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Koscher leben...
 
 


Und es sagte Rabbi Chanina:
Alles in der Hand des Himmels - außer der Achtung vor dem Himmel

Paraschath 'Ekew (Dewarim 7, 12 - 11, 25):
Das Tischgebet

WochenabschnittEkew (Dtn 7,12-11,25) Jesaja (49,14 - 51,3)
[HEBRÄISCH] [DEUTSCH]

Zwi Braun zur Paraschath 'Ekew (Dewarim, Dtn 7,12-11,25)
bzw.zur Haftarah Jesaja (49,14 - 51,3)


Nach den drei Wochen der Trauer und dem Gedenken an die Tempelzerstörung folgen die
sieben Wochen des Trostes. An den Schabatoth dieser Wochen stammen alle Haftaroth aus dem Propheten des Trostes, Jeschajahu (Jesaja), beginnend mit Kapitel 40.

"Isst du dann und hast dich gesättigt, so segne Gott, deinen Gott, für das gute Land, das Er dir gegeben"
(Dew. 8, 10).

Rabbenu Bachya macht uns darauf aufmerksam, dass dies die einzige Bracha ist, zu der uns die Tora direkt auffordert. Seinen Hunger zu stillen ist ein elementares menschliches Bedürfnis. Zu erkennen, wem wir diese Wohltat zu verdanken haben, ist ein erster Schritt hin zu Gott. So erzählt der Talmud folgende Episode über unseren Stammvater Awraham:

"Awraham brachte alle Reisenden dazu, den Namen des Heiligen, gepriesen sei Er, zu erwähnen. Nachdem sie bei ihm gegessen und getrunken hatten, erhoben sie sich, um Awraham zu preisen. Da sprach er zu ihnen: Ihr habt nicht Meines gegessen, sondern des Ewigen Gottes. Danket, preiset und lobet den, durch dessen Wort die Welt erschaffen worden ist"
(Sota 10a).

Die Verpflichtung, vor dem Lesen und Studium der Tora eine Bracha zu sprechen, entnehmen unsere Weisen einem Vers aus Sefer Dewarim (32, 3):
"Denn den Namen des Herren will ich nennen, gebet Ehre unserem Gott"
(Brachot 21a).

Die vorausgehenden Verse vergleichen das Wort Gottes mit dem Segen bringenden Regen und Tau. Wenn man das Wort Gottes zitiert, soll man Ihn also vorher preisen. Der Talmud Jeruschalmi leitet aus diesen beiden Versen die Verpflichtung ab, auch vor dem Essen, bzw. nach Beendigung der Toravorlesung eine Brachah zu sprechen. Warum erwähnt die Torah diese zwei Verpflichtungen nicht ebenfalls direkt? Ist man hungrig und erhält etwas zum Essen vorgesetzt, so kommen die Worte des Dankes, bevor man etwas zu sich nimmt, leicht über die Lippen. Mit gesättigtem Magen vergisst man vielleicht eher sich zu bedanken. Umgekehrt verhält es sich mit "geistiger Nahrung". Hat man sich einmal mit der Tora befasst, so ist der Jude von alleine dankbar für diese "geistige Wohltat", daher nur der direkte Aufruf der Tora zum Segensspruch davor.

Etwas von dieser Welt ohne Bracha zu gemessen, wird im Talmud dem Menschen gleichsam als Diebstahl angekreidet:

"Rabbi Jehuda sagte im Namen Schmuels: Wenn jemand von dieser Welt ohne Segensspruch genießt, so ist dies ebenso, als genieße er vom heiligen Gut des Himmels, denn es heißt (Tehilim 24, 1): 'Dem Herrn gehört die Erde und ihr Inhalt', dagegen heißt es (Tehilim 115,16): 'Der Himmel ist Himmel des Herrn, die Erde aber gab Er den Menschenkindern!' Dies ist kein Widerspruch. Das eine gilt vor der Brachah (Vers 24, 1), das andere (Vers 115, 16) nach der Brachah"
(Brachot35a).

Zu Recht bemerkt Rabbiner S.R. Hirsch: "Dieses 'so segne Gott, deinen Gott' ist das Vorbild und der Grundtypus der großen Brachot-Institutionen geworden, mit welcher die Weisen unser ganzes Leben durchwoben haben. Wie hier das göttliche Gesetz den Genuss der Landesfrucht Veranlassung sein lässt, unsere Gedanken von der Frucht auf den Spender des Landes und der Frucht hinzulenken und daraus die Entschließungen für unsere Lebenstat fassen lässt, so hat die Weisheit der Chachamim das ganze Leben zu solchen unsere Verpflichtung zu Gott lehrenden Mentoren (gemeint sind die Brachoth) gestaltet. Dies lehrt uns, immer aufs Neue zu Gott aufzublicken und Ihm das Gelöbnis unseres Lebensdienstes zu erneuern."

Zum Maggid von Mesritsch, Rabbi Dow Bär, dem großen Schüler des Baal Schem Tow, kam einmal ein reicher Mann zu Besuch. Auf die Frage des Maggid, wie denn sein Menüplan aussehe, antwortete dieser: "Ich bemühe mich, wie ein armer Mann zu essen und begnüge mich mit Brot und Salz." Worauf ihn der Maggid anfuhr und ihm auftrug, jeden Tag Fleisch zu essen und Wein zu trinken, wie es sich für reiche Leute gebühre. Nachdem der Besucher gegangen war, verlangten die Schüler des Maggid Aufklärung über diese seltsame Anordnung.
"Wenn dieser Mensch jeden Tag Fleisch und Wein zu sich nimmt, wird er sich dessen bewusst werden, dass der Arme zumindest Brot und Salz braucht. Begnügt er sich aber mit Brot und Salz, wird er nicht mal dies den Armen zukommen lassen!"

Essen, Sattwerden und Gott dafür danken, hat sich auch in ebenbürtiger Fürsorge für den Mitmenschen zu zeigen!


Aktuelle Betrachtungen zum Wochenabschnitt
und zu den jüdischen Feiertagen
3 MINUTEN EWIGKEIT
(ersch. 1998)
ZEITLOS AKTUELL
(ersch. 2001)

von Dr. Zwi Braun

Die Bücher enthalten jeweils drei kurze Betrachtungen zu jedem Wochenabschnitt der Tora und zu den jüdischen Feiertagen.
Sie verstehen sich als Kommentare für den modernen Menschen, der aber eine Vielzahl von klassischen und neuzeitlichen rabbinischen Quellen einbezieht. Glossare und Literaturnachweise der benutzten Quellen ergänzen die Betrachtungen.

MORASCHA - sFr. 42.-...

Bitte beachten Sie: Diese Texte sind heilig. Die hebräischen Text enthalten den Namen G'ttes. Wenn Sie sich diese Seiten ausgedruckt haben, werfen Sie sie bitte nicht weg. Bewahren Sie sie an einem reinen Ort oder geben Sie diese Seiten beim nächsten Rabbinat ab.

Noch ein Wort der Weisheit: Über den Granatapfel lesen wir in Schir haSchirim (4, 3): "Wie die Seite eines Granatapfels (d.h. rosa, rot) ist deine Wange (Rakatech)". Dazu bemerkt der Talmudgelehrte Resch Lakisch: "Sogar die Nichtsnutze (Rekanim) unter dir sind noch voller Mizwot wie der Granatapfel (mit seinen vielen Kernen)." (Sanhedrin 37a). Diese Deutung beruht auf dem Wortspiel "Rakatech - Rekanim". Sie bringt die Wertschätzung und das Vertrauen dieses Weisen zum Ausdruck, der in jedem Menschen das Potential zu einer Fülle von Mizwot und guten Taten sah!

Ekew (Dtn 7,12-11,25) Jesaja (49,14 - 51,3)
[HEBRÄISCH] [DEUTSCH]
Freitagabend (Schabatheingang) ca. 20.10h
Samstagabend (Schabathausgang ca. 21.40h.
Genaue Zeiten beim örtl. Rabbinat bzw. hier (ohne Gewähr)...

Die Liebe zum Land Israel:
Eine leichte Mizvvah
Es gibt Gebote, deren Einhaltung uns leicht fallt, vor deren Übertretung wir uns wegen der Schwere des Vergehens hüten. Und dann gibt es Mizwot, die wir leicht übersehen und quasi links liegenlassen! Auch deren Befolgung verlangt die Tora von uns...

Hundertfacher Segen:
Der freie Wille
Und es sagte Rabbi Chanina: Alles in der Hand des Himmels - außer der Achtung vor dem Himmel...

Paraschath 'Ekew (Dewarim 7, 12 - 11, 25):
Die Vorzüge von Erez Jisrael
Die von der Tora beschriebenen Früchte und Pflanzen dienen einer ausgewogenen Ernährung und Erhaltung der körperlichen Gesundheit. Sie sind Grundnahrungsmittel...

Sidra Ekew:
Die Prüfung des Man

In unserem Abschnitt und in Exodus (16) wird das Man als Versuchung (Nisajon) oder Prüfung Israels beschrieben. Unsere Kommentatoren haben die ungewöhnliche Natur dieser Versuchung bemerkt. Üblicherweise ist eine Prüfung oder Versuchung etwas, das ertragen werden muss, eine unangenehme Erfahrung oder eine Bürde...

Wenn die Leute diese Gesetze hören:
Die Torah bewahren
"Vehajah ekew tischmeun et haMischpatim haeleh..."Was ist mit der Gunst der Väter?...

Parschat Ekew:
Die Aussaat der Seele
Es gibt immer noch Armut und Leid auf dem Angesicht der Erde. Aber wir haben auch die Mittel, um die Ursachen zu beseitigen: Krankheiten, Hunger, Dürre, Krieg und andere Plagen, die in der Vergangenheit noch häufiger waren...

Zum Inhaltsverzeichnis: haParashah
Zum Inhaltsverzeichnis: Jahaduth

hagalil.com 08-08-2007



Fragen an die Rebbezin...
Jüdische Weisheit
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