haSchanah: Das Wochenfest und der Käsekuchen

In diesem Monat feiern wir Schawuoth, das Wochenfest, das in diesem Jahr auf den 2. und 3. Juni fällt. Schawuoth findet genau sieben Wochen nach Pessach statt, deswegen nennt man es Wochenfest (Schawuoth ist hebräisch und bedeutet "Wochen").

Schawuoth ist ein Erntedankfest. Das Frühjahrsgetreide, das vor Pessach ausgesät wurde, ist nun reif. In Israel, wo die Landwirtschaft eine wichtige Bedeutung hat, da das Land aufgebaut und begrünt werden musste, wird Schawuoth wieder vermehrt als Erntefest gefeiert, als Fest der Früchte des Bodens, als Fest der Blumen und Pflanzen. Doch Schawuoth hat vor allem eine andere Bedeutung, die ebenfalls an Pessach anknüpft: es ist das Fest, das daran erinnert, das das jüdische Volk die Zehn Gebote am Berg Sinai erhielt. Man feiert also "Matan Torah", der Übergabe der Torah.

Der Überlieferung nach hat Mosche auf dem Berg Sinai zu Schawuot die Zehn Gebote empfangen. Wir feiern also zu Schawuoth, dass uns G-tt die Torah mit ihren Gesetzen gegeben hat. Nachdem die Juden aus Ägypten ausgezogen waren, wanderten sie lange durch die Wüste, bis sie sich am Berg Sinai versammelten, wo sie die Torah empfingen. Die beiden Ereignisse sind eng mit einander verknüpft: Durch den Auszug aus Ägypten und die Gesetzgebung auf dem Berge Sinai wurde das Judentum als Volk und als Religion begründet.


Die Sinai-Berge

Die Zehn Gebote

Kennst Du die Zehn Gebote?

1. ICH bin "der Ewige", dein G'tt, der dich geführt hat aus dem Lande Ägypten, aus einem Sklavenhaus.

2. Du sollst keine anderen G-tter haben vor mir. Du sollst Dir kein Bildnis machen, keinerlei Gestalt dessen, was im Himmel oben und was auf Erden unten und was im Wasser unter der Erde ist. Du sollst dich vor ihnen nicht niederwerfen und ihnen nicht dienen; denn ICH "der Ewige", dein G'tt bin ein eifernder G'tt, der da bedenkt die Schuld der Vätern an den Kindern und an dem dritten und vierten Geschlecht bei denen, die mich hassen; der aber Liebe beweist bis ins tausendste Geschlecht denen, die mich lieben und meine Gebote wahren.

3. Du sollst den Namen "des Ewigen", deines G-ttes, nicht zur Unwahrheit aussprechen, denn "der Ewige" wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen zur Unwahrheit ausspricht.

4. Wahre den Schabbath-Tag, ihn zu heiligen, wie "der Ewige", dein G-tt, dir geboten hat. Sechs Tage sollst du arbeiten und all dein Werk verrichten; aber der siebente Tag ist ein Schabbath dem "Ewigen", deinem G'tt. Da sollst du keinerlei Werk verrichten es, du und dein Sohn und deine Tochter, dein Knecht und deine Magd, dein Ochs und dein Esel und all dein Vieh, und dein Fremdling, der in deinen Toren ist, auf daß ruhe dein Knecht und deine Magd wie du. Und du sollst gedenken, daß du Knecht warst im Land Mizraim, und daß "der Ewige", dein G-tt, dich von dort herausgeführt hat mit starker Hand und mit ausgestrecktem Arm; darum hat "der Ewige", dein G-tt, dir geboten, den Schabbath-Tag zu halten.

5. Ehre deinen Vater und deine Mutter, wie "der Ewige", dein G'tt, dir geboten, auf daß du lange lebst und es dir wohlergehe auf dem Boden, den "der Ewige", dein G-tt, dir gibt.

6. Du sollst nicht morden!

7. Du sollst nicht ehebrechen!

8. Du sollst nicht stehlen!

9. Du sollst nicht aussagen wider deinen Nächsten als falscher Zeuge!

10. Und du sollst nicht begehren das Weib deines Nächsten! Und du sollst dich nicht gelüsten lassen nach dem Haus deines Nächsten, nach seinem Feld, nach seinem Knecht und nach seiner Magd, nach seinem Ochsen und seinem Esel, nach allem, was deinem Nächsten gehört.

So stehen die Zehn Gebote in der Torah, im Buch "Dewarim". Verstehst Du die Bedeutung der Zehn Gebote?
Wenn Du Fragen hast, dann schreib uns einfach!

Milch und Honig

Jeder Feiertag hat seine traditionellen Speisen. An Schawuoth ist es Brauch, milchige Speisen zu essen, da die Torah für jeden die Quelle des Lebens ist, wie die Milch für den Säugling. Kühe und Ziegen geben zu dieser Jahreszeit viel Milch, aus der viele Delikatessen hergestellt werden können. Einige Leute backen besonders hohe Kuchen zur Erinnerung an die Übergabe der Tora am Berg Sinai. Außerdem isst man viele milchige Süßspeisen, weil Israel auch als das Land, "in dem Milch und Honig" fließen, bezeichnet wird. Am beliebtesten an Schawuoth ist Käsekuchen!


In Israel sind an Schawuoth die Regale der Geschäfte voll mit Käsekuchen
Foto: haGalil

Wo wir beim Essen angekommen sind, wollen wir gleich noch ein wenig bei diesem Thema bleiben. Weißt Du eigentlich, was "koscher" bedeutet? Im nächsten Teil erfährst Du einiges über die jüdischen Speisevorschriften und dann gibt es noch einige leckere Rezepte für Dich.
Hier geht es weiter!