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Koscher leben...
 
 

Von Rabbiner W.G. Plaut (Band II. der "Tora in jüdischer Auslegung")

Der Wandel vom Unterstützer zum Unterdrücker:
Glaube und Geschichtsschreibung

Israels Schicksal wurde in einem fremden Land geformt, inmitten eines Volkes, das sich vom freundlichen Gastgeber in eine Nation von Unterdrückern verwandelte. Zu diesem Zeitpunkt setzt das Buch Exodus ein...

Sefer Jeziath Mizrajim:
Der Inhalt des Buchs Schmoth
Das Buch Exodus hat einen klar erkennbaren Aufbau. Es beginnt mit einer allgemeinen Beschreibung der Versklavung. Dann folgt eine Vorstellung der Personen und die Erzählung der Ereignisse der Befreiung. Anschließend berichtet es über den Weg zum Sinai und als Höhepunkt über die dortige Gottesoffenbarung...

Literarische Aspekte

Das Buch Exodus enthält biographische, erzählende und poetische Texte sowie Gesetze und Urkunden. Man kann deutlich wichtige und nebensächliche Motive erkennen. Zu einigen gibt es Parallelen in der übrigen biblischen und altorientalischen Literatur.1

Die drei wichtigsten literarischen Motive sind die folgenden:

Wüste: Eine Person oder ein Volk wird abgesondert und durch Erprobungen in einer einsamen Wüste geläutert.
Bund: Das göttliche oder weltliche Oberhaupt ("Suzerän") und sein Bündnispartner ("Vasall") treten in ein Vertragsverhältnis ein, das die Verpflichtungen beider Partner festlegt.
Erhöhung: Gott wird durch hymnischen Gesang verherrlicht und in einer bestimmten Art und Weise zum König erklärt.

Zu den Randmotiven gehören: Gott besiegt die Mächte der Tiefe und gebietet dem Meer. Ein Kind, das der zukünftige Herrscher oder Retter sein wird, wird ausgesetzt und auf wunderbare Weise errettet.

Der uns heute vorliegende Text des Buches ist das Ergebnis einer längeren literarischen Entwicklung. Er geht teilweise auf alte Traditionen zurück, die zunächst mündlich überliefert worden waren und später verschriftlicht wurden.
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Daher stellt sich die Frage, ob es im Buch Exodus Teile geben kann, die Mosche und seiner Zeit zugewiesen werden können. Wahrscheinlich gehen einige Traditionen auf ihn zurück, andere mögen sogar älter sein. Im Lauf der Jahrhunderte wurde neues Material ergänzt und altes umgeformt, so dass wir nun sogar innerhalb eines Abschnitts verschiedene Sichtweisen finden können.
Der erste Teil des Schilfmeerliedes (Kap. 15) stammt zum Beispiel vermutlich aus der Zeit vor der Sesshaftwerdung, während der zweite Teil Hinweise auf Bedingungen einer Zeit nach der Sesshaftwerdung enthält.
Das Buch Exodus ist eng mit den Büchern Genesis und Numeri verbunden. Nach der Zusammenstellung des Buches Levitikus wurden diese vier Bücher zu einem Buch verbunden.
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Später kam noch das Deuteronomium hinzu und so entstand die Form der Tora bzw. des "Pentateuch", die wir heute kennen.

1 - - Dazu und zum Verhältnis des Buches Exodus zur Literatur des Alten Orients siehe auch das folgende Kapitel von W. W. Hallo.
2 - - Siehe die allgemeine Einführung in die Tora im ersten Band. Die verschiedenen Quellen sind am deutlichsten in den letzten Kapiteln des Buches Exodus zu erkennen. Man geht zum Beispiel davon aus, dass die Kapitel 20-23 zur elohistischen Schicht (E) gehören; 25-31, 35-40 zur Priesterschrift (P); 34,1-28 zur jahwistischen Schicht (J). Der Rest des Buches stammt von dem Redaktor, der J und E zusammenfügte („Jehovist" J/E). Daneben gibt es einzelne Abschnitte aus anderen Quellen.
3 - - Dies ist freilich nur eine Vermutung, da uns kein solches Buch - ein "Tetrateuch" (d.h."Vierbuch") - erhalten ist.

Der Name des Buchs

Die Bezeichnung "Exodus" stammt von dem griechischen Wort exodos (deutsch: "Auszug"). Es hat seine Entsprechung in der alten hebräischen Bezeichnung: Sefer Jeziath Mizrajim "Buch des Auszugs aus Ägypten". Der allgemein übliche hebräische Titel ist jedoch aufgrund des Anfangs des ersten Kapitels "Dieses sind die Namen ..." Sefer Schemoth, "Buch der Namen".

Die Tora in jüdischer Auslegung:
Band III - Vajikra / Levitikus
Der Kommentar zur "Lehre der Priesterschaft" komplett in deutscher Sprache...

Einleitung von Rabbiner W. Gunther Plaut:
In Erinnerung an Rabbiner Dr. Bernard J. Bamberger s'l

Mit seinem Tode verlor die jüdische Wissenschaft einen ihrer bekanntesten Vertreter.

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Quelle - Der Chumasch nach Plaut:
Die Torah in jüdischer Auslegung

 

hagalil.com 25-04-03



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