| Besprechung
zum Wochenabschnitt

Dewarim 33, 1 - 34, 12
PARASCHAT WESOT HABRACHA
Der Segen des Neubeginns
Die letzte Parascha der
Tora kommt an Simchat Tora zur Vorlesung. Aus kalendarischen Gründen fällt
außerhalb Israels Simchat Tora nie auf einen Schabbat. Diese Parascha steht
auch nicht für sich allein, denn unmittelbar nach ihr beginnen wir noch am
selben Festtag erneut mit der Lesung des ersten Kapitels der Tora,
Bereschit. Dadurch demonstrieren
wir, dass es in der Beschäftigung mit der Tora keinen Unterbruch geben darf,
"sie stellt unser Leben dar". Zum Thema der Wiederholung bemerken unsere
Weisen, wie schon erwähnt, dass derjenige, der ein Kapitel 100mal studiert
hat, sich nicht mit demjenigen vergleichen kann, der dasselbe Kapitel 101mal
durchgegangen ist (Chagiga 9b). Jeder neue Zyklus bringt uns neue
Einsichten, wir müssen uns nur darum bemühen!
Viele Kommentare
versuchen zwischen der ersten und letzten Parascha der Tora einen
Zusammenhang herzustellen. Nehmen wir die Namen der betroffenen
Wochenabschnitte, so können wir lesen: "Und dies ist der Segen — im
Anfang". Nach den vorangegangenen Feiertagen, Rosch Haschana, Jom
Kippur, Sukkot und Schmini Azeret werden wir in ein neues Jahr entlassen.
Herbst und Winter mit den kürzer werdenden, dunkeln Tagen kündigen sich an,
melancholische Gedanken bewegen oft unser Gemüt. Da teilt uns die Tora mit,
dass wir die Möglichkeit zum Neubeginn haben. Gott segnet uns mit einem
weiteren Lebensjahr, das es positiv zu gestalten gilt — der Segen des
Neubeginns.
Die letzten Worte der
Tora — "was Mosche vor den Augen von ganz Jisrael vollbrachte" (Dew. 34,
12) — verbinden sich mit den ersten Worten der Tora — "Im Anfang schuf
Gott den Himmel und die Erde" (Ber. 1, 1) — zu einer Botschaft. Das
ganze Streben Mosches ging dahin, dem Volk Gott als den Schöpfer der Welt
und Lenker der Geschichte nahezubringen. Diesen Gedanken wollte Mosche in
jedem Juden verwurzeln und ihn als ewige Wahrheit verankern
(Rabbi Jizchak von Worka).
Die Kabbala und die
Werke des Chassidismus sehen in der Reihenfolge der Buchstaben der Tora
nicht nur eine Möglichkeit, wie sie zu lesen ist. Es gibt deren viele, die
uns nur noch nicht offenbart wurden. Der letzte Buchstabe der Tora, das
"Lamed" des Wortes Jisrael, und der erste Buchstabe, das "Bet" von
"Bereschit", ergeben zusammen das Wörtchen "Lew", Herz. Rabbi Jakow Jizchak,
der "Seher" von Lublin, sieht darin den Mittelpunkt, das Zentrum der Tora,
oder wie die talmudischen Gelehrten bemerkten: Gott braucht das Herz des
Menschen (Sanhedrin 106b). Auf die Frage des Mischnagelehrten Rabbi
Jochanan ben Sakkai an fünf seiner Schüler, welches der beste Weg sei, den
ein Mensch einschlagen solle, antwortete ihm Rabbi Elasar ben Arach mit den
Worten — ein gutes Herz. Dieser Antwort gab Rabbi Jochanan ben Sakkai den
Vorzug (Awot 2,
9). Tora lernen und praktizieren, dazu benötigen wir alle ein gutes
Herz.
Israels
Schwert
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Aktuelle
Betrachtungen zum Wochenabscbnitt
und zu den jüdischen Feiertagen
3 MINUTEN
EWIGKEIT
von Dr. Zwi Braun
Das Buch enthält drei kurze
Betrachtungen zu jedem Wochenabschnitt der Tora und zu den jüdischen
Feiertagen.
Es versteht sich als ein Kommentar für den modernen Menschen, der aber
eine Vielzahl von klassischen und neuzeitlichen rabbinischen Quellen
einbezieht. Ein Glossar und ein Literaturnachweis der benutzten Quellen
ergänzen die Betrachtungen.
MORASCHA - sFr. 42.-...
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