einer Stichprobe von 65 Tübinger Alkoholkranken (PDF)
  • Ingrid Arenz-Greiving: Die vergessenen Kinder. Kinder von Suchtkranken. Wuppertal: Blaukreuz, 1998
  • B. Croissant1, K. Mann: Qualifizierter Entzug – Die stationäre Entzugsbehandlung von Alkoholabhängigen und ihre ambulante Fortführung. Klinikarzt 2003; 32: 306–312 Thieme eJournals – Full Text Article
  • Griffith Edwards (Hrsg.): Alkoholkonsum und Gemeinwohl – Strategien zur Reduzierung des schädlichen Gebrauchs in der Bevölkerung, F. Enke Verlag, Stuttgart 1997, ISBN 3-432-26651-0
  • Flurschütz, Carola: Prognosefaktoren, Langzeitverlauf und Komorbidität alkoholabhängiger Frauen und Männer – Zehn-Jahres-Katamnesen, Diss. Universität Tübingen 2007 (PDF)
  • Havemann-Reinecke, Ursula; Siegfried Weyerer, Heribert Fleischmann (Hrsg.): Alkohol und Medikamente, Missbrauch und Abhängigkeit im Alter. Freiburg i.Br. Lambertus, 1998
  • Hartmann, Isabelle Katrin: Der Langzeitverlauf nach einer kombiniert stationär-ambulanten Psychotherapie alkoholabhängiger Patienten – eine 25-Jahreskatamnese, Diss. Universität Tübingen 2005 (PDF)
  • Joachim Körkel, Gunter Kruse: Rückfall bei Alkoholabhängigkeit. Psychiatrie-Verlag, Bonn 2005, ISBN 3-88414-362-X
  • S. Loeber, K. Mann: Entwicklung einer evidenzbasierten Psychotherapie bei Alkoholismus. Der Nervenarzt Bd. 77/2006, S. 558–566,
  • Hans Praschniker: soziodemographischer Hintergrund, Alkoholismuskarriere, Abstinenzdauer, Selbstbild und Persönlichkeit von Genesenden Alkoholikern – eine Erkundungsstudie an Anonymen Alkoholikern in Österreich; Dissertation Universität Graz, 1984
  • Robert, Kerstin: Evidenzbasierte Literaturrecherche für eine Leitlinie zur Früherkennung und Frühbehandlung von riskantem Alkoholkonsum und Alkoholabhängigkeit in der hausärztlichen Praxis, Diss. Universität Tübingen 2005 (PDF)
  • Dirk R. Schwoon: Umgang mit alkoholabhängigen Patienten. Psychiatrie-Verlag, Bonn 2004, ISBN 3-88414-367-0
  • Jellinek, E. M., The Disease Concept of Alcoholism, Hillhouse, (New Haven), 1960
  • Simon Borowiak: ALK – Fast ein medizinisches Sachbuch, Eichborn-Verlag, 2006, ISBN 3-8218-5644-0
  • Ralf Schneider: Die Suchtfibel. 13. Auflage. Schneider Verlag, Hohengehren 2001, ISBN 3-89676-474-8
  • Wilhelm Feuerlein: Alkoholismus: Warnsignale, Vorbeugung, Therapie. C. H. Beck, München – 5. Auflage 2005, ISBN 3-406-45533-6
  • Gunter Kruse, Joachim Körkel, Ulla Schmalz: Alkoholabhängigkeit erkennen und behandeln. Mit literarischen Beispielen (Lehrbuch). 2. Auflage. Psychiatrie-Verlag, Bonn 2001, ISBN 978-3-88414-244-8
  • Lindenmeyer, J.: Alkoholmissbrauch und -abhängigkeit. In: Wittchen, H., & Hoyer, J.: Klinische Psychologie & Psychotherapie. Springer Verlag, Heidelberg 2006, ISBN 978-3-540-28468-0
  • Dawson et al. (2006). Recovery from DSM-IV Alcohol Dependence: United States, 2001–2002. Alcohol Research & Health, 29 (2), 131–142. (PDF)
  • Davison, G. C., Neale, J. M., & Hautzinger, M. Klinische Psychologie. Beltz Psychologie Verlags Union, 7. Auflage 2005, ISBN 3-621-27614-9
  • Hasso Spode: Alkoholismus. In: Aus Politik und Zeitgeschichte (hg. v. Bundeszentrale für pol. Bildung) 28/2008 Alkoholismus – Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 28/2008).
  • Peter Sadowski: Der mündige Trinker. Selbstmanagement-Therapie für Alkoholkranke. dgvt-Verlag 2007. ISBN 978-3871590665

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Alkoholismus{{#switch:

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Einzelnachweise

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