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Koscher leben...
 
 

Eine Vision des Schreckens
oder: Eine Warnung

von Eli E. Lasch

Eine sehr reale Schreckensvision, die ich vor Jahren hatte, geht mir in den letzten Tagen nicht aus dem Sinn. Ich “befand” mich damals an der Klagemauer in Jerusalem, dem Ort, der seit 2000 Jahren im Zentrum der jüdischen Religion steht.

Es muss ein Festtag gewesen sein, denn vor der Mauer befand sich eine riesige Menge von festlich gekleideten Menschen. Plötzlich erbebte die Mauer, stürzte mit einem gewaltigen Krachen ein und begrub die Menschen unter sich. Ich hörte das verzweifelte Schreien der Menschen, sah den Staub der Mauer und roch das Blut der Erschlagenen. Die Mauer, 20 Meter lang, aus riesigen Quadern bestehend, war einfach und ohne sichtbaren Grund nach vorn umgefallen. Die Klagemauer, in der das Leid des ganzen jüdischen Volkes in den letzten 2000 Jahren eingegraben ist, bestand einfach nicht mehr! Aber in ihrem Untergang hatte sie viele Opfer mit in den Tod gerissen. Aber das war noch nicht genug.

Nach Atem ringend kam ich in die Realität zurück, nur um in eine weitere Schreckensvision einzutauchen. Diesmal sah ich, wie der ganze Tempelberg Jerusalems explodierte. Als ob eine Atombombe gezündet worden wäre. Alles flog in die Luft, die Moscheen, die Mauern, die Tore. Der ganze Himmel war schwarz, und die Trümmer begruben den ganzen Nahen Osten und später die Welt.

Dann schreckte ich endgültig wieder auf, total verstört, und ich brauchte eine lange Zeit, um zu verstehen, dass es sich nur um eine Schreckensvision handelte. Eigentlich beruhigte ich mich erst, nachdem ich am Abend die Nachrichten im Fernsehen gesehen hatte.

Ähnlich wie für Ben Gurion war auch für mich die Klagemauer ein Stein des Anstoßes, ein Symbol für die leidvolle Vergangenheit des jüdischen Volkes. Schon lange war mir klar, dass das jüdische Volk nicht endgültig erlöst ist, solange die Klagemauer im Zentrum seiner Religion steht.

Solange das jüdische Volk mit der Vergangenheit der Diaspora, mit seinem Schmerz und seiner Machtlosigkeit verhaftet ist, hat auch nach dem Holocaust der Staat Israel seine Ziele nicht erreicht. Zugleich wurde mir aber auch klar, dass die Klagemauer sehr viel mehr repräsentiert. Sie ist Teil der Stützmauer, die Herodes der Große im Jahre 20 B.C.E. gebaut hatte, um das Plateau zu vergrössern, auf dem der Tempel in Jerusalem stand. Heute stehen dort zwei Moscheen, eine, die wie eine Kirche aussieht, und der prunkvolle Felsendom, das machtvolle Symbol des siegreichen Islam.

Symbolisch, aber nicht nur das, stellt also die Mauer, die das Judentum repräsentiert, die Stütze der beiden anderen monotheistischen Weltreligionen dar. Das Judentum ist sozusagen die Basis, auf der Christentum und Islam entstanden sind und bis heute weiterexistieren. Auch Adolf Hitler wusste, dass die Zerstörung des Judentums zwangsläufig auch zum Untergang des Christentums führen würde.

Der Fall dieser westlichen Stützmauer, des Symbols für das Judentum, würde nicht nur die Moscheen zerstören, sondern, wie in meiner Vision, möglicherweise einen weltweiten atomaren Holocaust heraufbeschwören.

Heute sehe ich meine Vision als eine Warnung an. Jerusalem: entweder Zentrum einer Weltreligion des Friedens im Sinne der Propheten - oder der Zündpunkt für die Zerstörung der Welt, die Apokalypse.

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