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Koscher leben...
 
 


Und es sagte Rabbi Chanina:
Alles in der Hand des Himmels - außer der Achtung vor dem Himmel

Paraschath 'Ekew (Dewarim 7, 12 - 11, 25):
Hundert Brachoth

WochenabschnittEkew (Dtn 7,12-11,25) Jesaja (49,14 - 51,3)
[HEBRÄISCH] [DEUTSCH]

Zwi Braun zur Paraschath 'Ekew (Dewarim, Dtn 7,12-11,25)
bzw.zur Haftarah Jesaja (49,14 - 51,3)

Nach den drei Wochen der Trauer und dem Gedenken an die Tempelzerstörung folgen die sieben Wochen des Trostes. An den Schabatoth dieser Wochen stammen alle Haftaroth aus dem Propheten des Trostes, Jeschajahu (Jesaja), beginnend mit Kapitel 40.

"Und nun, Israel, was fordert denn der Ewige, dein Gott, von Dir? Doch nur, dass du den Ewigen, deinen Gott fürchtest, in allen Seinen Wegen wandelst, Ihn liebst, und dem Ewigen, deinem Gott, mit ganzem Herzen und ganzer Seele dienst. Dass du die Gebote des Ewigen und Seine Satzungen, die Ich dir heute befehle, beobachtest, zum Wohl für Dich"
(Dew. 10, 12-13).

Wenn Gott eine Forderung an uns stellt, so bedeutet dies, dass wir über deren Annahme oder Ablehnung frei entscheiden können. Daher ist dieser Satz von grosser Bedeutung, denn aus ihm folgern unsere Weisen (Rabbi Chanina), dass alles sich in den Händen des Himmels befindet, ausgenommen der Gottesfurcht (Brachot 33b). Ob wir unser Leben in den Dienst Gottes stellen, ist unsere freie Entscheidung. Gott möchte dies, doch Er zwingt uns nicht dazu.

Rabbi Jakow Zwi Meklenburg macht uns in seinem Kommentar "haKtaw vehaKabalah" darauf aufmerksam, dass es zwei Arten von Gottesfurcht gibt. Man fürchtet Gott, weil man sich vor der Strafe für das Übertreten Seiner Gebote fürchtet. Doch eine höhere Stufe von Gottesfurcht ist die Furcht oder der Respekt vor Seiner Erhabenheit ("Jirath haRomemuth"). Die Formulierung in unserem Passuk ("Lejira et") entspricht der zweiten Version. Wir sollen die Mizvvoth nicht aus Furcht vor Bestrafung erfüllen, sondern aus Überzeugung, weil wir Gott verehren und respektieren.

Bescheidenheit fordert Gott von Dir!

"Was fordert Gott von dir" erfährt vom Begründer der chassidischen Bewegung, dem Baal Sehern Tow, eine völlig andere Deutung. Das Wort "Mah", "was", kann auch Bescheidenheit, Demut bedeuten. Mit diesen Worten wendet sich Moscheh ans Volk, als dieses wieder einmal aufbegehrt: "Mah anu...?", "Was sind wir denn schon ...?" (Schmot 16, 7).

Er bringt damit zum Ausdruck, dass er für ihre Klagen die falsche Adresse ist, dass nicht er die Anordnungen trifft, sondern Gott. In diesem Sinne lässt der Baal Schem Tow die Torah sagen: Bescheidenheit ("Mah") fordert Gott von Dir!

Unsere Weisen haben mit Hilfe eines Wortspiels dem "Mah" eine weitere Bedeutung gegeben (Menachot 43b). Sie lesen nicht "Mah", sondern "Mea" (100), was möglich ist, da der Text der Torah unpunktiert geschrieben wird. Laut Rabbi Meir sind es 100 Brachot, die Gott täglich von uns fordert. 100 Brachot, mit denen wir unsere Dankbarkeit zum Ausdruck bringen, für all das Gute, das wir tagtäglich erfahren dürfen. Die "B'ale Tossafoth", die mittelalterlichen Interpreten des Talmuds, weisen darauf hin, dass auch der Zahlenwert des Wortes "Modim", wir danken, 100 bedeutet. Der Passuk mit der Forderung des "Mah", umfasst 99 Buchstaben, und indem wir dem "Ma" ein "Alef" hinzufügen und so im Hebräischen ein "Mea" daraus machen, kommen wir ebenfalls auf den Zahlenwert 100 (Rabbenu Bachya).

Erreichen wir aber tatsächlich hundert Brachoth pro Tag? Die dreimal gesprochene
Schmone Esre ergibt 57 Segenssprüche, das Morgengebet umfasst etwa 30 weitere Brachot, zusammen mit den Brachoth über Speisen und dem Tischgebet kommen wir auf die angestrebte Zahl.

Im hebräischen Alphabet wird die Zahl 100 durch den Buchstaben "Kuf" symbolisiert. Das "Kuf" ist der erste Buchstabe von "Kedoschim Tihju", heilig sollt ihr sein (Wajikra 19, 2). Indem wir uns stets unserer Dankbarkeit gegenüber unserem Schöpfer bewusst bleiben, sind wir auf dem richtigen Weg zu diesem Ziel.

Die Haftara dieser Parascha gibt uns einen weiteren Hinweis, wie wir dieses Ziel erreichen können. "Blickt auf Awraham euren Vater und auf Sara, die euch geboren; denn als einen habe Ich ihn gerufen und ihn gesegnet und vermehrt" (Jeschajahu 51, 2-3). So wie Awraham einer gegenüber vielen war und mutig seinen Glauben lebte, so sind auch wir aufgerufen, unbeirrt den Forderungen der Torah nachzukommen (Malbim). Die Tora verspricht uns im Gegenzug dafür, dass die Erfüllung der Mizwot letztendes "uns zum Wohl gereicht".

Ekew (Dtn 7,12-11,25) Jesaja (49,14 - 51,3)
[HEBRÄISCH] [DEUTSCH]
Freitagabend (Schabatheingang) ca. 20.10h
Samstagabend (Schabathausgang ca. 21.40h.
Genaue Zeiten beim örtl. Rabbinat bzw. hier (ohne Gewähr)...

Sidra Ekew:
Die Prüfung des Man

In unserem Abschnitt und in Exodus (16) wird das Man als Versuchung (Nisajon) oder Prüfung Israels beschrieben. Unsere Kommentatoren haben die ungewöhnliche Natur dieser Versuchung bemerkt. Üblicherweise ist eine Prüfung oder Versuchung etwas, das ertragen werden muss, eine unangenehme Erfahrung oder eine Bürde...

Wenn die Leute diese Gesetze hören:
Die Torah bewahren
"Vehajah ekew tischmeun et haMischpatim haeleh..."Was ist mit der Gunst der Väter?...

Parschat Ekew:
Die Aussaat der Seele
Es gibt immer noch Armut und Leid auf dem Angesicht der Erde. Aber wir haben auch die Mittel, um die Ursachen zu beseitigen: Krankheiten, Hunger, Dürre, Krieg und andere Plagen, die in der Vergangenheit noch häufiger waren...


Aktuelle Betrachtungen zum Wochenabschnitt
und zu den jüdischen Feiertagen
3 MINUTEN EWIGKEIT
(ersch. 1998)
ZEITLOS AKTUELL
(ersch. 2001)

von Dr. Zwi Braun

Die Bücher enthalten jeweils drei kurze Betrachtungen zu jedem Wochenabschnitt der Tora und zu den jüdischen Feiertagen.
Sie verstehen sich als Kommentare für den modernen Menschen, der aber eine Vielzahl von klassischen und neuzeitlichen rabbinischen Quellen einbezieht. Glossare und Literaturnachweise der benutzten Quellen ergänzen die Betrachtungen.

MORASCHA - sFr. 42.-...

Bitte beachten Sie: Diese Texte sind heilig. Die hebräischen Text enthalten den Namen G'ttes. Wenn Sie sich diese Seiten ausgedruckt haben, werfen Sie sie bitte nicht weg. Bewahren Sie sie an einem reinen Ort oder geben Sie diese Seiten beim nächsten Rabbinat ab.

Zum Inhaltsverzeichnis: haParashah
Zum Inhaltsverzeichnis: Jahaduth

MORASCHA ZÜRICH

hagalil.com 02-08-2007



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