hagalil.com
Spenden Sie mit PayPal - schnell, kostenlos und sicher!

Newsletter abonnieren
Koscher leben...
 
 


Und es sagte Rabbi Chanina:
Alles in der Hand des Himmels - außer der Achtung vor dem Himmel

Zur Paraschath Schoftim:
Mitverantwortung

Wochenabschnitt[HEBRÄISCH] [DEUTSCH]
(Dtn 16,18-21,9 / Jesaja 51,12-52,12)

Aus "Zeitlos Aktuell" pp. 476, von Zwi Braun

Nach den drei Wochen der Trauer und dem Gedenken an die Tempelzerstörung folgen die sieben Wochen des Trostes. An den Schabatoth dieser Wochen stammen alle Haftaroth aus dem Propheten des Trostes, Jeschajahu (Jesaja), beginnend mit Kapitel 40.

Der Wochenabschnitt Schoftim endet mit der Mizwa von "Egla Arufa", dem Sühneakt für einen unaufgeklärten Mord. Wurde eine Leiche auf dem Feld gefunden, die auf einen gewaltsamen Tod hinwies, so musste der Oberste Gerichtshof in Jeruschalajim benachrichtigt werden. Dieser entsandte fünf Mitglieder, welche die Entfernung zwischen der Leiche und den in der Umgebung liegenden Städten, welche einen Gerichtshof aufwiesen, auszumessen hatte.

Maimonides versteht diese Anordnung dahingehend, dass die Öffentlichkeit auf diesen Todesfall aufmerksam gemacht werden sollte, um die Suche nach dem Täter zu intensivieren. Die am nächsten gelegene Stadt wurde für den Todesfall verantwortlich gemacht.

Der lokale Gerichtshof wurde mit der Beerdigung des Toten beauftragt und die Richter mussten eine noch nicht zweijährige Kuh in ein felsiges Feld führen, wo eine Sühnezeremonie stattfand, bei der das Tier getötet wurde. Das betroffene Stück Land durfte nie mehr bearbeitet oder besät werden. Der Talmud erläutert den Sinn dieser Prozedur mit folgenden Worten: "Lasst die junge Kuh, die noch nicht gekalbt hat, auf einem Stück Land sterben, das niemals Frucht getragen hat, um für den Tod eines Menschen zu sühnen, dem es nicht vergönnt war, Nachkommen zu erzeugen" (Sota 46a).

In Anwesenheit von Priestern mussten die lokalen Richter dabei eine Deklaration ablegen: "Unsere Hände haben dieses Blut nicht vergossen, und unsere Augen haben nicht gesehen. Vergib Deinem Volk Israel, das Du erlöst hast, Ewiger, und gib nicht unschuldiges Blut inmitten Deines Volkes Israel" (Dew. 21, 6-8).

Nichts gesehen und nichts gehört?

Ein erstaunliches Bekenntnis! Zu Recht stellt die Mischna die Frage: "Könnte es uns denn in den Sinn kommen, dass die Ältesten des Gerichtshofes Blutvergiesser sind? Vielmehr soll dies bedeuten: Wir haben ihn nicht, nachdem er zu uns kam, ohne Nahrung wieder ziehen lassen und wir haben ihn nicht gesehen und ohne Begleitung gelassen (so dass wir seinen Tod mitverschuldet hätten" (Sota 9, 6).

Ein ohne Lebensmittel gelassener Mensch, so Raschi, hätte sich aus lauter Verzweiflung vielleicht zum Straßenraub genötigt gesehen und dabei ein gewaltsames Ende gefunden. Nach Rabbiner Dr. D. Hoffmann begab sich der von der Gesellschaft im Stich Gelassene auf der Suche nach einem Lebensunterhalt auch in unwegsame Gegenden, wo er leicht in die Hände eines Mörders fallen konnte. Der Babylonische Talmud bezieht die Deklaration also auf den Erschlagenen. Der Talmud Jeruschalmi hingegen bezieht den Schriftvers auf den Mörder: "Unsere Hände haben nicht dieses Blut vergossen", dies heißt, wir haben den Mörder nicht in unserer Gewalt gehabt und ihn dann freigelassen. "Und unsere Augen haben nicht gesehen", das bedeutet: Wir haben nicht, nachdem wir die Schuld des Mörders eingesehen, ihn ziehen lassen und den Prozess vertuscht!

Nach beiden Auffassungen tragen die Bewohner der betroffenen Stadt und ihre geistige Führung, die Richter, die Mitverantwortung für das gewaltsame Ende des Toten.

Eine Gesellschaft, die sich von den sozial schwächer Gestellten abwendet, keine Hilfe leistet, und in der jeder nur seine eigenen Interessen im Auge hat, ist mitschuldig an den daraus resultierenden Missständen. Unser Urvater Awraham, der erste Jude, war ein leuchtendes Beispiel für Gastfreundschaft und Geleit. Ein Beispiel, das für alle Generationen gültig und verpflichtend ist.

Nach Rabbiner S.R. Hirsch sprechen die Ältesten der Stadt aus: "Bei uns wird keiner in einer solchen Not gelassen, dass er aus Not zum Verbrechen greifen müsste!" Der Talmud Jeruschalmi betont die Wichtigkeit einer funktionierenden Rechtssprechung, die Mord nicht vertuscht oder bagatellisiert, und in der nicht in einer Perversion der Werte das Opfer schuldig und der Mörder freigesprochen wird.

Warum sind es die Priester, welche nach den Richtern die Bitte um Vergebung aussprechen? Aufgabe der Priester ist es, das Volk zu segnen, mit einem Segen, der in der Bitte um Frieden
gipfelt. Wäre dieses Gebet um Frieden intensiver gewesen, hätten sich die Priester aktiver für den Frieden in der Gesellschaft eingesetzt, vielleicht wäre dann dieses Verbrechen zu verhindern gewesen! (Kohelet Jizchak)

[HEBRÄISCH] [DEUTSCH]
(Dtn 16,18-21,9 / Jesaja 51,12-52,12)
Genaue Zeiten beim örtl. Rabbinat bzw. hier (ohne Gewähr)...

Sidra Schoftim
Schütze den Baum, schütze den Menschen
Diese Sidra gibt uns die Anleitung für das Verhalten auf einem Feldzug, die Beziehungen mit den Waffenbrüdern, dem Feind, den Gefangenen. Sie beinhaltet auch eine Passage, die sich unseren Beziehungen zur Pflanzenwelt widmet...

Zum Wochenabschnitt Schoftim:
Götzendienst

Viele Torah-Lehrer sehen im Götzendienst eine niedere Neigung des Menschen, welche in der gesamten Menschheit, so auch im jüdischen Volk, ihren Ausdruck findet. Während sich die Völker dem heidnischen Trieb hingeben, versucht Israel beständig sich von diesem Trieb zu befreien. Noch im 15.Jahrhundert eröffnet Josef Karo (Toledo 1488 - Zfath 1575) den Schulhan Arukh mit dem Aufruf zur 'Überwindung des Götzendienstes'...

La peraşa de la semana:
Şofetím
En el oltimo Kapitolo de la  peraşa Şofetim meldamos el sujeto: Kuando fue topado en la tyera ke tu Dyos te da para eredorla, algun matado eçado en el kampo, i no se supo ke lo firyo, Estonses saldran tus vyejos i tus cuezes, i sera ke la sivdad ke esta mas serkana a el matoda...

Zum Schabath haSlichoth (sf.):
Adon haSlichoth
Dieser Pijuth listet in alphabetischer Reihenfolge Eigenschaften Gottes auf...

Anyos Munchos i Buenos:
Koscher in Istanbul
Synagogen, Gebetszeiten und koschere Restaurants in Istanbul...

Parschat Schoftim:
Der König und Sie
Heute wählen die meisten Nationen Politiker, von denen sie annehmen, dass sie gut verhandeln und entscheiden können, aber nicht unbedingt mit G–tt verbunden sind...

Parschat Schoftim:
Brot ist zum Essen da
Raw Jehuda ging über den Marktplatz. Auf einmal bemerkte er zwei Männer, die mit einem Brotlaib Ball spielten. Er war entsetzt...
Aktuelle Betrachtungen zum Wochenabschnitt
und zu den jüdischen Feiertagen
3 MINUTEN EWIGKEIT
(ersch. 1998)
ZEITLOS AKTUELL
(ersch. 2001)

von Dr. Zwi Braun

Die Bücher enthalten jeweils drei kurze Betrachtungen zu jedem Wochenabschnitt der Tora und zu den jüdischen Feiertagen. Sie verstehen sich als Kommentare für den modernen Menschen, der aber eine Vielzahl von klassischen und neuzeitlichen rabbinischen Quellen einbezieht. Glossare und Literaturnachweise der benutzten Quellen ergänzen die Betrachtungen.

MORASCHA - sFr. 42.-...

Bitte beachten Sie: Diese Texte sind heilig. Die hebräischen Text enthalten den Namen G'ttes. Wenn Sie sich diese Seiten ausgedruckt haben, werfen Sie sie bitte nicht weg. Bewahren Sie sie an einem reinen Ort oder geben Sie diese Seiten beim nächsten Rabbinat ab.

Zum Inhaltsverzeichnis: haParashah
Zum Inhaltsverzeichnis: Jahaduth

hagalil.com 22-08-2007



Fragen an die Rebbezin...
Jüdische Weisheit
haGalil.com ist kostenlos! Trotzdem: haGalil kostet Geld!

Die bei haGalil onLine und den angeschlossenen Domains veröffentlichten Texte spiegeln Meinungen und Kenntnisstand der jeweiligen Autoren.
Sie geben nicht unbedingt die Meinung der Herausgeber bzw. der Gesamtredaktion wieder.
haGalil onLine

[Impressum]
Kontakt: hagalil@hagalil.com
haGalil - Postfach 900504 - D-81505 München

1995-2014... © haGalil onLine® bzw. den angeg. Rechteinhabern
Munich - Tel Aviv - All Rights Reserved
ehem. IDPS, Kirjath haJowel