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Parashath haShawu'a 
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[RUSSISCH]

vayehi
Vorlesung von Rabbiner Izchak Silber

Im Wochenabschnitt zum Schabath "vajehi" wird von den letzten Tagen unseres Vorvaters Jacob erzählt. Jacob lässt sich von Joseph das Versprechen geben, dass er ihn nicht in Ägypten beisetzen wird, sondern nach Hebron überführen und dort in der Höhle Mahpela, neben Abraham und Isaak, zur letzten Ruhe betten wird.

Daraufhin segnet J'akow seine Kinder und weissagt jedem seine Zukunft. Joseph erfüllt die Anweisung seines Vaters und überführt die Gebeine seines Vaters nach Erec-Israel. Die ganze Familie des Jacob, alle Diener des Paros und alle Altehrwürdigen von Ägypten mit der Kavallerie und den Quadrigen begleiteten ihn.

Vor seinem Tod wird auch Joseph den Kindern Israels den Eid abgenommen, dass wenn G-t sich an sie erinnert und sie Ägypten verlassen, sie dann seine Gebeine mitnehmen; und in Erec-Israel beisetzen werden.

"Und sind die Tagen des Israel (des Jacob - I.Z.) dem Tod nah gekommen. Und rief er seinen Sohn Joseph und sagte ihm: Ich bitte dich, wenn ich in deinen Augen die Gnade finde, leg, bitte, deine Hand unter meiner Hüfte (d.h. vereidige dich; Anm. I.Z.), und zeige wahre Gnade und beerdige mich außerhalb Ägyptens. Und lege ich mich zu meinen Vätern (d.h. ist meine Seele mit ihnen in der anderen Welt. - I.Z.), so trage mich aus Ägypten hinaus und begrabe mich, wo sie beigesetzt wurden. Und Josef antwortete: Ich mache das, was du gesagt hast. Und Jacob sagte: "Schwörst du mir? Und Joseph schwört ihm." (47:29-31).

Ist es nicht schwer zu verstehen, warum Jacob einem solch treuen und ergebenen Sohn, wie Joseph, einen Schwur abverlangen sollte, noch dazu, wo es sich um die letzte Bitte seines Vaters handelte?

Lange Zeit habe ich das nicht verstanden. Und habe mich mit dieser Frage gequält -- bis ein Ereignis geschah, das mir vieles erklärt hat.

In Kasan hatte ich ein Freund, namens Masur. Er, ein ehemaliger Auftragsnehmer war ein gutmütiger, kluger und würdiger Mensch. Er war fast neunzig Jahre alt. Er lebte mit seiner Frau zusammen bei seinem Sohn, einem Professors, namens Boris Lvovich Masur, der Fachmann im Bereich der Tuberkulose war (es gibt eine von ihm ausgearbeitete "Theorie der "Blauen Tuberkelbazillen).

Der Sohn respektierte seinen Vater sehr. Und als die Mutter des Professors gestorben ist, kamen viele und besuchten die Familie, da man den Boris Lvovich als guten Arzt und verständnisvollen Menschen sehr hoch schätzte. Es kamen alle, denen er Hilfe geleistet hat, um ihr Beileid auszudrücken. Es waren darunter auch zahlreiche KGB-Mitarbeiter (russischer Geheimdienst), Angestellte vom Komitee der Kommunistischen Partei des Bezirks und der Stadt Kasan, die Mitarbeiter der Kasaner Universität und andere. Als ich an die Reihe kam standen die Leute schon dicht an dicht. Man sagte ungefähr folgendes: "Lieber Boris Lvovich, Ihr Kummer ist unserer Kummer. Ihre Mutter wird beigesetzt mit allen Ehrenbezeigungen. Sofort wurde sie nach den russischen Sitten angezogen und das Grab auf dem Friedhof vorbereitet.

Habe ich schon erwähnt, dass die Eltern des Professors sehr fromm waren? In den ersten Stunden nach dem Tod seiner Mutter, fühlte er sich niedergeschlagen und fassungslos. Aber als er wieder zu sich kam, hatte er Angst zu widersprechen gehabt und zu sagen, dass er seine Mutter nach dem jüdischen Gesetze bestatten wollte. Er hätte deswegen seine Stelle verlieren aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen werden können.

Natürlich taten wir uns zusammen, Bekannte aus den jüdischen Familien. Es sammelten sich zehn Männer und kamen zur Beerdigung, aber es war sogar unmöglich - durch die zahlreichen Menschen - einen Kadisch zu lesen. Alles was mir gemäß dem jüdischen Gesetz gelang, kurz vor dem Beerdigungstag, war in der tiefen Nacht, als alle gegangen waren, eine Frau hinzubringen, damit sie die Tote wasche und ihr leinene Tachrichim (Wäsche) anzog.

Ich konnte nicht in das vom Kummer verzerrte Gesicht des alten Mannes schauen. Immer wieder wiederholte er: "Izchak, ich weiß sehr gut, was sie, die Verstorbene, für eine gerechte Frau war. Und dass, sie nicht nach jüdischen Gebräuche beigesetzt wurde?!" Und er hat mir ein Papier gegeben. Und er hat gebeten, wenn seine Stunde schlagen wird, sollte ich das zu Händen seines Sohns übergeben. Dort stand Folgendes geschrieben:

"Mein lieber Sohn Boris! Du weisst, dass ich das ganze Leben nach den Gesetzen des jüdischen Glaubens lebe. Ich habe eine einzige Bitte an Dich - wenn ich gestorben bin, ruf du die Juden an, und lass sie alles nach jüdischen Gesetz machen".

Und jetzt stellen wir uns vor: Jacob ist gestorben und alle Minister sind herbeigeeilt und sagten: "Lieber Joseph, wir haben für deinen Vater den Platz neben den Hauptwürdenträgern Ägyptens vorbereitet!" Wie sollte man ihnen erklären, dass sogar die ägyptische Erde dem Jacob zuwider ist? Er wollte in Erez-Israel beigesetzt werden. Deswegen, hat der Jacob von den Joseph den Eid genommen, und so ist es geschehen.

"Und sind die Tagen der Trauerfeier (über den Jacob - i.z.) vergangen. Und Joseph sagte zu den Dienern des Paros: Wenn ich die Gnade in Ihren Augen bekommen würde, dann bitte ich Sie, dass Sie es dem Paro so sagen: "Mein Vater hat mich mit dem Schwur verbunden und gesagt: Jetzt sterbe ich im Grab, das ich für mich selbst im Land Knaan gemacht habe. Dort sollst du mich beerdigen. - Und jetzt gehe ich meinem Vater beisetzen. Und ich komme zurück." Und Paro sagte: "Geh und setze deinen Vater bei, so wie er dich mit dem Schwur verbunden hat". (50:4-6). Mit anderen Wörter: Wenn dein Vater von dir den Schwur nicht genommen hätte, dann könnte ich dich nicht gehen lassen.

Sagt der Midrasch, dass Paro sagen wollte: Es wird nichts Schlimmeres passieren, wenn du deinen Schwur, den du dem Vater gegeben hast, nicht erfüllen konntest. Aber danach hat er verstanden, dass, wenn Joseph die gegebenen Schwüre nicht bricht, er auch die Staatsgeheimnisse nicht ausplaudern wird.

Inwiefern ist es wichtig gewesen - den Toten so zu bestatten, wie bei den Juden, sagt uns die Überlegung der Handlungen des Jacobs vorher. Sehen wir, welche große Bedeutung unsere Vorfahren Abraham und Jacob dem beigemessen haben.

Gibt die Tora einige Gebote über das, wie man mit dem Körper den verstobenen Menschen verfahren soll. Sollte man ihn in der Erde beisetzen und am selben Tag bestatten. Wie G-tt zu Adam sprach: "Weil du die Asche bist, und du in die Asche zurück gehst"- 3:19.

Der Inhalt dieser Gedanken ist heilig, darum sollte dieses Papier nicht zerstört oder weggeworfen werden.

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