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VaJikra (Leviticus
/ III. B.M.) 9:1-11:46
Parashath Sh'mini
- éðéîù úùøô
Acht Himmel
"Ist der Himmel
dort oben? Kann man von einem Flugzeug aus hineinsehen?"
Kinder verstehen nur die physikalische Wirklichkeit und stellen sich die
g'ttliche Ebene als Ort gleich neben dem Mond vor, als ein Land, in das
wir reisen können.
Erwachsene wissen
es natürlich besser. Wir glauben an eine oder zwei Ebenen des Wissens:
an die wissenschaftliche und an die metaphysische Ebene. (Die Torah
lehrt, dass beide nicht unvereinbar sind, wie manche Leute glauben.)
Erwachsene lachen über Mythen und kindische Vorstellungen.
Aber die moderne
Physik hat unsere Vorstellungen über Zeit und Raum auf den Kopf
gestellt. Die Zeit ist subjektiv; sie vergeht langsamer, wenn wir uns
schnell bewegen. Der Raum ist begrenzt und doch unendlich: Wir können
ihn nicht messen, aber er ist in sich selbst gekrümmt, so dass wir an
den Ausgangsort zurückkommen, wenn wir immer geradeaus reisen.
Je näher wir also
dem Himmel kommen, desto näher kommen wir dem Ort, an dem wir begonnen
haben. Und genau so soll es sein.
Das meint
jedenfalls die Torah. Schemini, der Abschnitt, den wir diese
Woche lesen, bedeutet "acht". Es ist keine isolierte Acht, sondern eine
Zahl in einer Zahlenreihe. Gemeint ist der Tag, an dem Aaron und seine
Söhne zu Priestern des Heiligtums geweiht wurden, der Tag, an die
Schechina, nach den sieben Tagen der Vorbereitung auf das Heiligtum
herabstieg.
Dieser achte Tag
gehört also nicht zur normalen Woche. Unser Kalender besteht aus Wochen
mit jeweils sieben Tagen (eine ebenso willkürliche Einteilung wie die
Stunden und Minuten). Der achte Tag setzt die Woche fort und ist
gleichzeitig etwas Besonderes: ein himmlischer Tag.
Doch Aaron und
seine Söhne haben diesen Tag zusammen mit den Kindern Israel auf der
physikalischen Ebene erlebt. War es ein echter Tag? Ein zusätzlicher
Tag? Diese Ideen ergeben nur dann einen Sinn, wenn wir an die
"erwachsene", unveränderliche Zeit glauben ... aber die Torah und die
Wissenschaft sagen ja, dass es diese Zeit nicht gibt.
Der Himmel befindet
sich auf einer anderen Ebene, aber er ist auch hier. Der achte
Tag befindet sich nicht auf dieser Welt, und dennoch ist er ein Teil
unseres Lebens. Wie die Kinder können wir gleichzeitig in der realen und
in der imaginären Welt sein — ohne dass die Wissenschaft oder G–tt etwas
dagegen haben.
Der Standpunkt des
Rebbe:
Gedanken und Einsichten des Lubawitscher
Rebbe
Reinige die Zeit.
Finde jeden Tag eine Tat der Güte und der Schönheit, die allein diesem
Tag gehört.
Leitgedanken
"Und der Strauß
..." (11:10)
Frage: Der Ausdruck
bat hajaana bedeutet wörtlich "Tochter des Straußes". Warum steht
das so geschrieben, wo doch alle Strauße verboten sind?"
Antwort: Strauße
leben von hartem, scharfem Gras. Wenn sie nicht genug Futter finden,
fressen sie Knochen, Eisen und Glas. Der Midrasch Rabba (Bereschis
31:14) sagt, Noach habe Glas mit auf die Arche genommen, um Futter für den
Strauß zu haben. Ibn Esra schreibt in Parschat Mischpatim
(23:19), da der Strauß solche Dinge fresse, werde sein Fleisch trocken wie
Holz und hart wie Eisen, und selbst durch Kochen werde es nicht weich.
Das Fleisch eines sehr jungen weiblichen Straußes ist dagegen noch zart.
Darum warnt die Torah ausdrücklich davor, dieses bat haja ana zu
essen.
"Und der Storch
..." (11:19)
Frage: Man nennt
ihn chasida (freundlich), weil er sein Futter mit Freunden teilt
(Raschi).
Die Tiere und
Vögel, die den Juden verboten sind, haben schlechte Eigenschaften. Was
der Mensch isst, beeinflusst ihn. Darum verbietet die Torah jene Tiere,
die unseren Charakter verderben (Ramban 11:13). Warum ist auch
der Storch verboten, obwohl er gutmütig ist?
Antwort: Wer nur
Menschen hilft, die er gern hat, und sich nicht um andere kümmert, hat
keinen guten Charakter. Darum verbietet uns die Torah, den Storch zu
essen, damit wir nicht seine schlechte Gewohnheit annehmen.
Alles wegen der Schochtim
Der Ohew Jisrael
von Apta erzählte seinen Chassidim einst die folgende Geschichte, um
ihnen zu zeigen, wie wichtig g-ttesfürchtige Schochtim in der
Stadt sind:
Eine schlimme
Epidemie war in Jaroslaw unter den Kindern ausgebrochen. Sie breitete
sich von einem Haus zum andern aus, und die Menschen waren hilflos.
Verzweifelt beschloss die Gemeinde, eine Abordnung zu dem großen Zadik
zu schicken, der in der Nachbarschaft lebte. Es war der berühmte Rabbi
Elimelek von Lisensk, dessen Rat sie einholen und den sie bitten
wollten, für ihre Kinder zu beten.
Rabbi Elimelek
sagte zu den Abgesandten: "Bin ich ein Prophet oder der Sohn eines
Propheten? Woher soll ich wissen, woran die Kinder sterben? Aber da ihr
nun einmal zu mir gekommen seid, will ich euch einen Rat geben: Schaut
euch die Schochtim in eurer Stadt genau an."
Die Delegation
kehrte nach Jaroslaw zurück, und sogleich ernennte die Gemeinde einen
frommen Aufseher, einen integren Gelehrten mit großer Erfahrung. Er
sollte das Schlachthaus überwachen.
Eines Tages hörte
der Aufseher zufällig ein Gespräch. Einer der älteren Schochtim
flüsterte einem Neuling zu: "He, pass auf, was du tust. Das geht nicht
mehr, seit der Aufseher da ist!"
Diese paar Worte
genügten dem Aufseher. Jetzt wusste er, dass Rabbi Elimelek mit seiner
g-ttlichen Intuition die Ursache der Epidemie gefunden hatte.
Der Aufseher
berichtete dem Rabbi der Gemeinde von dem Gespräch, und alle
Schochtim
wurden entlassen und durch aufrichtige, geübte Schochtim ersetzt,
die Haschem fürchteten.
Sofort kam die
Epidemie zum Stillstand, und die Kinder begannen sind zu erholen.
Der Inhalt dieser Gedanken ist
heilig, Darum sollte dieses Papier nicht zerstört oder weggeworfen
werden.

[PESSACH - CHABAD
LUBAWITSCH]
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