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VaJikra (Leviticus /
III. B.M.) 6:1-8:36
Parashath Zav - åö úùøô
Sind Opfer
altmodisch?
Im weltlichen
Gesetz gibt es eine Reihe von Strafen für zivilrechtliche und
strafrechtliche Übertretungen, zum Beispiel Gefängnis, Geldstrafe,
Schadensersatz oder gemeinnützige Arbeit. Auch wenn Kinder sich zu Hause
daneben benehmen, werden sie von den Eltern bestraft: Sie bekommen kein
Taschengeld, dürfen nicht spielen gehen, müssen sich bei Geschwistern
entschuldigen, ihr Zimmer putzen und so weiter.
Aber welche Strafe
müssen Sie für Ihre Sünden erdulden?
Es geht hier nicht
um staatliche Strafen oder Bußen, etwa wenn Sie Ihre Steuern zu spät
zahlen oder bei Rot über eine Kreuzung fahren. Auch der Ärger des Chefs
über einen zu spät abgegebenen Bericht ist damit nicht gemeint. Die
Frage bezieht sich vielmehr auf moralische Fehler: Sie beschimpfen
Familienangehörige, hintergehen einen Freund, geben kein Zedaka oder
vergessen, wie sehr G–tt Sie gesegnet hat.
Welche Polizei
greift bei solchen Sünden ein?
Im Wochenabschnitt
Tsaw
lesen wir, wie auf dem Altar geopfert werden musste. Lesen Sie den Text
genau — Sie werden überrascht sein, wie genau die Vorschriften sind.
Es gab Sündopfer
und Schuldopfer, Speiseopfer und Friedensopfer. Letztere waren in drei
Gruppen unterteilt: Dankopfer für die Rettung vor einer Krankheit oder
Gefahr, Opfer zur Erfüllung eines in der Not abgelegten Gelübdes und
freiwillige Opfer zum Dank für G–ttes Segen.
Interessant ist,
dass alle diese Opfer nichts mit Strafe durch eine höhere Autorität zu
tun haben. Mit anderen Worten: Es handelte sich um "Strafen", die jeder
Jude selbst festlegte, weil er wusste, dass er eine Sünde begangen hatte
und Buße tun musste. Und da es ein komplexes Sündenregister gab, waren
auch komplexe Vorschriften über Buße durch Opfer notwendig.
Wenn es in Ihre
Synagoge keinen Opferaltar gibt, haben Sie diese Möglichkeit nicht mehr.
Aber Sie können eine eigene Liste von "Opfern" für Ihre Sünden
zusammenstellen! Vielleicht hat niemand Sie für eine Sünde bestraft —
aber lässt Ihr Gewissen Sie ebenfalls in Ruhe?
Solche Opfer sind
keineswegs altmodisch. Sie erinnern uns daran, dass wir Böses durch
Gutes ersetzen sollen. Unsere Mizwot sollen unsere Sünden überstrahlen.
Es gehört auch zu Ihren täglichen Pflichten, die Welt von ihren Leiden
zu heilen, einerlei ob Sie oder andere ihr diese Leiden zugefügt haben.
Der Standpunkt des
Rebbe
Gedanken und Einsichten des Lubawitscher Rebbe
Wenn Sie G–ttes
Willen nur deshalb erfüllen, weil Sie es für vernünftig halten — was hat
das mit Ihm zu tun? Sie erfüllen damit nur Ihren eigenen Willen, das
heißt, Sie bleiben ein Gefangener.
Leitgedanken
"Dort, wo das
Brandopfer geschlachtet wird, soll auch das Sündopfer geschlachtet
werden" (6:13).
Frage: Warum
schreibt die Torah vor, dass beide korbanot am selben Ort
geschlachtet werden?
Antwort: Ein
Sündopfer wird von einem Menschen dargebracht, der gegen die Torah
verstoßen hat. Ein Brandopfer ist ein Beitrag zum Beit Hamikdasch.
Um den guten Ruf des Volkes zu bewahren, verlangt die Torah, dass beide
Tiere am selben Ort geschlachtet werden, damit niemand den Verdacht
äußern kann, ein Opfer, das er beobachtet, sei das Opfer eines Sünders.
Zuschauer sollen vielmehr denken, es handle sich um ein Brandopfer.
Da tefilla
(Gebete) an die Stelle von awoda (Opfern) getreten sind, schreiben
unsere Weisen nach der Gemara (Sota 32b) vor, dass
Schemone Esrei stumm gebetet wird, damit ein Sünder, der Haschem
etwas beichten will, von niemandem gehört wird und nicht in Verlegenheit
gerät.
Geld — nein,
Schechita — ja
Rabbi Jisrael
Salanter rastete einst auf einer Reise in einer Herberge. Der jüdische
Besitzer war von dem würdevollen Mann mit dem langen Bart und den
vornehmen Manieren sehr beeindruckt und fragte ihn noch vor der
Begrüßung:
"Sie Ihr vielleicht
ein Schochet? Ich habe ein Tier, das geschlachtet werden muss. Es
ist für mich sehr schwierig, es in die Stadt und zurück zu bringen.
Vielleicht könnt Ihr mich vor der langen Reise bewahren und es
schlachten."
Rabbi Jisrael
setzte sich an den Tisch. Ein paar Minuten später fragte er den
Gastwirt: "Würdest du mir einen Rubel borgen?"
"Ich würde Euch
einen Rubel borgen — aber ich kenne Euch doch gar nicht", entgegnete der
Wirt. "Woher weiß ich, dass Ihr mir den Rubel zurückzahlt?"
Rabbi Jisraels
Augen funkelten vor Entrüstung. "Du bist nicht bereit, mir wegen eines
Rubels zu vertrauen, aber vorhin warst du bereit, mich ein Tier
schlachten zu lassen, ohne mich begrüßt und nach meinem Namen gefragt zu
haben, obwohl diese Mizwa der Torah so wichtig ist, dass nur Fachleute
nach jahrelangem Studium und mit viel Erfahrung sie vollziehen dürfen!"
Der Inhalt dieser Gedanken ist
heilig, Darum sollte dieses Papier nicht zerstört oder weggeworfen
werden.

[PESSACH - CHABAD
LUBAWITSCH] |