PARASCHAT EMOR
(Wajikra 21, 1-24,23)
Drei Urväter
—
Drei Regalim
Im Midrasch Pirke deRabbi Elieser finden wir den
Hinweis, dass die drei Wallfahrtsfeste, die im Mittelpunkt dieser Parascha
stehen, den drei Urvätern entsprechen. Awraham ist mit Pessach verbunden,
Jizchak mit Schawuot, Jakow mit Sukkot.
Der chassidische Kommentar "Sfat Emet" korreliert die drei
Feiertage mit den drei Eigenschaften, welche von uns tagtäglich im Dienst
vor G'tt abverlangt werden "mit deinem ganzen Herzen, mit deiner ganzen
Seele und mit deinem ganzen Vermögen" (Dew. 6, 5).

Es sei hier auch eine Mischna in den Sprüchen der
Vater erwähnt (1, 2), welche festhält, dass die Welt auf drei Säulen
(Grundfesten, Beinen = Regalim!) beruht auf dem Dienst vor G'tt, auf Tora
und auf Wohltätigkeit ("Gemilut Chassadim"). Verknüpfen wir diese drei
Aussagen miteinander, so ergibt sich folgendes Bild: Awraham diente G'tt mit
ganzem Herzen, was im Dienst vor G'tt ("Awoda") und an Pessach zum Ausdruck
kommt; Jizchak mit ganzer Seele, mit Tora, an Schawuot; Jakow mit ganzem
Vermögen, mit Gemilut Chesed, an Sukkot.

Awraham — der Dienst vor G'tt mit ganzem Herzen, der an
Pessach beginnt
Der Midrasch Rabba zum ersten Buch der Tora (Ber. 41, 6) zählt
zwölf Ereignisse im Leben von Awraham auf, welche den späteren Auszug
seiner Nachkommen aus Ägypten vorwegnehmen. Beginnend mit der
Hungersnot, die Awraham zum Verlassen von Erez Jisrael zwingt, der
Ankunft in Ägypten, über die Lebensgefahr in der Awraham schwebt, die
Plage, welche den Pharao trifft, weil er Sara gewaltsam entführt hat,
bis zur Rückkehr nach Erez Jisrael, reich beladen mit Geschenken der
Ägypter.
Das ganze Leben von Awraham stand im Zeichen des Dienstes vor G'tt,
wobei Awoda zu Zeiten des Tempels auch Opferdienst bedeutete. Die erste
Handlung des aus Ägypten ausziehenden Volkes war die Darbringung des
Korban Pessach (des Pesachopfers). Später löste das Gebet das Opfer ab,
das Gebet, welches unsere Weisen als "Awoda sch'baLew", als Dienst im
Herzen bezeichneten. Awraham war gross im Gebet. Er betete zu G'tt, um
Sedom und Amora vor der Zerstörung zu bewahren, er betete für den
Philisterkönig Awimelech und nach talmudischer Uberlieferung führte er
das Schacharit-Gebet ein (Brachot 26b). Awraham — der Dienst vor
G'tt mit ganzem Herzen, der an Pessach beginnt.
Jizchak - der bereit ist, sein
Leben für die an Schawuot offenbarte Tora zu geben
Mit ganzer Seele G'tt zu dienen, bedeutet für unsere Weisen, auch
bereit zu sein, sein Leben für G'tt zu lassen (Brachot S4a).
Diese Bereitschaft finden wir bei Jizchak, als er seinem Vater ohne zu
zögern auf dem Weg zur Akeda folgt. Gleichzeitig ist Jizchak mit Tora
verbunden, er übernimmt die Tradition seines Vaters, er legt die von den
Philistern zugedeckten Brunnen wieder frei, gräbt erneut die
verschütteten Quellen auf (Ber. 26, 16ff). Wasser gilt im Talmud
als Symbol für Torah. Jizhak bewahrt die Lehre von Awraham, gibt sie dem
Jakow weiter. Es ist die Tora, die später an Schawuot dem ganzen Volk am
Sinai offenbart wird, die Tora, für die das jüdische Volk bereit war,
soviel Verfolgungen und Märtyrertode auf sich zu nehmen. Jizchak - der
bereit ist, sein Leben für die an Schawuot offenbarte Tora zu geben.
Ja'akow - Gmiluth Chasadim
Jakow dient G'tt mit seinem ganzen Vermögen, bzw. er ist bereit, sein
ganzes Vermögen auf G'ttes Geheiss aufs Spiel zu setzen. Mittellos
verlässt er auf der Flucht vor Esaw sein Vaterhaus, 20 Jahre dient er
dem Lawan, der ihn immer wieder zu betrügen versucht. Ein riesiges
Geschenk sendet er dem Esaw, um ihn bei seiner Rückkehr friedlich zu
stimmen. Abermals lässt er Grundbesitz hinter sich, als er nach Ägypten
zu Josef hinabzieht.
Jakow ist bereit, ihm anvertrautes Vermögen zum Nutzen seiner
Mitmenschen einzusetzen und versteht es, Gemilut Chesed zu üben. Auf dem
Weg zu Lawan verspricht er G'tt, das Gute, das er sich erhoffi, mit
Gutem zu vergelten. Er tränkt die Schafe Lawans bei der ersten
Zusammenkunft mit Rachel ani Brunnen. Sukkot ist mit Gemilut Chesed
verbunden, die Freude an der Sukka ist erst dann vollkommen, wenn wir
auch Gäste zu Tisch bitten können. Und im Erwerb der Arba Minim, Etrog
und Lulaw, scheuen wir nicht davor zurück, auch grössere Beträge
auszugeben, um diese Mizwa "behiddur", "schön" erfüllen zu können. So
hat jeder der drei Festtage eine Botschaft für uns, die ihn mit einem
unserer Urväter verbindet.
Parashath Emor
Aktuelle
Betrachtungen zum Wochenabscbnitt
und zu den jüdischen Feiertagen
3 MINUTEN EWIGKEIT
von Dr. Zwi Braun
Das Buch enthält drei kurze Betrachtungen zu jedem
Wochenabschnitt der Tora und zu den jüdischen Feiertagen.
Es versteht sich als ein Kommentar für den modernen Menschen, der aber
eine Vielzahl von klassischen und neuzeitlichen rabbinischen Quellen
einbezieht. Ein Glossar und ein Literaturnachweis der benutzten Quellen
ergänzen die Betrachtungen.
MORASCHA - sFr. 42.-...
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Inhaltsverzeichnis: haParashah
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Inhaltsverzeichnis: Jahaduth
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