| Die Braut meines Bruders
Warmherzig und mit feinem Humor erzählt Nava Semel von Liebe und
Freundschaft. Von Usik, einem jüdischen Jungen, der im Palästina von
1935 aufwächst, einem Land, in dem Juden, Araber und Briten verfeindet
nebeneinander leben.
Doch mit dem Charme und der Weisheit eines 12-Jährigen lebt er den
Erwachsenen vor, dass Fremdheit kein Grund für Feindschaft ist.
Usik, genannt Usik Nichtsnutz, wundert sich über den seltsamen
Auftrag, den sein Bruder Imri übernommen hat. Imri ist nach Polen
gefahren, dort soll er eine Frau heiraten, sie mit nach Hause bringen -
und sich hier wieder von ihr scheiden lassen. Und das Ganze gleich
viermal, mit vier verschiedenen Frauen. Mit Liebe hat das natürlich
nichts zu tun.
Es ist vielmehr ein Trick, um die Einwanderungsbeschränkungen der
britischen Besatzer zu unterlaufen. Denn die jüdischen Siedlungen
brauchen neue Einwanderer und viele europäische Juden wollen aus Angst
vor Hitler auswandern.
Bald kommt der große Bruder mit der jungen Polin Anna zurück, und es
hat doch etwas mit Liebe zu tun, die beiden scheinen nicht nur "auf dem
Papier" ein Paar. Trotzdem fährt Imri wieder nach Polen, um seinen
"nationalen Auftrag" zu erfüllen. Und Anna bleibt bei Usik und Tante
Mirjam. Alle lieben Anna. Auch Usik. Vor allem aber der englische Pilot
Major Parker, der Usiks Hund Johnny Weismüller das Leben rettet.
Argwöhnisch beobachtet Usik, wie sich eine zarte, aber gefährliche
Dreiecksgeschichte entwickelt. Aber da Usik das Kino liebt, vor allem
Tarzan-Filme, rechnet er fest mit einem Happy End.
Nava
Semel:
Die Braut meines Bruders
Deutsch von Mirjam Pressler
Beltz & Gelberg 2003
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