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Leitgedanken:
"Ihr sollt keinen Baum pflanzen,
der Götzen dient"
(Dew. 16:21)
Frage: Dieses Verbot ist dem Gebot,
Richter zu ernennen, gegenüber gestellt. Warum gleicht ein unfähiger Richter
einem Götzenbaum?"
Antwort: Es ist leicht, ein
Götzenbild zu erkennen, wenn es aus Holz geschnitzt oder in Stein gehauen
wurde. Aber ein Götzenbaum sieht aus wie jeder andere Baum.
Ein schlechter Richter wird mit einem
solchen Baum verglichen, weil er äußerlich wie alle anderen Richter ist.
Alle haben einen Bart und peijot; sie tragen rabbinische Gewänder und
sehen vornehm aus. Aber sie können innerlich korrupt sein.
Ein ehrlicher Richter hat seinen
eigenen Willen. Er lässt sich von niemandem beeinflussen und weicht kein
Jota von der Torah ab. Ein schlechter Richter lässt sich leicht von anderen
Leuten beeinflussen. Er wird mit einem Baum verglichen, weil er sich nach
dem Wind der öffentlichen Meinung nach allen Seiten biegt und die Gruppe
bevorzugt, von der er sich Vorteile verspricht.
Parschat Schoftim:
Der König und Sie
Was erwarten Sie von den führenden
Politikern Ihres Landes? Das hängt davon ab, in welchem Land Sie leben. In
der alten Zeit wurden viele Staaten von Monarchen regiert, die ihre Weisheit
und ihre Macht angeblich von einer Gottheit bekommen hatten.
Heute wählen die meisten Nationen
Politiker, von denen sie annehmen, dass sie gut verhandeln und entscheiden
können, aber nicht unbedingt mit G–tt verbunden sind. Vielleicht reden diese
Politiker öffentlich über Religion; aber nur wenige Menschen glauben, dass
Politiker zuerst mit G–tt reden und dann handeln. In manchen Ländern gilt es
sogar als unfein, Religion und Politik zu verbinden.
Doch in der biblischen Zeit galt das
Gegenteil. In Schoftim wird dem jüdischen Volk gesagt: "Wenn ihr in
das Land kommt, das G–tt, euer H-rr, euch geben wird ... werdet ihr bitten:
,Wir möchten einen König haben.’ Dann müsst ihr einen König unter euren
Brüdern wählen."
Dieses Gebot liegt zwischen den oben
genannten Auffassungen. Anders als in den traditionellen Monarchien darf der
König die Krone nicht vererben, denn er wird ja gewählt. Andererseits ist
der König nicht nur das Staatsoberhaupt wie in unseren Demokratien, sondern
der irdische Vertreter G–ttes.
Warum brauchten wir ihn? Weil wir
Menschen sind, die vom rechten Weg abweichen. Wir vergessen die Gebote, und
wir brauchen jemanden, der uns regelmäßig an sie erinnert. Die Weisen
sagten: "Betet für das Wohl der Herrscher, denn würden die Menschen sich
nicht vor ihnen fürchten, würden sie sich gegenseitig auffressen."
Und heute? Unsere Politiker entpuppen
sich immer öfter als Machtmenschen, nicht als moralische Vorbilder. Wir
betrachten sie kaum noch als religiöse Leitfiguren. Wir fürchten sie nicht,
und oft respektieren wir sie nicht einmal.
Wer also ersetzt den König in unserem
Leben? Die Weisen sagen: "Wer sind die Könige? Die Rabbis", und sie raten
uns, einen Lehrer zu suchen.
Letztlich sind wir selbst für unser
Handeln verantwortlich. Aber jeder Mensch, auch ein Rabbi, braucht einen
Lehrer als moralischen Kompass. Suchen Sie also Ihren Lehrer — und seien Sie
ein Lehrer und ein König für andere.
Der Standpunkt des Rebbe
Gedanken und Einsichten des Lubawitscher Rebbe
Der Mensch ist G–ttes Nadel, die aus
den vielen Stücken der Schöpfung Ihm zu Ehren ein Gewand näht.
An einem Ende muss die Nadel hart und spitz sein, damit sie harte Dinge
durchdringt. Das andere Ende hat dagegen eine Öse, die nichts enthält, damit
sie einen Faden aufnehmen kann.
In der Welt sind wir hart. Aber im Inneren wissen wir, dass wir vor dem
Unendlichen nichts sind.
Brot ist zum essen da
Der Inhalt dieser Gedanken ist
heilig, darum sollte dieses Papier nicht zerstört oder weggeworfen
werden.

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