Wir haben gesehen, dass das jüdische Neujahr Rosch haSchanah etwas anders ist als das Neujahr an Sylvester. Es ist kein rauschendes Fest, bei dem man Böller knallen lässt, sondern eine Zeit der Besinnung.

Bitte lies diesen Text in Ruhe durch:

Ein Jahreswechsel hat immer eine besondere Bedeutung für uns Menschen. Die Abrechnung mit der Vergangenheit und der Blick in die Zukunft treffen hier aufeinander und selbst nicht religiös lebende Menschen empfinden eine gewisse Ehrfurcht vor einem solchen Umbruch. Es ist die Zeit der Abrechnung und der Neuplanung.

Wie sehr der Mensch solche Orientierungspunkte braucht, erkennt man daran, dass es wohl keine Kultur oder Religion auf der Welt gibt, in der es kein Neujahrsfest in der einen oder anderen Form gibt. Aber es gibt nicht nur die religiös geprägten Jahreswechsel, auch im ganz weltlichen Bereich kennen wir Bilanzen, Inventuren, Steuerjahre, Schulzeugnisse, Bundesjugendspiele und auch Kinderchöre und Fußballvereine teilen ihre Auftritte bzw. Spiele nach einem festgelegten Jahresplan ein. Am Jahresende will man sehen, wie die Vergangenheit war und darauf aufbauend die Zukunft neu planen und verbessern.

Der Elul, der Monat vor Rosch haSchanah, ist nicht durch hektisch-freudige Vorbereitung auf das kommende Jahr geprägt, sondern durch Stille, Reue und Umkehr. Man besinnt sich auf seine Pflichten vor G-tt und den Menschen, betet viel, gibt Spenden an die Bedürftigen und nimmt sich vor, das neue Jahr mit mehr Liebe zu G-tt und den Menschen auszufüllen, statt sich wieder von den Zwängen des Alltags ablenken zu lassen.

Hier in der westlichen Welt und in einer Zeit, in der Traditionen weniger werden, muss man sich oft selbst zwingen, diese Stille zu spüren. Ich kenne sie eigentlich nur noch aus Erzählungen und versuche mich bewusst in diese Stimmung der stillen Hoffnung zu versetzen.

Inge

Wenn Du an das letzte Jahr zurückdenkst, also an die Zeit zwischen Oktober 2004 und jetzt, was ist in diesem Jahr alles passiert?
Erinnerst Du Dich noch, was in der Welt passiert ist? Was hast Du persönlich in diesem Jahr Wichtiges erlebt? Gibt es etwas, was Dir leid tut, etwas, was Du anders machen würdest, etwas, wofür Du Dich entschuldigen möchtest?
Was nimmst Du Dir für das nächste Jahr vor?

Schreib uns Deine Gedanken!
Wir werden Eure Zuschriften am Ende des Jahres veröffentlichen, natürlich anonym.

Das war der erste Teil von haSchanah, die hohen Feiertage. Du hast viel über Neujahr, Versöhnungstag und das Laubhüttenfest gelernt. Im letzten Teil findest Du Rosch haSchanah-Karten zum Ausdrucken und Ausmalen!

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