Jiddisch im Deutschen

Weißt Du, was die Wörter "dufte", "Zoff", "schmusen" und "mies" gemeinsam haben? Das sind alles Wörter, die eigentlich jiddisch sind und die im Laufe der Zeit auf verschiedenem Weg ins Deutsche gekommen sind. Heute weiß man das bei vielen Wörtern schon gar nicht mehr, bei anderen kann man es noch vermuten. Du findest hier einige dieser Wörter und Redewendungen mit der jiddischen Erklärung.

Abzocken:
umgangssprachlich für "betrügen", "abkassieren", kommt von dem jiddischen Wort "zchocken", das "scherzen", "spielen" bedeutet

Ausbaldowern:
umgangssprachlich für "auskundschaften", kommt aus der Gaunersprache Rotwelsch, ist von dem jiddischen Wort "Baal Dower" abgeleitet, das heißt "Herr", "Besitzer"

Ganove:
von dem jiddischen Wort "ganef", "Dieb"

Kaff:
umgangssprachlich für ein kleines Dort, kommt von dem hebräischen Buchstaben "chaf", als Abkürzung von "cfar", "Dorf"

Mischpoche:
umgangssprachlich für "Familie", "Sippe", vom jiddischen Wort "Mischpocho", "Familie", in hebräisch heißt Familie "Mischpacha"

Pleite, (pleite machen):
kommt von dem jiddischen Wort "pleto", das "Flucht", "Entrinnen" und "Bankrott" heißt

Schmiere stehen:
kommt von dem jiddischen Wort "schmiro", "Wache"

Schmusen:
heißt auf jiddisch "reden", "erzählen"

Zoff:
umgangssprachlich für "Ärger", "Streit", kommt eigentlich von dem jiddischen Wort "Soff", das "Ende" heißt

Kennst Du den Ausdruck "jemandem zeigen, wo der Barthel den Most holt"? Diese Redewendung wird vor allem in Bayern benutzt. Man kann meinen, dass Barthel der Bartholomäus ist, Most ist ein anderes Wort für Apfelwein. Aber was soll das heißen? Jemandem zeigen, wo der Bartholomäus den Apfelwein holt? Das macht doch keinen Sinn... Stimmt, die Redewendung kommt aus dem Jiddischen, Barthel steht für "Barsel", das ist ein "Eisen", oder auch "Brecheisen". Und Most kommt von "Moos", und das heißt "Geld" auf jiddisch. Hmm, das macht schon mehr Sinn, oder? Mit dem Brecheisen das Geld holen...

Ein anderer Ausdruck aus dem Jiddischen kennt jeder! Hast Du Dich auch schon einmal gewundert, warum man sich zu Sylvester eigentlich "einen guten Rutsch" wünscht? Wegen dem Schnee? Nein! Das kommt von "einen guten Rosch", also "einen guten Beginn", denn auf Hebräisch und Jiddisch heißt das Neujahr doch "Rosch haSchanah". Aus "Rosch" wurde im Laufe der Zeit "Rutsch" und so wünscht man sich heute eben einen guten Rutsch.

 

Was sagst Du? Hättest Du gedacht, dass so viele Wörter aus dem Jiddischen im Deutschen gebraucht werden? Meinst Du, noch andere Wörter jiddischen Ursprungs zu kennen? Wenn Du Lust hast, schick uns Deine Gedanken dazu per Email. Wir werden sie am Ende des Jahres, natürlich anonym, veröffentlichen.

Und zum Schluss gibts noch einiges zum Anhören: Hebräische Kinderlieber und noch eine Geschichte auf Jiddisch.
Hier geht es weiter!