haSchanah: Das Neujahrfest der Bäume

In diesem Monat feiern wir Tu biSchwat, das Neujahrsfest der Bäume. In diesem Jahr fällt es auf den 13. Februar.

Was heißt Tu biSchwat?

"TU" steht für die Zahl 15. Im Hebräischen kann man jede Zahl mit Buchstaben schreiben. Aleph, der erste Buchstabe des hebräischen Alphabets ist zugleich die Zahl 1. 15 würde man normalerweise aus 10 + 5 zusammensetzen. Wenn man das ausspricht, ergibt es den Anfang des G-ttesnamens, den man in der jüdischen Tradition nicht ausspricht. Deshalb weicht man auf 9 + 6 aus. Das sind die Buchstaben Tet (9) und Vav (6) gesprochen: Tu. Schwat ist der 11. Monat im jüdischen Kalender, Tu biSchwat also der 15. Tag des Monats Schwat.

Warum feiert man ein Neujahrsfest der Bäume?

Als es noch den Tempel in Jerusalem gab, der 70 n.d.Z. zerstört wurde, wurde der zehnte Teil der Tiere, der Getreide- und der Obsternte für die Priesterschaft und die Armen abgegeben, also wie eine Art "Steuer" für die Priester und die Armen. Wie aber soll man bei Obstbäumen regeln, zu welchem Jahr die Obsternte gehört? Durch die klimatischen Bedingungen in Israel ist dafür der 15. Schwat ideal. Er fällt fast auf das Ende der Regenzeit, wenn der Saft in die Bäume hochsteigt und sich die Früchte zu formen beginnen. So bildet er eine natürliche Grenze zwischen dem Obst, das im vergangenen Jahr geerntet wurden und denen, die im folgenden Jahr geerntet werden. Früchte, deren Blütezeit nach dem 15. Schwat liegt, müssen dann für dieses Jahr "verzehntet" werden.


Fotos: Marion Keunecke

Wie wird Tu biSchwat gefeiert?

In Israel ziehen die Kinder hinaus, um Bäume zu pflanzen. So tragen sie zum Aufbau des Landes bei, das Bäume und damit Schatten braucht. Juden, die außerhalb von Israel - in der Diaspora - leben, spenden Geld für die Anpflanzung von Bäumen in Israel. Außerdem ist es Brauch, an diesem Tag besonders Früchte zu essen, die in Israel wachsen; in manchen jüdischen Gemeinschaften 15 Früchte - wegen des 15. Schwat.

In den letzten Jahren wurde ein Brauch wiederbelebt, der im 16. Jahrhundert bei den Juden, die in der Stadt Safed (Israel) lebten, entstanden ist: der Tu biSchwat-Seder. Seder heißt wörtlich "Ordnung". Gemeint ist ein Zusammensein, bei dem man in einer bestimmten Reihenfolge Wein / Fruchtsäfte trinkt, Geschichten hört, bestimmte Früchte isst, Lieder singt und zu dem auch bestimmte Segenssprüche gehören. Ein Beispiel für einen solchen Seder findest Du später noch.

In den letzten Jahren wurde Tu biSchwat auch mehr und mehr zum Anlaß genommen, um zu überlegen, wie wir zum Schutz unserer Lebensgrundlagen auf dieser Erde beitragen können. Tu biSchwat ist damit auch eine Möglichkeit, Anliegen der ökologischen Bewegung aufzugreifen und sich Gedanken zu machen, wie man selbst und seine Gemeinschaft Umweltschutz praktizieren kann.


Fotos: Lisa Yehuda

Wir wollen Tu biSchwat zum Anlass nehmen, das Land Israel und seine Geografie ein wenig kennenzulernen.
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