In Israel, haben wir gehört, werden an Tu biSchwat Bäume gepflanzt. Für jemanden, der in Deutschland groß wird, ist das vielleicht ein bisschen seltsam. In Deutschland gibt es so viele Bäume, warum sollten auch die Kinder noch welche Pflanzen? In Israel ist das anders, die Landschaft und die Vegetation, die Pflanzen, sind ganz anders. Hier kannst Du dieses Land ein bisschen kennenlernen. Und vielleicht weißt Du ja auch schon so einiges...

Allgemeines

Israel bildet eine Landbrücke zwischen drei Kontinenten: Asien, Afrika und Europa, liegt aber in Asien. Das Land ist lang und schmal und dehnt sich über eine Länge von ca. 470 km vom Norden bis in den Süden aus. An der breitesten Stelle, zwischen dem Toten Meer und der Mittelmeerküste, ist es ca. 135 km breit. Im Norden grenzt Israel an den Libanon, im Nordosten an Syrien, im Osten an Jordanien, im Südwesten an Ägypten und im Westen ans Mittelmeer. Im Osten und am Mittelmeer liegt das Westjordanland und der Gaza-Streifen.

Israel ist ein kleines Land, von der Fläche her ist es in etwa so groß wie das Bundesland Hessen. Trotzdem gibt es ganz unterschiedliche Regionen in Israel. Im Norden, in Galiläa (in hebräisch: haGalil) gibt es grüne Täler, Wald und Hügel, dann folgt die Küstenebene und schließlich die Wüstengebiete des Landes.

Das Klima, also das Wetter, ist ganz anders als in Deutschland. Es regnet nur in den Monaten November bis April. Die Sonne scheint sehr oft und im Sommer wird es ziemlich heiß. In der Küstengegend ist die Luftfeuchtigkeit sehr hoch, so dass man manchmal das Gefühl hat, in einem tropischen Gewächshaus zu sein. Im Winter fällt im Norden und auch in Jerusalem manchmal Schnee. Das gibt immer ein ziemliches Chaos, weil die Autos nicht darauf ausgelegt sind. Die Schule fällt dann aus, kein Hitzefrei, sondern Schneefrei.

Wasser ist in der gesamten Region sehr knapp. Das meiste Trinkwasser in Israel kommt aus dem See Genezareth, dessen Wasserspiegel dadurch stark gesunken ist. Das hat weit reichende Folgen und man versucht daher, neue Methoden zu entwickeln, um Trinkwasser herzustellen, zum Beispiel Entsalzung von Meerwasser.


So viel Wasser wie im Frühling im Naturschutzgebiet Tel Dan (ganz im Norden Israels) gibt es selten zu sehen, Foto: haGalil

Die Lage von Israel am Schnittpunkt dreier Kontinente zeigt sich auch in der Pflanzen- und Tierwelt. Mehr als 500 Vogelarten, etwa 100 Arten von Säugetieren und 90 Arten von Reptilien sowie ca. 3.000 Pflanzenarten, von denen über 150 ausschließlich in Israel beheimatet sind, findet man dort. Es gibt viele Naturschutzgebiete, in denen man unter anderem so einige vierbeinige Bewohner bewundern kann.


Das ehemalige Sumpfgebiet der Hula-Ebene im Norden Israels ist eine bedeutende Zwischenstation für Zugvögel. Ca. 500 Millionen Vögel ziehen im Laufe des Jahres dort vorbei. Foto: haGalil

Der Norden

Israels Norden ist grün und an vielen Stellen sehr hügelig. In Galiläa und noch weiter im Norden, in den Golan Höhen, ist es teilweise richtig gebirgig. Man kann sogar Skifahren in Israel, am Hermon, das ist ein Berg ganz im Norden des Landes. Im Norden liegt auch der See Genezareth, auf hebräisch heißt er Kinneret. An der Küste liegt die Hafenstadt Haifa.


Blick auf den See Genezareth, Foto: haGalil

Die Mitte

Hier wohnen die meisten Leute in Israel. Die Küstenebene ist zu einem großen Siedlungsblock geworden. Im Osten befindet sich Israels Hauptstadt: Jerusalem. Jerusalem liegt 700 m über dem Meeresspiegel und ist dabei nur 60 km von der Küste entfernt. Wenn man nach Jerusalem fährt, muss man also ein ganz schönes Stück bergauf fahren. An der Küste liegt Tel Aviv, die zweitgrößte Stadt nach Jerusalem. Während Jerusalem eine sehr alte Stadt ist, nämlich schon etwa 3000 Jahre alt, wurde Tel Aviv erst 1909 gegründet.
Fährt man von Jerusalem weiter Richtung Südosten kommt man ans Tote Meer. Das Tote Meer ist der tiefste Punkt der Erde, denn man befindet sich dort 400 m unter dem Meeresspiegel. Das Tote Meer ist etwas ganz besonderes und heißt nicht umsonst so. Der Salzgehalt des Wassers ist so hoch, dass es dort keine Tiere und Fische gibt. Außerdem kann man im Toten Meer nicht untergehen, man treibt auf der Wasseroberfläche und kann sogar gemütlich Zeitung lesen. Nur Vorsicht, man darf das Wasser nicht schlucken und es brennt höllisch in den Augen.


Blick auf die Altstadt von Jerusalem, Foto: haGalil

Der Süden

Der Süden des Landes ist weniger dicht besiedelt, was vor allem daran liegt, dass hier große Teile Wüste sind: die Judäische Wüste und der Negev. Ganz im Süden des Landes liegt Eilat am Roten Meer. Dort kann man sehr gut Schnorcheln, weil es dort viele Korallen, besondere Fische und sogar Delfine gibt.


Der Krater "Maktesh Ramon" im Negev, Foto: haGalil

Die Bevölkerung

Israel hat momentan 6,9 Millionen Einwohner. Die Bevölkerung teilt sich in 76% Juden, 19% Moslems, 3% Christen, 2% Drusen und andere. Die offiziellen Sprachen in Israel sind Hebräisch, Arabisch und Englisch. Gut 90% der Bevölkerung lebt in Städten. Im Vergleich dazu: Deutschland hat ca. 83 Millionen Einwohner.

Hier noch etwas Besonderes: Ein Satelliten-Bild von Israel! Du musst es zur Vergrößerung anklicken. Darauf kannst Du die unterschiedlichen Regionen des Landes nochmal ganz genau sehen. Ganz im Norden liegt ein wenig Schnee in den Bergen des Golans. Du siehst die lange Mittelmeerküste, den See Genezareth und das Tote Meer. Du siehst, dass es Richtung Süden immer weniger grün wird und schließlich nur noch Wüste ist.

Im letzten Teil wollen wir noch einmal zu Tu biSchwat zurückkehren, Du findest einen Tu biSchwat Seder, und außerdem ein Quiz zu Israel.
Hier geht es weiter!