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Ein Ausflug mit der Kinder-Uni:
Europas Juden im Mittelalter

Von Marcel Jung (10 Jahre)

Hamilton Siddur; Fot Schacht, Staatsbibliothek zu BerlinAm Sonntag, 9.1. waren die Jungredakteure der Kinder-Uni im Netz in der Ausstellung "Europas Juden im Mittelalter"in Speyer. In der Ausstellung gab es neben vielen anderen Dingen einen "Pult"-Altar, darin befindet sich der Tora-Zeiger, man braucht ihn um die Tora-"Bibel" zu lesen. Das Papier der Tora darf nicht mit den Fingern berührt werden damit die Tinte nicht verläuft.

In der Tora gibt es 52 Absätze. Jede Woche wird einer gelesen, dies wiederholt sich jedes Jahr. Das Jahr der Juden beginnt bereits im Oktober und auch die Monatsnamen sind anders. Ein Monat heißt übrigens Nissan, wie die Automarke.

In Erfurt wurde ein Schatz gefunden, mit Gold, Rubinen uns Saphiren, Gürtel, Schmuck und Ringen. Dieser Schatz mußte sehr reichen Juden gehört haben und wurde ein Jahr vor dem 2. Weltkrieg vergraben. Wahrscheinlich starb der Eigentümer während der Judenverfolgung und Vernichtung unter Adolf Hitler und so konnte der Schatz nicht mehr ausgegraben werden!

Einen Ehering bekommen Juden nur einen Tag. Der Besitzer des Schatzes hatte so einen Ring, auf diesem war ein Turm aus Gold und daran befand sich ein Faden mit einer Kugel. Wenn die Hand bewegt wurde bimmelte die Kugel. Was mich sehr berührt hat, ist die Tatsache, dass Juden schon immer verfolgt wurden, auch im Mittelalter. Ich stelle es mir furchtbar vor, wenn man nicht erwünscht ist und vertrieben und verfolgt wird!

Es gab im Museum ein Plakat darauf waren alle Buchstaben in hebräischer Schrift. Diese Schrift wird von links nach rechts geschrieben und es gibt keine Vokale (A, E, I, O, U). Dafür werden an die Konsonanten (beispielsweise B, M oder N) bestimmte Zeichen angehängt. Es war sehr schwierig in hebräischer Schrift zu schreiben, aber ich habe es geschafft!

Eingang zur MikweWir schauten uns nach der Austellung draußen noch ein jüdisches Bad an. Das Wasser war nur 3-4 Grad warm. Wenn jemand darin badete mußte er ganz untertauchen, um seine Sünden abzuwaschen. Bei langem Haar sah man auf der Wasseroberfläche nur noch einen Haarkranz. Nach dem Untertauchen ging es gleich wieder raus. Es gab auch eine Aufsichtsperson, weil man ganz nackt baden mußte. Brillen, Ohrringe, Ketten, alles mußte ausgezogen werden. Wir sahen auch eine Umkleidekabine. Darin war ein Hocker aus Stein.

In der alten Synagoge (jüdische Kirche) waren wir auch, diese ist nicht mehr so gut erhalten, am Boden kann man aber trotzdem die original erhaltenen Steine sehen. Es war nur den Männern erlaubt in die Synagoge zu gehen. Nebenan ist eine "Frauensynagoge", in der Mauer sind Löcher, so konnten die Frauen dem Gottesdienst zuhören.

Es war ein sehr interessanter Nachmittag und es hat mir gut gefallen.

Ein Bericht der Familie Schlaufuchs von der Kinder-Uni