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Die Torah – eine Brücke zwischen Religion und moderner Wissenschaft


Von Eli E. Lasch, Berlin

Nachdem meine Auslegungen der Torah viele Diskussionen hervorgerufen haben, glaube ich, es ist an der Zeit meine Sicht der Torah darzulegen.

Ich möchte diesen Beitrag mit einem Zitat aus meinem eigenen Buch beginnen [i]„Ich hatte das Gefühl, als ob es mir wie Schuppen von den Augen fiele. Plötzlich öffneten sich die Mauern, die über Jahrhunderte um das Kernstück der Bibel gebaut worden waren. Ich sah und verstand, dass die Torah, auch Pentateuch genannt, nicht bloß ein geschichtliches Relikt ist, eine Sammlung altertümlicher Sagen, Mythen und Gesetze, nur tauglich für ein Volk der Antike, sondern eine Botschaft, die heute ebenso bedeutsam ist, wie sie es vor dreiunddreißig Jahrhunderten, zur Zeit von Moses war. Eine zeitlose Botschaft, die der Menschheit ermöglichen kann, den nächsten Schritt ins neue Jahrhundert zu gehen.“

Um diese Botschaft zu sehen und zu verstehen muss man allerdings bereit sein den Text mit neuen Augen und ohne historisch bedingte Vorurteile zu lesen.

Ich bin weder ein Fundamentalist noch das, was man einen orthodoxen Juden nennt. Ich bin ein moderner Jude oder eher Israeli und bin deswegen der Meinung, dass wir einen völlig neuen Ansatz brauchen, um die Torah relevant für die Menschen des 21. Jahrhunderts zu machen – und zwar nicht nur für Juden.

Die Diskussion, die unter modernen Bibelforschern tobt, ob die Torah von Ezra, im 9. Jahrhundert v.u.Z. oder während der Regierungszeit des „legendären“ König David geschrieben wurde, wie es kürzlich von G.A. Rendsburg behauptet wurde,[ii] hat eine gemeinsame Grundtendenz: Alle Ansätze relegieren die Torah in die Vergangenheit und leugnen eine göttliche Urheberschaft. So wird die Torah irrelevant für unser Zeitalter.

In diesem Zusammenhang ist es interessant zu bemerken, dass der Islam bis heute darauf besteht, der Koran sei Mohammed unmittelbar von Gott (oder dem Engel Gabriel) diktiert worden. Dort gibt es keine „Ghostwriter“, und im Gegensatz zu Judentum und Christentum ist der Islam noch eine lebendige Religion. Man braucht nur die Unterschiede in der Ausübung der verschiedenen Religionen betrachten: Der Islam wird immer stärker, und ich spreche hier nicht vom Islamismus. Ich spreche davon, dass ganz normale Menschen fünfmal täglich alles stehen und liegen lassen und zum Gebet niederknien. Selbst in Berlin fasten die Türken während des Ramadans. Die Kirchen und Synagogen hingegen sind zum großen Teil leer, und die Feiertage sind in Europa zu freien Tagen geworden, ein Anlass nicht Gott, sondern dem Konsum zu huldigen.

Die Sichtweise, dass die Torah nicht göttlichen Ursprungs sei, ist nicht neu. Sie wurde erstmals vor 150 Jahren von einem protestantischen Theologieprofessor namens Wellhausen propagiert. Er behauptete, dass die Torah ein Sammelsurium aus vier mündlichen Quellen sei: Diese These wurde letztens durch Y. Radday  von der Universität Heidelberg endgültig widerlegt. Mit Hilfe eines Computerprogramms bewies Radday unwiderlegbar, dass zumindest das Buch Genesis aus einer einzigen Quelle stammt.

Im Gegensatz zu der Behauptung der meisten modernen Bibelforscher ist die Torah weder ein literarisches noch ein vorwiegend theologisches Dokument. Sie ist auch kein Lehrbuch der Geschichte. Wie schon der Name sagt, ist die Torah ein Wegweiser in eine mögliche Zukunft, ein Buch des Wissens, in dem das Verb „glauben“ im heutigen Sinne kein einziges Mal vorkommt. Der Begriff „wissen“ erscheint dafür 990 (!) mal. Dies steht in direktem Widerspruch zu den meisten Glaubenssystemen.

„Erstaunlicherweise“ findet sich in der Bibel ein tiefgehendes Wissen, ein Wissen, über das die Menschen, die angeblich die Torah im 8./9. (oder 5.) Jahrhundert v.u.Z. geschrieben oder kompiliert haben, nicht verfügt haben können und das wir erst heutzutage anfangen zu verstehen.

Um nur ein paar Beispiele zu zitieren: Zur damaligen Zeit hätte sich niemand vorstellen können, dass Licht unabhängig von der Sonne existieren kann. Erst heute können wir verstehen, warum das Licht als erstes erschaffen werden musste, dass Licht (oder Energie) identisch mit Materie und daher der Grundbaustein unseres Universums ist. Der Urknall produzierte letztendlich nur Licht bzw. Energie. Neuere Entdeckungen haben eindeutig bewiesen, dass der biblische Bericht über die ersten Stufen der Schöpfung identisch ist mit den modernen astrophysikalischen Theorien. Laut der Bibel wurde unser Universum aus dem Nichts erschaffen – und genau dasselbe behauptet auch die Theorie des Urknalls.

Licht, reines Licht ist allerdings noch mehr. Die Arbeiten von Popp u.a.[iii] lassen darauf schließen, dass Licht nicht nur ein elektromagnetisches Phänomen ist, sondern der Träger der Information, die für die Formgebung unserer Welt notwendig ist: die Blaupause der Schöpfung.

Um zum biblischen Schöpfungsbericht zurückzukehren: Dort sehen wir, dass die Reihenfolge, in der die Tiere erscheinen, identisch ist mit der, die uns die Paläontologie gezeigt hat. Es gibt noch viele Beispiele dieser Art. Woher kannten die Menschen der Antike den genauen Tag, an dem die Fruchtbarkeit der Frau ihren Höhepunkt erreicht? Woher kannten sie die besonderen Eigenschaften und Gefahren des Blutes? Bei der Geschichte über den Tod von Moses steht wörtlich geschrieben: „Und Moses war 120 Jahre alt, als er starb und seine Flüssigkeit war nicht gewichen.“

Heute wissen wir, dass der Alterungsprozess mit dem Verlust des Wassers verbunden ist. Das konnte man damals nicht wissen.

Wir finden sogar ökologische Vorschriften in der Bibel, mit dem zusätzlichen Nachtrag: „Auf dass es dir wohl ergehe und du lange lebst.“ Unsere Vorfahren hatten große Schwierigkeiten mit diesem Nachtrag, der für einem modernen Ökologen selbstverständlich ist.

Und schliesslich kommen wir zu dem kürzlich wiederentdeckten Bibelcode, dessen Existenz sogar von dem ultra-konservativen Magazin „Statistical Science“ [iv] anerkannt wurde. Ich sage wiederentdeckt, denn sowohl der Rambam (Maimonides) als auch der Gaon von Wilna (18. Jahrhundert) kannten ihn. [v]

Am Anfang war auch ich wie viele andere ziemlich skeptisch und besuchte Prof. Rips, den Wissenschaftler, der die neue computerbasierte Methode entwickelt hat. Er schaute in den Computer und entdeckte, dass mein Name mindestens vier Mal erwähnt wurde, einmal zusammen mit meinem Beruf (Geistheiler) und dreimal mit klar umrissenen Anweisungen, die meinen zukünftigen Weg betreffen. Nun war ich überzeugt. Aber es gibt noch viele bestätigte Aussagen.

Wenn die Bibel von Ezra oder einem Autor aus dem 8. Jahrhundert geschrieben wurde, muss er ein Prophet gewesen sein. Plötzlich stellt sich heraus, dass die uralte Warnung: „Wer beim Schreiben der Torah einen einzigen Buchstaben auslässt oder hinzufügt, zerstört die Welt und alles, was sie enthält “, mehr als eine poetische Metapher ist.

Jetzt können wir diese Warnung verstehen: Die Veränderung eines Buchstabens würde den Code zerstören – und damit die Welt? Wie wir später noch sehen werden, hat diese Warnung noch einen tieferen Sinn.

Um einen hervorragenden Computerspezialisten zu zitieren [vi]: „Was ich nicht verstehe ist Folgendes: Wie ist es möglich einen Code oder vielmehr ein Computerprogramm von solchem Umfang und solcher Komplexität zu entwickeln, zusammen mit all den Geschichten und Vorschriften, aus denen die Bibel besteht. Wir mit all unserem Wissen könnten keinen solchen Text erschaffen.“

Kann man eine derartige Fähigkeit bei Menschen erwarten, die im 8.Jahrhundert v.u.Z. lebten, die einfach mündliche Überlieferungen zusammengestellt und aufgeschrieben haben sollen?

Die Torah – ein Computerprogramm?

In der Einführung zu seinen Bibelkommentaren beschreibt der Ramban (1194-1270), wie das Urmanuskript der Torah geschrieben wurde. Nach einer alten Tradition zeigte Gott Moses den Text der Torah mit weißem Feuer auf schwarzes Feuer geschrieben.

Erinnert das nicht an einen Computer-Bildschirm?

Die Buchstaben sollen in der so genannten scripta continua geschrieben worden sein, einer kontinuierlichen Sequenz von Buchstaben ohne Trennung für Satzzeichen oder Wortzwischenräume; ein langes Wort vom Beith am Anfang bis zum Lamed am Ende. Während Moses das, was er mit seinen Augen sah, abschrieb, hörte er die Stimme Gottes, die ihm den Text diktierte. So wusste er, wie er die Worte und die Sätze voneinander trennen sollte. Während des israelischen Unabhängigkeitskrieges wurde im Irak ein Satz von 64 Marmortafeln mit dem gesamten Buch Ezekiel, gemeisselt in erhabenen Buchstaben und in Form eines quadratischen Kastengitters gefunden, welches in scripta continua geschrieben war. Der Kurator, der für die Tafeln verantwortlich ist und nichts vom Bibelcode weiss, sagte: „In der Art, wie die Buchstaben auf dem Stein angeordnet sind, enthalten die Platten verborgene Botschaften.“ Trotzdem man den Grossteil des Textes problemlos identifizieren konnte, bleiben mehr als 50% der Inschrift mehrdeutig mit zahllosen möglichen Bedeutungen. [vii]

Immer mehr Wissenschaftler sind zu dem Schluss gelangt, dass sich das Universum nicht zufällig von alleine entwickelt hat, dass es eine Art Blaupause für seine Entwicklung geben muss. Ein Programm in Raum und Zeit.

Ein Programm indessen setzt einen Programmierer voraus.

Eine andere sehr alte Überlieferung behauptet, dass Gott die Torah in der Hand hielt, als er die Welt erschuf. Um R. Hoshaia (3. Jahrhundert) zu zitieren: „Gott schaute in die Torah, als er die Welt erschuf, wie ein Architekt einen Palast baut“ Die Torah als Blaupause des Universums? Aber nicht einmal er war der erste, der eine solche Behauptung aufstellte.

Gott als Programmierer und die Torah als Blaupause?

Die Bibel behauptet, dass die Welt in sieben Tagen erschaffen worden ist. Genügt diese Aussage wirklich, um die biblische Schöpfungsgeschichte in den Bereich der Mythologie zu verweisen, wozu die meisten modernen Bibelforscher tendieren? Woher wissen wir, dass ein biblischer Schöpfungstag identisch ist mit unserer Definition eines Tages? Vielleicht meint die Bibel damit verschiedene und klar definierte Zeitabschnitte?

Im 1. Jahrhundert u.Z. benutzte ein Torahgelehrter namens Nechunya ben HaKanah den biblischen Schöpfungsbericht um das wirkliche Alter des Universums zu berechnen. Aus seiner Sicht ist das Universum nicht nur einige tausend Jahre alt, wie der Text vordergründig auszusagen scheint, sondern 15,3 Milliarden Jahre –genau die Zeit, die nach den neuesten astrophysikalischen Schätzungen seit dem Urknall vergangen sind. Dieses vor nahezu 2000 Jahren ermittelte Resultat stand bis in unsere Zeit im krassen Gegensatz zu den Überzeugungen sowohl der Wissenschaft als auch der Religionsgelehrten.

Es stellt sich nun die Frage: Bezog Nechunya die Zahlen aus einer anderen Quelle? Wie gesagt lebte er im 1. Jahrhundert u.Z.: Woher konnte er damals solche Informationen haben? Konnte das wirklich in die Genesis eingebettet worden sein, von einem Autor, der Zugang zu solchen Informationen hatte? Nechunya behauptete zumindest, dass er den 42 Buchstaben langen Namen Gottes als Schlüssel benutzte.

Handelt es sich bei der Schöpfungsgeschichte wirklich um einen Mythos oder müssen wir anfangen umzudenken?

So weit von der Schöpfung des Universums. Wie sieht es mit dem Rest des biblischen Berichtes aus? Das am weitesten anerkannte (pseudo)religiöse Dogma unseres Zeitalters ist der Darwinismus, die Entwicklung der Arten durch natürliche Auslese.

Allerdings sehen immer mehr Wissenschaftler diese These nur noch als Dogma an, das keine Grundlage in den Tatsachen hat. Ein Dogma mit einem politischen Hintergrund: die aggressivste Form des frühen Kapitalismus zu rechtfertigen und die Überlegenheit einer Art, der weißen Rasse. Ein Dogma, das sich auf Mythen gründet. [viii]

Lassen Sie uns nun einige dieser Mythen untersuchen.

Der erste und wichtigste behauptet, dass sich eine Spezies aus einer anderen entwickelt hat. Die fossilen Zeugnisse zeigen allerdings, dass das Gegenteil wahr ist. Es ist nun klar geworden, dass die Spezies abrupt auftauchten. Es gibt keine Verbindungen zwischen den aufeinander folgenden und die so genannten fehlenden Glieder fehlen nur, weil sie nie existiert haben.

Ein anderer Mythos scheint die sogenannte natürliche Selektion zu sein. Wieder gibt es keinerlei Beweis für diesen Prozess. Wie kann beispielsweise natürliche Selektion die Tatsache erklären, dass die Menschen, eine einzelne Spezies, mehrere verschiedene Blutgruppen haben? Ein noch größeres Problem ergibt sich aus der Entwicklung komplexer Körperteile. Wie konnte ein solcher Körperteil, noch bevor er funktionsfähig war, so vorteilhaft sein, dass die natürliche Auswahl seinen Fortbestand unterstützte?

Wie fragt Prof. Gould von der Harvard Universität? „Was nutzt ein halber Kiefer oder ein halber Flügel?“

Wie ist die Photosynthese, ein sehr komplexer chemischer Prozess, entstanden? Ohne die Photosynthese würde keinerlei pflanzliches Leben existieren. Sie funktioniert allerdings nur, wenn alle ihre Komponenten vorhanden sind, und kann deshalb nicht durch eine Reihe von zufälligen, sukzessiven Modifikationen entstanden sein. Sie ist aufgetaucht (oder wurde erschaffen?) haargenau so, wie sie bis heute existiert.

Was ist mit Federn, Augen, Ohren?

Haben sich alle diese hoch spezialisierten und komplexen Körperteile zufällig entwickelt? Nur durch zufällige Mutationen?

Das magische neue Wort: Mutationen. Seit vielen Jahren führen Wissenschaftler Züchtungsexperimente bei der Fruchtfliege durch. Sie erschufen Mutationen der Fliege, gaben ihr verschiedenfarbige Augen, ein Bein, das aus dem Kopf wächst oder sogar einen doppelten Brustkorb. Aber diese Veränderungen sind nur Modifikationen von schon vorhandenen Merkmalen. Kein einziges Mal haben sie ein neues inneres Organ erschaffen, ebenso wenig wurde eine Fruchtfliege in eine neue Spezies umgewandelt, die einer Biene oder einem Schmetterling ähnelte. Sie blieb immer eine Fruchtfliege. [ix]

Die natürliche Auswahl durch Mutation mag den Ursprung der Anpassung erklären, aber nicht den Ursprung der Arten. Und seit wann sind Mutationen vorteilhaft und hilfreich für das Überleben? Meist ist das Gegenteil der Fall.

Wir dachten, dass die Debatte über die Evolution sich längst gelegt hätte, aber wir hatten Unrecht. Der Ursprung der Arten ist heute genau so unklar, wie er es zu Darwins Zeiten war. Im Jahre 1998 hat Hayward 447 Bücher zusammengetragen, die sich mit der Diskussion zwischen Theoretikern der Evolution und Theoretikern der Schöpfung beschäftigen. [x]

Sollte sich nun das, was wir als Wahrheit angesehen haben, als ein Sammelsurium pseudo-religiöser Mythen erweisen, eher ein Glaubenssystem als eine wissenschaftliche Feststellung, dann sollten wir anfangen umzudenken. Vielleicht kann uns das, was wir heute als religiösen Mythos ansehen, eine bessere Erklärung für unsere Befunde liefern?

Ein weiteres Glaubenssystem unserer Zeit ist, dass die Baupläne für die tierischen und pflanzlichen Formen im genetischen Code enthalten sind. Dieser Code ist komplex und die Zahl der möglichen Variationen gewaltig. Kann sich ein solcher Code zufällig entwickelt haben? Ein einfacher Blick auf die Zahlen zeigt, dass dies schier unmöglich ist. Wenn beispielsweise ein Affe an einer Schreibmaschine säße und jede Sekunde eine Taste anschlüge, würde er 17 Mio. Jahre brauchen, um zufällig ein Wort mit zwölf Buchstaben zu erschaffen. Die Wahrscheinlichkeit zufällig einen Satz zu erschaffen, der 100 Buchstaben enthält, ist so niedrig, dass die Chancen dagegen die Zahl aller Atome in unserem Universum übersteigen. Die Zeit, die seit dem Urknall vergangen sein soll, genügt einfach nicht für die Entstehung der heute existierenden hoch entwickelten Organismen.

Der Astronom und Physiker Fred Hoyle [xi] äußerte sich einmal in einem Vortrag: „Die zufällige Erschaffung höherer Lebensformen ist ähnlich der Chance, dass ein Tornado, der durch einen Schrottplatz fegt, eine Boeing 747 zusammensetzt.

Wenn also der genetische Code nicht durch einen zufälligen Prozess zustande gekommen sein konnte, so muss seine Entstehung gelenkt gewesen sein. Dies impliziert eindeutig eine gelenkte Evolution und führt uns somit direkt zur Bibel. Die nächste Frage, die sich stellt, ist, ob der genetische Code überhaupt für die Lösung des Rätsels um den Ursprung der Arten und des Menschen ausreichend ist.

Um den hervorragenden Genetiker Prof. Walter Nägeli [xii] zu zitieren: „Wir haben keinerlei Vorstellung, wie aus einer Eizelle ein Organismus entsteht. Warum aus einer Maus-Eizelle eine Maus wird und aus einer Menschenzelle ein Mensch . - Die Gene sind fast gleich. Die Gene von Menschenaffen und den Menschen selbst sind zu 99,9% identisch, und trotzdem sind wir ja verschieden, irgendwo ... Die Gene sind sicher der Faktor, der die Produkte liefert, aber erklären tun sie nichts, sozusagen.“

Es muss etwas anderes geben, etwas, das wir jetzt eine Form gebende Blaupause oder ein Feld nennen könnten. [xiii]

Halten wir diese Beobachtungen fest und kehren nun zur Bibel zurück, zum biblischen Schöpfungsbericht.

Zuallererst sehen wir, dass auch die Bibel, genau wie die modernen Theorien, die sich auf die darwinistische Evolution stützen, von einem Fortschritt vom Primitiven zum Komplexen spricht. Im Gegensatz zum Darwinismus spricht die Bibel allerdings von einem abrupten Auftauchen der Arten. Um das zu behaupten, braucht man kein „Kreationist“ zu sein; denn die paläontologischen Befunde zeigen eindeutig, dass es nie Zwischen- oder Übergangsformen zwischen den Arten gegeben hat. Es gibt keinerlei Beweise dafür, dass sich ein Fisch in ein Reptil oder ein Vogel in ein Säugetier verwandelt hat. Auch das scheint ein darwinistischer Mythos zu sein. Was die Paläontologie klar gezeigt hat, ist, dass jede Art zu ihrer Zeit entstanden ist[xiv] Genau so, wie es die Bibel sagt.

So weit, so gut. Wie wir schon früher gezeigt haben, konnte das alles nicht zufällig geschehen sein und deshalb sind wir wieder bei der Vorstellung einer gelenkten Evolution gelandet. Dieses impliziert eindeutig die nächste Frage: Von wem war sie gelenkt? Und wie?

Hier gehen wir noch einen Schritt zurück und gelangen zu der Idee eines Programms. Es scheint, dass die Bibel uns lehren will, dass das Auftreten der verschiedenen Arten zu unterschiedlichen Zeiten nicht zufällig geschah, sondern nach einem festen Zeitplan, nach einem Programm, das in der Zeit sowie auch im Raum besteht; ein Phänomen das wir jedes Jahr beim Erscheinen der Blumen sehen. Und haben wir Menschen nicht schon ähnliche Computerprogrammme –timelines genannt- entwickelt?

Und ich wiederhole mich: Ein Programm braucht einen Programmierer, es kann sich nicht selbst programmieren.

Dies genau ist es, was der Begriff HVJH, die biblische Bezeichnung für Gott, beinhaltet: „Es wird sein, weil es von mir, Elohim, festgelegt oder programmiert worden ist“.

Wo kann man dieses Programm finden? Die Antwort ist offenkundig: in der Torah, dem Ort, an den Gott, der Programmierer, es gesetzt hat. Dies ist ein weiterer Grund für das Gebot, dass man keinen einzigen Buchstaben der Torah hinzufügen oder auslassen darf. Eine Veränderung würde das Programm zum Absturz bringen und unsere Welt würde ins Chaos zurückfallen. [xv]

Dies ist natürlich nur Theorie, welche sich nach Meinung der Kritiker lediglich auf Vermutungen und alten Mythen gründet. Ist das wirklich so oder ist es uns schon gelungen diese Sichtweise etwas zu unterminieren?

Seit der Antike behaupten die Kabbalisten, dass jeder hebräische Buchstabe ein Ideogramm darstellt, eine geistige Emanation Gottes [xvi]. Wie schon erwähnt, behauptet der Talmud, dass diese Emanationen eine Rolle in der Schöpfung unserer Welt spielten. [xvii] Diese Sichtweise unterscheidet sich grundsätzlich von derjenigen der modernen Wissenschaftler. Diese behaupten, das Alphabet, in dem die hebräische Bibel geschrieben ist, habe sich aus der proto-sinaischen Schrift entwickelt, die sich wiederum aus ägyptischen Hieroglyphen entwickelt habe. Die letzte Version der Bibel wurde dann in der assyrischen/quadratischen Schrift niedergelegt.

Wenn das wahr wäre, warum existiert dann kein biblischer Text, und wäre er noch so kurz, der in einer anderen Schrift als der heutigen geschrieben ist? Nicht einmal ein Fragment oder ein einziger Satz! Die ältesten biblischen Texte, die wir besitzen, sind die Schriftrollen vom Toten Meer oder Texte, die um dieselbe Zeit geschrieben wurden, und die sind alle in der gleichen Schrift geschrieben wie die heute existierenden.

Könnte es sein, dass es sich bei der so genannten assyrischen oder aramäischen Schrift, in der die Bibel geschrieben ist, um eine „künstliche Schrift“ handelt, (ähnlich der „Sprache“, die in Computern benutzt wird), die abrupt und „de novo“ aufgetaucht ist (genau wie die Arten), damit die Bibel in ihr niedergeschrieben werde? Dass sie viel älter ist als die modernen Bibelforscher annehmen? Das dieses die Schrift war, in der Gott Moses die Torah gezeigt hat, aber eben nur für dieses Schriften benutzt werden durfte?  Ein gewagtes Postulat!

Wenn wir akzeptieren würden, dass die Bibel im 8.Jahrhundert geschrieben wurde, warum hat man dann niemals ein Fragment der Bibel in der damals üblichen Schrift gefunden, der Schrift, in der beispielsweise die Briefe von Lakhisch aus dem 6. Jhdt. v.u.Z. geschrieben waren?

Später verbreitete sich die Schrift und wurde auch zum Niederschreiben des Talmuds, der „mündlichen Torah“, benutzt, aber immer als heilig angesehen, „Leschon hakodesch“.

Eine andere Feststellung: Im hebräischen Alphabet gibt es 22 Buchstaben. Diese Zahl entspricht „merkwürdigerweise“ genau der Anzahl der Aminosäuren, der Grundbausteine  für die Eiweiße, aus denen der menschliche Körper aufgebaut ist. Nur eine zufällige Übereinstimmung? Warum haben wir dann auch 22 Paare von somatischen Chromosomen? Wurden die Chromosomen vor der Einführung der Sexualität geformt? Welch eine unglaubliche Serie von zufälligen Übereinstimmungen.

Eine alte Überlieferung sagt: Und die Buchstaben wurden zu Worten und die Worte wurden zu Begriffen und so wurde unsere Welt erschaffen. Und Gott sprach ... (Genesis 1) 
Existiert überhaupt irgendetwas, ohne dass jemand es wahrnimmt? Um die Kabbala zu zitieren: Wenn ein Baum fällt, ohne dass jemand anwesend ist, gibt es dann ein Geräusch?

Allerdings sind es nicht so sehr die Buchstaben, die wichtig sind, sondern ihre besondere Anordnung zu Worten und Sätzen. Hier haben wir wieder eine interessante Parallele zur Zusammensetzung des menschlichen Körpers. Nicht die Aminosäuren per se sind wichtig, sondern die Art und Weise, wie sie sich verbinden, um Proteine zu bilden, ein Vorgang, der von unseren Genen gesteuert wird. Und wer unterweist die Gene? Ein Bewusstseinsfeld? Gott? Um Max Planck zu zitieren: „Materie ist nichts anderes als Energie, die von einem intelligenten und bewussten Geist gebündelt und geformt wird.“ [xviii]

Gehen wir jetzt zurück zum Licht und zum Bibelcode. Am Anfang dieses Beitrags zeigte ich, dass das Licht möglicherweise der Träger der Information ist, die für die „Blaupause der Schöpfung“ notwendig ist. Laut der Kabbala gibt es eine Übereinstimmung zwischen dem menschlichen Körper und dem Universum. Dementsprechend besteht auch die Blaupause des menschlichen Körpers aus Licht. Vor Kurzem hat ein amerikanischer Forscher, der sich mit dem Bibelcode beschäftigt, entdeckt, dass in der Schöpfungsgeschichte das hebräische Wort OR (Licht) in enger Verbindung mit der Zahl 22 steht. Dieses Phänomen erscheint viermal und, wieder „zufälligerweise“, gibt es im menschlichen Genom genau vier Nukleinsäuren. Zweiundzwanzig Bausteine, die sich in Begriffe verwandeln und zu Materie werden – die Erschaffung des Menschen und unserer Welt.

Es gibt eine weitere Ähnlichkeit zwischen dem menschlichen Körper und der Torah. Der menschliche Körper ist von einer Art Feld umgeben, das von den Mystikern Aura genannt wird. Die Existenz dieses Feldes wurde von Popp nachgewiesen; seine Forschungen ergaben auch, dass es aus Licht besteht. [xix] Als Geistheiler arbeite ich tagtäglich mit diesem Feld. Genau wie andere Heiler weltweit kann ich es fühlen und sehen. Ich kann ohne Schwierigkeiten zwischen verschiedenen Arten von Feldern unterscheiden und erkennen, wenn etwas falsch läuft. Allerdings gibt es diese Art von Feld normalerweise nur bei Lebewesen. So kann man sich meine Überraschung vorstellen, als ich um eine Torarolle ein sehr starkes Feld dieser Art entdeckte!  Ich konnte es sogar bei einer gedruckten Bibel feststellen, aber nur, wenn das Buch lediglich das Alte Testament enthielt und mit hebräischen Buchstaben geschrieben war. Dieses Phänomen hat aber nichts mit den hebräischen Buchstaben per se zu tun, denn bei weltlichen Büchern in hebräischer Sprache konnte ich dieses Feld nicht feststellen.

So ist die Torah einem lebenden Organismus mehr als ähnlich. Anscheinend waren sich unsere Vorfahren dessen bewusst; das erklärt, warum eine beschädigte Rolle auf einem Friedhof beerdigt wird.

Das wirft auch ein ganz neues Licht auf die sogenannten Legenden, die behaupten, dass Gemeinden, die eine beschädigte Rolle benutzen, von Unheil heimgesucht wurden. Dies bringt uns zurück zu dem genetischen Code und zu den oben erwähnten katastrophalen Folgen eines beschädigten oder fehlenden Gens.

Zusammenfassend glaube ich, dass ich bewiesen habe, was ich beweisen wollte und eindeutig gezeigt habe, dass die Torah weitaus mehr ist als ein Sammelsurium von Gesetzen und Geschichten über die jüdische Vergangenheit. Sie ist sogar mehr als ein Dialog zwischen Gott und der Menschheit, ebenso wenig ist sie nur ein „behavioristischer Leitfaden“. Sie ist all das und zugleich viel mehr. All diese sind nur einige Schichten von vielen. Ausserdem gehört sie nicht nur dem jüdischen Volk, sondern der ganzen Menschheit. Wir Juden sind nur ihre Bewahrer.

Über den Bibelcode bin ich auch zu der Erkenntnis gelangt, dass der Spruch „Lishmor et haTorah“ (die Bibel bewahren) nicht unbedingt bedeutet alle ihre Gebote zu erfüllen, sondern sie und ihre Unversehrtheit zu bewahren, auf dass sie ganz bleibe.

Zur [Diskussion], steht der Autor im Forum zur Verfügung.

  1. [i] Let There Be Freedom. The Bible Unveiled

  2. [ii] siehe: Biblical Reviews 2001

  3. [iii] Bischof, M., Biophotonen, 2001 Verlag, 1995

  4. [iv] Witztum, D.,E.Rips and Y.Rosenberg, Equidistant Letter Sequences in the Book of Genesis, Statistical Science, 9,3, S. 429-438 1994

  5. [v] Für weitere Einzelheiten siehe: Satinover, Der Wahrheit hinter dem Bibelcode (1997)

  6. [vi] Es handelt sich um ein persönliches Gespräch und er bat mich seinen Namen nicht zu nennen

  7. [vii] Satinover, a.a.O., S. 94

  8. [viii] Eichelbeck, R., Das Darwin-Komplott, Riemann Verlag, München 1999

  9. [ix] Leith, B., The Descend of Darwin, London 1982

  10. [x] Hayward, J.L., The Creation/Evolution Controversy. An Annotated Bibliography, The Scarecrow Press, 1998

  11. [xi] Hoyle, F., Englischer Physiker 1915-2001

  12. [xii] Nägeli, W. in „Zeitpunkt Nr. 55, 2001, Solothurn, Schweiz

  13. [xiii] Lasch, E. E., Krebs, eine Krankheit der regulierenden Felder – eine neue Sicht, in: Heiss (Hrg.), Krebs - was nun?, Merz Verlag, Darmstadt 2001, S. 103

  14. [xiv] Wesson, R., Beyond Natural Selection, Cambridge (MA) 1993

  15. [xv] Ähnliches passiert im menschlichen Körper. Die Veränderung eines einzigen Gens führt zu Missbildungen und Krankheiten.

  16. [xvi] Sefer Jetzirah und das Buch Bahir

  17. [xvii] Bresh Raba

  18. [xviii] In: Davidson, J. The Secret of the Creative Vacuum, The C.W. Daniel Company Ltd., England 1989, S. 128

  19. [xix] siehe Bischof, a.a.O.



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