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Koscher leben...
 
 


Und es sagte Rabbi Chanina:
Alles in der Hand des Himmels - außer der Achtung vor dem Himmel

Zur Paraschath ki-teze (Dewarim 21, 10 - 25, 19):
Asylpolitik

WochenabschnittAus "Zeitlos Aktuell" pp. 476, von Zwi Braun

Nach den drei Wochen der Trauer und dem Gedenken an die Tempelzerstörung folgen die sieben Wochen des Trostes. An den Schabatoth dieser Wochen stammen alle Haftaroth aus dem Propheten des Trostes, Jeschajahu (Jesaja), beginnend mit Kapitel 40.

Du sollt ihn nicht kränken!

"Du sollst einen Sklaven nicht an seinen Herrn ausliefern, der sich zu dir vor seinem Herrn rettet. Bei dir soll er wohnen, in deiner Mitte, an dem Orte, den er sich wählt, in einem deiner Tore, wo es ihm gefällt, du sollt ihn nicht kränken" (Dew. 23,16-17).

Wie sind diese Verse zu vestehen? Mehrere Kommentatoren (Ibn Esra, Chiskuni, Ramban) verweisen auf das vorangehende Kapitel, das mit dem Satz beginnt: "Wenn du als Kriegsheer gegen deine Feinde ausziehst..." (Dew. 23, 10). Beim Zusammenstoss der beiden Armeen ergab sich die Gelegenheit die Seiten zu wechseln, und so mancher Sklave mag davon Gebrauch gemacht haben, um sich ins andere Lager zu schlagen.

Von den modernen Erklärern zitiert Rabbiner Dr. D. Hoffmann diese Version:
"Nach Targum Jonathan spricht unsere Stelle von einem Heiden, der dem Götzendienst entflieht und unter den Schutz Gottes treten will... Dies mag auch der Sifre (ein halachischer Midrasch) meinen mit den Worten: 'Der sich zu dir vor seinem Herrn rettet - dies schließt den Ger Toschaw, den Beisass-Proselyten (der die sieben noachidischen Gebote befolgt) mit ein. Auch in Arachin 29a meint der Talmud, dass unsere Stelle vom Ger Toschaw spricht. Aus dem Midrasch des Rabbi Jischmael geht hervor, dass die Abschwörung des Götzendienstes allein genügt, um einen Heiden zum Ger Toschaw zu machen."

Rabbiner S.R. Hirsch verweist hingegen auf eine andere Talmudstelle:
"In Gittin 45a wird der in unserem Text besprochene Fall dahin erläutert: Es spricht von einem kenaanitischen Sklaven, der sich vor seinem jüdischen Herrn aus dem Ausland in das jüdische Land flüchtet. Dem haben die jüdischen Behörden Schutz und Fürsorge zuzuwenden, sie haben ihm jedenfalls die Freiheit zu bewirken. Haben dem Herrn die Alternative zu stellen, dem Sklaven einen Freibrief auszustellen und dagegen einen Schuldbrief auf dessen Wert entgegenzunehmen. Widrigenfalls hat das Gericht, Kraft der ihm innewohnenden Enteignungsermächtigung, ihn ohne weiteres freizusprechen. Er erlangt sodann als Ger Zedek (vollständiger Proselyt zum Judentum) das jüdische Bürgenecht und steht unter der besonderen Ägide des öffentlichen Rechts und Wohlwollens. Im Anklang an dieses Gesetz galt die Bestimmung, dass ein aus dem jüdischen Land Auswandernder nicht befugt war, seine Sklaven wider deren Willen mit ins Ausland zu nehmen, und dass, wer seinen Sklaven nach dem Ausland verkaufte, ihm damit die Freiheit bereitete."

Diese Protektion des nichtjüdischen Sklaven, der sich unter die Schutzherrschaft des einen Gottes und des Seine Gebote befolgenden Volkes gestellt hatte, war für die antike Welt revolutionär und unerhört. Der halachische Midrasch Sifre erläutert die "Niederlassungsbestimmungen", welche der Vers 17 formuliert:
"In deiner Mitte - und nicht an der Grenze. An dem Ort, den er sich wählt - an dem Ort, an dem er sein Einkommen findet. In einem deiner Tore - dass er nicht von Stadt zu
Stadt flüchte. Wo es ihm gefällt - von einem schlechten Ort zu einem schönen Ort."

An einer anderen Stelle fordert die Torah die soziale Gleichstellung von Landesbürger und Ger Toschaw, niedergelassenem Fremden:

"Und wenn dein Bruder verarmt und es schwankt seine Hand bei dir, so unterstütze ihn, den Proselyten und den Ger Toschaw, dass er bei dir lebe" (Waj. 25, 35).

Welch Gegensatz dieser biblischen Vorschriften im Vergleich zur unsäglichen offiziellen Flüchtlingspolitik der Schweiz während des Zweiten Weltkriegs! Freie Wohnortswahl für den Asylsuchenden, Recht auf Berufsausübung, ein ausdrückliches Verbot, diese Menschen zu kränken! Selbst heute sind wir weit von diesen Normen entfernt.

Lassen wir noch einmal Rabbiner S.R. Hirsch zu Wort kommen:
"Wir begreifen die ganze Grosse des Kontrastes zwischen der menschenwürdigen Anschauung, die unter dem Regime des Gottesgesetzes im jüdischen Land auch dem kenaanitischen Knecht bewahrt blieb, und der Auffassung des Sklaventums, die überall außerhalb des jüdischen Landes herrschte. Und wir glauben in diesen Versen eine Pflege der internationalen Humanismusgesinnung erblicken zu dürfen, welche die hervorragenden Grundzüge des jüdischen Nationalcharakters bilden sollen."

Sidra Ki Tetze:
Nicht sollen getötet werden Väter um der Kinder willen
In der täglichen Realität um uns sehen wir, wie das kriminelle Verhalten von Eltern, ihre Unverantwortlichkeit und Zügellosigkeit einen tragischen Einfluss auf ihre Kinder ausübt, die vom elterlichen Beispiel demoralisiert werden...

Parschat Ki Teze:
Die Herrschaft über die Erde

In der Genesis steht, wir seien die Herrscher über die Erde. Aber was heißt das?...
Aktuelle Betrachtungen zum Wochenabschnitt
und zu den jüdischen Feiertagen
3 MINUTEN EWIGKEIT
(ersch. 1998)
ZEITLOS AKTUELL
(ersch. 2001)

von Dr. Zwi Braun

Die Bücher enthalten jeweils drei kurze Betrachtungen zu jedem Wochenabschnitt der Tora und zu den jüdischen Feiertagen. Sie verstehen sich als Kommentare für den modernen Menschen, der aber eine Vielzahl von klassischen und neuzeitlichen rabbinischen Quellen einbezieht. Glossare und Literaturnachweise der benutzten Quellen ergänzen die Betrachtungen.

MORASCHA - sFr. 42.-...

Bitte beachten Sie: Diese Texte sind heilig. Die hebräischen Text enthalten den Namen G'ttes. Wenn Sie sich diese Seiten ausgedruckt haben, werfen Sie sie bitte nicht weg. Bewahren Sie sie an einem reinen Ort oder geben Sie diese Seiten beim nächsten Rabbinat ab.

Zum Inhaltsverzeichnis: haParashah
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hagalil.com 22-08-2007



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